Tomb Raider
Autor:Tobias Schulte -
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Streetdate: 30.11.1999
Spielgenre: Actionspiel
Entwickler: Crystal Dynamics
Publisher: Square Enix
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Mit dem neuesten Teil der Tomb Raider-Serie wollen Square Enix und Crystal Dynamics das Spiel von Grund auf neu entwickeln. Dabei möchten die Macher des Spiels aber nicht zurück zu den Wurzeln kehren, sondern eben diese definieren. Es ist kein komplett neues Spiel, obwohl es sich so anfühlt, es ist immer noch Lara Croft, obwohl es ein völlig neues Gesicht ist und es ist das Tomb Raider, das wohl am meisten auf der E3-2011 beeindruckt hat. Alles begann mit den ersten Ankündigungen und Details von Square Enix. Circa 9000 km und 12 Stunden später befand ich mich auf der E3 in Los Angeles und nahm meinen Platz auf der Microsoft Pressekonferenz ein. Crystal Dynamics betrat die Bühne und führte eine erste Demo von Tomb Raider vor. Die gezeigten Spielszenen erreichten vor allem eins bei der begeisterten Zuschauermenge: Umdenken! Zuvor dachte wohl jeder im Saal, mich eingeschlossen - „Och schon wieder ein neues Tomb Raider, ... ein weiteres Spiel einer nicht enden wollender Franchise!“ Und kaum gab es einige Minuten zum neuen Tomb Raider zu sehen, dachte jeder „Zum Glück!“ Nach der Pressekonferenz durfte ich am späten Abend neben IGN, Gametrailers und vielen weiteren US-Websites selbst die ersten Meter von Lara Croft anspielen. Einen Tag darauf hatte ich einen Termin bei Square Enix im Los Angeles Convention Center. Genügend Lara, um euch heute eine erste kleine Vorschau präsentieren zu können.
Lara Croft wie ihr sie noch nie erlebt habt
Das neue Tomb Raider spielt zeitlich vor allen anderen Teilen der beliebten und nunmehr 15 Jahre alten Serie. Lara ist 21 Jahre jung und strandet nach einem Schiffsunglück auf einer mysteriösen Insel. Die hübsche Collegestudentin scheint in ernsthafter Gefahr zu sein und baumelt in der nächsten Szene gefesselt kopfüber an der Decke. Als die junge Lara wieder zu Bewusstsein kommt, schreitet ihr erstmals in das Spiel ein. Der Bildschirm ist komplett leer. Es gibt keine Anzeigen oder gar ein Tutorial. Ihr hängt einfach in der Luft herum und genießt die hervorragende Grafik. Dann irgendwann berührt ihr den linken Analog-Stick und eure hübsche Heldin fängt an zu schaukeln. Mit dem Daumen am Pad holt ihr immer mehr Schwung, bis ihr plötzlich über einer Feuerquelle in brannt geratet, sich die Fesseln lösen und ihr einige Meter tief auf den Boden stürzt. Der Aufprall wird mit einem schmerzhaften und alles durchdringenden Schrei begleitet. Ein scharfkantiger Holzpflock hat sich geradewegs durch eure Bauchseite gerammt.
Lara kniet auf dem Boden, juchzt und gibt bitterliches Wimmern von sich. Plötzlich packt sie der Mut, sie greift nach dem Holzstück, sie versucht es aus ihrem Körper zu ziehen. Dazu hämmert ihr parallel wie wild auf die X-Taste. Doch der Schmerz ist zu groß und die Holzsplitter beißen sich in euer Fleisch. Ihr sinkt wieder zu Boden, seid von dem riesigen Adrenalinschub und der Verwundung förmlich benebelt. Ein letzter kräftiger Ruck gefolgt von einem lautstarken und zugleich befreienden Schrei, löst den Fremdkörper aus euren Eingeweiden.
Der Instinkt um zu überleben
Kaum habt ihr euch befreit, schnappt ihr euch eine Fackel und entflammt diese an einer weiteren Feuerstelle. Mit einer Hand stützt ihr euch in den unterirdischen, engen und felsigen Tunnelwegen immer wieder ab. Eure Wunde verliert viel Blut, eure Wahrnehmungskraft schwindet mit jedem Schritt und ihr versucht euch ein Bild von der prekären Lage zu machen. Ihr stolpert voran, haltet die Wunde zu, um die Blutung ein wenig aufzuhalten und seht plötzlich eine Art Schrein mit unzähligen Kerzen. Im Lichtkegel der Fackel schimmern immer mehr finstere Wandmalereien hervor und der Ort erinnert an einen furchteinflößenden Voodoo-Schauplatz.
Jetzt erkennt ihr erst die wirklich brenzlige Lage in der ihr euch befindet und wollt nur noch raus da. Ihr klettert weiter, durchquert enge Felspassagen und taucht durch einen kleinen Wasserfall hindurch. Die Fackel erlischt und muss neue entfacht werden. Ein Stück weiter müsst ihr wieder allen Mut zusammen nehmen und einen weiteren engen Abschnitt durchqueren. Die Kameraperspektive wechselt dabei gekonnt um eure Heldin herum und fängt das Geschehen perfekt ein. Dies ist eines der vielen neuen Elemente, die das neue Tomb Raider so einzigartig erscheinen lassen. Später dazu mehr.
In einer etwas größeren Höhle angekommen, wartet das erste Rätsel auf euch. Mit der Fackel in der Hand befördert ihr zwei Benzinfässer über ein kleines Hindernis im Fluss. Nun zündet ihr alte Holzkisten an, die durch die Wasserströmung getrieben, genau bei den Fässern landen und eine riesige Explosion verursachen. Der Feuerball hat einen neuen Weg freigeräumt. Das instabile unterirdische Konstrukt wurde durch die Detonation aber so stark erschüttert, das alles droht in sich einzustürzen.
Quick Time Events
Lara nimmt die Beine in die Hand. Sie rennt, stolpert, landet im Matsch, schreit vor lauter Schmerz und springt über riesige Abgründe. Lara hat fürchterliche Angst. Doch sie rennt weiter um ihr leben. Plötzlich packt eine finstere menschliche Gestalt ihre Beine und hält sie fest. Lara versucht sich loszureißen und ihr müsst die Aktion im richtigen Moment durch einen Quick Time Event bestätigen. Habt ihr den angezeigten Button zum exakten Zeitpunkt gedrückt, verpasst ihr dem ungebetenem Besuch einen kräftigen tritt ins Gesicht. Ihr rennt weiter und klettert mit den Schultertasten eine Felswand hinauf. Ihr drückt so schnell ihr könnt abwechselnd RT und LT bis in einer weiteren Schrecksekunde euch wieder etwas packt. Begleitet von den Worten: „Ich will dir helfen!“ ziehen die starken Arme euch wieder hinunter. Doch diesmal zerquetscht ein riesiger Felsbrocken den Störenfried, bevor ihr überhaupt zu einem weiteren Tritt ausholen könnt.
Endlich an der Oberfläche angekommen überblickt ihr die riesige Insel. Ein riesiger Dschungel voller Wälder und Bäumen. An der Küste unzählige gestrandete Schiffe und ihr mitten drin.
Erster Eindruck
Die ersten Minuten des neuen Tomb Raider Spiels strotzten nur so vor einer genialen Atmosphäre und auch der neuen Abschnitt, den Square Enix mir hinter verschlossenen Türen auf der E3-2011 gezeigt hat, war sehr beeindruckend. In diesem befand sich Lara Croft in einem alten verlassenen Inka-Dorf wieder. Sie hatte ihren verwundeten Onkel Roth gefunden und Feuer gemacht. Roth scheint das warme Plätzchen aber nicht genießen zu können, denn seine Verwundung rafft ihn langsam aber sicher dahin. Lara weiß nicht mehr weiter. Sie zieht die Beine an und fängt an zu weinen. Eine derartig emotionale Phase in einem Tomb Raider Spiel gab es bisher noch nie und wenn Square Enix diesen Grad an Gefühl und Atmosphäre halten kann, dann erwartet euch hier nicht nur ein neues Tomb Raider, sondern das Beste Tomb Raider Spiel der Serie.
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