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Die Simpsons

Autor
Alexander Carius - Baxxter85
Erstellt am
06.11.07
Streetdate
02.11.2007
Spielgenre
Jump and Run
Entwickler/Publisher
Electronic Arts
Kommentare
1
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Die Simpsons

Seit 18 Jahren machen die Simpsons nun schon die Fernsehlandschaft unsicher, um uns mit ihrem verrückten Leben zum Lachen zu bringen. In dieser langen Zeit bleibt eine so erfolgreiche Serie natürlich auch nicht von diversen Versoftungen verschont. „Die Simpsons: Das Spiel“ ist mittlerweile der 19. Videospielableger der gelben Familie aus Springfield. Während die meisten Spiele leider nur Lizenzmüll darstellten, um das schnelle Geld zu machen, ragte der letzte Titel „The Simpsons: Hit & Run“ positiv aus der Masse heraus und konnte als humorvoller GTA Klon punkten. Kann der neuste Streich der Simpsons dieses Niveau halten? Wird er es gar übertreffen? Oder geht er an den Erwartungen zu Grunde? Dies erfahrt ihr in unserem Review.
Das Spiel beginnt mit einem wunderschönen Traum von Homer, er befindet sich im Schokoladenland und knabbert genüsslich an einem Hund und einer Straßenlaterne. Jedoch taucht plötzlich ein Hase aus weißer Schokolade auf, der ihn ärgert. Dies lässt sich Homer natürlich nicht gefallen und verfolgt ihn. Diese kleine Verfolgungsjagd dient als Tutorial und macht euch mit den Grundlagen der Steuerung vertraut. Nachdem Homer den weißen Hasen letztlich auch verspeisen konnte, wacht er auf und stellt mit Entsetzen fest, dass alles nur ein Traum war. Nun beginnt das eigentliche Spiel, Bart findet das Handbuch zu „Die Simpsons: Das Spiel“ und stellt fest, dass sie nun über Superkräfte verfügen, da sie sich ja in einem Videospiel befinden. Klingt etwas wirr, ist aber ganz witzig und im typischen Simpsons Stil umgesetzt.
Gameplay

Durch die erworbenen Superkräfte hat jedes Familienmitglied diverse Fähigkeiten zur Verfügung.
Bart kann sich in den schrecklichen Bartman verwandeln und mit seinem Cape langsam von Häusern zu gleiten. Außerdem hat er immer seine Schleuder dabei, um Gegner aus der Ferne ausschalten zu können, im weiteren Spielverlauf lernt er auch, wie er sich mit einem Haken in ungeahnte Höhen befördern kann.
Homer hat endlich die Chance, seine Trink- und Essgewohnheiten einzusetzen, um seine Familie zu retten. Er kann sich in eine dicke Kugel verwandeln und durch die Gegend rollen, sollte ihm ein Gegner zu nahe kommen, setzt er seine gefürchteten Rülpser ein, die garantiert jeden Feind aus den Socken hauen. Lisa ist in der Lage mit ihrem Saxophon Gegner zu betäuben und mutiert mithilfe eines Extras zur Superfrau oder wird durch Meditation zur übernatürlichen, fast schon göttlichen Lisa. Marge kann mit ihrem Megaphon die Bewohner Springfields zusammenrufen und sie zu ihren Zwecken einsetzen. Und auch die kleine Maggie leistet ihren Beitrag, indem sie sich durch enge Gänge quetscht, durch die sonst niemand passen würde.

Wie man schon an der Beschreibung der Charaktere erkennen kann, wird in „Die Simpsons: Das Spiel“ viel Wert auf abwechslungsreiches Gameplay gelegt, das gelingt anfangs auch, allerdings tritt nach geraumer Zeit leider doch ein gewisser Trott ein, Spaß macht es aber trotzdem. Der Titel ist eine Mischung aus Action- Adventure und Jump & Run, mal müsst ihr Rätsel lösen, mal eure Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei sehr fair, es wird euch zwar einiges abverlangt, aber solltet ihr eine Sprungpassage nicht schaffen, werdet ihr sofort wieder an den Absprungpunkt zurückgesetzt. Wirklich sterben könnt ihr auch nicht in Kämpfen, ihr fallt nur in Ohnmacht, regeneriert euch wieder und könnt weiter spielen.

In insgesamt 16 abwechslungsreichen Episoden seid ihr Herr über Homer, Bart, Lisa, Marge und Maggie.
Pro Episode steuert ihr meist 2 Charaktere, diese können jederzeit schnell und einfach mit dem Steuerkreuz gewechselt werden. Um den Charakter, den ihr nicht steuert, braucht ihr euch keine Sorgen zu machen, er verteidigt sich selbst und kann natürlich auch nicht sterben. Nur wenn beide Charaktere gleichzeitig Ohnmächtig werden, wird das Spiel abgebrochen, dies stellt aber bei den fair gesetzten Speicherpunkten auch kein Problem dar.  Das hört sich nun zunächst vielleicht sogar zu einfach an, aber ihr werdet merken, dass die Entwickler gut daran getan haben, dieses System zu wählen. Denn dadurch wird der Frustfaktor klein gehalten, der ansonsten  bei manchen Spielern mit Sicherheit sehr hoch geworden wäre.
Die Steuerung geht gut von der Hand, leider ist sie manchmal etwas ungenau, daher kann es durchaus passieren, dass ihr zeitweise einige Versuche braucht, um eine schmale Plattform zu erreichen. Trotzdem geht sie vollkommen in Ordnung und mindert keineswegs den Spielspaß. Etwas anders sieht es da mit der Kamera aus, solange ihr euch auf großen Flächen befindet ist alles bestens, aber sobald es eng wird, bleibt die Kamera gerne mal an diversen Ecken hängen. Das kann stellenweise ziemlich nervig sein, ist aber gerade noch annehmbar.

In jeder Episode müsst ihr bestimmte Aufgaben erfüllen um weiterzukommen. Meist beschränken sich diese darauf, dass man von A nach B läuft, dabei zwischendrin kleinere Rätsel und Sprungpassagen meistert oder Gegner  vermöbelt. Es gibt jedoch neben den Hauptaufgaben auch immer noch einiges nebenbei zu entdecken, in jeder Episode sind charakterspezifische Items versteckt, die ihr mit dem jeweiligen Charakter einsammeln könnt. Außerdem gibt es Videospielklischees in den Episoden zu finden, die ihr durch „kuriose“ Aktionen entdeckt, ihr müsst entweder typische Klischees erfüllen oder aber sie brechen, indem ihr zum Beispiel eine unsichtbare Mauer überwindet. Sehr hilfreich ist dabei auch, dass ihr für jede Episode die genaue Anzahl der Klischees und Items angezeigt bekommt.
Als Bonus schaltet ihr nach jeder überstandenen Episode eine Herausforderung frei. Im Herausforderungsmodus bekommt ihr eine Zeitvorgabe, in der ihr z.B. eine bestimmte Zahl Gegner besiegen oder Dinge zerstören müsst. Insgesamt stellt der Modus eine nette Dreingabe dar, mehr aber auch nicht.

Zwischen den Episoden werdet ihr in Springfield abgesetzt, um dort die nächste Episode zu suchen, ihr könnt aber auch nach Herzenslust die Gegend erkunden.
Für das Spiel wurde Springfield nämlich in eine komplett begehbare Stadt verwandelt, jedes kleinste Detail wurde hierbei beachtet, selbst das Haus der Simpsons könnt ihr von innen bewundern. Zudem begegnen euch in dem Städtchen über 100 bekannte Charaktere aus der Serie, die allesamt lustige Sprüche auf Lager haben.
Die beste Parodie, seit es Videospiele gibt

Der Humor in „Die Simpsons: Das Spiel“ ist ein ganz dicker Pluspunkt, man merkt dem Titel an, dass die Originalautoren der Serie und Meister Matt Groening selbst hier die Fäden in der Hand halten. Immer wieder entdeckt man in der Umgebung versteckte Witze oder Andeutungen und vor allem Homer reißt mal wieder einen guten Spruch nach dem nächsten.
Die Simpsons sind dafür bekannt, alles Mögliche durch den Kakao zu ziehen, diesem Motto bleiben sie auch in „Die Simpsons: Das Spiel“ treu. Aktuelle Ereignisse, Filme und vor allem Videospiele bekommen hier auf geniale Weise ihr Fett weg. Erfreulich ist dabei auch, dass Publisher EA mit gutem Beispiel voran geht und auch vor eigenen Spielen nicht Halt macht. Welche Titel genau auf die Schippe genommen werden, möchte ich euch an dieser Stelle nicht verraten, da es einfach viel lustiger ist, wenn man es im Spiel entdeckt, als wenn man vorher schon darüber liest. Nur so viel sei gesagt: Ich habe seit Jahren nicht mehr so in einem Spiel lachen können, jeder, der mit dem Humor der Serie ein bisschen was anfangen kann, wird seine helle Freude haben.
Simpsons pur!

Die Grafik im Cell Shading Look ist mehr als gelungen, niemand wird leugnen können, dass der sonst so umstrittene Stil perfekt zu den Simpsons passt. Niemals zuvor wurde das Flair der Serie so gut in einem Videospiel eingefangen. Verstärkt wird die gute Atmosphäre durch Zwischensequenzen, die in Seriengrafik gehalten sind, hier wurde wirklich hervorragende Arbeit geleistet. Umso unverständlicher ist es da, dass es auch Zwischensequenzen in Spielgrafik gibt, die leider um einiges schlechter aussehen. Das liegt vor allem an dem hässlichen Kantenflimmern, dass an allen Ecken und Enden der Umgebung zu beobachten ist und damit die sonst so gelungen Grafik etwas runter zieht. Positiv zu erwähnen, sind hingegen noch die hübschen Licht- und Feuereffekte. Die Optik des Spiels weiß insgesamt zu gefallen, man fühlt sich fast schon in die Serie hineinversetzt.

Einen großen Anteil daran auch hat der Sound, hier wurden scheinbar keine Kosten und Mühen gescheut. Der Titel kann mit einem schönen Soundtrack und hervorragender Sprachausgabe protzen. Über 8000 Zeilen wurden eingesprochen und das nicht von irgendwem, sondern von den Originalsprechern der Serie. Diese machen ihre Sache wunderbar und lassen einen noch tiefer in die Welt der Simpsons eintauchen.
Allerdings hat das ganze auch einen Haken, denn die deutsche Version hat nur eine deutsche Sprachausgabe. Die Übersetzung ist zwar gut gelungen, trotzdem ist dies bedauerlich, da Spieler mit guten Englischkenntnissen mit der englischen Sprachausgabe besser bedient sind, weil viele Wortwitze schlicht und einfach nicht übersetzbar sind. Deswegen schauen Originalton Fans leider in die Röhre und müssen zur Importversion greifen. Die unter euch, die die Simpsons sowieso nur auf Deutsch kennen, werden aber sehr glücklich mit der ausgezeichneten deutschen Synchronisation werden.
Zweisamkeit

Als kleines Bonbon ist es möglich, alle Missionen auch zu zweit durchzuspielen, dabei kann der zweite Spieler jederzeit in jede Episode einsteigen oder auch wieder aussteigen. Am Spiel selbst ändert sich jedoch nichts, man merkt  immer wieder an einzelnen Stellen, dass das Spiel eigentlich nur für einen Spieler konstruiert wurde, der die Charaktere tauschen kann. Nichtsdestotrotz ist der kooperative Modus sehr gelungen, viele Dinge gestalten sich einfacher, ob es nun Rätsel sind, bei denen die Charakterwechsel wegfallen, oder Kämpfe gegen viele Gegner. Ebenso nützlich wird euch euer Partner beim Suchen von Items oder Klischees sein, vier Augen sehen besser als zwei. Außerdem macht das Lachen zu zweit doch viel mehr Spaß, oder?
Fazit:

Auch diesmal verkommen die Simpsons nicht zum lieblosen Lizenzspiel, ganz im Gegenteil. Man merkt dem Titel an, dass jede Menge Arbeit darin steckt, die Entwickler schaffen es, das Flair der Serie komplett auf die Konsole zu übertragen. Die schicke Grafik im Simpsons- Look und die hervorragende Sprachausgabe können überzeugen, spielerisch wird gehobener Durchschnitt geboten. Das Prunkstück ist aber der typische Simpsons Humor gepaart mit herrlichen Videospielparodien. Wir haben es hier definitiv mit einem der witzigsten Spiele aller Zeiten zu tun, da sieht man auch gerne über die ein- oder andere Macke im Leveldesign hinweg. Simpsons Fans dürfen gerne noch 0.5 Punkte auf die Wertung draufpacken, da sie hier voll auf ihre Kosten kommen. Auch Liebhaber von gutem Humor können bedenkenlos zugreifen. Alle andern brauchen das Spiel nicht unbedingt, weil es spielerisch keine Bäume ausreißt.

Für jeden Fan der gelben Familie ein Muss!
Pro
  • Nette Optik
  • Sehr gute deutsche Sprachausgabe
  • Simpsons Flair perfekt eingefangen
  • Vielseitige Charaktere
  • Kooperativer Modus
  • Odentlicher Umfang
  • Verdammt witzig
  • Videospielparodien
  • Gute Zwischensequenzen in Seriengrafik
  • Coole Sprüche...
Kontra
  • ...die sich leider zu oft wiederholen
  • Kantenflimmern
  • Keine englische Sprachausgabe
  • Stellenweise Kollisionsfehler
  • Manchmal zu ungenaue Steuerung
Einzelspieler
8.5
Mehrspieler offline
8.5
Xbox LIVE Mehrspieler
-
Steuerung und Gameplay
8.0
Grafik und Präsentation
8.1
Sound, Musik und Special FX
9.0
Sprachausgabe
deutsch
Bildschirmtexte
deutsch
Zensur
Nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden
+10
Geeignet für
Anfänger bis Profis
Altersfreigabe
Keine Altersbeschränkung

Gesamtbewertung


8.5



Xboxdynasty Award


Die Wertung ist keine Durchschnittswertung aus den einzelnen Wertungskriterien, sondern eine Gesamtbewertung des Titels.

sachsenhusky schrieb am 12.11.2007 05:23
sachsenhusky () - RecreationSuper Titel hab die 1000GSmelden

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