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Pflanzen gegen Zombies

Autor: Tobias Greiser - HEADCRASH
Streetdate: 08.09.2010
Gametyp: Strategiespiel
Entwickler: PopCap Games
Publisher: PopCap Games
Leser: 4593

Sich vor den Angriffen widerwärtiger Zombies zu schützen ist nichts Neues für euch, wenn ihr öfter mal zu Spielen wie Left 4 Dead greift. Eure eigene Bude aber mit Hilfe der Pflanzenwelt vor Übergriffen der toten Schlurfer zu verteidigen habt ihr bestimmt in noch keinem anderen Spiel erlebt. Es sei denn, ihr habt bereits eine der Versionen von Pflanzen gegen Zombies auf dem PC oder dem iPhone gespielt. Nach den großen Erfolgen dieser Varianten ist es nicht verwunderlich, dass Entwickler PopCap Games auch für Xbox LIVE ein eigenes Game auf den Marktplatz bringt. Ganze 1200 Points kostet euch der 84 MB große Titel. Wir haben mit dem Gummihammer unser Punkte-Sparschwein geköpft und verraten euch nun ausführlich, ob ihr euch im Herbst in den virtuellen Zombiegarten zurückziehen solltet.Angriff
Die Zielsetzung ist einfach. Euer Haus befindet sich auf der linken Bildschirmseite. Rechts zwängen sich stinkende Zombies durch eure Hecke und dazwischen befindet sich euer gepflegter Garten. Dieser wird sich allerdings bald in ein Schlachtfeld verwandeln, bei dem Mutti beim Rosenschneiden zufällig über einen verwesten Zombieschädel stolpern könnte. Um die schlurfenden Todgeweihten abzuwehren, pflanzt ihr die verschiedensten Gewächse in die Erde. So lassen sich Standarduntote noch mit einer einfachen Erbsenkanone abschrecken. Sobald sich allerdings ein Buddler bis an Muttis Petunienbeet gräbt oder sich eine miefige Gestalt Papis Springstock aus der Garage mopst und euren gesamten Verteidigungswall überspringt, guckt ihr nicht nur ziemlich doof aus der Wäsche, sondern fristet bald auch ein hirnloses Dasein. Denn nichts anderes als eure klebrige Denkzentrale hat sich die untote Bedrohung auf die Speisekarte gesetzt.Komplexität
Im großen Abenteuermodus mit stattlichen 50 Levels entscheidet ihr euch vor jedem Match für ein paar Pflanzen, die ihr aus einem immer größer werdenden Pool von schlagkräftigen Gewächsen wählen könnt. Klar, dass die stärkeren Pflanzen auch mehr kosten. Irgendwie muss das Gestrüpp natürlich auch finanziert werden. Im Falle von Pflanzen gegen Zombies heißt die Währung Sonnenenergie. Um diese zu erhalten, müsst ihr – oh Wunder – Sonnenblumen pflanzen. In den Taglevels fällt die gelbe Energie manchmal auch einfach vom Himmel. In den Nachtlevels hingegen nicht, da müsst ihr erst mal Pilze einpflanzen, die erst wenig Energie produzieren und später mehr. Allerdings könnt ihr diese natürlich nicht im Hauspool platzieren, dafür muss der erst mit Seerosen ausgestatten werden. Wenn ihr das Wasser denn überhaupt sehen könnt, weil sich Nebel oder totale Dunkelheit über euren Garten gesenkt haben. Geschweige denn ihr seid gar nicht mehr im Garten, weil euch die Zombies aufs Dach gejagt haben.

Ihr merkt schon, Pflanzen gegen Zombies ist ein sehr komplexes Spiel. Viel zu komplex um die gesamten Zusammenhänge in einem Testbericht zu erklären. Alle Pflanzen haben wie die Zombies ihre Stärken und Schwächen und ihr müsst eure Auswahl immer vom Szenario abhängig machen. Denn mit den eben genannten Varianten ist noch längst nicht Schluss. Ihr könnt auch noch Bossgegner bekämpfen, bei eurem total bekloppten Nachbarn nützliche Gegenstände erwerben, einen kleinen Zen-Garten anlegen, um Geld zu verdienen und im Mehrspieler selbst in die vermoderte Haut der Zombies schlüpfen.Mehrspieler
Mehrspieler? Jawohl, ihr könnt lokal mit einem Kumpel sowohl mit- als auch gegeneinander kämpfen. Die Co-op-Variante ist mit zwei Cursors sehr unübersichtlich und eignet sich nur für eingespielte Teams. Der Duellmodus hingegen rockt die Hütte, wenn Pflanzen gegen Zombies kämpfen und jeder eine Partei in die Schlacht, pardon, den Garten führt. Die spannenden Gefechte machen nicht nur jede Menge Laune, sondern haben obendrein unser redaktionseigenes Spielspaßthermometer gesprengt. Falls euch von den eben genannten Features noch nicht der Kopf schwirrt, lasst euch noch gesagt sein, dass mit Minisielen wie Bowling und den Rätsel- und Überlebensmodi noch mehr Unterhaltung für euer Geld ins Haus steht. Besser das, als wenn die Zombies über euren Fußabtreter latschen.Bedienung
Die Bedienung ist ebenso wie das generelle Spielprinzip leicht zu erlernen. Mit den Bumpern schaltet ihr zwischen den einzelnen Pflanzen durch, um diese dann durch einen Druck auf die A-Taste im Boden zu versenken. Mit der Schaufel auf der B-Taste könnt ihr Gewächse wieder ausgraben, falls ihr unter Druck steht und eine radikale Lösung – Stichwort Atomgiftpilz- benötigt. Die X-Taste kommt bei einigen Minispielen als Hammer zum Einsatz. Dort müsst ihr Vasen zerstören, unter denen sich entweder Pflanzen oder Zombies verstecken. Eine teuflische Lotterie. Aber wir kommen schon wieder ins Schwärmen, weiter im Text...Detailverliebtheit
Optisch reißt das Spiel keine Bäume aus, kann aber mit schickem Comic-Look überzeugen. Das Geschehen ist knallbunt und humorvoll dargestellt. Besonders die Zombies sind liebevoll designt und tragen Fahnen mit Gehirnen drauf, tanzen wie Michael Jackson durch den Garten und rücken sogar im 4er-Bob in Schneeklamotten zu eurer zerstörerischen Gartenparty an. Auch die Pflanzen sind optisch gut zu unterscheiden, obwohl es Unmengen an coolen Gewächsen zur Auswahl gibt. Selbst wenn auf dem Bildschirm die Hölle tobt, was nicht selten der Fall ist, bleibt das Spielgeschehen stets flüssig.Zombieschrei
Passend zum genialen Rest gibt sich auch der Sound keine Blöße und schmeichelt eurem Gehörgang mit Zombiegeschrei, Pflanzengeräusche, die ihr nie für möglich gehalten hättet, und der genialen Anti-Sprachausgabe eures depperten Nachbarn. Die Titelmelodie wiederholt sich leider recht oft, aber sagen wir es einfach, wie es ist: Einen ganz kleinen Kritikpunkt müssen wir nach so einer Lobesrede ja wohl noch in petto haben. Denn perfekt geht es nie, aber Pflanzen gegen Zombies ist in Sachen Spielspaß ganz vorne mit dabei.Fazit
Pflanzen gegen Zombies ist ein wunderbares Spiel und den Preis von 1200 Punkten auf jeden Fall wert. Allein der Abenteuermodus unterhält euch stundenlang und motiviert durch die ständigen Szenariowechsel und Minispiele stets aufs Neue. Aber auch die unzähligen weiteren Spielmodi können durch die Bank überzeugen. Rätsel, Überlebensmodus, Mehrspielerduelle, der Zen-Garten und das Geschäft eures durchgeknallten Nachbarn halten euch stundenlang bei Laune und das Wort Suchtprinzip muss für Pflanzen gegen Zombies in eine ganz neue Dimension gehoben werden. Probiert einfach die Demo, ach, kauft euch das Spiel doch gleich und streicht dann für eine Woche alle Termine aus dem Kalender.

„Pflichtkauf, Pflichtkauf, Pflichtkauf! Geniales Spiel, das einfach nur süchtig macht!“



Pro:
  • Riesige Spielzeit
  • 49 unterschiedliche Pflanzen
  • Jede Menge Modi
  • Spannende Duelle
  • Ordentlich viel Abwechslung
  • Auch nach dem Durchspielen motivierend

Kontra:
  • Co-op-Mehrspieler kaum spaßig
  • Sich ständig wiederholende Titelmelodie

Einzelspieler: 9.0
Mehrspieler: 9.2
Xbox Live: -
Steuerung: 9.0
Grafik: 8.7
Sound: 8.5
Sprache: Keine
Bildschirmtexte: Deutsch
Zensur: nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden: + 10
Geeignet für: Anfänger bis Profis
Altersfreigabe: Keine Altersbeschränkung

Gesamtbewertung
9.0


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