Zwischen den unzähligen Tests auf Xboxdynasty bleibt meistens nicht viel Zeit für Berichte zu Indie Titeln. Dabei warten in dieser Sparte viele kleine spielerische Goldstücke darauf, von euch entdeckt zu werden. Passend zur mittlerweile klirrenden Kälte in Deutschland haben wir uns zum virtuellen Südpol gewagt, um dort mit Pinguinen um Fisch kämpfen. Pingvinas nennt sich der Titel, der von Mobisation Germany aus Leipzig stammt und 240 Microsoft Points kostet. Ob sich der Ausflug in die Schneewelt lohnt, klärt dieser Testbericht für euch.
Simpel aber doch komplex
Das Spielprinzip ist denkbar simpel und manchen von euch vielleicht von einem Brettspiel bekannt. Das Spielfeld setzt sich aus Eisschollen zusammen, auf denen unterschiedlich viele Fische liegen. Eure Spielfiguren sind verschiedenfarbige Pinguine, die sich natürlich möglichst viel Fisch einverleiben wollen. Ihr zieht also von Eisscholle zu Eisscholle, um die dort befindlichen Leckereien vor allen anderen zu verputzen und damit schließlich die höchste Gesamtpunktzahl zu erreichen. Der Clou dabei: Sobald ihr von einer Eisscholle zur nächsten weiterzieht, versinkt diese im Meer. Dadurch lässt sich das Spielfeld im Extremfall soweit verändern, dass ihr ganze Schollenkomplexe vom Rest des Spielfeldes abtrennen könnt, um dann dort ungehindert zu schlemmen. Ebenso könnt ihr gegnerische Figuren mit ein bisschen Überlegung im Optimalfall auf einer einsamen Scholle festsetzen, damit sie sich dann nicht mehr bewegen können. Die Runden laufen stets abwechselnd ab und ihr könnt immer nur eine euer bis zu vier Pinguinfiguren in einem Zug bewegen. Sobald alle möglichen Züge durchgeführt wurden, fressen die Tiere im Frack automatisch die verbleibenden Fische auf, damit dann abgerechnet werden kann.
Zusammen auf Fischjagd
Die Regeln des Spiels sind nicht schwer zu verstehen. Die Möglichkeit Gebiete vom Spielfeld komplett abzutrennen, muss allerdings behutsam eingesetzt werden. Denn sonst separiert ihr einen Feind in einem zu großen Gebiet, wo er dann in aller Seelenruhe seinen Fisch verputzen kann, während ihr kein Futter mehr findet. Vor dem Start einer Runde habt ihr die Wahl zwischen insgesamt neun unterschiedlichen Spielfeldern. Bis zu vier menschliche Spieler können gegeneinander antreten, dann allerdings mit nur zwei Pinguinen pro Spieler, damit das Feld nicht zu voll wird. Solltet ihr gerade niemanden zur Hand haben, lassen sich die verbleibenden Slots mit Computergegnern ausfüllen, deren Intelligenz sich in vier Stufen anpassen lässt. Ein Mehrspielermodus über Xbox LIVE ist ebenfalls mit dabei, die Server sind aber wenig überraschend komplett leer. Hier kommt also nur eine Sitzung zustande, wenn ihr eure Freunde gezielt dazu einladet. Motivation bekommt ihr leider keine weitere geboten, das Spielprinzip muss euch spaßig genug sein, um die Ausgabe von 240 Microsoft Points zu rechtfertigen. Um die grauen Zellen ein wenig auf Vordermann zu bringen, ist Pingvinas aber genau das richtige Spiel.
Fazit
Pingvinas basiert auf einem einfachen Prinzip und ist ziemlich leicht zu erlernen. Trotzdem bietet es genug Tiefe für einige taktische Kniffe und genug Unterhaltung für ein paar spaßige Spielrunden. Die Abwechslung mit neun unterschiedlichen Spielfeldern geht in Ordnung, allerdings werdet ihr durch keinerlei Belohnungen zum Spielen motiviert. Auf technischer Seite gibt es nichts zu bemängeln, Kältewelt und Pinguine sehen für einen Indie Titel richtig gut aus. Auch der Soundtrack kann sich hören lassen und die gesamte Präsentation ist stimmig. Besonders im Mehrspielermodus sind mit Pingvinas ein paar spannende Matches garantiert, für 240 Microsoft Points genau das richtige für einen trüben Winterabend.
„Ein hübsches virtuelles Gesellschaftsspiel für lange Winterabende“