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Splinter Cell Conviction



Autor:Tobias Schulte - Z0RN
Streetdate: 15.04.2010
Spielgenre: Actionspiel
Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft
Hits:2620


Splinter Cell Conviction gehört neben Alan Wake mit Sicherheit zu den Titeln, auf die ihr seit der Ankündigung als Xbox 360 Besitzer am längsten warten müsst. Wir können uns noch vage daran erinnern, als im Jahr 2006 Ubisoft auf der Bühne in Barcelona stand und den Titel exklusiv für Microsofts Flaggschiff ankündigte. Danach war es lange Zeit ruhig um Sam Fisher. Doch das letzte halbe Jahr geht Ubisoft samt Entwicklerteam endlich in die Offensive und ist stolz auf ihr neuestes Werk im Splinter Cell Universum. Wir von Xboxdynasty hatten schon mehrfach die Möglichkeit Splinter Cell Conviction auszuprobieren. Von der E3 2009 in Los Angeles, über gamescom 2009 in Köln bis hin zu Co-op Spielstunden in London und Einzelspielerrunden in Düsseldorf, waren viele spaßige Erlebnisse dabei. Nun hat Ubisoft unsere Redaktion mit einer ersten spielbaren Vorabfassung versorgt. Endlich können wir uns auf die Testercouch pflanzen, Chipstüten knallen lassen und die Anlage bis zum Limit aufdrehen.

Ob der in die Jahre gekommene Sam Fisher auch zu Hause eine gute Figur macht oder eher in die Kategorie Netter Onkel mit Dreitagebart eingestuft werden kann, erfahrt ihr in unserer sage und schreibe fünften Vorschau zum Spionageklassiker hier auf Xboxdynasty.de.
Meine Name ist Fisher
Sam Fisher übernimmt erneut die Hauptrolle im Spiel. Doch den Sam Fisher den ihr kennt, gibt es nicht mehr. Sam arbeitet nicht länger für die Regierung, sondern für sich selber, um den Mörder seiner Tochter zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen. Wie das alles passieren konnte? Durch eine Untersuchung zum Tod seiner Tochter erfährt der Ex-Agent Sam Fisher, dass sein ehemaliger Arbeitgeber, Third Echelon, ihn verraten hat. Sollte die Regierung wirklich etwas mit dem Tod eurer Tochter zu tun haben, dann wird Sam sie zur Rechenschaft ziehen. Doch Rache allein steht nicht auf dem Spionage-Speiseplan. Als abtrünniger Agent beginnt für Fisher ebenfalls ein Wettlauf gegen die Zeit, in dem er vernichtende Pläne einer Terrororganisation vereiteln will, die Millionen von Menschen auf der ganzen Welt bedrohen. Doch gibt es etwas schlimmeres als einen Superagenten, der nicht mehr an die gute Sache glaubt? Der alles verloren hat und sogar seine ehemaligen Vorgesetzten und Freunde den Tod der eigenen Tochter verantwortlich macht? Eins steht jedenfalls fest, Sam Fisher sollte man lieber nicht zum Feind haben.

Ihr seid untergetaucht und habt sämtliche Spuren, die zu euch führen könnten, verwischt. Dachtet ihr zumindest, denn inmitten eines Lokals erhaltet ihr plötzlich ein Handy zugesteckt. Die Dame am anderen Ende der Leitung macht euch klar, dass eure Tarnung aufgeflogen ist. Andere Agenten sind auf dem Weg zu euch. Sie haben eure Position bereits markiert und der Übergriff steht unmittelbar bevor. Irgendwie gelingt es euch aus der Gefahrenzone zu entkommen. Das Abenteuer beginnt.
Spionage Thriller
Splinter Cell Conviction versprüht eine ganz besondere Atmosphäre. Die Beschaffung von Informationen und das Ausquetschen von Leuten ist die besondere Prise im Spiel. Bestimmte Schlüsselpersonen werden einfach entwaffnet und mit eurer Hand an der Kehle durch die Einrichtung geprügelt. Ihr stellt eine Frage und zeigt dem Widersacher mit dem Waschbecken im Gesicht, ob euch die Antwort gefallen hat oder nicht. Ihr schlagt seinen Schädel gegen den Spiegel und ermuntert das Opfer noch mal zu überlegen, bevor die nächste Frage beantwortet wird. Ein weiteres gelungenes Element des Titels ist die Einbindung des Hintergrundes. Kaum fängt das blutverschmierte Opfer an zu trällern wie ein kleiner Vogel, wird das Erzählte in einem schwarz-weiß Videomitschnitt auf die Einrichtung im Raum projiziert. So auch Hinweise oder wichtige Ortschaften. Kurz das Handy geprüft, einen Auftrag erhalten und auf dem Gebäude vor euch erscheint ein großer weißer Schriftzug, um euch die Position zu markieren. Unterbrechungen oder das Suchen nach Auftragszielen in den Optionen wurde hier gekonnt wegretuschiert.
Ausfindig machen und exekutieren
Das „Markieren und Ausschalten“ (Mark and Execute, kurz: MAE)-Feature ist eine sehr effektvolle Variante eure Gegner auszuknipsen. Zuerst müsst ihr eine Nahkampfattacke ausführen, um euch so MAE-Punkte zu erspielen. Habt ihr euer Konto gefüllt, könnt ihr Feinde auf dem Bildschirm markieren und mit einer stylischen Schusskombinationen erledigen. Damit diese Aktionen noch fesselnder wirken, werden einige von ihnen in Zeitlupe dargestellt. Dieser Bullet-Time-Effekt bringt die nötige Abwechslung in das spannende Spielgeschehen. Da mit einem Agenten, dessen Tochter auf umstrittene Weise gestorben ist nicht zu spaßen ist, fließt an einigen Stellen jede Menge Blut. Kopfschüsse, kräftige Schläge oder aber der Besuch mit der Nase im Porzellanbecken hinterlässt überall rote Stellen und kräftige Blessuren. Hier wird einmal mehr deutlich, auf welchem Rachefeldzug sich Sam Fisher befindet. Nichts kann ihn aufhalten, nichts kann ihn stoppen, nichts kann ihn bremsen.
Belebte Straßen und finstere Korridore
Auf eurem Vormarsch in Splinter Cell Conviction erlebt ihr eine wundervolle Spielwelt. Der Schutz der Dunkelheit ist nicht länger eure einzige Tarnung. Auch der Schutz in der Masse hilft euch ungehindert in Gebäude einzubrechen. Dabei reagieren die nicht gesteuerten Computercharaktere durchaus menschlich, unterhalten sich und flüchten bei Schusswechseln. Manche sitzen auf einer Bank und beobachten einfach nur den Sternenhimmel, andere sitzen in Cafés oder rauchen eine Zigarette. Gangster hingegen sind bewaffnet und stets misstrauisch. Darüber hinaus kennen sie alle euer Gesicht und enttarnen euch sofort, wenn sie euch sehen. Um den patrouillierenden Bösewichten den Schneid abzukaufen, könnt ihr mit einem beherzten Schlag die Alarmanlage bei Autos auslösen. Der Lärm wird die Wache ablenken und ihr könnt nun die Lücke nutzen oder den Feind ausschalten. Wie in der Splinter Cell-Serie üblich, führen immer mehrere Wege zum Ziel. Leise, wohl überlegt und durch das Seitenfenster oder doch lieber laut und direkt durch die Vordertür. Je nach Lust und Laune könnt ihr es versuchen. Welches Mittel dabei besser zum erwünschten Erfolg führt, müsst ihr selbst herausfinden.
Zahlreiche Waffen und Gadgets
Wie es sich für einen richtigen Agenten gehört, tragt ihr jede Menge Waffen und Ausrüstungsgegenstände mit euch herum. Die Auswahl reicht von einer schallgedämpften MK.23, MP-446 und argumentstarken Desert Eagle. Sämtliche Waffen sind aufrüstbar. Mit ein bisschen Geld erhöht ihr die Anzahl der markierbaren Gegner, verpasst ihnen einen Laserpointer oder verstärkt eure Kugeln. Unterschieden werden die Waffen in Durschlagskraft, Reichweite, Magazingröße, MAE-Einsätzen und Zielgenauigkeit. Für die Einkaufstour benötigt ihr Punkte, die ihr im Spiel durch die unterschiedlichsten Aufgaben verdient. Schafft ihr es in einem großen Komplex bis in die Chefetage durchzudringen, ohne dabei entdeckt zu werden, erhaltet ihr Agentenpunkte auf eurem Konto gutgeschrieben. Tötet ihr einen Wachmann aus dem Hinterhalt oder trickst diese gegenseitig aus, winken weitere Punkte. Dieses Belohnungssystem greift sehr schnell. Ihr merkt sofort, wann ihr im Sinne des Spiels vorgeht und wann ihr euch abseits des Weges zwischen gut und böse bewegt. Zu den weiteren Ausrüstungsgegenständen zählen unterschiedliche Granaten. Die EMP-Granate schaltet sämtliches Lichtquellen in einem bestimmten Radius nach der Detonation aus. Die Granate erledigt Gegner und die Blendgranate macht Feinde für kurze Zeit fast blind.
Uplay, Deniable Ops und Mehrspieler
Das neue Splinter Cell Conviction macht nicht nur von der neuesten Technik gebrauch, sondern liefert euch mit der neuen Uplay-Funktion hauseigene Belohnungen. Ubisoft bietet mit Uplay eine Online-Plattform, die für euch das Zentrum eines angebundenen Gaming-Universums darstellt. Uplay besitzt vier primäre Dienste: Uplay Win, Uplay Help, Uplay Share und Uplay Shop. Uplay Win ermöglicht euch "Units" zu sammeln, die auf Aktionen im Spiel basieren. Diese können für Belohnungen wie exklusive Spiel-Inhalte oder Goodies eingetauscht werden. Wie wir bereits mehrfach ausführlich berichtet haben, steht neben der Einzelspielerkampagne der Deniable Ops und kooperative Mehrspieler zur Auswahl.

Die Co-op Kampagne stellt euch einen kooperativen Spielmodus zur Verfügung, der ein Prequel zur Hauptstory darstellt. So habt ihr die Möglichkeit mit einem Freund zusammen, sowohl off- als auch online, diesen Prolog zu spielen. Zum Einsatz kommen hier der amerikanische Third-Echolon Agent Archer und sein Pendant, der russischen Seite Agent Kestrel. Die beiden Agenten zweier verfeindeten Lager kämpfen zusammen, um die Wiederbeschaffung von vier EMP-Raketen, die sich in russischem Besitz befinden, zu ermöglichen. Das Prequel wird neben der Einzelspielermission von knapp 8 bis 10 Stunden, nochmal ungefähr 4 Stunden Spielzeit in Anspruch nehmen. Weiter verfügt das Spiel über einen Deniable Ops Modus, in dem ihr einzelne Spezialmissionen erfüllen müsst. Auch hier habt ihr die Möglichkeit mit einem Freund zusammen zu spielen. Hier sorgen unterschiedliche Spielmodi wie der sogenannte „Face-Off“-Modus für Abwechslung. Es gibt ein Missionsziel, welches einer der beide Kontrahenten erfüllen muss. Sobald ihr euren Gegner seht, könnt ihr versuchen diesen eigenhändig zu erledigen oder die Aufmerksamkeit der Wachen auf ihn zu lenken.
Fünfter Eindruck
Kaum ein Spiel haben wir so genau verfolgt wie Splinter Cell Conviction. Kaum ein Spiel haben wir vor der Veröffentlichung so unter die Lupe genommen und kaum ein Spiel hat uns bisher so überzeugt. Splinter Cell Conviction erfrischt die Spielserie um viele neue Elemente, bringt endlich Abwechslung in die leicht angestaubte Splinter Cell Reihe und kann selbst neben der Strecke mit vielen Spielmodi und Erweiterungen glänzen. Sollte Ubisoft bei der Finalisierung keine großen Fehler mehr machen, dann ist die Xbox 360 um eine weitere exklusive Videospielperle reicher. Tolle Grafik, packende Atmosphäre, super Storyline und viel Extras erwecken den Spezialagenten in euch. Im Mehrspieler wird ebenfalls viel geboten. Kooperativer Prolog, der euch auf die Kampagne einstimmen soll, Deniable Ops Spezialmissionen und Uplay-Belohnungen lassen selbst nach dem Endscreen viel Platz für viele weitere spaßige Spionage-Spielstunden.

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