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Sonic Generations

Autor: Daniel Flege - Quentara
Streetdate: 04.11.2011
Gametyp: Jump and Run
Entwickler: SEGA
Publisher: SEGA
Leser: 1433

Es begab sich vor 20 Jahren, die Älteren unter euch werden sich erinnern, da sorgte ein blauer Igel für reichlich Bewegung auf dem noch recht jungen Konsolenmarkt. SEGAS Sonic the Hedgehod feierte massig Erfolge und wurde über Jahrzehnte hinweg zur Kultfigur einer ganzen Generation von Spielern. Doch die Japaner konnten in Sachen Konsolen nicht die Erfolge ihres Maskottchens wiederholen und so verschwand der blaue Igel zusammen mit der SEGA DreamCast erstmal von der Bildfläche. Nun, 20 Jahre und etliche Titel auf den Next Generation Konsolen später ist es Zeit für ein Treffen der Generationen. In Sonic Generations trifft der stachelige Flitzer nämlich auf sein Pendant des ersten Teils und verspricht nicht weniger als das beste Sonic aller Zeiten. Ob die Entwickler dieses Versprechen einlösen können oder die Zeit für neue Helden angebrochen ist, erfahrt ihr in unserem Testbericht.

Der Partycrasher

Die Sonne strahlt vom blauen Himmel, der Picknicktisch ist gedeckt und alle eure Freunde haben sich im Park um euch versammelt. Ihr seid Sonic und feiert nun euren 20-jährigen Geburtstag, zu dem neben Tales, Knuckles und Amy noch zahlreiche bekannte Gesichter aus euren Abenteuern erschienen sind. Doch die Partystimmung wird schnell getrübt. Ohne Vorwarnung verdunkelt sich auf einmal der Himmel. Aus einem großen schwarzen Loch bricht ein Monster hervor, gehörnt und den bestialischen Körper mit Zahnrädern zusammengehalten. Das Monstrum öffnet Tore in eine andere Dimension und saugt einen nach dem anderen eurer Gefährten hinein. Auch ihr wacht an einem unbekannten Ort auf. Wild entschlossen eure Freunde zu retten, begebt ihr euch auf die Reise durch dieses neue, mysteriöse Universum. Doch das unbekannte Wesen scheint auch einen alten Bekannten verschlungen zu haben. Der Sonic aus den ersten Teilen und somit aus der Vergangenheit wurde ebenfalls in diese Paralleldimension verschleppt. 

Reise durch Raum und Zeit

Wie der Name bereits sagt, treffen in Sonic Generations zwei Generationen des blauen Igels aufeinander. Der Flitzer der ersten Stunde kommt schweigsam, klein gewachsen und mit kugelrundem Bauch daher. Der Sonic der Neuzeit ist groß, schlank und hat zudem immer einen coolen Spruch auf den Lippen. Gemeinsam machen sich die beiden Helden auf, ihre Freunde in den verschiedenen Welten und Zeitepochen zu retten. Ausgangspunkt ist eine weiße Hauptwelt, in der ihr zu den jeweiligen Leveln Zutritt erhaltet.

Sämtliche Abschnitte wurden abwechslungsreich gestaltet und von den bekannten Orten der Serie beeinflusst. Im beschaulichen Green Hill flitzt ihr über saftige Wiesen an grünen Bäumen und bunten Blumen vorbei, während ihr euch in anderen Leveln durch gigantische Chemiefabriken oder schwebende Ruinen kämpft. Das Spielprinzip bleibt dabei immer einheitlich: Mit Jump-n-Run Einlagen dürft ihr eure Akteure über Schluchten und Plattformen schicken, lasst sie durch Loopings flitzen und auf Gegner springen, um diese auszuschalten. Am Ende eines jeden Gebiets erhaltet ihr eine Bewertung, welche sich aus eurer Zeit und den von euch im Spiel eingesammelten goldenen Ringen zusammensetzt. Die Ringe dienen gleichzeitig als eure Lebensversicherung. Solltet ihr von einem Gegner getroffen werden, so verliert ihr zunächst all eure Ringe. Werdet ihr ohne einen einzigen Ring in eurem Besitz von einem Widersacher attackiert, verliert ihr ein Leben.

Jeder Akt muss von euch mit beiden Sonics gespielt werden, um die jeweilige Welt und eure Gefährten zu befreien. Während ihr mit dem klassischen Igel im urigen 2D-Stil von der Seite betrachtet durch die Level düst, darf sich der moderne Held in schicker 3D-Optik durch das Gelände bewegen. Doch auch nachdem ihr das jeweilige Gebiet freigeschaltet habt, gibt es noch einiges zu entdecken. Neben neuen Rekorden und Höchstpunktzahlen lassen sich zudem sogenannte Herausforderungen meistern. Diese können aus Rennen gegen einen Doppelgänger bestehen, in denen ihr vor ihm den kompletten Level durchrasen müsst, oder auch aus Sammelmissionen, die euch zum Horten einer bestimmten Anzahl an Ringen verpflichtet. 

Treffen der Generationen

Natürlich unterscheiden sich die beiden Sonic Generationen auch im Gameplay voneinander. Den klassischen Igel steuert ihr wie zu Mega Drive Zeiten von links nach rechts mit dem linken Analogstick. Die A-Taste dient zum Ausführen eines Sprunges, während ihr mit dem X-Button eine Turborolle ausführt. Durch die seitliche Kameraführung erhaltet ihr immer einen übersichtlichen Blick über das Geschehen. Dabei wechseln sich schnelle Passagen mit Hochgeschwindigkeitsfahrten durch Loopings und ruhigere Sprungpassagen über Stachelbeete und tödliche Schluchten gekonnt ab.

Der Sonic der Neuzeit erhält wie im Spiel Adventures eine Verfolgerkamera, die sich in den jeweiligen Abschnitten möglichst nah hinter eurem Protagonisten befindet. Mit der X-Taste lässt sich ein direkter Turbo aktivieren, welcher durch das Sammeln von Ringen aufgeladen werden kann. Um euch möglichst nahtlos von A nach B zu bewegen, dürft ihr zudem auf die Hilfe eurer Gegenspieler hoffen. Nähert ihr euch nämlich nahe genug euren Widersachern, so nimmt Sonic diese automatisch ins Visier. Ein Druck auf die A-Taste führt dann zu einem Sprung auf des Bösewichts Kopf und schaltet diesen aus. So von Gegner zu Gegner hüpfend lassen sich beispielsweise Abgründe überwinden oder Plattformen schneller erklimmen.

Innerhalb des jeweiligen Levels wird euer Fortschritt an den aus der Serie bekannten Sternentoren zwischengespeichert. Diese sind zahlreich und fair im Gebiet verteilt und ermöglichen euch einen schnellen Wiedereinstieg beim Ableben eures Helden. Auch der restliche Schwierigkeitsgrad wurde sehr human gehalten. Zwar gibt es einige Abschnitte, in denen ihr nach dem Trial-and-Error Prinzip erst einmal einige Leben darin investieren müsst, den richtigen Absprungpunkt zu finden. Alle Level sind aber so angelegt, dass ihr bei Abstürzen oder verpassten Plattformen auf darunterliegenden Ebenen weiterdüsen könnt, ohne direkt das Zeitliche segnen zu müssen. Dies mindert nicht nur den Frust, sondern sorgt zudem für einen Wiederspielwert der Welten, um die eigene Zeit zu verbessern oder die beim letzten Anlauf verpasste Abzweigung doch noch zu erkunden. Zudem lassen sich zahlreiche Extras freischalten. Von Artwork, über Videos bis hin zum Soundtrack und dem Original Mega Drive findet ihr in hier alles, was das Fanherz begehrt.

Ein Klassiker in High Definition

Sonic Generations verbindet nostalgisches Flair mit moderner Grafik wie kein zweites Spiel. Die klassischen Level der ersten Sonic Teile wurden hervorragend portiert und kommen durch die schicke HD-Grafik besonders gut zur Geltung. Die bunten Hintergründe, die schön modellierten Blumen und Bäume der Green Hill Zone lassen die Herzen der Mega Drive Fans höher schlagen. Einfallende Lichtstrahlen durch Löcher in Höhlendecken, schicke Wassereffekte und weitläufige Areale heben die Serie auf eine ganz neue Ebene. Vor allem der Geschwindigkeitsrausch kommt durch das schnelle Spieltempo und zahlreiche Blur-Effekte besonders gut zur Geltung. Da ist es zudem erfreulich, dass die Framerate trotz der hohen Geschwindigkeit stabil bleibt und weder Ruckler noch Slowdowns das Spielvergnügen bremsen. Einzig und allein die Videosequenzen sind den Entwicklern nicht gut gelungen. Die vorgerenderten Filme sind nur in Standard Definition zu bewundern und kommen daher detailarm und sehr pixelig daher. Hier wäre ein Einsatz der schicken Spielegrafik durchaus sinnvoller gewesen.

Dafür wissen die abwechslungsreichen Level zu überzeugen. Egal ob modern Fabriken, die Straßen von San Francisco oder der warme Küstensand von Seaside Hill, Fans von Sonic und Konsorten werden sich schnell heimisch fühlen und vor allem in den 2D-Leveln so manche Nostalgieträne vergießen. Ebenso abwechslungsreich gestalten sich die hervorragend animierten Gegnerhorden. Die mechanischen Wespen sind ebenso mit von der Partie wie schießende Marienkäfer, riesige Fische oder eure schlimmsten Widersacher Shadow und Dr. Eggman.

Die Nostalgiker unter euch werden sich zudem über die Übernahme des Original-Soundtracks freuen. Hier und da erklingt das Thema der Serie von einem Chor oder klassischen Instrument begleitet. Leider ist das typisch japanische Synthesizer-Orchester Geschmackssache und kann trotz des Retro-Flairs schnell eure Ohrmuscheln strapazieren. Gleiches gilt für die übertriebene Synchro, die auch so hätte aus einer RTL 2 Kinderserie stammen können. Die piepsigen und überbetonenden Stimmen der Charaktere sorgen schon fast für Tinnitusgefahr und tragen ihren Teil zur eher faden Story von Sonic Generations bei. 

Sprinten durch die Bestenlisten

Für Einzeligel bietet Generations genügend Stoff, um mehrere Stunden Spaß mit Sonic und seinen Freunden zu haben. Doch könnt ihr auch mit Freunden um die Wette flitzen? Die Antwort lautet hier Jein. Ein Mehrspielermodus ist nicht im neuesten Ableger integriert worden, obwohl spannende Rennen mit Kumpels sicher vorprogrammiert gewesen wären. Stattdessen bietet SEGA euch die Möglichkeit, eure Sprintfähigkeiten per Bestenliste mit denen eures Freundeskreises zu vergleichen. Ihr flitzt also alleine und gegen die Zeit durch sämtliche Akte des Hauptspiels, immer auf der Jagd nach neuen Rekorden. Eure Bestzeit könnt ihr danach direkt mir eurer Freundesliste oder global mit dem Rest der Welt vergleichen.

Ein weiterer Xbox LIVE Modus gibt euch 30 Sekunden Zeit, um es in der ausgewählten Welt so weit wie möglich zu schaffen. Kleine Markierungen, die euch anzeigen, wie weit eure Kumpels bereits vorangekommen sind, spornen euch zusätzlich an. Ein netter und motivierender Modus, der auch über lange Sicht zu begeistern weiß. Das war es aber auch schon mit den Xbox LIVE Modi, wobei vom Potenzial des Titels noch einige Luft nach oben gewesen wäre. 

Was für ein Geburtstagsgeschenk. Passend zum 20-jährigen Jubiläum beschenkt SEGA seinen Vorzeigehelden und seine Fans gleichermaßen mit dem besten Sonic-Abenteuer seit Jahren. Die Entwickler schaffen es, den Charme und die spielerische Klasse der Mega Drive Zeiten in eine moderne Optik zu transferieren. Auch das bei den Anhängern eher ungeliebte, weil bislang passabel umgesetzte 3D-Gameplay kann groß auftrumpfen. Mit liebevoll gestalteten Leveln, knackigen Herausforderungen und einem wahnsinnigen Geschwindigkeitsgefühl bringen euch beide Generationen des blauen Igels stundenlangen Spielspaß. Getrübt wird die Geburtstagssause nur durch die maue Story, die piepsige Synchronisierung und die pixeligen Rendersequenzen. Auch spielerisch müsst ihr in einigen Abschnitten so manches Leben investieren, um bestimmte Passagen meistern zu können. Trotz dieser kleinen Schönheitsfehler dürfen wir uns mit einem Silber Award in die Schlange der Gratulanten einreihen. Für Fans des flitzenden Helden und Freunde klassischer Jump-n-Runs ist Generations definitiv ein Pflichtkauf. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Sonic!

"SEGA beschenkt euch mit dem besten Sonic seit Jahren."


Pro:
  • Alle Gebiete in 2D und 3D spielbar
  • Nettes treffen der Generationen
  • Detaillierte und abwechslungsreiche Gebiete
  • Knackige Herausforderungen
  • Purer Geschwindigkeitsrausch
  • Altbewährtes Sonic-Gameplay
  • Freispielbare Extras

Kontra:
  • Maue Story
  • Schlechte Synchronisation
  • Pixelige Rendersequenzen
  • Knifflige Abschnitte führen zu Trial-and-Error Prinzip 

Einzelspieler: 8.0
Mehrspieler: -
Xbox Live: 7.8
Steuerung: 8.2
Grafik: 8.0
Sound: 7.8
Sprache: Deutsch
Bildschirmtexte: Deutsch
Zensur: nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden: + 10
Geeignet für: Anfänger bis Profis
Altersfreigabe: Ab 6 Jahren

Gesamtbewertung
8.0


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