» Spieletests

R.U.S.E.

Autor: Tobias Schulte - Z0RN
Streetdate: 09.09.2010
Gametyp: Strategiespiel
Entwickler: Eugen Systems
Publisher: Ubisoft
Leser: 3593

Mit R.U.S.E. ist der neue Echtzeit Strategietitel, mit dem ihr noch einmal die Schlachten an der Westfront des Zweiten Weltkriegs erleben könnt, von Ubisoft für Xbox 360 erschienen. Im Vorfeld wurde viel diskutiert, spekuliert und selten so sehr über die Steuerungseinheit debattiert. Schnelle Kriegsführung an einem Controller? Ist das überhaupt möglich? Diese Frage ist wohl so alt wie die WSAD-Steuerung an der PC-Tastatur. R.U.S.E ist ein einzigartiges Echtzeit-Strategiespiel, das von Eugen Systems, den Schöpfern des von Kritikern gefeierten Strategietitels Act of War: Direct Action entwickelt wird. Als Besonderheit bietet euch R.U.S.E. die Möglichkeit eure Gegner zu bluffen, um die eigene Nation zum Sieg zu führen. Ihr kontrolliert dabei die Action aus dem Zentrum des Schlachtfelds oder der Gesamtübersicht des Kampfgeschehens. Wir von Xboxdynasty haben uns einen Überblick verschafft und die Kriegsführung in R.U.S.E. unter die Lupe genommen.Kampagne nicht nur gegen Achsenmächte
Im Kampagnenmodus übernehmt ihr die Rolle von Major Joe Sheridan und erlebt die Schlachten des Zweiten Weltkriegs als Befehlshaber. Von Tunesien über die Strände der Normandie bis Deutschland benötigt ihr als Major Sheridan all euer taktisches Geschick, um die Achsenmächte zu besiegen und die Pläne eines mysteriösen Spions namens „Prometheus“ zu durchkreuzen. Doch aller Anfang ist schwer und somit macht ihr euch zu Beginn des Spiels mit der leichten Steuerungseinheit vertraut und lernt die unterschiedlichsten Symbole auf dem Bildschirm richtig einzuordnen. Die Übersicht ist stets gewährleistet, jedoch lenken zahlreiche Icons, Symbole, Hinweise und weitere Zählerlisten vom eigentlichen Spielgeschehen ab. Die Kampagne auf einem niedrigen Schwierigkeitsgrad ist für alle Anfänger und Neulinge unter euch somit absolute Pflicht. Punkt für Punkt wird euch in der ersten Mission die Anleitung der Steuerung genauer erklärt. Ihr wählt eure Einheiten mit dem linken Analog-Stick und könnt über den rechten Stick rein- und rauszoomen oder die Perspektive drehen.

RUSE - 15 Minuten exklusive Spielszenen

Die Ansicht reicht von einem Maßstab von einer geschätzten 1:64 Größe, bis hin zu mikroskopisch kleinen Abbildungen, die fast aus Google-Maps entsprungen sein könnten. Teilweise aber leider auch die grafische Leistung. Wer von euch schnell mal die Ansicht von winzig auf Tischbreite wechselt, der wird von Grafikfehlern nur so erschlagen. Zwar tut dies dem Spiel keinen Abbruch, aber das verwöhnte Auge muss sich erst einmal an nachlande Texturen in Weizenfeldform gewöhnen. Außerdem kommt es oftmals in den ansonsten schön anzusehenden Zwischen- und Videosequenzen zu leichten Rucklern. Habt ihr euch aber einmal darauf eingestellt und bemerkt wie viel „Zoomfaktor“ in diesem Titel steckt, dann könnt ihr die leichten Schwächen locker verzeihen und blast mit großer Vorfreude lautstark zum Angriff.Sehr einsteigerfreundlich
Insgesamt zeigt sich R.U.S.E. als sehr einsteigerfreundlich. Sobald ihr eine Truppe markiert habt, wird diese weiß umrandet und ihr könnt mit der A-Taste diese eine Truppe auswählen. Mit der X-Taste könnt ihr alle gleichen Einheitenarten in der Nähe auswählen und somit beispielsweise einen geschickten Angriff starten. Hier gibt es meist mehrere Optionen. Zu Beginn reicht es aber den simplen Befehl „vorrücken“ zu geben. Dazu platziert ihr euren Cursor an die gewünschte Position und drückt erneut auf A. Auf dem Feld begegnet ihr in manchen Bereichen grünmarkierte Verbündete. Diese könnt ihr zwar nicht selbst steuern, helfen euch aber in der Schlacht. Sobald ihr euren Cursor auf feindliche Geschütze richtet, wechselt dieser in ein Fadenkreuz und zeigt ich eure Treffer- und Erfolgschancen an. Damit sich diese weiter verbessern, lernt ihr nach und nach die Raffinessen von R.U.S.E. genauer kennen und sammelt für erfolgreich absolvierte Aufgaben und Nebenziele zahlreiche Erfahrungspunkte, die weitere Levels, Ränge und Upgrades freischalten. Nach kürzester Zeit feiert ihr erste Erfolge, erledigt einen Job nach dem anderen und lernt unterschiedliche Tricks anzuwenden.Riesiges Schlachtfeld mit dem gewissen Zoomfaktor
Während sich die Oberbefehlshaber über einen Tisch beugen und ihre Truppen planen, zoomt ihr einfach in dieses Schlachtfeld hinein und beginnt sofort mit dem Kampf. Dabei müsst ihr auf die unterschiedlichsten Begebenheiten achten. Zum Beispiel auf die Umgebungsbeschaffenheit von Sektoren, denn das Schlachtfeld ist in strategische Sektionen aufgeteilt, die ihr bei vollständigem Rauszoomen überblicken könnt. Diese definieren die Zonen, in denen eine bestimmte Aufgabe erledigt werden muss. Meist hängt daran noch ein Sekundenzähler, der euch bei Einhaltung des Zeitlimits mit weiteren Punkten belohnt. Das Punktesystem ist dabei ganz einfach. Ihr erhaltet nur dann Punkte, wenn ihr feindliche Einheiten vernichtet oder deren Gebäude einnehmt. Die Anzahl der Punkte basiert auf den Kosten der zerstörten Einheit. Je kostspieliger eine Truppe, desto mehr Punkte landen auf eurem Konto. Am Ende des Spiels informiert euch eine kleine Statistik darüber, wie gut ihr euch geschlagen habt.Kriegsnebel bringt reichlich Taktik in den Kampf
Dank eures Geheimdienstes stehen euch zu Beginn einer Schlacht meist einige Informationen über die Aktivitäten eures Feindes zur Verfügung. So könnt ihr durch das Bewegen und Zoomen der Kamera über die Karte die Standorte und die Arten der vom Gegner gebauten Gebäude, Nachschublinien, LKW und Baueinheiten erkennen. Allerdings lassen sich viele Truppen nur grob identifizieren. Leichte Einheiten werden als kleine Chips und schwere Einheiten als große Chips angezeigt. Ihr wisst zwar, dass sich hinter drei großen Chips mindestens drei starke Panzer verstecken könnten, aber ihr könnt nicht einschätzen, welche Baureihe und welche Upgrades diese Fahrzeuge schon spendiert bekommen haben. Des Weiteren könnt ihr Einheiten in Wäldern, Sümpfen oder Städten nicht erkennen. Diese verborgenen Feinde müsst ihr erst mit Aufklärungseinheiten identifizieren. Habt ihr bestimmte Gebiete überflogen, erhaltet ihr Detailinformationen über jeden versteckten Widersacher.Funkstille, Tarnnetze, Scheingebäude und der große Blitzangriff
Neben den grundlegenden Eigenschaften von R.U.S.E. gesellen sich noch zahlreiche listige Spezialfertigkeiten hinzu. Diese bringen weitere taktische Spieltiefe und sind für manches fiese Grinsen in diversen Onlineschlachten gut. So erstellt ihr zum Beispiel ein Scheingebäude. Mithilfe dieser Aktion verlässt ein Scheinbaufahrzeug euer Hauptquartier und fährt mal eben zu einem Scheinbaustandort. Hier erstellt die Einheit ein Scheingebäude. Versucht euer Gegner nun dieses Scheingebäude einzunehmen, läuft seine Infanterie in eine Sprengfalle und BOOM sind alle Soldaten tot. Ebenfalls möglich, das Erstellen einer Scheinarmee. Über diese Option könnt ihr eine Scheinoffensive im betroffenen Areal starten und euren Gegner so richtig in die Irre führen. Mit der Fähigkeit der „Funkstille“ könnt ihr eure Chips vor dem gegnerischen Geheimdienst verbergen. Dies lässt sich nur durch eine Aufklärungseinheit im betroffenen Gebiet wieder deaktivieren. Die Option „Tarnnetze“ funktioniert ähnlich, verbirgt aber Gebäude und keine Einheiten.

Richtig genial wird es mit „Decodierung“. Hierüber erhaltet ihr Einblicke in alle feindlichen Befehle. Diese werden euch mit Pfeilen dargestellt und zeigen euch zum Beispiel einen geplanten gegnerischen Angriff über die Flanke. Weiter geht es mit der Spionagefertigkeit. Mithilfe dieser List könnt ihr alle sichtbaren feindlichen Chips ausspähen und euch mit detaillierten Informationen versorgen. Die Dateninversion tauscht die Darstellung der Chips aus. Soll heißen, dass schwere Truppen, die zuvor mit großen Chips angezeigt wurden, von nun an mit kleinen Chips angezeigt werden. Umgekehrt werden leichte Einheiten mit großen Chips dargestellt. Zu den weiteren Spezialmanövern zählen: Blitz, mit dem ihr euren Einheiten 50% mehr Geschwindigkeit verpasst; Terror lässt feindliche Einheiten unter Beschuss noch schneller fliehen und Fanatismus lässt sämtliche Einheiten bis zum bitteren Ende kämpfen.Vier Spielmodi mit bis zu vier Spielern gleichzeitig
Neben der Kampagne stehen euch in R.U.S.E. lediglich drei weitere Spielmodi zur Auswahl. Im Operationsmodus könnt ihr ausgewählte Schlachten mit spezifischen Missionszielen und Siegesbedingungen bezwingen, beim Modus „Kämpfe“ verändert ihr die Optionen nach euren Wünschen und tretet dann im Anschluss gegen die R.U.S.E.-KI an und Onlineschlachten via Xbox LIVE sind selbstverständlich auch möglich. Entweder ihr spielt in 1vs1 Duellen oder versucht euch in teambasierten 2vs2 Schlachten. Die 21 verfügbaren Mehrspielerkarten wurden dabei der Spieleranzahl angepasst. Somit könnt ihr auf 7 kleineren Maps gegen einen Gegner und 14 weiteren gegen zwei Gegner spielen. Gespielt wird wie in allen Modi außer der Kampagne um Punkte innerhalb eines Zeitlimits. Ein Match beträgt in der Regel 20 Minuten. Wer am Ende durch zahlreiche Vernichtungen gegnerischer Truppen die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt die Runde und Levelpunkte für das Onlineranking. Unter „Mein R.U.S.E.“ könnt ihr eure Statistiken einsehen, das Spiel weiter euren Vorlieben anpassen und die erspielbaren Erfolge einsehen.

Für Ubisoft Spiele mittlerweile typisch könnt ihr auch auf U-Play Belohnungen zurückgreifen. In der Rusopedia könnt ihr euch über die verschiedenen Nationen im Spiel mit tonnenweise Infomaterial versorgen, einsehen welche italienische Einheit beispielsweise als Infanterie-Aufklärer unterwegs ist oder welcher russischer Panzer den richtigen bums hat.Fazit
R.U.S.E. ist ein einsteigerfreundliches Strategiespiel mit vielen Finessen. Die Steuerung geht mit dem Controller sehr gut von der Hand und die Truppen sind schnell befehligt. Dank des leichten Einstiegs in der Kampagne feiert ihr sehr schnell eure ersten Kriegserfolge und lernt die Tücken auf dem Schlachtplan kennen. Und davon hat R.U.S.E. einige. Vom Sumpfgebiet, das eure Einheiten unsichtbar für euren Gegner macht bis hin zu Spezialfertigkeiten, die zum Beispiel sämtliche Pläne des Gegner aufdecken, ist einiges dabei, dass jeder Schlacht taktische Tiefe verpasst. Kombiniert ihr die Spezialmanöver noch miteinander und schickt eine Scheinarmee von kleinen Truppen, die aber als große Chips dargestellt werden, auf die feindliche Basis und plant gleichzeitig eine Großoffensive mit Tarnnetz über die Flanke, dann kann so eine Schlacht schon einmal in wenigen Minuten vorbei sein. Das Spiel hält viele Möglichkeiten offen, kombiniert dies mit einer schicken Optik, einem besonderen „Oberbefehlshaberflair“ und einem sehr guten Onlinemodus. Wer über die grafischen Schwächen und die langen Ladezeiten hinwegsehen kann, der bekommt mit R.U.S.E. einen taktisch gelungenen und fordernden Strategietitel.



"Listiges Strategiespiel mit dem gehörigen Zoomfaktor"





Pro:
  • Beeindruckender Zoomeffekt
  • Taktische Eigenschaften
  • Listige Spezialmanöver
  • Viele Missionen und Herausforderungen
  • Guter Sound
  • Gelungener Onlinemodus
  • Einsteigerfreundlich

Kontra:
  • Wenig Spielmodi
  • Grafische Schwächen
  • Lange Ladezeiten

Einzelspieler: 8.4
Mehrspieler: 8.1
Xbox Live: 8.7
Steuerung: 8.6
Grafik: 7.6
Sound: 8.0
Sprache: Deutsch
Bildschirmtexte: Deutsch
Zensur: nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden: + 10
Geeignet für: Anfänger bis Profis
Altersfreigabe: Keine Altersbeschränkung

Gesamtbewertung
8.2


Nach Oben

www.XBOXDYNASTY.de