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WRC 2

Autor: Tobias Schulte - Z0RN
Streetdate: 14.10.2011
Gametyp: Rennspiel
Entwickler: Black Bean
Publisher: Black Bean
Leser: 1658

Die Entwickler bei Milestone hatten es sich nach World Rally Championship zur Aufgabe gemacht auf die Wünsche ihrer Spieler einzugehen und WRC 2 eine neue Dynamik zu verpassen. Neue Autos, neue Strecken und natürlich noch mehr Spaß sollen das Rennspiel zu einem außergewöhnlichen Erlebnis machen. Wie viel Euphorie nun wirklich hinter dem Lenkrad steckt erfahrt ihr im ausführlichen Test.

Standard eben

In einer Reihe schier unendlicher Rennspiele ist es so gut wie unmöglich einen neuen Einzelspielermodus zu erfinden. Ihr begegnet also dem typischen Beginn eurer Karriere. Nach und nach stellt ihr euer Team zusammen, kauft euer erstes Auto und erfahrt wie ihr es ausgestalten könnt. Neue Erfindungen, wie zum Beispiel bessere Bremsen werden entwickelt, euer Wagen bekommt Farbe und irgendwann findet euch ein Sponsor.

Zwischendurch fahrt ihr einige Rennen und versucht euren Bekanntheitsgrad zu erhöhen, um noch mehr Fahrzeuge für euch erreichbar zu machen oder neben den Grundfarben ein paar interessantere Lackierungen freizuschalten.

So leicht wie Atmen

Um das zu erreichen müsst ihr euch jedoch erst einmal durch ein Menü steuern. Findet und wählt den Einzelspielermodus, dann sucht euch einen Namen, ein Geschlecht und ein Herkunftsland aus und voilà, euer erstes Rennen beginnt. An dieser Stelle ist es euch auch möglich grundlegende Einstellungen für das Spiel zu treffen. Welchen Schwierigkeitsgrad traut ihr euch zu? Wie starke Schäden an eurem Wagen sollen möglich sein? Schafft ihr es den Wagen selbst auf der Strecke zu halten oder benötigt ihr kleinere Hilfestellungen, wie beispielsweise automatisches Bremsen in der Kurve?

Nach dem ersten Rennen werdet ihr euch in eurem Rallye Menü wiederfinden. Ein Veranstaltungskalender offenbart alle derzeit möglichen Rennen und wo sie stattfinden. Zusätzlich gibt es eure Garage in der ihr eure Fahrzeuge verwalten könnt. Im Büro kann mit eventuellen Sponsoren verhandelt werden. Das Autohaus birgt neue schnelle Flitzer und eure Bewertungen verstecken sich hinter einem weiteren Menüpunkt.

Keine echten Gegner

Habt ihr es geschafft euch zurecht zu finden werdet ihr die ersten Rennen veranstalten. Im Gegensatz zu anderen Rennspielen seht ihr eure Gegner jedoch nicht, außer ihr stellt den „Geistmodus“ an. Ansonsten wird euch nur in Etappen angezeigt auf welchem Platz ihr euch derzeit befindet. Während ihr den Wagen lenkt sagt euch euer Beifahrer an wenn sich die Bodenbeschaffenheit ändert, ihr in ein Nadelöhr geratet oder wie die nächste Kurve beschaffen ist.

Wenn ihr nicht gerade WRC Experten seid, solltet ihr vor der Karriere das Tutorial durchspielen, um mit den Ansagen zurecht zu kommen. Nach dem Rennen erwarten euch, insofern ihr eure Sache gut gemacht habt, Belohnungen. Im besten Fall gibt es neue Wagen in der Garage oder neue Mitglieder für euer Team.

Leider werdet ihr feststellen, dass ihr mehr Zeit in den Menüs verbringt als auf der Rennstrecke, denn die Rallyes dauern nur wenige Minuten. Auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad bieten sie nicht einmal für Fahranfänger eine Herausforderung. Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass ihr ein Missgeschick auf Knopfdruck ungeschehen und ein paar Sekunden im Rennen zurück springen, oder die Etappe einfach neu starten könnt.

Und es wird leichter

Um dem ganzen die Krone aufzusetzen wurde auch die Steuerung sehr simpel gestaltet. Insofern ihr mit einem Controller und nicht mit dem Lenkrad an den Start geht, legt ihr mit LT den Rückwärtsgang ein und beschleunigt mit RT. LS dient zum lenken des Fahrzeugs und mit A zieht ihr die Handbremse an um scharfe Kurven zu nehmen. Zumindest auf den leichteren Schwierigkeitsgraden ist das alles was ihr benötigt, um eine Saison nach der anderen zu absolvieren und es schlussendlich in die Word Rallye Championship zu schaffen.

Zu Gucken gibt’s auch was

Wenn ihr noch ein wenig Zeit habt euch mit der Grafik zu beschäftigen während ihr über die Piste rast, werdet ihr feststellen, dass die Umgebung recht gut gelungen ist. Die Autos sehen aber mit Abstand am besten aus. Die Fahrer solltet ihr aber nicht zu genau betrachten. Selbst in den Menüs sind nur Karikaturen eurer Teammitglieder abgebildet und euch selbst bekommt ihr nie zu Gesicht. Die Menüs sind ein Mix aus sterilem weiß, grasgrün und schwarz. Von der Musik sollte lieber überhaupt nicht gesprochen werden. Ihr werdet das Gefühl haben euch in einer Cocktailbar zu befinden und nicht kurz vor einem Autorennen.

Der Sound im Spiel ist hingegen ist einigermaßen gut. Die Motorgeräusche wurden ordentlich umgesetzt und auch Wettererscheinungen können überzeugen. Leider lenkt das nicht davon ab, dass euer Beifahrer wie ein alter Anrufbeantworter klingt und ihr selbst bei einem Unfall nicht davon überzeugt werden könnt, dass kein Roboter neben euch sitzt.

Der Spaß mit Freunden

Wenn ihr von der Musik nicht abgeschreckt werden konntet solltet ihr auf jeden Fall den Multiplayer versuchen. Ihr könntet den sogenannten Hot Seat  probieren. Hier ist es euch möglich die selbe Strecke nach einander zu fahren. Somit haben zwei bis vier Spieler die Möglichkeit sich zu messen und dabei ohne Bildschirmteilung zurecht zu kommen. Ihr könnt euch vollkommen der Strecke widmen und müsste keine Angst haben von einem anderen Spieler gerammt zu werden. Es nimmt euch allerdings auch die Freude der direkten Konfrontation. Euch nur darauf zu konzentrieren auf der Strecke zu bleiben wird auf Dauer langweilig, vor allem wenn ihr die Karriere absolviert und alle Orte bereits einmal besucht habt.

Als zweite Möglichkeit gibt es den typischen Online Multiplayer. Hier könnt ihr euch mit Freunden oder Fremden messen und euch werden die Kontrahenten im Geistmodus angezeigt. Das heißt ihr könnt sie sehen, aber noch immer nicht von ihnen gerammt oder abgedrängt werden. Der Modus ist sehr funktional, bringt ein höheres Maß an Spaß und kann mit bis zu sechzehn Spielern durchgeführt werden. Ob es sich dabei um eine Meisterschaft oder nur eine Einzeletappe handelt wird von demjenigen entschieden der die Lobby erstellt.

Alles in allem ist der Multiplayer zwar durchaus akzeptabel, hätte aber, wie der Rest des Spiels, ein wenig spannender ausgestaltet werden können.

Fazit

World Rallye Championship 2 ist ein weiteres Rennspiel von den Entwicklern bei Milestone, das auf den Markt entlassen wurde. Ihr könnt euch der typischen Karriere stellen, euch durch mehrere Saisons langsam zur Meisterschaft eures Lebens vorarbeiten und dabei euer persönliches Team zusammenstellen. Währenddessen kauft ihr einige Wagen, entwickelt deren Technologie weiter und versucht dabei das Rad noch mal neu zu erfinden. Achtet darauf nicht zu viel Zeit in dem steril weißen Menüs zu verbringen, sondern lieber von Rennen zu Rennen zu kommen. Stellt euren Beifahrer etwas leiser ein um der Anrufbeantworterstimme zu entgehen und ihr werdet sicherlich Spaß haben. Wenn ihr euch lieber mit euren Freunden messen möchtet solltet ihr den Multiplayer ausprobieren. Der Hot Seat ist zwar nicht besonders gelungen, aber zumindest online mit bis zu sechzehn Fahrern sollte sich eine gewisse Euphorie einstellen. Unterm Strich ist WRC 2 leider kein Knüller, wird vermutlich nur für einen Durchgang begeistern und ansonsten bis zur nächsten Geburtstagsfeier im Schrank verschwinden.

 

„Es ist schneller zu Ende als es angefangen hat“

 

 


Pro:
  • Prachtvolle Autos
  • Schicke Umgebungen
  • Satte Motorengeräusche
  • Leichtes Gameplay

Kontra:
  • Zu wenig Spielmodi
  • Gegner sind allesamt Geister
  • Grafik schwächelt in allen Bereichen
  • Rennen sind viel zu kurz
  • Schwierigkeitsgrad zu gering
  • Beifahrerkommentare kommen einem Anrufbeantworter gleich
  • Lieblose Menüs
  • Schlechte Musikuntermalung
  • Langweiliger Mehrspieler

Einzelspieler: 6.3
Mehrspieler: 4.2
Xbox Live: 6.9
Steuerung: 7.2
Grafik: 5.9
Sound: 5.4
Sprache: Deutsch
Bildschirmtexte: Mehrsprachig
Zensur: nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden: + 10
Geeignet für: Anfänger bis Profis
Altersfreigabe: Ab 6 Jahren

Gesamtbewertung
5.9


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