Brettspiele sind out. Zumindest bei vielen Videospielern, denn virtuell lassen sich schließlich ganz andere Abenteuer erleben, als am staubigen Wohnzimmertisch. Trotzdem gibt es Monopoly, Kreuzworträtsel und sogar ganze Spielepakete von Hasbro auch als Xbox 360 Spiel. Nun kommt mit Quarrel ein weiterer Vertreter dieser Zunft auf den Markt – das 400 Microsoft Points teure Arcade Spiel ist eine Mischung aus den beliebten Brettspielen Scrabble und Risiko. Bei solch einer explosiven Mischung konnten natürlich auch wir nicht widerstehen und haben den Titel gleich für euch unter die Lupe genommen. Ob der ungewöhnliche Mix Spaß macht, verrät euch unser Testbericht.
Verbale Kriegsführung
Gefechte mit Worten kennt man sonst bloß aus dem Kanzlerduell oder dem Familienstreit um das letzte Stück Torte. Quarrel bringt die Thematik nun auf die Mattscheibe. Das Spielfeld ist in zahlreiche kleine Inseln unterteilt, auf die ihr und eure bis zu drei Kontrahenten am Anfang einer Partie zufällig verteilt werden. Bis zu acht Einheiten können maximal auf einer Insel stehen, mindestens einer muss dort stets die Stellung halten. Von dort aus könnt ihr dann angrenzende Areale angreifen – Sieger ist, wer sämtliche Inseln erobert und alle Feinde geschlagen hat. Kämpfe werden dadurch entschieden, dass ihr und euer Feind beide aus demselben Buchstabenstapel möglichst flott ein sinnvolles Wort bilden müsst. Die Größe eurer Truppe bestimmt dabei, wie lang das Wort sein darf. Bei einem Kampf 5 vs. 3 könnt ihr etwa „sunny“ bilden, während eurem Gegner nur „sun“ bleibt. Da die Buchstaben wie bei Scrabble unterschiedliche Werte haben, gewinnt am Ende der Spieler, dessen Wort am meisten Punkte bringt. Da sich Truppen unter von euch eroberten Arealen zum klugen Verteidigen hin und herschieben lassen, erreicht der Titel eine gewisse taktische Tiefe – besonders gegen anspruchsvollere Kontrahenten. Aber warum eigentlich „sunny“? Ganz einfach, das komplette Spiel ist auf Englisch. Wer also mit möglichst komplizierten Worten punkten möchte, muss ein verdammt gutes Fachwissen der englischen Sprache haben. Solltet ihr euch mit der Fremdsprache von der Insel eher schwertun, könnt ihr den Kauf von Quarrel also gleich komplett vergessen.
Kein Anschluss unter diesem Server
Das ist ziemlich schade, denn aufgrund der comichaft lustigen Aufmachung und des simplen Spielprinzips würde sich der Titel auch für jüngere Spieler eignen. So allerdings könnten sich die Entwickler in Deutschland etliche potenzielle Käufer vergrault haben. Neben den ganz normalen Matches gegen KI-Kontrahenten nach Wahl könnt ihr euch auch noch in fordernden Challenges probieren oder im Domination-Modus zum großen Inselherrscher werden. Auch Duelle über Xbox LIVE sind theoretisch möglich, in der Praxis machen euch die leeren Server aber einen dicken Strich durch die Rechnung. Die hübsche bunte Grafik und die lustigen Animationen eurer kleinen Kämpfer machen Quarrel zusammen mit dem guten Spielprinzip aber dennoch zu einer heiteren Beschäftigung – wie gut, dass der Titel gerade einmal 400 Microsoft Points kostet.
Fazit
Für 400 Microsoft Points können wir eigentlich nicht viel meckern. Quarrel hat ein spaßiges Spielprinzip und macht aus Risiko und Scrabble eine tolle Mixtur. Der Umfang des Spiels ist gelungen und auch die Präsentation in bunter Comicoptik kann sich sehen lassen. Trotzdem ärgern uns die leeren Server und besonders die Tatsache, dass es das Spiel bloß in Englisch gibt. Dadurch ist uns persönlich recht flott die Motivation flöten gegangen, aber das muss bei euch ja nicht auch der Fall sein. Wagt einfach mal einen Test mit der Demoversion und trefft dann eure Entscheidung. Schließlich kann man mit Quarrel für 400 Microsoft Points wie gesagt im Grunde nicht zu viel falsch machen.
„Recht unterhaltsame englische Mischung aus Wortakrobatik und Taktik – für 400 Microsoft Points mindestens einen Blick wert“