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Ride to Hell



Autor:Sandra Friedrichs - anormaldisaster
Streetdate: 01.01.2011
Spielgenre: Actionspiel
Entwickler: Koch Media
Publisher: Deep Silver
Hits:2193


Früher, als viele von euch noch gar nicht geboren waren, gab es eine Zeit, von der viele Leute heute noch schwärmen. Die wilden späten 60er Jahre sind berühmt-berüchtigt, vor allem wegen der Parole: Sex, Drugs & Rock’n’Roll. Jeder Rebell von heute hätte diese Zeit gerne miterlebt – diese Chance habt ihr nun mit einem Spiel. Ride to Hell thematisiert die Rockerzeit und die Gegenkultur der Hippies. Rock on!
Make love not war
Der Vietnamkrieg war ein Konflikt, der die Amerikaner zerrüttet hat. Am Anfang stand die Bevölkerung hinter den Angriffen, doch kurz darauf wurden die Gegenstimmen immer lauter, Demonstrationen organisiert und der Rückzug der amerikanischen Truppen gefordert. Letztendlich sah die USA ihre Missstände ein und befahl die Soldaten zurück. Doch wie ergeht es einem solchen, wenn er in ein Amerika zurück kommt, das vor Harmonie und Frieden nur so strotzt? Ray, ein vietnamesischer Kriegsgefangener, tritt nach sieben Jahren in ein für ihn unbekanntes Land zurück, wo die kulturelle Gegenbewegung gerade ihren Höhepunkt erreicht hat. Er kann der Hippie-Revolution nichts abgewinnen und sucht Halt in der Motorradgang „Devil’s Hand“. Es reicht ihm natürlich nicht, sich in der Gang nur wohl zu fühlen und einer von vielen zu sein. Ray will der Anführer werden. So besteht er im Verlauf der Story immer wieder Aufgaben und Missionen, um langsam, aber sicher, eine steile Karriere bei den Rockern hinzulegen.
Sex, Drugs and Rock’n’Roll
Plötzlich habt ihr die Freiheit alles zu machen, was ihr wollt. Euch liegt Kalifornien zu Füßen beziehungsweise zu Rädern und ihr könnt tun und lassen, was ihr möchtet. Genau so ist das Spiel aufgebaut, denn viele der Missionen müsst ihr nicht erledigen, wenn ihr keine Lust drauf habt. Erkundet dann einfach die Umgebung, besucht kleine Dörfchen und tut das, was Rocker eben nun mal machen: lebt euer Leben, am besten mit massig Sex, Drogen und Alkohol. Diese Lebensweise könnt ihr übrigens auch in den Missionen weiterführen. Ihr werdet für Lieferungen von Drogen angeheuert, die ihr natürlich erst einmal selber austesten müsst. Schließlich dürft ihr keine schlechte Ware verkaufen! Nach der Einnahme taumelt ihr in einer farbenfrohen Landschaft umher und vergreift euch an einem Kameraden, egal ob an Frau oder Mann - es herrscht doch freie Liebe!
Genauso abgedreht gehen die Nebenmissionen mit Bikerennen oder auch Fotoshootings mit Pornostars weiter. Na, das bringt wirklich frischen Wind in die Welt der Videospiele!
Niko Bellic als Biker
Doch nicht nur dank der zahlreichen Missionen könnt ihr sehr viel Zeit mit Ride to Hell verbringen. Knapp 100 Quadratkilometer Kaliforniens wurden ins Spiel modelliert und dabei natürlich die langläufigen Highways aufgepeppt sowie für das Entgegenwirken der Monotonie ein wenig verkürzt. Ihr findet auf der Straße hauptsächlich kleine Dörfer und weniger die großen Städte Amerikas.
Im Spiel steht euch ganz Kalifornien für eure Erkundung zur Verfügung. Euch kommt so eine Art von offener und großer Spielwelt irgendwie bekannt vor? Das kommt natürlich nicht von ungefähr. Die früheren Entwickler Deep Silver Vienna, die das Spiel in ihren Grundzügen und Charakteristiken bestimmt haben, stammten aus dem geschlossenen Rockstar Vienna-Studio, die Grand Theft Auto mit produzierten. Warum sollten die Entwickler nun etwas anderes machen, als sie schon konnten? Wir sind gespannt, wie sie Kalifornien eingefangen haben und ob eine passende Atmosphäre geschaffen werden kann.
Pistolen sind out
Ach kommt schon, was sind Pistolen? Damit fuchteln die untalentierten Fernkämpfer nur herum und treffen wohlmöglich nicht einmal ihre Gegner. Sie sind zu blöd für den Nahkampf. Diese These würde Ray vermutlich unterschreiben und meidet daher gekonnt die Schießwaffen im ersten Teil des Spiels. Selbst danach nehmen sie keinen großen Stellenwert ein und Ray spezialisiert sich eher auf die klassischen Nahkämpfe. Messer, Eisenstangen, Ketten oder auch die Fäuste selbst sind die beste Verteidigung in einem Mann gegen Mann oder Frau-Kampf. Natürlich kann es auch zu Streitigkeiten während einer Fahrt kommen und Ray versucht dann einfach, den Konflikt auf dem Bike zu lösen. Was für ein harter Kerl!
Respekt!
Was soll ein Rocker schon mit Geld anfangen? Die 60er Jahre kann man mit heute nicht mehr vergleichen. Früher ging es noch um Ehre und Respekt. Da hat man einfach mal einen Typ ein Schlag ins Gesicht verpasst, weil er einen kritisiert hat. Wer traut sich das noch von den heutigen Rockern? Das gebe schließlich schlechte Publicity und daraus resultierend weniger Geld. Die Kommerz-Rocker von heute würden von den waschechten Kerlen aus den 60ern wohl nur belächelt werden.
Aus dieser Haltung heraus haben sich die Entwickler eine eigene Währung ausgedacht: Respekt. Es gibt kein Geld im Spiel, sondern nur Respekt, welchen ihr euch in Nebenmissionen und der Hauptstory aneignen könnt. Dadurch erhaltet ihr Gegenstände für euch und eurem liebsten Babe, dem Motorrad. Ihr könnt es dank der unzähligen Austauschteile nach eurem Wunsch gestalten und individualisieren. Natürlich ist dieses Tuning nicht nur für die Befriedigung eures Individualisierungsdrangs gedacht. Wie ihr von eurem Umfeld wahrgenommen werdet, liegt nicht nur an euren Taten, sondern auch an eurem Auftreten dank des Bikes. Also lackiert euer Motorrad eher dunkel und furchterregend als hell leuchtend und pink.
Die Hoffnung stirbt zuletzt
Der Trend zur Schließung von Entwicklerstudios ist momentan in vollem Gange. Etliche talentierte Spielemacher mussten ihren Arbeitsplatz dank des Geldmangels an den Nagel hängen. Genauso erging es Deep Silver Vienna. Nachdem die beiden Firmengründer Niki Laber und Hannes Seifert das Studio verlassen haben, stand es schon schlecht um den Rest der Mitarbeiter. Doch der Grund der Schließung lieferte letztendlich Cursed Mountain ab, welches für die Wii und PC erschien und sich mehr schlecht als recht verkauft hat. Es stand somit nicht gut um Ride to Hell, das gerade in Entwicklung war und eigentlich schon im Februar 2009 erscheinen sollte. Man munkelte schon, dass das Spiel ganz auf Eis liegt und die Zocker nie mit dem Titel rechnen können. Doch falsch gedacht! Die Koch Media-Zentrale in München widmet sich nun Ride to Hell und entwickelt es weiter. Nächstes Jahr soll die lange Wartezeit auch endlich vorbei sein.
GTA als Biker-Adventure, so könnten wir Ride to Hell gut beschreiben. Die offene Spielwelt und die wilden 60er Jahre reizen uns schon jetzt und wir können es kaum erwarten, mehr davon zu erfahren. Schließlich haben nun andere Leute ihre Hände mit im Spiel und zusätzlich die Möglichkeit, Ride to Hell zu verbessern. Bislang sieht die Grafik sehr altbacken aus und muss ein wenig aufgepeppt werden. Jedoch können uns die Story und die Atmosphäre schon jetzt packen. Endlich einmal die wilden 60er mitzuerleben, die Freiheit auf einem Bike hautnah zu spüren und den amerikanischen Traum zu leben – darauf freuen wir uns! Wir sind auf die Umsetzung wirklich sehr gespannt.

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