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NHL 11

Autor: Daniel Flege - Quentara
Streetdate: 16.09.2010
Gametyp: Sportspiel
Entwickler: EA SPORTS
Publisher: - - - -
Leser: 3996

Da war er auch schon wieder weg, der Sommer. Nach einigen schönen Wochen verabschiedete sich die Sonne bereits Mitte August wieder in die Herbstferien. Zeit also, eure Sommersachen wieder im Keller zu verstauen und sich zur sportlichen Betätigung ein Dach über dem Kopf zu suchen. Freunde schwarzer Hartgummischeiben wird es freuen, bedeutet der Herbstanfang doch auch den Start der neuen Eishockeysaison. Während die Deutsche Eishockeyliga mit zahlreichen Finanzskandalen momentan nicht gerade für Qualität steht, muss man sich als puckaffiner Zocker auf der heimischen Xbox 360 diesbezüglich keine Gedanken machen. EA Sports steht hier mit der NHL-Serie seit Jahren für ganz großen Sport und unerreichten Realismus. Was aber tun, wenn man die eigenen Erfolge mit NHL 10 spielerisch kaum noch übertreffen kann? Richtig, man versucht mit allerhand zusätzlichen Spielmodi und detailverliebtem Feintuning auch dieses Jahr die Stammkundschaft aufs Eis zu locken. Ob dies mit über 200 angekündigten Verbesserungen und einem erstmals enthaltenen Ultimate Team Modus gelingt, oder ihr guten Gewissens weiterhin die Vorjahresversion zocken könnt, erfahrt ihr in unserem Test.
Willkommen in der Eiszeit 
Gedankenverloren sitzt ihr in der Umkleidekabine. Ein Schulterklopfer reißt euch jäh aus eurer Konzentration. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht schaut euer Captain zu euch herab: "Its time, boy!" Schweren Schrittes bahnt ihr euch den Weg durch die endlos scheinenden Katakomben der Arena. Die Schulterpads, die ihr unter dem rot-schwarzen Trikot verbergt, scheinen angesichts dieses Spieles noch schwerer zu wiegen als sonst. Am Ende des Ganges beginnen bunte Lichter zu zucken, dann bleibt die Menschenkarawane abrupt stehen. Während ihr euch euren Schläger greift dröhnt "Unstoppable" von Foxy Shazam aus der Arena. Nicht zu stoppen, unbesiegbar, das werdet ihr heute sein. Eine sonore Stimme erhebt sich gegen die Musik: "Ladys and Gentlemen, your New Jersey Devils!" Eure Kameraden setzen sich in Bewegung, ihr rast hinaus auf das Eis. Zunächst traut ihr euch nicht den Blick zu heben, dann siegt die Neugier. 18.000 Menschen wedeln mit ihren Handtüchern und jubeln euch zu. Von der Decke der Arena hängt ein in das Rot der Lasershow getauchtes Banner mit der Aufschrift "Stanley Cup Finals". Willkommen zum Spiel eures Lebens. Willkommen in der härtesten Eishockeyliga der Welt. Willkommen in NHL 11.
Von Pucks, Trades und Draft Picks 
"Das ist doch jedes Jahr das gleiche Spiel" ist eines der größten Vorurteile, das sich Fans von Sportspielen immer wieder aufs Neue anhören müssen. In der Tat fällt es manchen Herstellern von Jahr zu Jahr schwerer ihr Zielpublikum mit Innovationen und frischen Ideen erneut in die Läden zu locken. EA Sports hat dabei die Mammutaufgabe vor der Brust, das mit NHL 10 beste Eishockeyspiel aller Zeiten zu toppen. Mit neuen Spielmodi versuchen die Entwickler hierbei für Langzeitmotivation zu sorgen. Kernstück des neuen NHL 11 bildet der aus FIFA bekannte "Ultimate Team"-Modus. Ihr erstellt euer eigenes Team und bekommt NHL-Spieler in Form von Sammelkarten zur Verfügung gestellt. Diese gilt es nach den Faktoren "Stärke", Position" und „Eingespieltheit“ so zusammenzustellen, dass ihr eine optimale Teamchemie erzielt.

Die Chemie wirkt sich entscheidend auf die Spielstärke eurer Mannschaft aus. In Freundschaftsspielen und Turnieren könnt ihr wahlweise gegen reale oder virtuelle Gegner antreten und werdet bei guten Leistungen mit EA Pucks belohnt. Diese Währung lässt sich im Shop zum Kauf zusätzlicher Kartenpakete eintauschen, um euer Team mit besseren Spielern punktgenau zu verstärken. Ebenfalls enthalten sind zahlreiche Trainingskarten, die gezielt einzelne Spielerfähigkeiten verstärkt. Ihr habt die Nase voll von den schwachen Pässen eures Verteidigers? Kein Problem, Passkarte auf ihn anwenden und schon klappt es im nächsten Spiel besser. Solltet ihr nach der Verpflichtung eines Superstars für seinen Vorgänger keinen Platz mehr im Kader finden, lässt sich dieser in eure Kartensammlung integrieren oder online mit anderen Spielern tauschen. 

Auch dieses Jahr wieder mit dabei ist der Be-a-Pro Modus, in dem ihr wahlweise einen realen Spieler aus der NHL übernehmt oder euren eigenen Feldspieler beziehungsweise Torwart erstellt. Leider hat die aus FIFA bekannte Gameface Funktion noch nicht Einzug in die virtuelle Kabine erhalten. Da euer Pendant 60 Minuten einen Helm auf dem Kopf trägt, ist dies allerdings zu verschmerzen. Der hauseigene Editor reicht vollkommen aus, um einen euch ähnlichen Pro zu kreieren. Neu ist die Art und Weise eures Karrierebeginns. Ihr habt die Wahl, ob ihr wie gewohnt euer Lieblingsteam wählt, oder in der nun enthaltenen Canadian Hockey League anheuert. Zeigt ihr in der CHL gute Leistungen, stehen eure Chancen blendend, um beim abschließenden NHL Entry Draft früh von einem der Top-Teams verpflichtet zu werden. Agent und Trainer halten euch stets über Angebote und sportliche Ziele auf dem laufenden und geben euch Tipps, wie ihr euch aus der vierten Reihe zum Starspieler im Stanley Cup Finale hocharbeiten könnt. Als Feldspieler macht dies auf alle Fälle großen Spaß. Den Torhütern unter euch könnte es in guten Teams mangels Beschäftigung recht schnell langweilig werden. 

Wer von euch regelmäßig vor dem Fernseher sitzt und sich über die Gurken ärgert, die in der Saisonvorbereitung eingekauft wurden, der kann nun selbst Hand anlegen. Im „Be-a-GM“-Modus ist es euch möglich den Posten eines General Managers bei einem NHL Team zu besetzen. Ihr allein zeigt euch verantwortlich für das Draften und Traden von Spielern, das Unterzeichnen von Vertragsabschlüssen und Verlängerungen, den Einkauf qualifizierten Personals und der richtigen Aufstellung. Mit eurem im Menü auswählbaren Smartphone habt ihr jederzeit die Möglichkeit andere GM zu kontaktieren und mit ihnen spektakuläre Deals über schwindelerregende Summen auszuhandeln. Aber Vorsicht, es gilt die von der NHL festgelegten Gehaltsgrenzen penibel einzuhalten. Hier kommen wir schon zum Problem des Spielmodus: Neueinsteiger und Hockeyfans, denen das amerikanische Transfersystem fremd ist, sollten entweder viel Einarbeitungszeit mitbringen oder für den puren Spielspaß auf andere Modi ausweichen. Denn wer von Restricted Free Agents, Unrestricted Free Agents und Waivern keine Ahnung hat, Draft Picks noch dazu für Schockoriegel hält, der wird am harten Leben eines Managers keine allzu lange Freude haben.
Brauchst du den Schläger gerade? 
Der König ist tot, lang lebe der König! So lässt sich in einem Satz das Gameplay des neuesten NHL-Ablegers beschreiben. Die Spieler kurven exakt euren vorgegebenen Bewegungen wie ein warmes Messer durch Butter über das Eis. Pässe können millimetergenau und mit 360-Grad Freiheit gespielt werden. Dieses Jahr haben die Entwickler die Spielgeschwindigkeit ein wenig reduziert, um noch mehr Authentizität zu erzeugen. Dies gibt euch zum einen mehr Zeit eure Angriffe zu planen, zum anderen einige zusätzliche Sekunden um die eigene Abwehr zu organisieren. Eine neue Physik-Engine sorgt für perfekt getimte Checks, die erstmals auch auf Hüfthöhe möglich sind. Ihr habt nun endgültig das Gefühl wirklich mit auf dem Feld zu stehen und alle Entscheidungen durch Können oder eigenes Versagen zu beeinflussen. Mehr Freiheit geht kaum. 

Weitere Verbesserungen stecken eher im Detail und sind daher mit der Lupe zu suchen. Auffälligste Innovationen stellen das Spielen mit zerbrochenem Schläger und der individuelle Torjubel dar. Bricht während des Spiels euer Stick, habt ihr die Möglichkeit den Puck mit dem Fuß zu spielen, einem eurer Mitspieler sein Spielgerät zu entwenden oder zur Bank zu fahren, um euch Ersatz zu besorgen. Dies sorgt vor allem im Multiplayer für zahlreiche lustige Momente. Dort solltet ihr den Stockklau jedoch lieber unterlassen, vor allem wenn der Kollege direkt neben euch auf der Couch sitzt. Zappelt die Hartgummischeibe endlich im Netz, könnte ihr mit dem Analogstick oder einer der anderen Tasten verschiedene Jubelposen einnehmen, um euren Erfolg zu feiern. Diese reichen vom Kniefall über das Jubeln mit dem Publikum bis hin zu kleinen Freudentänzen. Besonders gut gelungen ist die Verbesserung des Bully-Systems. Nun müsst ihr mit dem rechten Analogstick selbst um die Scheibe buhlen und diese im richtigen Moment hinter euch bugsieren. Schafft ihr oder euer Gegner es nicht als Erstes am Puck zu sein, beginnt ein spannender Kampf ums Hartgummi. 

Einige kleine Macken gibt es aber auch auf der glattesten Eisfläche zu entdecken. Die gegnerischen Torhüter scheinen teils übermächtig zu sein, während der eigene Goalie ab und an mit Aussetzern für Furore sorgt. Eure Rivalen bauen zudem in gehobenen Schwierigkeitsstufen kurz vor Schluss einen unglaublichen Druck auf, der zumeist in einem Gegentor kurz vor Schluss mündet. In dieser Kombination ist Frust faktisch vorprogrammiert, vor allem wenn ihr 59 Minuten anrennt, an einem unüberwindbaren Keeper scheitert und dann Sekunden vor Schluss den alles entscheidenden Gegentreffer kassiert. Auch der Pfosten hilft hier leider viel zu oft mit. Nicht selten passiert es, dass ihr das Metallgehäuse sogar doppelt trefft, der Puck also vom einen an den anderen Balken springt und dann wieder ins Feld fliegt. Dies kam in einigen Partien sogar zwei bis drei Mal hintereinander vor. EA Sports hat hier Besserung gelobt und schnellstmöglich ein Update angekündigt, dass Pfostenschüsse und Torwartpatzer reduzieren soll. 

Die Steuerung gleicht der der vorherigen Teile. Mit dem linken Analogstick steuert ihr eure Spieler, der rechte Stick dient als euer Stock. Bewegt ihr ihn nach rechts und links, führt ihr seitliche Bewegungen mit dem Schläger aus. Ein Druck nach vorne lässt euch einen Slapshot ausführen, Bewegungen nach hinten und dann nach vorne einen festeren, aber auch unpräziseren Snapshot. Die rechte Schultertaste ist für das Passspiel und die Auswahl der Spieler zuständig. Um eurem Gegner mit dem Stock den Puck zu stehlen, benutzt ihr den rechten Bumper, um einen Pass abzufangen den linken Bumper. Mit beiden Tasten zusammen werft ihr euch in die Schusslinie, um gegnerische Schüsse abzublocken.
NHL 10 Reloaded 
"Never change a winning team" dachte man sich bei EA in Sachen Grafik und Präsentation. Die Eisfläche glänzt immer noch so schön wie im letzten Jahr, die Spielermodelle kommen gewohnt detailliert daher und das Publikum schwenkt in den Playoffs weiter frenetisch die Handtücher. Vor dem Face-off tauchen Laserlichter und Projektoren die liebevoll gestalteten Multifunktionshallen in die Farben der Heimmannschaft. Packende Wiederholungen und kurze Einspieler von mitfiebernden Reservisten, aufgebrachten Trainern und plauschenden Zuschauern sorgen für echte TV Atmosphäre. Das Publikum zeigt sich lebendig und springt bei Toren wie entfesselt von den Sitzen. Liefert ihr euch ein Duell an der Bande, springt die erste Reihe geschlossen auf und klopft wie wild gegen das Plexiglas. Je länger das Drittel andauert, desto mehr Spuren hinterlässt euer Team auf dem Eis. Aber keine Panik, in der Pause wird dafür gesorgt, dass man sich im nächsten Abschnitt wieder darin spiegeln kann. Die Animationen der Spieler wirken realistisch und wurden etwas verlangsamt, um den Bewegungsabläufen und Reaktionszeiten ihrer realen Vorbilder noch naher zu kommen. Insgesamt präsentiert sich der Spielablauf flüssig und stabil, ohne dass wir bisher Ruckler feststellen mussten. 

Das Ambiente stimmt, keine Frage und wird dem Spiel durchaus gerecht. Wenn es dem geneigten Fan der Serie nicht so unglaublich bekannt vorkommen würde. An den Animationen hat sich nämlich nicht viel verändert. Wer von euch zum Vergleich noch einmal die beiden Vorgänger NHL 09 und NHL 10 im Laufwerk rotieren lässt, der wird schnell feststellen, dass die Mannschaften auch in NHL 11 Torhüter wie in alten Zeiten den Stick am Pfosten abklopfen und die Trainer mit denselben Gesten die Taktik erläutern, wie sie es bereits zuvor getan haben. Allein die neuen Scoreboards, aktuelle Trikots und angepasste Werbeflächen lassen euch auf den ersten Blick erkennen, dass es sich um eine Neuauflage der Marke handelt. Natürlich lässt sich das Rad nicht jedes Jahr neu erfinden, als EA Sports Veteran ist man es sowieso gewohnt, dass die großen grafischen Revolutionen ausbleiben, der Wunsch nach einem klareren Schnitt gegenüber dem Vorgänger bleibt aber bestehen. 

Das Verlangen nach Abwechslung setzt sich bei den Kommentatoren fort. Natürlich haben Gary Thome und Bill Clement einige neue Phrasen dazugelernt und führen emotional und witzig durch die Partie. Messerscharfe Analysen à la "If you wanna get much icetime in this team, you have to play in the Penalty Killing Unit" bringen euch regelmäßig zum Schmunzeln. Die Qualität der Kommentare ist unbestreitbar, viel zu viele Aussagen des Duos wurden jedoch nur aus den letzten Teilen recycelt und nicht neu eingespielt. Ab und an fällt dies nicht allzu sehr ins Gewicht, bei markanten und sich häufig wiederholenden Aussprüchen lässt sich ein fader Beigeschmack nicht vermeiden. Die Frage muss erlaubt sein, warum die Entwickler in den offensichtlichen Belangen wie Grafik und Kommentar diese Stagnation in Kauf nehmen, obwohl sie gerade durch eine Verbesserung dieser Bereiche den Eindruck eines bloßen Updates verhindern könnten. 

Besser macht es EA da schon bei der überaus gelungenen Auswahl des Soundtracks, bei der man sich an den Wünschen der Fans nach mehr Liveatmosphäre orientierte. Kenner der Szene und auch die DEL-Besucher dürften beim ein oder anderen Lied in Erinnerungen an das letzte Heimspiel mit der Zunge schnalzen. Die Entwickler schaffen bei NHL 11 gewohnt rockig den Spagat zwischen klassischen Arena-Hymnen und modernen Kassenschlagern. Die Dropkick Murphys mit ihrer traditionellen Bully-Hymne lässt man dabei ebenso vom Stapel wie den Klassiker "Final Countdown" von Europe. Diese Klasse setzt sich in den Soundeffekten weiter fort. In gewohnter Qualität jubeln eure Anhänger, klirren die Pfosten und krachen die Helme zweier dickköpfiger Kontrahenten aneinander.
Wettkampfsport der nächsten Generation 
Wie wäre es, wenn ihr mit euren Freunden euer eigenes Eishockeyteam gründen und gegen die besten Spieler der Welt um Ruhm, Ehre und Trophäen spielen könntet? Im wahren Leben scheitert es da am nötigen Kleingeld, in NHL 11 via Xbox LIVE ist es ein Klacks, sich diesen Traum zu erfüllen. In der EA Sports Hockey League könnt ihr mit eurem eigens erstellten Pro und maximal fünf Freunden gegen andere Pro-Teams in den Weiten des Netzes antreten. Neben einem Namen für euren Verein könnt ihr Heim-, Auswärts- und Torwarttrikots selbst designen, so wie eines von vielen vorgegebenen Logos auswählen. In neue Kleider gehüllt geht es dann in der einmonatigen Saison um die heiß begehrten Playoff-Plätze. Schafft ihr die Qualifikation, braucht ihr nur noch vier Playoff-Siege bis zum Meistertitel, der euch zum Aufstieg in die nächsthöhere Division berechtigt. Hapert es in eurer Mannschaft an der Feinabstimmung, bietet sich ein Besuch des neuen Online-Trainingsmodus an. Dort dürft ihr mit euren Teamkameraden in den Druck einer Xbox LIVE Partie hineinschnuppern und die CPU nach Herzenslust auseinandernehmen. 

Wer ein bereits bestehendes NHL Team lieber selbst übernehmen möchte, der kann in Ranglisten-Spielen mit oder gegen Freunde und Feinde antreten, im Online-Shootout sein Können im Penaltyschießen beweisen oder in der Community über seinen Lieblingssport philosophieren. Dabei laufen alle Partien gewohnt flüssig und ohne Ruckler ab. Eine Ländererkennung sorgt dafür, dass ihr in die von euch bewohnte Region eingruppiert werdet. Die Fülle der Online-Teams ist in Deutschland und Mitteleuropa ist leider noch nicht sehr groß, wird sich in den nächsten Monaten aber bestimmt noch steigern.
Lizenzen, Lizenzen, Lizenzen 
Zusätzliche Extras hat das Spiel leider nicht zu bieten, verfügt aber weiterhin über die klassischen Spielmodi, wie Freundschaftsspiel, Saison-, Playoff- und Turniermodus. Wer erst einmal den Umgang mit dem Schläger üben möchte, hat die Möglichkeit im Trainingsmodus gezielt die wichtigsten Techniken auf dem Eis zu lernen. Zudem lassen sich via Editor eigene Spielzüge kreieren und in die Taktik eurer Teams einbauen. Die Fülle der Lizenzen sucht seinesgleichen. Neben allen Teams der NHL und AHL sind auch die 60 Teams der CHL mit enthalten. Dazu gesellen sich die Mannschaften zahlreicher europäischer Hockeyligen, inklusive der DEL. Einziger Wermutstropfen: Die Kader der Deutschen Eishockeyliga sind auf dem Stand der letzten Saison. Ob dies an den Entwicklern oder der Vergaberechte der DEL liegt ist leider nicht bekannt.
Fazit 
EA Sports macht es uns wie jedes Jahr wieder einmal verdammt schwer. Muss man sich den neuesten Ableger des Franchise überhaupt zulegen? Sollte man ihn als eigenständiges Spiel oder im Vergleich zur Vorjahresversion bewerten? Hat sich genug verändert, um einen Vollpreis zu rechtfertigen? Fakt ist: Grafik und Sound haben sich kaum weiterentwickelt, dafür spendiert EA allen Eishockeyfans mit dem Ultimate Team-Modus, der EA Sports Hockey League und zahlreichen Gameplayverbesserungen Langzeitmotivation und Realismus pur. Wer nur ab und an ein paar Runden über das Eis kurvt und nicht unbedingt auf aktuelle Kader wert legt, der kann getrost zur Vorjahresversion greifen. Hockeyfans, die den ultimativen Realismus wollen und sich auch mit kleinen, aber feinen Änderungen zufrieden geben, für die ist diese Ausgabe ein Pflichtkauf. Von welcher Seite man es auch betrachtet, eines steht unbestreitbar fest: NHL 11 ist das beste Eishockeyspiel aller Zeiten. Zumindest bis zum Erscheinen von NHL 2012. 

„NHL 11 ist ein Pflichtkauf für alle Kufencracks.“

Pro:
  • Realistische Eishockeysimulation 
  • Große Auswahl an Spielmodi 
  • Massig Lizenzen 
  • EASHL sorgt für perfektes Onlineerlebnis


Kontra:
  • Torhüter zu stark 
  • Kaum Veränderungen in Grafik und Kommentar 
  • Zu viele Pfostenschüsse 
  • Wertung

Einzelspieler: 9.2
Mehrspieler: 9.2
Xbox Live: 9.4
Steuerung: 9.2
Grafik: 9.0
Sound: 9.4
Sprache: Mehrsprachig
Bildschirmtexte: Deutsch
Zensur: nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden: + 50
Geeignet für: Anfänger bis Profis
Altersfreigabe: Keine Altersbeschränkung

Gesamtbewertung
9.3


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