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The Misadventures of PB Winterbottom Autor:Tobias Greiser - FederTobinator Streetdate: 17.02.2010 Gametyp: Actionspiel Entwickler: - - - - Publisher: - - - - Hits:1201 Wer ein spaßiges Rätselspiel für zwischendurch haben will, muss auf der Xbox 360 nicht lange suchen. Schließlich gibt es auf dem Marktplatz genügend gute Titel, die Spaß machen und nebenbei die grauen Zellen anregen. Denkt man sich allerdings alle Spiele weg, die mit dem Verschieben von bunten Steinchen zu tun haben, sieht die Lage schon ein bisschen anders aus. Braid ist das Spiel, dass dann aus der Masse herausragt, einfach durch seine unglaublich hohe Qualität uns seinen Tiefgang. Kürzlich ist mit The Misadventures of P.B. Winterbottom ein Spiel erschienen, das in eine ganz ähnliche Kerbe schlägt, aber doch etwas ganz Eigenes darstellt. Wir haben den Titel für 800 Points gekauft und festgestellt: Das Spiel ist ähnlich wie Braid, nur ohne Farbe und mit weniger Tiefgang. Ob es ebenso viel Spaß bereitet, erfahrt ihr jetzt im ausführlichen Test zum Spiel. Dicker Kuchenhüpfer Ihr schlüpft in die blasse Haut des namensgebenden P.B. Winterbottom und habt damit nur noch ein Ziel vor Augen: Kuchen! Denn anstatt einen der typischen Videospiel-Berufe wie Klempner oder Grabräuber auszuüben, hat der gute Mr. Winterbottom einen ganz anderen Beruf. Das kleine Männchen mit dem schwarzen Hut ist Kuchendieb. Damit ist eure Aufgebe natürlich klar, ihr versucht in jedem Level so viel Backwerk wie nur möglich einzusammeln, damit sich P.B. die Wampe vollschlagen kann. Abgesehen dieser Zielsetzung steckt nicht viel mehr Story in dem Spiel. Ihr bekommt zwar vor jedem Abschnitt ein paar nette Zeichnungen und tolle Reime präsentiert, eine richtige Hintergrundgeschichte treibt das alles aber nicht voran. Während eurer Erkundungstouren habt ihr immer einen schwarzen Regenschirm dabei, mit dem ihr euch Abgründe hinunter gleiten lassen könnt. Zudem dürft ihr mit dem Schirm auf Knopfdruck Schläge austeilen. Allerdings gibt es keine Gegner in dem Spiel, die ihr schlagen könnt. Wen ihr dann verdreschen sollt? Ganz einfach, euch selbst. Noch mehr dicke Männer Winterbottom hat nämlich die bemerkenswerte Fähigkeit Klone von sich selbst erschaffen zu können. Ihr drückt einfach die rechte Schultertaste zum Aufnehmen, führt eure Aktion aus und lasst die Taste wieder los. Fortan vollführt eine schattenhafte Version von P.B. immer wieder dieselbe Bewegung. Oder eben gar keine Bewegung, denn mit ein bisschen Raffinesse lassen sich auch ganz einfach immer höhere Türme bauen, indem P.B. sich selbst auf den Kopf steigt. Eure Klone dürft ihr dann auch mit eurem Schirm schlagen, daraufhin fliegen sie in hohem Bogen über den Bildschirm und reißen alle Kuchen mit sich, die sie auf dem Weg berühren. In jedem Level habt ihr unterschiedliche Vorgaben, wie viele Abbilder euer Selbst ihr erstellen dürft. Manchmal habt ihr bis zu 20 Klone zur Verfügung, was das Spielgeschehen deutlich einfacher macht. Oftmals dürft ihr euch aber nur ein einziges Mal kopieren und müsst damit trotzdem alle Kuchen sammeln. Ein kniffliges Unterfangen. Der Schwierigkeitsgrad in den insgesamt 75 Levels ist auch nicht von schlechten Eltern. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase zieht das Spiel richtig an und wird Anfänger verzweifeln lassen. Abwechslung wird großgeschrieben Damit Profis nicht unterfordert werden, haben sich die Entwickler einiges einfallen lassen. In den ersten Abschnitten reicht es noch, dass einfach irgendwer den Kuchen berührt, um ihn einzusammeln. Entweder euer gegenwärtiges Ich, oder eine vergangene Version von euch. Schnell müsst ihr aber feststellen, dass manche Kuchen gar nur von eurer geklonten Version eingesammelt werden dürfen. Oftmals habt ihr auch nur eine geringe Zeitspanne, in denen ihr das Backwerk erhaschen könnt, bevor es wieder verschwindet. Ein anderes Mal müssen die Kuchen in einer ganz bestimmten Reihenfolge gesammelt werden. Dann wieder müsst ihr eure Doppelgänger durch Portale schicken um ans Ziel zu kommen. Teilweise ist es sogar nötig erst einmal ein Feuer zu löschen, bevor ihr und eure Klone zu brennen anfangt. Oder ihr müsst Reißaus vor bösen Varianten eurer Selbst nehmen, die euch bei Kontakt töten, ohne die ihr aber die Levels nicht abschließen könnt. Ihr seht schon, für Abwechslung ist reichlich gesorgt. Als wäre das noch nicht genug, gibt es zu den 50 Story-Levels noch 25 weitere Abschnitte, in denen ihr mit einer Minimalzahl von Klonen auskommen müsst oder die Uhr gnadenlos gegen euch tickt. Auch in diesen Herausforderungen haben Entwickler wirklich alles verarbeitet, um eure Denkleistung auf den Prüfstand zu stellen. Bis ihr wirklich alle Kuchen gesammelt und Bestzeiten geknackt habt, dürfte euer Gehirn auf die Größe einer Melone angewachsen sein. Schokoladenkuchen-Schalthebel Obwohl das Spiel für Kinder aufgrund der komplexen Rätsel eher nicht geeignet ist, ist die Bedienung trotzdem kinderleicht zu verstehen. Um den dicken Kuchendieb in die Lüfte zu heben reicht ein Druck auf die A-Taste. Schon vollführt P.B. einen kleinen Hopser und kann dann, wenn ihr die A-Taste gedrückt haltet, an seinem Schirm wieder sanft gen Boden segeln. Zugeschlagen mit der Unwetterkeule wird hingegen mit der X-Taste. Immens wichtig ist natürlich die Aufzeichnungs-Funktion, die ihr mit der rechten Schultertaste aktiviert. Auch wenn das Prinzip eigentlich einfach ist, benötigt es doch ein paar Minuten, bis ihr wirklich alles verinnerlicht habt. Dafür stellt euch The Misadventures of P.B. Winterbottom aber ein nettes Tutorial an die Seite, das sowohl die seichte Geschichte einleitet, als auch die Bedienung erklärt. Farbloser Hauptcharakter Was an der Grafik natürlich als allererstes auffällt, ist die nicht vorhandene Farbgebung. The Misadventures of P.B. Winterbottom ist ein Spiel in klassischem Schwarz-Weiß. Das hinterlässt einen edlen Eindruck und unterstreicht die künstlerische Note, die der Titel zu jederzeit verbreitet. Neben laufen, schlagen, springen und schweben hat Mr. Winterbottom zwar keine Animationen im Repertoire, das macht aber überhaupt nichts. Schließlich ist der kleine Mann mit der Knollnase einfach knuffig und verdammt gut gelungen. Die Tippelschritte passen genauso gut zu dem alten Mann, wie das Schwingen des Regenschirms, welches sich die Entwickler wohl von echten Rentnern abgeschaut haben dürften. Gegen Ende des Spiels kommt mit den bösen Klonen sogar noch Farbe ins Spiel, die fiesen Doppelgänger sind nämlich in bedrohlichem Rot gehalten. Das Spiel reißt zwar optisch keine Bäume aus und zieht im Vergleich zum unglaublich farbenfrohen Braid klar den Kürzeren, macht aber einen hübschen grafischen Gesamteindruck und überzeugt mit seinem schlichtem und schicken Schwarz-Weiß-Stil. Kolossale Klänge Soundtechnisch ist das Spiel außerordentlich gut gelungen. Die eher klassischen Musikstücke klingen sehr schön und voluminös. Selbst wenn auf dem Bildschirm mal nicht so viel los ist, haut die Musik voll rein. In Kooperation mit der Aufnahmefunktion entwickelt sich ein Gefühl, wie bei einer alten Filmaufnahme und Soundtracks zu guten Filmen sind ja meistens auch exzellent. Spieler unter euch, die mit dieser Musikrichtung allerdings gar nichts anfangen können, wird auch die Hintergrundmusik nicht gefallen und nach kurzer Zeit auf die Nerven gehen. Aber die kann ja jeder auch einfach abschalten. Spielt am besten einfach die Demo und entscheidet selber. Dass allerdings schon viele Spieler gefragt haben, ob man den Soundtrack irgendwo kaufen kann, sollte für sich sprechen. Fazit The Misadventures of P.B. Winterbottom ist nach Braid das erste Rätselspiel ohne bunte Steinchen, dass uns wieder richtig überzeugen konnte. Der Titel überzeugt mit einem innovativen Spielkonzept und bietet Unmengen an Abschnitten in denen ihr eure Denkleistung überprüfen könnt. Und für The Misadventures of P.B. Winterbottom werdet ihr einiges an Grips benötigen. Denn die Levels werden nach kurzer Zeit immer schwieriger, bis sie schließlich kaum noch zu durchblicken sind. Dafür könnt ihr sie allerdings optisch gut überblicken. Die Kamera bietet jederzeit beste Sicht auf die schmucken Abschnitte. Selbst von der Präsentation her kann das Spiel punkten. Die schicke Schwarz-Weiß-Optik wirkt edel und der Soundtrack heizt euch mit tollen Stücken ordentlich ein. Lediglich eine richtige Story fehlt. Dafür bekommt ihr aber tolle Gedichte präsentiert, die je ein neues Level einleiten. Wirr, aber stilsicher. Im direkten Vergleich mit Braid zieht The Misadventures of P.B. Winterbottom zwar den Kürzeren, kann aber im Gegensatz zu seinem Konkurrenten mit einer Vielzahl an Levels glänzen. Und es gibt Kuchen… und das hat schließlich noch keinem großen Spiel geschadet! „Tolles Stück Kunst mit vielen Levels, einem ganz eigenen Stil und einer Spaßgarantie für Freunde von abgedrehten Rätseln.“ Pro:
Kontra:
Einzelspieler: 8.7 Mehrspieler: - Xbox Live: - Steuerung: 8.5 Grafik: 8.5 Sound: 8.9 Sprache: Keine Bildschirmtexte: Deutsch Zensur: nicht notwendig Spielzeit ca. in Stunden: + 10 Geeignet für: Anfänger bis Profis Altersfreigabe: Keine Altersbeschränkung
Gesamtbewertung
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