» Spieletests

Nickelodeon Dance

Autor: Tobias Greiser - HEADCRASH
Streetdate: 18.11.2011
Gametyp: Musik/Tanzspiel
Entwickler: 2K Play
Publisher: 2K Play
Leser: 1034

Tanzspiele für Kinect gibt es wie Sand am Meer. Zahlreiche davon haben wir bereits für euch getestet und die Wertungen sind sehr unterschiedlich ausgefallen. Nun steht der nächste Test zu einem rhythmischen Bewegungsspiel auf der (Tanz-)Matte und möchte von uns mit flotten Schritten untersucht werden. Nickelodeon Dance heißt das Spiel, das sich vornehmlich an Kinder und Fans der süßen Charaktere der entsprechenden Shows des Fernsehsenders richtet. So könnt ihr beispielsweise zu Dora, Diego oder den Backyardigans die Hüfte schwingen. Wir haben das bereits für euch getan und verraten euch im Testbericht, ob sich das Spiel für kleine Nachwuchstänzer lohnt.

Bewegt euch - wie ist egal

Ganz wichtig bei Musikspielen ist natürlich immer die Songauswahl. Insgesamt 30 Lieder sind auf der Disc von Nickelodeon Dance vorhanden, viele Charaktere haben mehrere zu ihren Serien passende Stücke erhalten. Neben einigen Themensongs sind hier etwa „Limbo Rock“, „Santa Claus is Coming Aqui“ oder „Iko Iko“ vertreten, allesamt mit spezifischem Schwierigkeitsgrad. Sobald ihr euch für ein Lied entscheiden habt, geht es auf die Tanzfläche, wo euch drei der Nickelodeon Figuren die Choreografie vortanzen. Da sich das Spiel vornehmlich an eine recht junge Zielgruppe wendet, müsst ihr hier keine Angst vor zu komplexen Bewegungsabläufen haben. Auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad sollte wirklich jeder alle von höchstens drei Sternen ertanzen können und selbst auf der höchsten Stufe ist das mit ein wenig Übung kein Problem. Das liegt allerdings auch daran, dass dem Spiel größtenteils komplett schnuppe ist, was ihr für Bewegungen ausführt. Einfach ein bisschen blöd vor dem Fernseher die Gliedmaßen durch die Gegend zu wirbeln, hat uns im Test –völlig ungeachtet der eigentlichen Choreografie – stets die volle Punktzahl beschert. Kinder mag das nicht großartig stören, wer aber ein bisschen professioneller an die Sache herangeht, kann sich über die schwammige Auswertung der ausgeführten Bewegungen nur ärgern.

Ein wahres Trauerspiel

Auch ansonsten ist Nickelodeon Dance nicht gerade ein Ausmaß an (kindgerechtem) Spielvergnügen. Zwar werdet ihr von Dora The Explorer sehr erläuternd durch die Menüs begleitet, mit ihren verbalen Hinweisen auf Englisch und Spanisch dürften die meisten Kids aber nichts anfangen können. Zudem ist die Stimme ihrer Synchronsprecherin dermaßen nervtötend, dass jeder über zehn Jahre nach fünf Minuten Spielzeit am liebsten seine Hausschuhe in die Glotze pfeffern würde. Die einzigen positiven Aspekte sind, dass sich Kinder über die ihnen bekannten Figuren und Lieder freuen und sich vor jedem neuen Song ein Freund mit auf die Tanzfläche gesellen kann. Ansonsten aber ist Nickelodeon Dance einfach nur ein pixeliges Trauerspiel. Die Technik ist freundlich ausgedrückt unzeitgemäß, die Kinect Erkennung ein wahrer Graus und Abwechslung oder Motivation sind gleich mal gar nicht vorhanden. Zwar gibt es noch einen Work-out-Modus, der die Kinder zu mehr Bewegung motivieren soll. Aber wie sie sich bewegen, ist dem Spiel dank der grottigen Erkennung ja eh schnurzpiepegal. Da reicht es auch aus, wenn euer Nachwuchs einfach nur vor diesem Spiel wegrennt. Am besten ganz weit. Denn sonst kommt noch Dora The Explorer um die Ecke und sagt euch mit ihrer Quietschestimme, dass sich eure „Nickelodeon friends“ schon total auf euch freuen. Nein Dora, danke.

Fazit

Die Idee eines Tanzspiels für Kinect, das besonders Kinder zur Bewegung motiviert, ist sicherlich gut. Unterstütz von bekannten Charakteren aus dem Fernsehen können sie zu lustigen Liedern ein wenig auf Tanzbär machen. Soweit die Theorie. Dass die Kinect Erkennung nur schlecht funktioniert, Dora The Explorer bloß englisch und spanisch redet und euch das Spiel ganz genau 0,0 % an Motivation liefert, ist leider ein ganz anderes Thema. Nämlich die Wirklichkeit und dort sieht es wahrlich düster aus. Selbst wenn eure Kinder auf die Charaktere aus dem Fernsehen abfahren, solltet ihr eurem Nachwuchs dieses Machwerk nicht antun. Danach können sie vielleicht ein paar Brocken Spanisch, mussten aber eines der schlechtesten Kinect Spiele überhaupt ertragen.

 

„Gute Idee trifft auf staubtrockene und fehlerbehaftete Umsetzung – auf keinen Fall kaufen!“

 


Pro:
  • Aus dem TV bekannte Figuren
  • 30 kindgerechte Songs
  • Mehrspielermodus

Kontra:
  • Schlechte Kinect Erkennung
  • Optischer Graus
  • Mangelnde Motivation und Abwechslung
  • Englische (und spanische) Sprachausgabe

Einzelspieler: 4.0
Mehrspieler: 4.1
Xbox Live: -
Steuerung: 3.7
Grafik: 4.6
Sound: 5.1
Sprache: Englisch
Bildschirmtexte: Deutsch
Zensur: nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden: + 4
Geeignet für: Anfänger bis Profis
Altersfreigabe: Keine Altersbeschränkung

Gesamtbewertung
4.2


Nach Oben

www.XBOXDYNASTY.de