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NIER



Autor:Sandra Friedrichs - anormaldisaster
Streetdate: 23.04.2010
Spielgenre: Rollenspiel
Entwickler: Cavia
Publisher: Square Enix
Leser: 5377


Seit dem Erfolg von God of War wissen wir: Actionspiele mit einem sturen, starken Helden, pompösen Gegnern und brutalen Schlachten sprechen die Spielergemeinde an. Kein Wunder also, dass alle Hersteller ein Stück von diesem erfolgreichen Kuchen abhaben möchten. Dante’s Inferno hat uns schon diesen Monat eindrucksvoll gezeigt, wie viel Spaß ein God of War-Klon macht. Doch wäre es nicht besser, eigenständiger zu sein? Etwas Besonderes zu haben, was der große Klassiker nicht hat? Genau das hat sich Square Enix in den Kopf gesetzt und veröffentlicht mit Nier im April ein episches Actionspiel mit Rollenspielelementen.Es war einmal ein einsamer Krieger
Jeder Vater weiß, wie schwer es ist, eine Tochter aufzuziehen. Ständig zickt sie rum, nie hat man seine Ruhe. Doch darüber lächelt Nier, der Protagonist des gleichnamigen Spiels, nur müde. Er riskiert nämlich sein eigenes Leben, um seine Tochter zu retten. Ein Held, wie er im Buche steht!
2049 ist kein gutes Jahr für die Menschheit. Sie werden von einer Seuche heimgesucht, die als unheilbar deklariert wird. Schließlich haben sich schon viele Wissenschaftler an die Suche nach einem Heilmittel gemacht und während der Forschung etwas noch Schrecklicheres geschehen lassen: Schattenwesen erscheinen plötzlich auf der Erde und machen die Katastrophe noch schlimmer. Angeblich soll es ein Heilmittel gegen die Seuche geben, jedoch weiß niemand, was und wo es ist. Als Niers Tochter Yonah erkrankt, liegt unserem Held nur die Heilung der Kleinen am Herzen und macht sich sofort auf den Weg zum einzigen Heilmittel.
Die Geschichte soll laut den Entwicklern viele Nebenhandlungen und Wendungen haben. Eine davon ist zum Beispiel, dass ihr 1300 Jahre in der Zukunft landet und Nier an dem Bett seiner kranken Tochter sitzt. Er gibt ihr Medizin, die ihren Zustand verbessern soll. Aber wieso leben die Charaktere so lange? Was ist in der Zwischenzeit passiert? Wir alle tappen bis zum April noch im Dunklen. Von wegen langweilige Lektüre
Aus fast allen Heldengeschichten kennt ihr einen Verbündeten oder Freund des Protagonisten. Meist sind sie Menschen, etwas tollpatschig oder auch höchst attraktiv. Nichts davon beschreibt den ewigen Kumpanen von Nier. „Grimpire Weiss“, ein Buch, ist stets an seiner Seite und bietet ihm natürlich nicht nur guten Lesestoff. Es redet mit Nier ab und an und speichert eure gesammelten Informationen zur Welt, wie zum Beispiel der Gegner, Items, etc. Dass Nier seiner Tochter den Umgang mit diesem mystischen Buch verboten hat, wird euch beim ersten Kampf sehr schnell klar. Eure Lektüre enthält Zaubersprüche, die sich im Verlauf des Spiels weiter anhäufen. So kann sich das Buch beispielsweise in eine rote Hand verwandeln und auf die Gegner einprügeln oder mir nichts, dir nichts ein Feuerinferno entfachen, in denen eure Feinde schwitzen müssen. Bei diesen magischen Attacken soll noch jemand behaupten, dass Bücher langweilig sind!Blutige Schlachten
Doch nicht nur wegen eurer hilfreichen Lektüre wird der Kampf nie langweilig. Der in die Jahre gekommene Nier weiß ganz genau, wie er mit seinen Waffen umzugehen hat. Mit einem riesigen Schwert kann er schnell die Gliedmaßen seiner Gegner abtrennen oder andere brutale Sachen erledigen, um einen Kampf zu gewinnen. Doch es kommt in einer Schlacht nicht nur auf den speziellen Tastendruck an, sondern auch auf das Timing. Schwächt ihr euren Gegner bis zu einem kritischen Punkt, öffnet sich eine Art Uhr. Nun habt ihr wenige Sekunden Zeit, um euren Widersacher zur Strecke zu bringen. Ansonsten erholt er sich wieder und ihr müsst ihn erneut schwächen.
Am besten bringt ihr einen Feind mit der Kombination von Niers Klinge und dem Buch zur Strecke. Manche Zaubersprüche stärken nämlich Niers Kräfte, wodurch ein Bossfight, in denen euch riesige, ekelhafte Monster entgegentreten, ein Kinderspiel wird.Rollenspielelemente machen den Unterschied
Ihr merkt bisher noch nicht, dass ein Rollenspiel mit integriert sein soll? Das wird sich jetzt ändern. Im Verlauf des Spiels habt ihr viele Möglichkeiten, Nebenmissionen anzunehmen, um mehr von der Welt zu erfahren. Dabei stehen euch ab und an Charaktere zur Seite, die euch helfen, die Quests zu überstehen.
Doch was wäre ein Rollenspiel ohne das Aufleveln eures Helden oder das Upgraden eurer Waffen. Natürlich darf das Sammeln von Items ebenso wenig fehlen. Dafür müsst ihr die Leichen von Tieren durchforsten. Ziemlich eklig, aber als Gegenleistung erhaltet ihr Geld und möglicherweise seltene Gegenstände. Im Kampf selbst können euch die riesigen Schattenwesen Zaubersprüche überlassen, die euer Magie-Repertoire erweitern.Nichts fürs Auge
Kennt ihr ein Spiel, das euch im Trailer und den Screenshots im Voraus schon offenbart, dass die Grafik öde ist? Genau das tut Nier! Die Umgebungen sehen matt und lieblos gestaltet aus, die Charaktere überzeugen mit frostigen Emotionen. Aber da heute noch nicht aller Tage Abend ist können die Entwickler bis zum Release noch ein wenig Arbeit in ihr Spiel gesteckt haben. Hoffentlich…
Weitaus mehr gefällt uns ein Grafikwandel. Gelangt ihr in ein Gebäude, schaltet sich das Spiel in eine 2D-Ansicht um. Ihr betretet die Räume von rechts nach links, wie in den guten alten(Videospiel-) Zeiten. Verlasst ihr jedoch ein Haus, könnt ihr euch wieder frei bewegen und genießt die Umgebung in 3D-Pracht. Square Enix oder doch Cavia
Von wegen, Square Enix entwickelt ein Action-Rollenspiel! Sie verbreiten es lediglich. Doch wer versteckt sich hinter dem pompösen Nier? Das japanische Cavia (nein, nicht Kaviar), welches seit 2000 mehr oder wenige erfolgreiche Videospiele produziert. Bisher konnte nur der Wii-Shooter Resident Evil: The Darkside Chronicles die Kritiker überzeugen, andere Spiele wie Drakengard 2 oder Bullet Witch sind gnadenlos gefloppt. Hoffentlich reißt sich Cavia nun zusammen und liefert dank der Unterstützung von Square Enix ein gutes Game ab. Wir brauchen nach Dante’s Inferno schließlich wieder ein gutes Actionspiel!

NIER hinterlässt einen guten Eindruck, vor allem, weil es sich von den bisherigen Actionspielen abhebt. Die Rollenspielelemente gliedern sich gut in die Spielwelt mit ein und machen das Game abwechslungsreicher. Allerdings hätten wir gerne mehr von der Story erfahren. Wir können uns wirklich nicht erklären, was uns die Entwickler sagen möchten. Wieso brach eine Seuche aus? Wieso landen wir auf einmal 1300 Jahre in der Zukunft und Vater samt Tochter leben noch? Bis jetzt macht das alles überhaupt keinen Sinn.
Wo wir gerade von keinem Sinn sprechen: Was ist das für eine altbackene Grafik? Die Charaktere, Feinde und Umgebungen sind nicht mehr zeitgemäß! Ein bisschen mehr Arbeit müssen sich die Entwickler bis zum Release noch machen. Denn so bekommen die Spieler eher einen Augengraus als –schmaus serviert.



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