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xbox 360 - xboxdynasty

TimeShift

Autor
Alexander Carius - Baxxter85
Erstellt am
11.11.07
Streetdate
02.11.2007
Spielgenre
Ego-Shooter
Entwickler/Publisher
Saber Interactive / Vivendi Games
Kommentare
1
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TimeShift

Wenn man der Xbox 360 eine Sache sicherlich nicht nachsagen kann, dann ist es, dass es ihr an hochklassigen Shootern mangelt. Bioshock, Halo 3, Call of Duty 4 und die Half-Life 2 Orange Box zieren die Konsole bereits und dies sind nur jüngste Veröffentlichungen.
Hinzu kommt der legendäre Videospielmonat November 2007, der sich vor starken Veröffentlichungen kaum noch retten kann und den Geldbeutel der Spieler stark strapaziert. Zwischen all diesen Top- Spielen scheint ein Titel etwas unterzugehen: TimeShift. Dass der Titel jedoch mehr Aufmerksamkeit verdient hat, als viele ihm zugestehen wollen, erfahrt ihr in unserem Review.

Ursprünglich sollte TimeShift bereits im Jahre 2005 erscheinen, die damalige Demo enttäuschte allerdings viele Spieler und auch die Entwickler waren offensichtlich nicht sonderlich von ihrer Arbeit überzeugt, denn kurz vor Fertigstellung des Spiels entschied man sich dazu, das komplette Spielgeschehen neu zu gestalten. Ein mutiger Schritt, der sich aber ausgezahlt hat, denn was die Entwickler in der finalen Version gezaubert haben ist mehr als respektabel.

Wirr, Wirrer, TimeShift!


Es ist bekannt, dass es sehr schwer ist, eine Geschichte über das Zeitreisen plausibel und ohne Logiklöcher zu schreiben, da vieles schlicht die menschliche Vorstellungskraft übersteigt. Bei TimeShift scheint es fast so zu sein, als wolle man diesem Problem aus dem Weg gehen, indem man die Geschichte so hastig und ungenau wie nur möglich erzählt.
Dr. Aidan Krone hat den so genannten Quantenanzug erfunden, mit ihm ist es möglich Zeitreisen vollziehen zu können. Als man seine Erfindung für militärische Zwecke missbrauchen will, dreht Krone durch und schafft mit seinem Anzug eine alternative Realität, in der er die Weltherrschaft hat, und ohne Grenzen weiter forschen kann. Ihr seid es, die ihn mit einem Prototyp des Anzuges stoppen müsst.
Davon kriegt man allerdings im Spiel so gut wie nichts mit. Ihr bekommt eine kurze Einführung zu sehen und ab und an sehr kurze Zwischensequenzen, die mehr für Verwirrung sorgen, als Licht ins Dunkel zu bringen. Am besten kümmert ihr euch nicht groß um die Story, sie ist es kaum Wert, überhaupt einen Gedanken daran zu verschwenden. Das ist schade, aber leider nicht zu ändern.

Das Spiel startet in den Ruinen einer Stadt, die vom Militär kontrolliert wird, vereinzelte Rebellen versuchen Widerstand zu leisten, sie sind jedoch hoffnungslos in Unterzahl. Direkt zu Beginn gelingt es euch zwei Rebellen vor einer Exekution zu bewahren, spätestens ab diesem Zeitpunkt seid ihr ein aktiver Teil der Rebellion und werdet in die Pläne der Widerstandskämpfer miteinbezogen. Euch wird schnell klar, dass ihr ohne die Fähigkeiten eures Quantenanzuges nicht sehr weit kommen werdet, daher sollten wir uns etwas intensiver mit diesem Feature beschäftigen.

Herr der Zeit

Ihr habt 3 Möglichkeiten die Zeit zu manipulieren, ihr könnt sie verlangsamen, zurückspulen oder komplett anhalten. All dies ist natürlich nur für einen kurzen Zeitraum möglich, ist euer Energiebalken verbraucht, müsst ihr warten, bis er sich wieder auflädt. Die Handhabung ist simpel, zunächst einmal greift euch der Anzug selbst mit seiner künstlichen Intelligenz unter die Arme, er belegt den LB- Button immer mit der Funktion, die er in eurer jeweiligen Situation für am sinnvollsten hält, dies funktioniert auch meist recht gut. Ihr könnt natürlich trotzdem jederzeit alle Funktionen nutzen indem ihr den LB- Button gedrückt haltet und mit X, Y und B eine beliebige Funktion auswählt. Das klingt nun umständlicher als es ist, da ihr die Tastenkombinationen schnell verinnerlicht und somit auch schnell ausführen könnt.


Durch die Manipulation der Zeit ergeben sich interessante Möglichkeiten beim Gameplay.
Es warten immer wieder kleinere Rätsel auf euch, die ihr mithilfe eures Quantenanzuges lösen könnt. So müsst ihr beispielsweise eine Röhre nutzen, die nur in der Mitte an einem Seil hängt, um auf eine höhere Ebene zu kommen. Normalerweise absolut unmöglich, da die Röhre sofort nach links oder rechts ausschlagen würde, aber euer Anzug ermöglicht es euch, die Zeit im richtigen Moment anzuhalten und somit die Röhre zum Stillstand zu bringen. Oder aber ihr müsst es durch einen Gang schaffen, der gerade explodiert. Mit eurer Fähigkeit, die Zeit zurückdrehen zu können, könnt ihr den Gang wiederherstellen und hindurch marschieren. 

Fast noch wichtiger ist der Anzug im Kampf, ihr könnt die Zeit anhalten und eurem erstarrten Gegner die Waffe aus der Hand reißen, wenn ihr die Zeit anschließend wieder laufen lasst, steht er völlig wehrlos vor euch. Es ist sogar möglich, Haftgranaten, die ihr gerade abbekommen habt, zu entfernen indem ihr einfach die Zeit zurückdreht und der Granate anschließend elegant ausweicht. Das Zeitfeature wurde in TimeShift hervorragend um- und eingesetzt, ihr müsst lernen es richtig zu nutzen, um die im weiteren Spielverlauf stellenweise recht harten Abschnitte meistern zu können, denn ohne euren Anzug seid ihr den Gegnerscharen meist nicht gewachsen.

Diese können euch nämlich  mit ihrer guten KI richtig zusetzen, von größeren Gruppen werdet ihr oft flankiert oder mit Granaten aus der Deckung gelockt. Auch vereinzelte Gegner sind keines Falls hilflos und gehen geschickt in Deckung oder suchen sich Positionen, von denen sie euch auflauern können. Die euch freundlich gesinnte KI steht der feindlichen in nichts nach und ist eine echte Hilfe in manchen Situationen, viel Gebrauch könnt ihr davon allerdings nicht machen, da ihr meist alleine unterwegs seid. Trotz des gehobenen Schwierigkeitsgrades kommt in TimeShift nie wirklich Frust auf, neben der Autosave Funktion ist es euch nämlich jederzeit möglich manuell zu speichern und auch genau von dieser Stelle aus weiterzumachen.

Die Gegnervielfalt lässt hingegen sehr zu Wünschen übrig und hätte ruhig etwas üppiger sein können, hier hätte man gegenüber dem Genrekollegen und geistigen Vorbild F.E.A.R. einiges besser machen können. Eindeutig besser gemacht hat man seine Arbeit im Bezug auf das Leveldesign, anstatt endlosen Bürogebäuden bekommen wir lebhafte Kriegsszenarien geboten, die kaum abwechslungsreicher hätten ausfallen können. Die Waffen, von denen ihr im Laufe des Spiels Gebrauch machen könnt, gab es alle schon einmal so oder so ähnlich, nichtsdestotrotz wurden sie abwechslungsreich und clever gewählt. Insgesamt stehen euch 9 Waffen zur Verfügung, von denen ihr allerdings immer nur maximal 3 tragen könnt. Der Spielablauf in TimeShift ist streng linear, das hat natürlich den Nachteil, dass ihr euch kaum frei bewegen könnt und eine weitläufige Erkundung der Gegend unmöglich ist. Der große Vorteil ist aber, dass ihr sehr viel geballte Action geboten bekommt, die durch geskriptete Ereignisse noch zusätzlich angetrieben wird, dadurch saugt euch das Spiel förmlich in seine Welt ein.

Multiplayer


Sehr interessant ist es zu sehen, wie die Entwickler es geschafft haben, das Zeitfeature in den Multiplayer zu integrieren. Als Lösung für dieses Problem, hat man sich die Chrono- Granaten ausgedacht. Es gibt 3 Arten: Verlangsamung-, Stopp- und Umkehrgranaten. Jede sorgt in ihrem Explosionsradius für die entsprechende Beeinflussung der Zeit. Diese tolle Idee sorgt für ein Multiplayererlebnis, das es niemals zuvor gab. Aufgrund der starken Konkurrenz durch aktuelle Shooter bleibt abzuwarten, wie gut der Multiplayermodus bei den Spielern ankommt, aber Potential für großartige und innovative Schlachten ist auf jeden Fall vorhanden. Bedauerlich ist es, dass man gänzlich auf einen offline Multiplayer verzichtet hat, mal abgesehen von System- Link. Dadurch fällt leider auch ein kooperativer Modus flach.

Gute Aussichten


Die Grafik in TimeShift ist über weite Strecken eine Augenweide, besonders die nie da gewesenen Regeneffekte stechen positiv hervor, zusammen mit den schönen Lichteffekten, sorgen sie für eine unglaublich lebhafte und authentische Atmosphäre. Die Texturen sind sehr detailliert und die Umgebungen sehen einfach Klasse aus. Bei den Charaktermodellen wäre sicherlich ein bisschen mehr drin gewesen, aber gut sehen sie dennoch aus. Etwas enttäuscht bin ich von den Feuer- und Explosionseffekte, diese wirken polygonarm und fallen im Vergleich zur restlichen grafischen Präsentation leider deutlich ab. Aber die selbst entwickelte Grafikengine muss sich keineswegs vor aktuellen Spielen mit der Unreal 3 Engine verstecken, sie befindet sich auf hohem Niveau.
Auch die Soundkulisse ist sehr stimmig, die bedrückende Kriegsatmosphäre wird wunderbar eingefangen, Gewehrsalven fliegen an euch vorbei und Explosionen verlangen dem Subwoofer alles ab. Die deutsche Sprachausgabe wurde gut und liebevoll integriert, die Sprecher wirken engagiert und lebendig. Sehr gut gefällt mir der Soundtrack, tolle, meist düstere Musikstücke wurden perfekt an Spielgeschehen angepasst, ohne dabei zu pompös wirken zu wollen.

Die Gewaltdarstellung in der Originalversion von TimeShift ist recht hoch, nicht übertrieben, aber realistisch, es wird daher weder mit Blut noch mit umher fliegenden Körperteilen gegeizt. Bei der deutschen Version müssen wir leider wieder mit Kürzungen leben, allerdings sei hier mal positiv erwähnt, dass diese gering ausfallen und sich nicht negativ auf das Gameplay auswirken. Merkbar ist der Unterschied dennoch, wer also in den Genuss der ungeschnittenen Version kommen möchte, muss seinen Importhändler aufsuchen.

Fazit:


TimeShift ist der kleine Hit geworden, auf den man hoffen konnte. Der Titel kann durch sein innovatives Zeitfeature in Sachen Gameplay dick punkten, da er sich so weit traut, wie noch kein Spiel vor ihm und dabei selten Fehler begeht. Ihr werdet Teil eines großen Actionspektakels, das immer wieder durch kleine Rätseleinlagen aufgelockert wird. Grafik und Sound sind hervorragend und machen TimeShift zu einem Fest für die Sinne. Sehr schade ist, dass die Story so wirr ist und gleichzeitig noch viel zu hastig erzählt wird. Wer sich daran nicht stört, bekommt Shooterkost vom Feinsten geboten und kann bedenkenlos zugreifen. TimeShift reiht sich klar hinter den letzten Shooterhits ein, das geistige Vorbild F.E.A.R. wird aber aus meiner Sicht übertroffen.
Pro
  • Gute Grafik
  • Zeitfeature mutig und gut integriert
  • Interessantes Gameplay
  • Guter Multiplayer
  • Stimmiger Sound
  • Beachtliche KI
  • Perfektes Speichersystem
  • Nette, einfache Rätsel
  • Intuitive Steuerung
  • Geskriptete Action sorgt für Atmosphäre...
Kontra
  • ...dadurch aber sehr linear
  • Kein kooperativer Modus
  • Wirre Story
  • Zensiert
  • Gegner könnten abwechslungsreicher gestaltet sein
Einzelspieler
8.6
Mehrspieler offline
8.5
Xbox LIVE Mehrspieler
8.5
Steuerung und Gameplay
9.0
Grafik und Präsentation
8.7
Sound, Musik und Special FX
8.6
Sprachausgabe
deutsch
Bildschirmtexte
deutsch
Zensur
Zensiert
Spielzeit ca. in Stunden
+10
Geeignet für
Anfänger bis Profis
Altersfreigabe
Ab 18 Jahren

Gesamtbewertung


8.6



Xboxdynasty Award


Die Wertung ist keine Durchschnittswertung aus den einzelnen Wertungskriterien, sondern eine Gesamtbewertung des Titels.

Allvaters Zorn schrieb am 11.11.2007 17:48
Allvaters Zorn (Köln) - UndergroundKompliment. Dein Review ist 100%ig zutreffend. Time Shift ist sehr gute Shooter-Kost, kein wegweisender Hit a la Bioshock, aber auf jeden Fall wert gespielt zu werden. Und besser als Fear finde ich es eindeutig auch.melden

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