
Spider-Man Dimensions
Autor:
Daniel Flege
-
Quentara
Streetdate:
08.09.2010
Gametyp:
Adventurespiel
Entwickler:
Beenox
Publisher:
Activision
Leser:
2042
Wenn es nach den Comic-Fans ginge, wäre des Deutschen liebstes Haustier die freundliche Spinne von nebenan. Spider-Man, einer der erfolgreichsten Charaktere des Marvel Verlages, erfreut sich hierzulande großer Beliebtheit. Neben zahlreichen verkauften Heften konnte Spidey, ebenso wie DC Konkurrent Batman, auch an den Kinokassen überzeugen. In einer Sache ist der dunkle Ritter aus Gotham City seinem Kollegen aus New York jedoch voraus: Er brachte eine gute Konsolenumsetzung auf dem Markt. Batman Arkham Asylum gilt bisher als beste Comicversoftung und konnte Fans und Kritiker gleichermaßen überzeugen. Marvel hingegen bot über lange Jahre hinweg nur durchschnittliche Spielekost, meist mit dem Hintergrund, aus den zeitgleich erschienenen Filmen noch mehr Kapital zu schlagen. Das soll sich mit Spider-Man: Shattered Dimensions nun radikal ändern. Mit einer vom Spidey-Autor Dan Slott eigens verfassten Story und einer Kombination von vier verschiedenen Multiversen versucht der Publisher vor allem eingefleischte Anhänger des Fassadenkletterers und Comic-Enthusiasten für sich zu gewinnen. Ob dies gelingt und sich Shattered Dimensions auf den Genre-Thron schwingen kann, oder ob den Entwicklern im letzten Sprung die Netzflüssigkeit ausgegangen ist, erfahrt ihr in unserem Testbericht. Auf in die Dimensionen Ihr befindet euch in einem New Yorker Museum. Im Schatten der Marmorsäulen folgt ihr langsam einer dunklen Gestalt durch die spärlich beleuchteten Gänge des Gebäudes. Langsam krabbelt ihr an der mit Stuck verzierten Decke entlang. Plötzlich stoppt die düstere Figur und schaut sich um. Ihr haltet den Atem an, bis sich der Mann weiter in eine große Halle bewegt. Vor einem Glaskasten mit einer steinernen Tafel bleibt er stehen. Euer Spinnensinn beginnt zu klingeln, als sich die Gestalt, die die Welt als Mysterio kennt, dem Artefakt nähert. Mit einem lauten Zischen schießen eure Netze aus der Dunkelheit und ihr schwingt euch der drohenden Gefahr entgegen.
Ihr seid Spider-Man, ein Superheld in der Millionenmetropole New York. Der Schurke Mysterio hat es auf die Tafel von Ordnung und Chaos abgesehen, die dem Besitzer unvorstellbare Macht über Raum und Zeit verleiht. Im Kampf mit dem Bösewicht zerbricht die Tafel in kleine Stücke, die in unterschiedliche Dimensionen verstreut werden. Mysterio selbst kann mit einem der Fragmente fliehen, während ihr verwirrt zurückbleibt. Unerwartet bekommt ihr Besuch von einer alten Bekannten: Madame Web, eine Reisende durch die Dimensionen, bietet euch ihre Hilfe an und berichtet euch, dass es in den unterschiedlichen Parallelwelten, in die die Tafel verstreut wurde, ebenfalls Spider-Men gibt. Diese Fassadenkletterer, den Ultimativen Spider-Man, Spider-Man Noir und den Spider-Man des Jahres 2099 bittet sie um Hilfe, um die verteilten Bruchstücke vor den mächtigsten Superschurken der Welt zu beschützen. Nach Ihnen Madame Was ist das Besondere an Spider-Man? Richtig, seit einem Spinnenbiss ist euer Held, der im wahren Leben Peter Parker heißt, mit übermenschlichen Fähigkeiten ausgestattet. Er kann sich wie sein tierisches Vorbild an Netzen entlang schwingen, Fassaden erklettern und mit dem sogenannten Spinnensinn Gefahren aufspüren. Um euch die Steuerungsmöglichkeiten und die Unterschiede zwischen den verschiedenen Spideys näher zu bringen, entführt euch Madame Web zu Beginn des Spiels in alle vier Dimensionen. Dort lernt ihr wie man Abgründe überschwingt, Gegner mit Komboattacken ausschaltet, oder sich leise durch die Dunkelheit schleicht.
Die Handlung ist in Episoden aufgeteilt und folgt einem einfachen Schema. Um die Tafel von Ordnung und Chaos zusammenzusetzen, muss jede Spinne nach und nach einen Teil des Steins finden, welcher jeweils von einem Superschurken bewacht wird. Zu Beginn dürft ihr zwischen einem Level in den vier Welten Amazing, Noir, Ultimate und 2099 frei wählen und bekommt anhand einer Silhouette einen kleinen Tipp, auf welchen Bösewicht ihr dort treffen werdet. Um euch für alle Spider-Men gleich zu begeistern, müsst ihr jeweils einmal jedes Universum besuchen, um die kommende Episode der gerade bewältigten Welt freizuschalten. Dies führt zu mehr Abwechslung und bewahrt euch davor nur mit einem der Wandkrabbler zu agieren und die weniger bekannten Burschen außen vor zu lassen.
Habt ihr euch für eine Dimension entschieden, so erfahrt ihr direkt zu Anfang, mit welchem Gegner ihr es zu tun haben werdet. Fans der Serie dürfen sich auf alle bekannten Bösewichter freuen, die sich auch abseits der gewohnten Pfade die Klinke in die Hand drücken. Der Sandman kämpft gegen den Amazing Spider-Man, um die Vorherrschaft in einer alten Sandgrube. Peter Parker hat es im Noir-Stil der 30er Jahre mit bekannten Gestalten wie Hammerhead zu tun, während sich Ultimate Spidey mit Electro und die 2099er Ausgabe mit einer futuristischen Version des Green Goblin herumschlagen müssen. Die grundverschiedenen Charaktere der Schurken wurden perfekt eingefangen und faszinieren euch immer wieder aufs Neue. Hammerhead beispielsweise ist ein eiskalter Psychopath, der auch vor dem Töten Unschuldiger keinen Halt macht. Ganz im Kontrast hierzu steht Deadpool, der unbedingt ins Fernsehen möchte und Spider-Man versucht mit seiner TV-Show in die Falle zu locken.
Nun gilt es eure Widersacher, die die mächtigen Artefakte verständlicherweise nicht rausrücken möchten, durch die unterschiedlichsten Schauplätze zu jagen, die in Anlehnung an die verschiedenen Fieslinge und Fassadenkletterer angelehnt sind. Der Grundablauf dabei ist immer gleich: Ihr schwingt und klettert durch die jeweiligen Level, absolviert in der Mitte der Episode einen kleinen Bosskampf, schlagt euch durch Horden von Gegnern durch und tretet am Ende wieder euren Erzrivalen gegenüber. Damit auch keine Langeweile aufkommt, hat Activision zahlreiche kleine Herausforderungen für euch eingebaut. So ist das Retten von Zivilisten beispielsweise ein wichtiger Bestandteil einiger Episoden. Dies reicht vom einfachen Befreien aus den Händen von Kleinkriminellen bis hin zu komplizierten Schwungeinlagen unter Zeitdruck, in der sich unter euch stetig steigendes elektrisiertes Wasser befindet. In der Zukunft von 2099 gehören einige Hangelpartien in mehreren hundert Metern Höhe zur Tagesordnung. Dort springt ihr beispielsweise halsbrecherisch euren Feinden hinterher und müsst diese im freien Fall einholen und mit den Fäusten bearbeiten. Leider wiederholen sich die Herausforderungen in abgewandelter Form recht häufig, sodass ihr irgendwann wenig Motivation entwickeln werdet, um wieder einmal Zivilisten zu beschützen.
Jeder Spider-Man hat hierbei verschiedene Stile. Amazing Spidey geht eher robust vor und setzt sich mit seinen Netzattacken gekonnt in Szene. Im New York des Jahres 1933 geht es eher darum verborgen aus den Schatten zu agieren und nicht von Feinden entdeckt zu werden. Der Ultimate Spider-Man ist mit einem Symbionten verbunden, der ihm übermenschliche Fähigkeiten verleiht. Durch einen Wutmodus kann euch der Symbiont für Sekunden übernehmen und euch so kräftiger und schneller machen. Im Jahre 2099 habt ihr die Fähigkeit, eine Art Bullettime zu aktivieren, um Raketen oder herannahenden Fahrzeugen auszuweichen. Und noch einmal mit Schwung Wenn man die Fans der freundlichen Spinne von nebenan fragen würde, was Spider-Man ausmacht, dann wären es neben dem speziellen Humor und den fiesen Widersachern vor allem wohl Spideys Fähigkeiten: Klettern, Schwingen, noch mehr Klettern und noch mehr Schwingen. Natürlich darf dies auch in einem Spider-Man Spiel nicht fehlen, weshalb die Entwickler einen großen Fokus auf die Implementierung dieser Besonderheiten gelegt haben. Mit dem linken Stick steuert ihr die Spinne durch die jeweiligen Level, während ihr die Kamera mit dem rechten Stick bedient. Ein Druck auf die A-Taste lässt euren Helden einen Sprung ausführen und bei längerem Betätigen zieht sich dieser mit einem gekonnten Netzschuss nochmals einige Meter nach oben. X und Y-Button dienen dem Angriff auf eure Gegner, wobei X für Faustschläge und Y für Spezialattacken gebraucht werden können. Zudem lassen sich durch Kombination der beiden Tasten verschiedene Kombo-Attacken verwenden und aneinanderreihen. Beispielsweise könnt ihr so einen Gegner in die Luft schleudern, dort bearbeiten und in bester Baseball-Manier hinfort schleudern.
Steht ihr zu weit von einem Gegner entfernt, könnt ihr euch durch Druck auf B per Netzschuss an diesem festhaken und euch so aus größerer Entfernung an diesen heranziehen. Aber Vorsicht, nicht jeder Fiesling lässt sich so schnell überrumpeln. Bereitet er sich in diesem Fall auf einen Gegenangriff vor oder droht im Spiel anderweitig Gefahr, klingelt euer Spinnensinn, was euch in Anlehnung an dir Comics mit vertikalen Strichen über Spideys Kopf verdeutlicht wird. In solchen Situationen könnt ihr mit einem rechtzeitigen Druck auf die A-Taste den Angriffen eurer Gegner ausweichen. Möchtet ihr Informationen über den Aufenthaltsort von Gegnern oder Zivilisten erhalten, lässt sich der Spinnensinn zudem mit dem oberen Steuerkreuz ein- und ausschalten.
Kommen wir nun aber endlich zu den Flugkünsten des Wandkrabblers, die sich mit der rechten Schultertaste auslösen lassen. Solltet ihr bereits Batman: Arkham Asylum gespielt haben, wird euch die Fähigkeit, sich schnell auf erreichbare Vorsprünge zu schwingen bekannt vorkommen. Was bei der Konkurrenz gut funktioniert, kann uns nur recht sein, dachte sich Activision und hat dieses Feature mit samt derselben Tastenbelegung gleich in Shattered Dimensions eingebaut. Betätigt ihr kurz RT, kann sich Spider-Man auf alle Gegenstände schwingen, die durch ein kleines gelbes Symbol gekennzeichnet sind. Dies sorgt im Gameplay für enorme Freiheit und bietet euch die Möglichkeit, fast jedes Objekt in der Umgebung erklimmen zu können. So könnt ihr beispielsweise einen Kran aufsteigen, um die Umgebung besser auszukundschaften oder euch vor einer Horde Schurken auf dem nächstbesten Laternenpfahl in Sicherheit zu bringen. Haltet ihr RT gedrückt, schwingt sich Spider-Man an einem Seil über die tiefsten Schluchten und in die höchsten Höhen. Hierbei benötigt ihr keine bestimmten Punkte, die anvisiert werden müssen. Das Schwingen ist somit jederzeit möglich und essenziell nötig, um größere Entfernungen schnell und sicher zurückzulegen
Leider geht die Steuerung anfangs nicht leicht von der Hand. Wann genau ihr schwingen und wann springen solltet, müsst ihr euch ebenso erarbeiten wie das genaue Timing der Aktionen. Manchmal fliegt ihr zu weit, mal drückt ihr die Taste zu kurz und segnet dadurch fast das Zeitliche. Wer aber die Geduld mitbringt, sich ein Level lang in die Steuerung einzuarbeiten, dem werden im späteren Verlauf des Spiels spektakuläre Flugeinlagen und Netzsprünge gelingen, die jede Superhelden-Konkurrenz vor Neid erblassen lassen.
Neulinge im Third-Person-Genre werden sich am einsteigerfreundlichen Schwierigkeitsgrad von Shattered Dimensions erfreuen. Mit Einfach, Mittel und Schwer stehen euch drei Stufen zur Auswahl, die die KI von Gegnern und Endbossen maßgeblich beeinflussen. Regelmäßigen Action-Spielern unter euch wird jedoch auch der höchste Schwierigkeitsgrad nicht ausreichen. Dafür fordern euch die Bösewichter mit ihren vorhersehbaren Kampfeinlagen nicht genug. Zwar gestalten sich die Endkämpfe gegen die Superschurken knackig, wer aber einmal das Angriffsmuster der Widersacher durchblickt hat, der wird deren Deckung leicht durchbrechen können.
Um neben Gelegenheitsspielern auch Hardcore-Zocker zu fordern, haben die Entwickler das sogenannte Schicksalsnetz ins Spiel integriert. In diesem virtuellen Spinnennetz findet ihr zahlreiche Herausforderungen für die jeweiligen Episoden, die euch bei getaner Arbeit Spinnenessenz zuführen. Die Zusatzaufgaben reichen vom Besiegen einer bestimmten Anzahl von Gegnern, über das Entwaffnen von Widersachern, bis hin zum Sammeln von Spinnensymbolen. Die dadurch gewonnene Essenz lässt sich zum einen gegen Kampffähigkeiten, wie neue Komboattacken oder Flugangriffe eintauschen, zum anderen in Charaktererweiterungen investieren, um neue Kostüme, zusätzliche Lebensenergie oder Spezialfähigkeiten einzutauschen. Auch Spinnen können gut aussehen Der besondere Reiz in der Grafik liegt definitiv in den vier verschiedenen Spider-Men aus den unterschiedlichen Auskopplungen des Franchise. Activision hat sich besondere Mühe gegeben, um die Atmosphäre und Stimmung der Comics in das Spiel zu integrieren. Gleichzeitig sollen sich alle Spinnen grundlegend voneinander unterscheiden lassen, ohne dass man groß darüber nachdenken muss, in welcher Welt man sich gerade befindet.
Amazing Spider-Man ist wohl der euch bekannteste Held im Quartett, schließlich war er der erste Netzschwinger der Serie und ist mit seinem rotblauen Kostüm nicht nur durch seine Comics, sondern auch durch Zeichentrickserien und die drei Hollywood-Filme bekannt. Steuert ihr ihn, erwarten euch ordentlich gestaltete Gebiete in Cell-Shading Optik, die euch in knallbunten Farben den Stil eines Spidey-Heftes suggerieren sollen. Zwar ist das Cell-Shading heutzutage nicht mehr so abgenutzt wie noch vor ein paar Jahren, lässt die von euch bereisten Welten jedoch sehr detailarm und karg wirken. Vor allem im Kampf gegen den Sandman wirkt der als Schauplatz gewählte Sandstollen kalt und langweilig. Das eigentlich als Zugpferd geplante Szenario präsentiert sich somit grafisch als der schwächste Spider-Man der Vier.
Ganz anders ergeht es dem Spidey aus der Noir Dimension. Wie der Name es bereits andeutet, findet ihr euch grafisch in einem an die alte Gangster-Filme der 30er Jahre angelehnten New York wieder. Eine in Sepia-Tönen gehaltene Optik bringt den Charme dieser vergangenen Tage perfekt rüber und wird Fans des Films Sin City direkt begeistern können. Haltet ihr euch in den Schatten auf, wechselt das Bild in reines Schwarz-Weiß, um euch zu signalisieren, dass ihr für eure Widersacher nicht zu erkennen seid. Des Weiteren strahlen alle von Licht bestrahlten Objekte ein leichtes Glühen aus, welches den Spielabschnitten noch einmal zusätzlich an Atmosphäre verleiht. Auch die Umgebung wurde dem Noir-Genre angepasst. Ihr begebt euch durch dunkle Gassen, die von Bösewichten gesäumt sind, schwingt euch in verlassenen Bahnhofsgebäuden von Eisenbahn zu Eisenbahn und kämpft in dunklen Lagerhallen gegen allerhand Kriminelle. Aufgrund dieser in einem Spiel recht selten zu findenden grafischen Gestaltung werden die Ausflüge in die Vergangenheit einen großen Reiz auf euch ausüben können, ohne dass sich die verwendeten Stilmittel schnell abnutzen werden.
Der Ultimative Spider-Man kommt ohne zusätzliche Effekte, dafür mit einem schicken schwarzen Kostüm daher. Grafisch am modernsten erscheint der Spidey des Jahres 2099. Neben detaillierten und futuristischen Gebäuden gefällt vor allem die Lebendigkeit des zukünftigen New York. Fliegende Autos, bunte Leuchtschriften an den Fassaden und umher rasende Kameras sorgen dafür, dass ihr euch in der Zukunft wie zu Hause fühlt. Doch egal welche der Dimensionen ihr am liebsten bereist, es erwartet euch stehst ein flüssiges und stabiles Spielvergnügen. Alle Spinnenmänner sind gut animiert und detailliert modelliert, was leider nicht immer für die jeweiligen Umgebungen gilt.
Activision möchte jedoch nicht nur euer Auge, sondern auch eure Ohren erfreuen und setzt mit witzigen Dialogen auf viele Lacher. Zwar bekommt ihr nur englische Synchronstimmen zu hören, dennoch handelt es sich hierbei um keine geringeren als die Originalstimmen der vergangenen Zeichentrickserien. Wer des Englischen einigermaßen mächtig ist, sollte sich auch voll und ganz auf diese Sprecher einlassen, da der typische Wortwitz in den deutschen Untertiteln leider nicht immer gut rüberkommt. Nicht jeder wird den eigenwilligen Humor der Serie mögen. Wer aber auf sarkastische Sprüche wie "Cute, you got your boyband with you" steht oder wiederkehrende Kalauer über fehlende Hosen ("I'm stronger than ever!" "But still no pants") mag, der wird die Dialoge im Spiel lieben. Wenn dann noch Deadpool Spideys Aktionen wie ein Basketballspiel moderiert, werdet ihr aus dem Lachen nicht mehr herauskommen. Hierzu passt der perfekte orchestrale Soundtrack, der einige der bekannten Spider-Man-Themen aufgreift und die Szenerie stets passend untermalt. Spärrlicher Umfang Habt ihr die Handlung der vier Spinnenmänner gemeistert, war es das dann auch schon mit der Schwingerei. Einen Multiplayer Modus findet ihr in Shattered Dimensions nämlich vergeblich. Dies ist natürlich für einen Third-Person-Titel mit Comic-Hintergrund nicht weiter tragisch, einige zusätzliche Spielmodi hätten es aber dann doch schon sein können. Hier wäre beispielsweise ein Challenge-Modus, ähnlich dem in Arkham Asylum charmant gewesen, um euch noch einige Stunden extra vor den Bildschirm zu fesseln. Auch die Möglichkeit, sich über Bestenlisten mit den eigenen Freund zu vergleichen, sollte heute eigentlich zum guten Ton gehören. Somit wird Spidey bei nicht wenigen unter euch nach dem ersten Durchspielen wohl für lange Zeit im Regal verschwinden, bis er sprichwörtlich Spinnweben angesetzt hat. Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt jedoch: Das Spiel prüft nach dem Start die Verfügbarkeit von Downloadinhalten, was uns auf kommende Spielerweiterungen für die vier Netzspinner hoffen lässt. Jäger und Sammler Was wäre ein Comic ohne Bilder? Auf wundervoll gezeichnetes Artwork sollt ihr bei einem Marvel-Spiel natürlich nicht verzichten. Und so lassen sich durch gute Leistungen in den jeweiligen Episoden verschiedene Extras freischalten, die euch die Welt(en) von Spider-Man noch näher bringen sollen. Es gilt zahlreiche Konzeptzeichnungen aus den Universen freizuschalten, welche die Visualisierung und grafischen Unterschiede zwischen Amazing, Ultimate, Noir und 2099 perfekt aufzeigen. Habt ihr einen Level beendet, warten zudem die Charakterbögen der beteiligten Figuren darauf, von euch entdeckt zu werden. Zusätzlich könnt ihr in höheren Schwierigkeitsgraden die 3D-Figuren sämtlicher Protagonisten freischalten und euch somit einen rundherum perfekten Überblick über eure Helden und Feinde verschaffen. Wer beim Charakterupgrade noch ein wenig Spinnenessenz übrig hat, der kann sich alternative Kostüme für die vier verschiedenen Fassadenkletterer hinzukaufen und so beispielsweise den schwarzen Spidey in sein traditionelles rot-blaues Kostüm zwängen.
Wer sich zusätzlich an die Herausforderungen heranwagt und neben den eigentlichen Gegnern das Schicksalsnetz so gut es geht freischalten möchte, der ist mit einer Spielzeit von ca. 16 Stunden gut beschäftigt. Für Spieler unter euch, für die Zusatzmissionen eher Beiwerk sind, wird die Spielzeit definitiv kürzer ausfallen. Ihr solltet euch daher gut überlegen, ob das Geld für ein paar Stunden Klettern in diesem Fall sinnvoll angelegt ist. Fazit Danke Activision! Endlich hat es mit Spider-Man: Shattered Dimensions eine gelungene Umsetzung unserer Lieblingsspinne auf die Xbox 360 geschafft. Die Geschichte kommt zwar recht hastig erzählt daher und Genrefremde werden um das Studium der Charakterbiographien nicht herum kommen, um die volle Tiefe der Story zu ergründen. Dennoch werden Fans aufgrund des von Autor Dan Slott perfekt eingefangenen Humors und der guten Verwebung von vier verschiedenen Universen voll auf ihre Kosten kommen. Während andere Entwickler wohl vier eigenständige Spiele herausgebracht hätten, verbindet Activision die Welten von Amazing, Ultimate, Noir und 2099, was nicht nur einmalig, sondern zugleich abwechslungsreich ist. Die unterschiedliche grafische und spielerische Gestaltung der Spider-Men motiviert euch in jeder Episode aufs Neue, während ihr begierig darauf hinfiebern werdet, wer denn der Superschurke im nächsten Level sein wird. Leider ist das Schwingspektakel nach dem Abspann mangels zusätzlicher Spielmodi schnell wieder vorbei. Freispielbare Extras wie Konzeptzeichnungen oder 3D Figuren können euch aber noch einige Stunden bei beziehungsweise eher auf der Stange halten. Für Spidey-Fans ist Shattered Dimensions ein absoluter Pflichtkauf. Wer Arkham Asylum mag und die Geduld mitbringt, sich in eine anfangs hakelige Steuerung hineinzuarbeiten, der sollte sich die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft auf jeden Fall einmal aus der Nähe anschauen.
"Für Comic-Fans ein Pflichtkauf. Spider-Man, wie wir ihn lieben!"
Pro:
- Vier verschiedene Spider-Men
- Witzige Dialoge
- Geniale Bösewichter mit Tiefgang
- Akrobatisches Schwingspektakel...
Kontra:
- ...das allerdings einige Eingewöhnungszeit benötigt
- Cell-Shading Optik ist nicht 100% gelungen
- Gegner sind zu leicht auszurechnen
- Nebenmissionen wiederholen sich mit der Zeit
- Keine zusätzlichen Spielmodi
Einzelspieler:
7.6
Mehrspieler:
-
Xbox Live:
-
Steuerung:
7.6
Grafik:
7.5
Sound:
8.0
Sprache:
Englisch
Bildschirmtexte:
Deutsch
Zensur:
nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden: +
16
Geeignet für:
Anfänger bis Profis
Altersfreigabe:
Keine Altersbeschränkung
Gesamtbewertung
7.6
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