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The Black Eyed Peas Experience

Autor: Tobias Greiser - HEADCRASH
Streetdate: 10.11.2011
Gametyp: Musik/Tanzspiel
Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft
Leser: 1290

Kinect ist mittlerweile seit über einem Jahr auf dem Markt. Wahre Hits sind trotzdem noch immer eher Mangelware. Von den Tanzspielen kann man das nicht behaupten, fast jedes dritte Spiel für Kinect lässt euch vor dem Fernseher die Hüften kreisen. Wir haben uns für euch schon bei Dance Central 2, Just Dance 3, Michael Jackson The Experience und etlichen anderen Tanzspielen verausgabt und unseren Wohnzimmerteppich kaputtgehüpft. Nun steht der nächste Titel mit Abzappelgarantie in den Händlerregalen: The Black Eyed Peas Experience! Selbstredend haben wir uns auch dieses Mal von der Couch geschwungen und ein weiteres Mal den Tänzer in uns herausgelassen, um euch eine Einschätzung zu dem Titel abgeben zu können. Was dabei außer bleibenden Hüftschäden herausgekommen ist, verrät euch dieser Testbericht.

Das sind ja mehr als drei Konzerte

Fangen wir diesen Testbericht doch gleich mit dem wichtigsten Element eines Musikspiels an: Dem Musikkontingent. Zu insgesamt 30 Songs könnt ihr bei The Black Eyed Peas Experience das Tanzbein schwingen – von welcher Band sämtliche Lieder stammen, dürfte wohl nur schwerlich zu erraten sein. Fans freuen sich über die besten Songs der beliebten amerikanischen Truppe und allen anderen werden zumindest einige Stücke aus dem Radio bekannt vorkommen. Die größte Stärke des Spiels ist damit auch gleichzeitig die größte Schwäche. Wahre Fans bekommen nirgendwo sonst so viele tanzbare Lieder ihrer Lieblingsband auf einem Haufen präsentiert. Alle anderen aber können den Black Eyed Peas Sound irgendwann nicht mehr hören und wünschen sich Lieder von anderen Künstlern. Über den spielinternen Downloadshop lassen sich neue Musikstücke der Black Eyed Peas erwerben, allerdings zu zumindest aktuell ziemlich saftigen Preisen.

Schicke Tanzfläche

Wir haben wie gesagt schon so einige Tanzspiele im Laufwerk unserer Xbox 360 rotieren gehabt und waren daher beim ersten Spielstart gleich einmal positiv vom Menü überrascht. Anstatt euch bloß eine lieblose Unterpunkteauswahl auf den Bildschirm zu klatschen, erscheinen die Menüpunkte schick in die Oberfläche des Dancefloors eingearbeitet, während im Hintergrund originale Musikvideos laufen. Nebenbei dröhnt noch die Mucke von „I gotta feeling“ laut aus unseren Boxen – es hätte schlimmer losgehen können. Die Körpererkennung schlägt in dieselbe Kerbe und arbeitet einwandfrei. Neben der Steuerung per Gesten können wir aber auch komfortabel und ganz traditionell auf Knopfdruck mit dem Controller navigieren. Eine sehr schöne Option, um möglichst flott vom Hauptmenü zum Starten des Lieblingssongs zu gelangen.

Ein neues tanzendes Alter Ego

Das Herzstück des Spiels nennt sich Dancing Deluxe und ist ein typischer Karrieremodus. Bevor es auf der Tanzfläche losgehen kann, müsst ihr euch erst einmal einen Avatar erstellen. Vom Geschlecht, über Hautfarbe, Frisur und Klamotten bis hin zu den Accessoires könnt ihr alles euren Wünschen entsprechend anpassen. Anfangs ist euer Kleiderschrank allerdings noch nicht sonderlich gut gefüllt, nach den ersten Auftritten sieht das aber schon ganz anders aus. Je nachdem, wie viele Fans ihr mit euren Moves vom Hocker reißen konntet, schaltet ihr nach und nach frische Klamotten frei. Doch um eure Anhänger wirklich begeistern zu können, solltet ihr euch auf der Bühne nicht allzu viele Fehler erlauben. Die kommen jedoch schnell mal vor, wenn ihr die einzelnen Tanzschritte nicht übt. Deshalb gibt es vor jedem Auftritt erstmal ein Training zu absolvieren.

Übung macht den Meister

Die Übungsrunden sind nett gemacht und nach deren Abschluss könnt ihr euch gut vorbereitet auf die Bühne wagen. Sollte euch das Tanzen aber eher weniger im Blut liegen, können die Trainingseinheiten zur ziemlichen Qual werden. Um diese nämlich erfolgreich abzuschließen, müsst ihr wie auf der Bühne eine gewisse Anzahl an Fans begeistern. Wenn das nicht klappt, müsst ihr es noch einmal probieren. Das kann ziemlich viel Zeit kosten und euch letztlich extrem auf die Nerven gehen. Um euch nicht nur mit den freischaltbaren Accessoires bei Laune zu halten, streut The Black Eyed Peas Experience immer mal wieder kleine Wettkämpfe mit Mitgliedern der Band ein, bei denen ihr euer Können unter Beweis stellen müsst. Das lockert den Spielablauf der Karriere ein bisschen auf, wer sich das Spiel aber einfach nur zum spaßigen Abtanzen gekauft hat, ist mit „Schnelles Spiel“ sowieso besser beraten. Hier könnt ihr zusammen mit einem Freund, der jederzeit ein- oder aussteigen kann, eure Lieblingssongs nach Wahl tanzen. Zwei weitere Spieler können separat erhältliche Mikrofone anschließen und den Text mitträllern. Im Gegensatz zu eurer Performance gibt euch das Spiel über eure gesangliche Leistung allerdings kein großartiges Feedback.

Zusammen mit Fergie die Bühne rocken

Besonders lobenswert ist die Präsentation von The Black Eyed Peas Experience. Wir haben uns ja weiter oben schon über das schicke Menü gefreut, das wahre Highlight ist aber die Präsentation des Geschehens auf der Bühne. Die virtuellen Fergie, Will.i.am, Apl.de.ap und Taboo sind ihren realen Vorbildern wie aus dem Gesicht geschnitten und glänzend animiert. Spektakuläre Kamerafahrten fangen die Auftritte aus den schönsten Winkeln ein und mit aufgedrehter Soundanlage rockt The Black Eyed Peas Experience einfach nur die Hütte. Besonders cool ist, dass euer Avatar ebenfalls am Bildschirmrand eingeblendet wird und mittanzt. So könnt ihr euch die Bewegungen der Choreografie einerseits klassisch spiegelverkehrt aber auch richtig herum an eurem eigenen Charakter anschauen. Sehr gut gelungen ist auch die Vorschau des nächsten Moves. Wo euch Just Dance 3 nur ein kryptisches Piktogramm präsentiert, zeigt euch hier eine kleine Anzeige am oberen Bildschirmrand stets an, wie genau die als nächstes kommende Bewegung aussieht. Von den sehr coolen Bühnen sind leider nur vier Stück im Spiel enthalten, hier hätten wir uns eine deutlich größere Auswahl gewünscht. Abgerundet wird The Black Eyed Peas Experience letztlich von einem Editor, in dem ihr aus allen verfügbaren Bewegungen eine eigene Choreografie zu sämtlichen Songs des Spiels entwerfen könnt – sehr schick.

Fazit

Fans der Black Eyed Peas bekommen mit The Black Eyed Peas Experience ein klasse Paket geboten: 30 tolle Songs der Band, alle Mitglieder wunderbar virtuell dargestellt, coole Choreografien, ein fordernder Karrieremodus, lustige Hintergrundinfos über die Gruppe, einen Editor und eine saucoole Präsentation. Anhänger der amerikanischen Musikgruppe können hier bedenkenlos zugreifen und Spaß mit ihren Idolen und deren Liedern haben. Auch für alle anderen bleibt The Black Eyed Peas Experience eines der bisher besten Kinect Tanzspiele, verliert aber nach einiger Zeit seinen Reiz, weil ihr die Songs der Black Eyed Peas irgendwann nicht mehr hören könnt. Außerdem werden besonders Anfänger von den komplexen Bewegungsabläufen überfordert und der Karrieremodus motiviert nicht langfristig genug. Sollten die Black Eyed Peas nicht gerade zu euren Lieblingsinterpreten gehören, seid ihr mit einem normalen Tanzspiel, wie beispielsweise Dance Central 2, besser beraten. Für Fans hingegen kann es kaum etwas Schöneres geben, als nun endlich vor dem Fernseher gemeinsam mit Fergie die Hüften schwingen zu können.

 

„Fans können vor Freude tanzen, alle anderen greifen lieber zu Dance Central 2“

 


Pro:
  • Erstklassige Animationen
  • Stimmige Präsentation
  • Fordernde Bewegungsabläufe
  • Stattliche Songliste
  • Choreografie Editor
  • Virtueller Tanzcoach
  • Avatar mit Kleidung und Accessoires

Kontra:
  • Viele komplexe und komplizierte Bewegungen
  • Karriere langfristig nicht motivierend genug
  • Lediglich vier Locations
  • Teurer Songnachschub

Einzelspieler: 8.0
Mehrspieler: 8.3
Xbox Live: -
Steuerung: 8.2
Grafik: 8.4
Sound: 8.4
Sprache: Deutsch
Bildschirmtexte: Deutsch
Zensur: nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden: + 8
Geeignet für: Anfänger bis Profis
Altersfreigabe: Keine Altersbeschränkung

Gesamtbewertung
8.0


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