Skylanders Spyro’s Adventure hat bereits vor der Veröffentlichung auf sich aufmerksam gemacht, indem es über ein neuartiges System Spielzeugfiguren zum Leben erweckt. Am 14. Oktober war es dann endlich soweit und ihr konntet euch das Jump and Run im nächsten Elektronikladen kaufen oder der nette Postmann brachte euer Paket. Wer mit dem Kauf allerdings noch gewartet hat, kann sich in unserem ausführlichen Test nun anschauen, wie und ob das innovative Erlebnis funktioniert.
Umfangreiches Starterpaket zum kleinen Preis
Bereits beim Kauf von Skylanders Spyro‘s Adventure fällt auf, dass es sich dabei um kein alltäglich Produkt handelt, denn anstatt nur einer DVD-Hülle samt Disc kauft ihr hier ein ganzes Starterpack. Dieses beinhaltet das Spiel, drei Actionfiguren, meist Spyro, Grill Grunt und Trigger Happy, die „Portal of Power“-Peripherie, ein Poster mit allen verfügbaren Charakteren, Sammelkarten, Aufkleber und Netzcodes. Um das Abenteuer zu starten, schließt ihr ganz einfach das »Portal of Power« per USB an die Xbox 360 an und sobald ihr eine der Figürchen darauf stellt, werden diese importiert und erwachen auf dem Bildschirm zum Leben. Bis zu drei Spielzeuge gleichzeitig können auf dem Portal platziert werden, maximal zwei Charaktere und zusätzlich ein magisches Objekt oder ein Ortselement, die es einzeln im Handel zu kaufen gibt.
Jegliche Veränderungen seien es das Aussehen oder Verbesserungen werden nicht auf der Festplatte, sondern direkt auf der Figur gespeichert. So könnt ihr direkt mit ihnen zu euren Freunden gehen und ohne ein Zurücksetzen des Status‘ dort weitermachen, wo ihr Zuhause aufgehört habt. Einzig der Fortschritt in der Kampagne wird weiterhin auf der Festplatte gespeichert. Selbst wenn ihr jemanden besucht, der sein Zockervergnügen an der Konkurrenz auslebt, ist das nun kein Problem mehr, denn die Statuen können plattformübergreifend benutzt werden. Toller Schachzug, den sich die Entwickler ausgedacht haben.
Schnapp sie dir alle
Insgesamt gibt es 32 Figürchen, wollt ihr eine haben, die nicht in eurem Starterpaket enthalten ist, könnt ihr sie separat oder in einer Dreierpackung kaufen. Bei einem Preis zwischen sieben und zehn Euro pro Spielzeug, überlegt ihr es euch aber sicher zweimal. Unbedingt nötig sind diese ohnehin nicht, denn ihr braucht sie nur, wenn ihr Bonusbereiche betreten wollt. Wer also nur die Kampagne durchspielen möchte, investiert nur das Geld in das Starterpaket. Besteht allerdings das Streben, alle Bereiche zu besuchen, müsst ihr schon tiefer in die Tasche greifen. Hierbei braucht ihr dann mindestens einen Charakter aus jeder Elementenklasse, denn es gibt Tore, die nur von Skylander eines bestimmten Elements betreten werden können. Zur Verfügung stehen die Elementklassen Luft, Leben, Gespenster, Erde, Feuer, Wasser, Magie und Technologie. Außerdem kommt es oft vor, dass ihr an bestimmten Stellen besser und schneller gegen die Gegner ankommt, wenn euer Charakter einer bestimmten Gruppe angehört. Doch auch ohne das ständige Wechseln werdet ihr euch eurer Mission ohne Probleme stellen können.
Fieser kleiner Mann
Wie die Mission aussieht, fragt ihr euch? Ganz einfach: Eure Heimat wurde vom bösen Portal Master Kaos mit einem Dunkelheitsfluch belegt, der bald Alles zu verschlucken droht. Ihr müsst dies mit Hilfe von Spyro und seinen Freunden auf jeden Fall verhindern und den Bewohnern die Hoffnung auf ein schönes Leben zurückbringen. Dafür sucht ihr in unterschiedlichen Gegenden, wie einem Wald, einer Burg oder gar eine Region weit unter der Erde, nach Bauteilen für eure Lichtbringermaschine und erkämpft diese unter Einsatz eures virtuellen Lebens von den Gegnern. Hier offenbart sich eine unglaubliche Vielzahl an unterschiedlichen neuen Gesichtern, denn in jedem Ort erwarten euch Gegner, die an die vorherrschende Fauna oder Klimazone angepasst sind. Auch euer Rückzugsort verändert sich im Laufe des Fortschrittes und offenbart immer mehr Ecken, die ihr erkunden könnt.
Ein Herz für Kinder
Insgesamt warten 22 Kapitel auf euch, in denen ihr Schergen zu Leibe rückt, Logikrätsel löst, kleine Quicktimes Events absolviert und haufenweise NPC kennenlernt. Die Stages sind dabei linear aufgebaut und ein Verlaufen ist so gut wie ausgeschlossen, was besonders bei Kindern ein frustfreies Erlebnis gewährleistet. Aufgrund der Länge von rund fünf bis acht Minuten pro Missionen wird das Kapitel nicht langweilig und spielt sich flüssig. Die Rätsel sind alle samt nicht schwer und mit ein bisschen Köpfchen anstrengen, können sie ohne Probleme gelöst werden.
Wer mit dem bloßen Durchzocken nicht zufrieden ist, auf den warten jede Menge Sammelobjekte wie legendäre Schätze, Schriftrollen und Hüte. Auch die diversen Levelziele erhöhen den Wiederspielwert deutlich und bieten immer wieder einen Grund, ein Kapiteln noch einmal zu starten. Das gesamte Gameplay ist dabei in typischer Spyro-Manier unterhaltsam und wird nie langweilig. Selbst wenn ihr sterbt, ist das Level nicht vorbei, denn ihr könnt den geschwächten Charakter ganz einfach per Portalwechsel austauschen. Und wenn wir schreiben einfach, dann meinen wir das auch so. Ohne große Umschweife über irgendwelche Menüs nehmt ihr einfach die ungewollte Figur herunter und stellt die Andere darauf und schon kann das Abenteuer weitergehen. Der Vorgang dauert nur wenige Sekunden, bringt aber Bewegung in die ganze Sache und hält wohl besonders Kinder bei Laune. Wer allerdings lieber auf dem gemütlichen Sofa sitzen bleiben möchte, kann das auch tun, denn es gilt: Tausch ist möglich, aber nicht zwingend nötig.
Co-op Modus für doppelten Spaß
Statt euer Spielzeug auszutauschen, könnt ihr aber auch ein Zweites dazu stellen, denn alleine die Welt retten ist natürlich nur halb so spaßig. Im Abenteuer-Modus kann jederzeit ein Freund einsteigen, indem einfach die A-Taste des zweiten Controllers gedrückt und einen Skylander auf das Portal gestellt wird. So schön es auch ist, mit jemanden zusammen zu zocken, ist es schon nervig, dass es keinen Splitscreen gibt, sobald ihr euch zu weit voneinander entfernt. Stattdessen hängt ihr an einer Leine und dürft den Abstand nicht groß werden lassen. Dies ist vor allem dann störend, wenn ihr mitten in einem Bosskampf seid und ihr sterbt, weil ihr euch nicht voneinander entfernen dürft. Hier wäre eine Mischung aus gemeinsamen Bildschirm und Split-Screen perfekt gewesen, der sich je nach Bedarf anpasst.
Wollt ihr euch nicht zusammen durch die Kampagne kämpfen, dann versucht doch mal euer Glück im Duellmodus, in dem ihr beispielsweise mit euren Charakteren gegeneinander in verschiedenen Arenen antretet. Habt ihr keine Lust auf Prügeln, dann versucht euch in einem virtuellen Fußballmatch oder einem Wettstreit, indem Derjenige gewinnt, der die meisten Edelsteine gesammelt hat. Die Minispiele sind eindeutig witziger und unterhaltsamer als das Rumzicken in der Kampagne, weil ihr dank langsamer Mitmenschen ewig nicht von der Stelle kommt.
Mängel? Ja, nein, vielleicht.
Bisher waren eigentlich keine groben Schnitzer feststellbar, die der Spielwertung an den Kragen gegangen wären. Leider müsstet ihr mit dem Schwärmen spätestens dann aufhören, wenn euch jemand nach Grafik und Synchronisation fragt. Ersteres ist nämlich unterdurchschnittlich und läuft nicht immer flüssig ab, allerdings muss fairerweise gesagt werden, dass Zwischensequenzen wirklich gut aussehen und grafisch Einiges her machen, so hätte das ganze Spiel aussehen sollen. Über das Design der Charaktere kann allerdings nicht gemeckert werden, denn diese sind detailreich und stehen ihren plastischen Vorbildern in nichts nach. Wenn wir mal ehrlich sind, dann achten Kinder sowieso nicht darauf, ob ein grafisches Highlight auf dem Bildschirm zu sehen ist. Hauptsache die Welt ist schön bunt und die Tierchen niedlich. Auch die Älteren unter euch werden von den grafischen Mängeln nichts mehr merken, wenn ihr erst einmal mitten im Geschehen seid.
Wie die Grafik ist die Synchronisation leider auch nicht sonderlich gut gelungen, denn die Stimmen sind auf Dauer einfach nervig, auch wenn das Gesprochene teilweise witzig, aber mindestens unterhaltsam ist. Viel besser ist dabei der Score, der aus der Feder von Hans Zimmer und Lorne Balfe stammt und an keiner Stelle übertrieben oder störend wirkt. Zum Glück werden die Mängel immer mit einem anderen Highlight kompensiert, weswegen es auch hier nur ein paar Punkte Abzug gibt.
Fazit
Skylanders Spyro’s Adventure ist ein innovativer Titel, der trotz kleinerer Mängel auf voller Linie überzeugen kann. Die Idee Spielzeugfiguren mit Hilfe des Portal of Power zum Leben zu erwecken, ist spannend und es macht unglaublich viel Spaß, sie immer wieder austauschen zu können und teilweise auch zu müssen, um alle Ecke des Spiels zu besuchen. Die einzelnen Kapitel sind kurzweilig und lassen keinen Grund zum Meckern aufkommen, wo wohl auch die vielen witzigen Charaktere ihren Teil beitragen. Selbst wenn ihr den Abenteuermodus fertig habt, dann könnt ihr die einzelnen Missionen immer wieder spielen, um fehlende Objekte einzusammeln oder Ziele zu erreichen. Der Wiederspielwert ist aufgrund vieler Sammelobjekte enorm hoch.
Wer sich lieber zu zweit in die Geschichte stürzen will, kann das dank integriertem Co-op Modus tun. Allerdings solltet ihr nervenstark sein, denn mit dem fehlenden Splitscreen erweist sich dieser oftmals als Geduldprobe. Viel witziger ist da der Duellmodus, wo ihr in mehreren PVP-Kämpfen gegen eure Freunde antreten könnt.
Trotz kleiner Patzer bei Grafik und Synchronisation kann hier ganz klar eine Kaufempfehlung gegeben werden, denn nicht nur Kinder werden hiermit viel Spaß haben.
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