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Sonic CD

Autor: Anja Schmidt - Alexa Jolie
Streetdate: 14.12.2011
Gametyp: Jump and Run
Entwickler: SEGA
Publisher: SEGA
Leser: 1485

1991 erblickte ein kleiner Igel das Licht der Welt. Mit blauen Stacheln und roten Turnschuhen rast er mit Schallgeschwindigkeit, 20 Jahre danach, noch immer über unsere Bildschirme. Keine Fallen, keine Abgründe und keine Bösewichte halten ihn auf. Selbstverständlich ist hier von Sonic die Rede. Eines der vielen Spiele der Reihe ist Sonic CD, das es 2003 in die Konsolenwelt schaffte. Bereits auf SEGAs Mega CD konnten Fans der Reihe damals den blauen Igel durch die Welten sausen lassen. SEGA beehrt uns aber erneut mit seinem Maskottchen. Und schenkt uns Sonic CD im Jahre 2011 wieder.

Schnell wie der Schall
Startet ihr das Spiel, begrüßt euch ein freundliches SEGA und dazu das Logo. Ihr werdet euch hier vermutlich heimisch fühlen. Zumindest Fans aus früheren SEGA Spielen werden dies wieder erkennen. Im Menü angekommen, habt ihr dann zwei wesentliche Modi zur Auswahl. Der Erste ist das Hauptspiel und nennt sich „Spiel Starten“. Der zweite lautet „Gegen die Zeit“. Einen wesentlichen Unterschied zwischen den beiden Modi gibt es nicht.

Bei dem Hauptspiel könnt ihr bis zu vier Spielstände anlegen, was euch das Teilen mit Freunden oder Familie vereinfacht. Ihr dürft anschließend zwischen dem blauen Superigel Sonic und dem technisch begabten Fuchs Miles Power, Tails genannt, wählen. Letzteren müsst ihr allerdings erst freischalten, bevor ihr ihn als Charakter nutzen könnt. Ihr werdet zum Einstieg mit einem Zeichentrickvideo belohnt. Dabei dürft ihr Sonic zuschauen, wie er durch eine grüne Landschaft rast, selbstverständlich in Schallgeschwindigkeit. Das Video endet allerdings, als er auf einen an einem Felsen angeketteten Planeten, das sogenannte Death-Egg und Festung von Dr. Robotnik bzw. Dr. Eggman, zu rennt.

Als Nächstes seid ihr aber an der Reihe: Ihr übernehmt die Steuerung des Helden und dürft euch selbst in Sachen Geschwindigkeit und Geschicklichkeit testen. Ihr beginnt in einer mit Bergen und Pflanzen versehenen Schönwetterwelt. Im ersten Level könnt ihr euch damit erst mal an die Steuerung gewöhnen und ein Gefühl für Sonics atemberaubende Schnelligkeit entwickeln. Die Steuerung gestaltet sich dabei auch schon recht einfach – mit dem Steuerkreuz oder dem Analogstick eine Richtung wählen und wahlweise mit A oder X springen. Sonic gewinnt beim Laufen immer mehr an Geschwindigkeit, solange ihm kein Hindernis in die Quere kommt. Beschleunigt ihr schnell und viel, kugelt sich der Igel und rast im Eiltempo davon. Allerdings werdet ihr auch hier schon auf die Gefahren vorbereitet. Das heißt, aus dem Boden emporstoßende Zacken oder Gegner begegnen euch.

Beim Zeitmodus ist der Titel Programm. Euch stehen die gleichen Level wie im Hauptspiel zur Verfügung. Euer Ziel ist es, jedes Level in kurzer Zeit zu meistern, um damit auf dem Ranking möglichst weit oben zu stehen. Weitere Level könnt ihr nur freischalten, wenn ihr vorherige geschafft habt. Somit müsst ihr eine Welt nach der anderen durchrennen, um auch wirklich alle zu schaffen.

Altbekanntes
Natürlich dürfen die altbekannten goldenen Ringe nicht fehlen. Diese begegnen euch in jeder Welt und ihr solltet sie auch stets einsammeln. Sie sind nämlich eine Art Lebenspunkte. Berührt ihr einen Gegner, verliert ihr einen Großteil eurer Ringe, egal wie viele ihr habt. Sind eure Ringe aufgebraucht, verliert ihr ein Leben. Ihr fängt also wieder von vorne, oder an einem bereits passierten Checkpoint an, die euch im Spiel immer wieder begegnen.
Das Ziel am Ende jedes Levels ist mithilfe eines Schilds dargestellt. Darauf ist Dr. Robotnik bzw. Dr. Eggmann, abgebildet. Ihr überrennt dieses Schild mit Bild des Widersachers selbstverständlich und es ändert sich in das Porträt Sonics. Euch erscheint anschließend der Punktebildschirm. Darauf sind die Punkte vermerkt, die ihr im Laufe des Levels gesammelt hat. Für Zeit und Ringe gibt es Extrapunkte.

Um euch aber nicht nur auf Sonic oder eure Künste, ihn durch die Level zu führen, zu verlassen, unterstützt euch SEGA. So begegnen euch hier Monitore, die ihr zerstören könnt. Dabei erhaltet ihr, je nachdem was auf dem Bildschirm abgebildet ist, auch eine Belohnung. Dies äußert sich beispielsweise durch einen Bonus eurer Ringe, ein Extraleben oder sogar eine Art Glitzerstaub, der euch Unverwundbarkeit verleiht. Natürlich ist auch für eure Defensive gesorgt. Hier könnt ihr durch Zerstören eines Bildschirms mit einer Blase darauf, einen Schild um euch erhalten, der euch vor allen Gegnern, Hindernissen oder Zacken schützt. Diese Extras halten allerdings nur für eine kurze Zeit, bevor ihre Wirkung sich verflüchtigt.

Hartnäckige Widersacher
Natürlich gehören auch bei diesem Sonic Spiel Gegner an die Tagesordnung. Hierbei habt ihr wegen der Farben oftmals zu kämpfen, diese überhaupt ausfindig zu machen. Ob euch nun ein Dino begegnet, ein Käfer oder Bienen, die mit ihren Stacheln auf euch niederrasen. Die Gegner an sich könnt ihr durch einen Sprung auf sie einfach auslöschen. Dabei entsteht auch an selbiger Stelle eine farbige Blume, die euch an euren Erfolg erinnert. Eine andere Art von Widersacher sind die aus dem Nichts erscheinenden Zacken. Hier bleibt euch nur die Möglichkeit auszuweichen.

Zwischengegner und Bosse verschonen euch ebenso wenig. Hier müsst ihr meist strategisch vorgehen und in Momenten, in denen euer Feind Dr. Eggman nicht aufpasst, mit einem superschnellen Sprint den Feind rammen oder auf ihn springen.

Natürlich kann Sonic nicht nur rennen. Ihr habt auch die Möglichkeit, einige nützliche Moves einzusetzen, die euch im späteren Spielverlauf eine Hilfe sein werden. So habt ihr die Möglichkeit das Steuerkreuz oder den Controlstick nach unten zu lenken, sobald der Bläuling eine große Geschwindigkeit hat. Dabei kugelt er sich dann zusammen und rast wirklich jeden Gegner um. Genannt wird dies Super Spin Attack. Bei dem Move Super Dash Attack hingegen könnt ihr euch ducken, A drücken und schon schießt die blaue Kugel davon. Ihr seid damit zwar unglaublich rasant unterwegs, verliert aber irgendwann an Geschwindigkeit.

Kleine unbedachte Spielereien
Mit kleinen Spielereien sind Hindernisse gemeint, die die Entwickler eingebaut haben, sich aber im Endeffekt tatsächlich als netter Zeitvertreib und Abwechslung entpuppen. So landet ihr beispielsweise in einem Meer aus roten Blasen, bei denen ihr jede einzeln erwischen müsst, damit diese zerstört werden. Ihr sammelt hier nebenbei auch noch Extrapunkte, die am Schluss entscheidend bei der Punkteübersicht sein können. Oder aber ihr benutzt den blauen Held als Pinball. Hier stehen euch oft genug Flipper und Bumper zur Verfügung, durch die ihr Sonic hindurch mogeln könnt. Teilweise ist dies sogar notwendig, um in einem Level weiterzukommen oder das Ziel zu erreichen.

Flotter Sound und eine Grafik zum Stacheln
Musikalisch gibt Sonic CD einiges her. Euch begegnen hier viele flotte Melodien, manche davon spornen euch an, andere werden eure Nerven wohl strapazieren. Ihr habt im Hauptmenü die Möglichkeit, zwischen japanischem und amerikanischem Musikstil zu wählen. Die japanische Art wirkt um einiges polyphoner und fröhlicher. Die Amerikanische hingegen klingt oftmals wesentlich bedrohlicher, wirkt aber moderner und erinnert manchmal sogar an die 90er Jahre, was altersmäßig zu unserem blauen Freund passt. Euch sei hier auch der Hinweis gegeben, dass sich die Lieder in der Anfangssequenz voneinander unterscheiden, wenn ihr die Musikart ändert.

Grafisch hingegen darf man hier verunsichert sein. Einerseits wird einem das geboten, was man schon 1993 erlebte – kantige Konturen, knallige Farben und wenig Feingefühl. Andererseits ist Sonic CD aus dem Jahre 2011 kein wirklich verbessertes Remake, sondern eine Erinnerung des Klassikers. Und hier bietet sich die altbekannte Grafik gerade zu an. Dadurch wird man noch dazu an Zeiten erinnert, als die Grafik nicht im Vordergrund stand, sondern einzig und allein das Spielgeschehen. Dies ist hier ganz gut gelungen. Die Präsentation stellt damit eher euren persönlichen Geschmack auf die Probe. Schlecht ist sie definitiv nicht, allerdings kann man sie auch nicht mit neuen, modernen Spielegrafiken vergleichen.

Kein gemeinsames Kugeln
Ein Multiplayer im lokalen oder gar Online Modus wird euch allerdings nicht geboten. Die einzige Möglichkeit, Sonic CD mit Xbox LIVE zu nutzen, sind die Bestenlisten. Immerhin könnt ihr euch hier mit Igeln aus aller Welt vergleichen und somit herausfinden, wer schnell, schneller und am schnellsten ist.

SEGA beehrt uns mit einem altbekannten Klassiker aus dem Jahre 1993. Bei vielen werden da alte Erinnerungen wieder wach. Fans der Reihe fühlen sich schnell wie zu Hause und werden ihren Spaß daran finden. Neulinge, die den schnellen Igel noch nicht in Action erlebt haben, werden sicherlich ebenfalls ihr Interesse dafür aufbringen können. Wer noch nie einen Teil der Sonic Reihe gespielt hat, wird allerdings schnell vom Schwierigkeitsgrad eingeholt. Dieser ist, wie bei den meisten Teilen, relativ schnell ziemlich hoch angesetzt. So bleibt euch hier oft nur übrig, eure Zeitboni zu vergessen und einen möglichst einfachen Weg zu finden.

Grafisch darf hier allerdings nicht zu viel erwartet werden. Überarbeitet und neu gestaltet oder verfeinert wurde das Arcade Spiel leider nicht. Hier werdet ihr keine Überraschungen erleben, wenn ihr euch nicht der alten Grafik erfreuen könnt oder wollt. Das Spiel bietet aber, wie von Sonic bereits bekannt, wirklich außerordentliche Geschwindigkeits- und Geschicklichkeitsmomente. Sonic CD gibt euch für seine 400 Microsoft Points auf jeden Fall eine super Gelegenheit, den Igel kennenzulernen oder ihn wiederzusehen.

 

„Sonic ist zurück… und hat sich kaum verändert.“


Pro:
  • Abwechslungsreiche, auswählbare Musik
  • Altbekannte Elemente
  • Langanhaltender Spielspaß
  • Günstiger Preis

Kontra:
  • Grafisch eher ein Diskussionspunkt
  • Wenige Neuerungen
  • Schwierigkeitsgrad schnell zu hoch

Einzelspieler: 7.7
Mehrspieler: -
Xbox Live: -
Steuerung: 7.4
Grafik: 6.7
Sound: 7.0
Sprache: Keine
Bildschirmtexte: Deutsch
Zensur: nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden: + 3
Geeignet für: Anfänger bis Profis
Altersfreigabe: Ab 6 Jahren

Gesamtbewertung
7.4


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