WWE All Stars
Autor:Sandra Friedrichs -
anormaldisaster
Streetdate: 01.04.2010
Spielgenre: Kampfspiel
Entwickler: THQ
Publisher: THQ
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Im Grunde gibt es nur sehr wenige Wrestling Spiele auf der Xbox 360. Die wohl bekannteste Reihe dürfte aber THQ’s WWE Smackdown vs. Raw sein. Wir durften auf der diesjährigen Gamescom in Köln jedoch nicht nur einen kurzen Blick auf das neue Smackdown vs. Raw 2011 werfen, sondern auch THQ’s jüngstes Steckenpferd, WWE All Stars, einmal näher unter die Lupe nehmen. In WWE All Stars kämpfen erstmals die größten WWE-Legenden und Stars gegeneinander und konkurrieren um den Titel des Besten WWE-Superstars aller Zeiten. Ein genaues Erscheinungsdatum für das Spiel gibt es bisher nicht, anvisiert ist aber das zweite Quartal 2011. Während unseres Besuchs auf der Gamescom war das Spiel zu schätzungsweise 60 Prozent fertiggestellt.Der kleine aber feine Unterschied Anders als bei der Smackdown vs. Raw Reihe zielt WWE All Stars weniger auf den eingefleischten WWE-Fan, sondern auf den Gelegenheitsspieler, der bisher von Wrestling Spielen eher Abstand gehalten hat und vielleicht gerade einmal noch Hulk Hogan als Wrestler identifizieren kann. Aus diesem Grund ist das Gameplay des Spiels getreu dem Motto Pick-up-and-Play (Schnapp dir deinen Kontroller und leg los) sehr intuitiv und einfach gehalten. In dieser Hinsicht hat THQ auf jeden Fall Wort gehalten, man braucht weniger als eine Minute, um zu verstehen, was welche Taste auslöst. Schwierige Tastenkombos sucht man vergeblich. Darin liegt aber auch gleichzeitig eine Schwäche von WWE All Stars. So artet das Spiel unter Umständen zu schlimmen Button-Smashing aus, das weder eurem Controller gefällt noch euch als Spieler lange fesseln kann. Zwar kommt es laut Auskunft der Entwickler auf das genaue Timing der Schläge beziehungsweise Blocks an, aber wer schnell genug seine Tasten malträtiert, dürfte den gleichen Erfolg haben. Alles so schön bunt hier In der Tat haben es die Entwickler in der Farbgestaltung wohl etwas übertrieben, sodass einige wenige knallige Farben die WWE Arenen dominieren. Auch das Publikum, das euch bei gelungenen Moves und sensationellen Aktionen feiern sollte, ist kaum erkennbar. Einige verwaschene Figuren, die man mit viel gutem Willen noch als Personen erkennen kann, sitzen in einem pixligen Einheitsbrei um den Ring herum. So verpufft das Wrestling Feeling häufig schon kurz nach dem Einlauf eures Charakters. Denn die Showsequenzen von WWE All Stars können sich durchaus sehen lassen. Bei besonders sehenswerten Aktionen, wie einem Sprung vom Netz des Rings auf euren am Boden liegenden Gegner, wird euer Angriff schön langsam und für den Gegner besonders demütigend in Slow Motion dargestellt. Ebenfalls hat jeder Charakter bei seinem Einlauf in die Arena einen ganz eigenen Stil, um auf sich aufmerksam zu machen.
Die Darstellung der Charaktere ist besonders gelungen. Mit der Wirklichkeit hat das natürlich keinen Zusammenhang mehr, wenn ein über zwei Meter großer scheinbar nur aus Muskeln bestehender Hulk die Arena betritt. Natürlich stehen die Kämpfe dieser Charakterdarstellung in nichts nach: Da wird ein Körper, wenn er aus der Luft auf den Ringboden prallt, fast schon wie ein Flummi wieder in die Luft katapultiert. Auch kann man nur hoffen, dass die Entwickler noch einiges an Zeit für WWE All Stars aufwenden und unschöne Szenen, wie einen über dem Netz schwebenden Charakter oder eine Hand, die bei einem Wurf in der Schulter des Gegners verschwindet, noch ausbessern. Im Gegensatz dazu ist die Darstellung von Verletzungen bereits ganz gut gelungen. Je nach Schwere eines Angriffs tragt ihr rote Striemen am Körper oder humpelt nur noch durch die Arena.Was haben wir denn hier Selbstverständlich habt ihr in WWE All Stars auch die Möglichkeit, alle Gegenstände im und außerhalb des Rings zu benutzen. So könnt ihr beispielsweise auf die Ringbegrenzung steigen und von dort aus euren Gegner attackieren oder ihr schnappt euch alternativ einfach eine bereitstehende Leiter und springt auf euren am Boden liegenden Gegner. Jede WWE-Legende und jeder Superstar greifen dabei auf eigene Moves und Fähigkeiten zurück, sodass der gleiche Angriff je nach Charakter unterschiedlich ausfällt. Besonderes Augenmerk wurde hier noch auf die sogenannten Finishing Moves gelegt, die eure einzige Möglichkeit sind, euren Gegner endgültig mit dem Ringboden bekannt zu machen und das Spiel für euch zu entscheiden. Um einen Finishing Move ausführen zu können, müsst ihr euer Gegenüber lange genug bearbeiten, um die Möglichkeit zu erhalten ihn in einer spektakulären Aktion fertigzumachen. THQ verspricht in seiner offiziellen Beschreibung zu WWE All Stars einen „rasanten Wrestling-Spaß mit Suchtpotenzial“. Davon ist bisher noch nicht so viel zu erkennen. Suchtpotenzial baut WWE All Stars zumindest noch keines auf. Auch die anvisierte Gruppe der Casual Gamer wird das Spiel bisher kaum fesseln können. Ob gewöhnungsbedürftige Grafik, eine Physik Engine, die noch mit etlichen Fehlern zu kämpfen hat oder einem doch sehr monotonen Spielprinzip. Um einen Kaufpreis von 70 Euro für das Spiel rechtfertigen zu können, muss THQ auf jeden Fall noch einiges an Entwicklungsarbeit in WWE All Stars stecken. Wir sind zumindest auf den Einzelspielermodus gespannt und vielleicht schaffen es die Entwickler ja noch, die momentanen Schwächen des Spiels auszubügeln.
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