
Sonic Adventure
Autor:
Tobias Greiser
-
HEADCRASH
Streetdate:
15.09.2010
Gametyp:
Jump and Run
Entwickler:
SEGA
Publisher:
SEGA
Leser:
1930
Guckt ihr öfters mal auf dem Arcademarktplatz vorbei? Dann werdet ihr bemerkt haben, dass sich dort mal wieder ein neues Spiel mit Sonic eingefunden hat. Wobei „neu“ nicht das wirklich richtige Wort ist. Schließlich handelt es sich bei Sonic Adventure um einen Teil der Serie, der bereits vor 12 Jahren auf dem Dreamcast erschienen ist. An Grafik und Spiel hat sich kaum etwas geändert, aber so kommen auch die jüngeren Spieler unter euch mal in den Genuss die Wurzeln von Sonic mitzuerleben. 800 Microsoftpoints kostet das 1 GB große Stück Spielegeschichte, das wir euch im folgenden Testbericht ausführlich vorstellen. Kenner des Originals können auch gleich zum Fazit springen, denn Veränderungen im Vergleich zum Klassiker gibt es kaum.Verschiedene Charaktere zur Auswahl Die Hintergrundgeschichte des Spiels ist nichts Besonderes. Es geht natürlich wieder einmal um die Chaos Emeralds, Dr. Eggman und eine geheimnisvolle Kreatur namens Chaos, deren Macht sich der irre Doktor zunutze machen will. Die ordentliche Story erlebt ihr teils aus den Perspektiven verschiedener Charaktere wie Sonic, Tails oder Big the Cat. Die unterschiedlichen Recken kämpfen sich durch Abschnitte, die auf ihre jeweiligen Fähigkeiten zugeschnitten sind. Besonders spannend ist es, einmal ausgeführte Kämpfe ein zweites Mal mit einer anderen Figur zu spielen.Die Kamera und ihre Probleme In Sachen Spielmechanik bekommt ihr einiges geboten. In manchen Abschnitten müsst ihr wie ein Verrückter durch die Levels hetzen und euch dabei bestenfalls nicht von Gegnern treffen lassen und an anderen Stellen dicke Endgegner besiegen. Das Spielgeschehen hat auch nach langer Zeit noch nichts von seinem Charme verloren, schließlich setzen neuere Sonic-Spiele immer noch auf dieses Prinzip. Problematisch ist dabei hier leider die Kameraführung. Viel zu oft hängt sich die Linse an irgendwelchen Objekten fest oder blickt hinter die Fassaden der Spielwelt, wo überhaupt nichts mehr ist. Hier wäre eine konsequente Überarbeitung nicht nur angenehm, sondern Pflicht gewesen!Unterirdische Oberwelt Sonic Adventure kann nicht über die gesamte lange Spielzeit ein konstantes Niveau halten. Die Hochgeschwindigkeitslevels mit dem blauen Igel, die Wettrennen und die Bosskämpfe machen jede Menge Laune. Einige andere Abschnitte sind aber recht trocken und ihr müsst euch teilweise sehr bemühen, nicht die Nerven zu verlieren. Frust kommt auch in der Oberwelt auf, in der ihr euch auf der Suche nach einem neuen Level manchmal ordentlich die Hacken ab latscht. Solch eine zusammenhängende Welt ist zwar immer noch schicker als ein schnödes Menü, sollte dann aber auch einigermaßen übersichtlich sein.Einfachheit der Steuerung Die Bedienung des Spiels fällt auch mit dem Xbox 360 Controller leicht. Sonic beispielsweise bietet euch nicht viel mehr Möglichkeiten als zu springen oder euch im Höllentempo als Kugel durch die Spielwelt zu rollen. Dafür müsst ihr nur die A- bzw. X-Taste drücken. Bei den anderen Charakteren fällt aufgrund ihrer Fähigkeiten die Tastenbelegung natürlich ein bisschen anders aus, ist aber eben so leicht zu erlernen.Die Grafik wird nicht jünger Optisch muss man sich erst einmal klar machen: Das Original ist zwölf Jahre alt und für die Arcade-Variante kaum überarbeitet worden. Allzu hoch dürfen eure Erwartungen also nicht sein. Die Grafik geht insgesamt in Ordnung und könnte für ein so altes Spiel viel schlimmer aussehen. Besonders die Levels, in denen ihr einfach mit Vollspeed durch die Spielwelt jagt, sind immer noch einen genaueren Blick wert. Aber in ausführliches Feintuning in Sachen HD oder wenigstens Breitbild hätten den Titel deutlich aufgewertet. Ihr habt ständig einen lila Rand auf dem Bildschirm, der das Format auf 4:3 beschränkt. Hier ist also leider eindeutig unter den Möglichkeiten gehandelt worden. Wirklich schade.Gewohnt gut In Sachen Sound ist Sonic Adventure wenig überraschend gut gelungen. Es macht einfach Laune zur fetzigen Musik durch die Loopings zu rasen und goldene Ringe einzusammeln. Das Spiel hat reichlich Musikstücke in petto und rockt mit allen Titeln die Bude. Die Soundeffekte sind natürlich die mittlerweile bekannten aus dem Sonic-Universum und werden Fans daher angenehm in den Ohren klingeln.Fazit Sonic Adventure ist kein einfach zu bewertendes Spiel, da es sehr von persönlichen Erfahrungen abhängt, wie ihr das Spiel erlebt. Wenn ihr das Original geliebt habt, werden jetzt wahrscheinlich einige schöne Erinnerungen zu Bruch gehen. Denn es hat sich einfach nichts geändert und heutzutage seid ihr doch an andere Standards gewohnt als noch vor zwölf Jahren. Wenn ihr allerdings noch überhaupt nicht mit dem Igel vertraut seid, wird euch wohl nicht gerade ein optisch und teils auch spielerisch veraltetes Spiel zum Fan des blauen Igels machen. Und die Sonic-Fans, die damals noch zu jung waren, werden sich selbstverständlich darüber freuen erfahren zu können, wie es mit ihrem Helden los ging. Ladet euch also die Demo, versucht euch dann einzuordnen und für euch persönlich eine Antwort zu finden. Schlecht ist das Spiel keinesfalls, die Offenbarung (von damals) allerdings auch nicht.
"Fast unveränderte Version eines Klassikers, der ordentlich Feinschliff fehlt!"
Pro:
- Retrofeeling
- Hochgeschwindigkeitslevel
- Verschiedene Charaktere
- Gute Musik
- Großer Umfang
Kontra:
- Kaum überarbeitet
- Kameraprobleme
- Frustrierende Stellen
- Kein Breitbild und störende lila Balken
Einzelspieler:
8.0
Mehrspieler:
-
Xbox Live:
-
Steuerung:
7.7
Grafik:
6.5
Sound:
8.3
Sprache:
Englisch
Bildschirmtexte:
Deutsch
Zensur:
nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden: +
10
Geeignet für:
Anfänger bis Profis
Altersfreigabe:
Keine Altersbeschränkung
Gesamtbewertung
7.7
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