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Schon früh hat uns Midway mit BlackSite einen frischen und innovativen Shooter versprochen, der schnelles Gameplay mit taktischen Elementen verbinden soll. Auch eine makellose Inszenierung mit toller Story soll den Titel von den Genrekollegen abheben. Um dies zu gewährleisten holte man sich Harvey Smith ins Boot, der schon an genialen Spielen wie Deus Ex entscheidend mitgewirkt hatte. Ob Midway seine Versprechen einhalten konnte erfahrt ihr in unserem Test. |
Do You Believe?
BlackSite setzt auf eine Story, die sich theoretisch auch in Wirklichkeit irgendwann einmal so abspielen könnte. Sie basiert auf den Spekulationen um den angeblichen UFO Absturz 1947 in der Wüste von Nevada. Dort soll sich auch die berühmt berüchtigte Area 51 befinden, in der geheime Experimente mit Außerirdischen durchgeführt werden sollen. Sechzig Jahre später schlüpft ihr in die Rolle von Aeran Pierce und seid Mitglied einer Special- Force Einheit. In dem kleinen Städtchen Rachel (Nevada) tauchen plötzlich unzählige Aliens auf, die ihr mit eurem Team stoppen müsst. Das hört sich nun nicht sonderlich spannend an, aber die Storyline ist zumindest ordentlich und hat einige interessante Ansätze und Wendungen, ich möchte aber an dieser Stelle einfach nicht zu viel verraten, um euch nicht den Spaß daran zu nehmen. |
Gameplay
Doch bevor ihr euch in den Kampf gegen die Aliens stürzen dürft, erwartet euch eine kleine Einführungsepisode im Irak, in dem ihr zuvor stationiert wart. Hier findet ihr euch größtenteils im Kampf gegen Menschen wieder, bei dem ihr langsam in die Steuerung und die Spielmechanik eingeführt werdet. Die grundlegende Steuerung orientiert sich jedoch stark am Standart und bedarf keiner näheren Betrachtung. Einzig im Umgang mit eurem Team erwartet euch etwas Besonderes, wobei die Handhabung doch sehr der von Rainbow Six: Vegas ähnelt. Ihr steuert euer Team grundsätzlich mit dem RB Knopf, weitere Knöpfe werden hierfür nicht benötigt, als Navigationshilfe dient euch das Fadenkreuz eurer Waffe, die Teamsteuerung ist sehr minimalistisch, aber dennoch zweckmäßig und durchaus gelungen. Drückt ihr RB läuft euer Team an die Stelle, an die euer Fadenkreuz in diesem Moment zeigt. Markiert ihr einen Gegner mit RB so konzentrieren sich eure Mitstreiter auf diesen Feind, zusätzlich gibt es noch diverse Objekte, mit denen sie interagieren können. So sprengen eure Kameraden beispielsweise Türen für euch auf oder legen Hebel um. Gebt ihr ihnen keine Kommandos handeln sie selbstständig und weitestgehend clever, ihr werdet merken, dass sie euch oft eine echte Hilfe sein können. Während sich die KI eurer Mitstreiter also durchaus sehen lassen kann, ist die Intelligenz eurer Gegner als eher schwach zu bezeichnen. Oft könnt ihr fast unbemerkt mitten in einer Schlacht neben sie laufen, ohne überhaupt beachtet zu werden. Dies führt schnell dazu, dass man seine Gegner nicht wirklich ernst nimmt und sich zum Durchrennen verleiten lässt. Das wiederum drückt deutlich auf den Spielspaß. Insgesamt wurde in Sachen KI keine besonders gute Arbeit abgeliefert, man scheint sich zu sehr auf das Team konzentriert zu haben.
Anders sieht es da schon beim Gegnerdesign aus, man hat seiner Fantasie freien Lauf gelassen und dabei sehr interessante Kreationen geschaffen, bei denen sich aber auch so manche Anlehnung an Kinofilme nicht abstreiten lässt. Die riesigen Würmer erinnern einen zwangsläufig an „Dune“, käferähnliche Aliens lassen einen an „Starship Troopers“ denken und auch der lang gezogene Kopf aus „Alien“ hat seinen Auftritt. Nichtsdestotrotz hat man jedem dieser Monster eine eigene Note verpasst und auch neue Wesen kreiert. Eine gänzlich neue Schöpfung ist beispielsweise der Alien, der einen mechanischen Körper und einen organischen Kopf besitzt, habt ihr ihn besiegt, trennt er seinen Kopf ab und schickt ihn als Bombe zu euch.
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Eines der neuen Features, auf das Midway setzt, ist das Moralsystem. Es sorgt dafür, dass euer Team auf bestimmte Situationen oder eure spielerische Leistung reagiert. Die Moral eurer Mitstreiter kann sich auf 3 verschiedenen Stufen befinden. Der normale Zustand ist die Standarteinstellung, wenn alles ordentlich abläuft, befindet sich euer Team in diesem Zustand und bringt durchschnittliche Leistungen. Lasst ihr euch zu oft treffen, wird es leicht depressiv, verkriecht sich hinter einer Deckung und ist euch keine große Hilfe mehr. Landet ihr hingegen eine Serie von Kopfschüssen reagiert euer Team euphorisch und bringt deutlich bessere Leistungen. Das Moralsystem ist gelungen und beeinflusst auch deutlich das Spielgeschehen, dennoch ist es meiner Meinung nach noch sehr ausbaufähig, aber immerhin ist nun ein solider Grundstein für kommende Spiele gelegt.
Ähnlich wie in TimeShift ist der Spielablauf in BlackSite streng linear. Man hat auch hier auf Bewegungsfreiheit zugunsten von Action verzichtet. Davon wird nämlich einiges durch geskriptete Szenen geboten, in denen auch der ein oder andere Schockmoment Platz gefunden hat. Wie ihr sicher schon ahnt, setzt der Titel primär auf Action, taktisch müsst ihr nicht allzu viel leisten, was auch an der schwachen gegnerischen KI liegt. Der einzige taktische Aspekt ist der Einsatz eures Teams, wer also auf eine Shooter mit taktischer Tiefe gewartet hat sei an dieser Stelle gewarnt. Als nette Abwechslung zwischen den actiongeladenen Gefechten zeigen sich die Fahrten mit Fahrzeugen. Hier hat man auf die bewährte Sticksteuerung aus Halo 3 zurückgegriffen, jedoch ohne deren Dynamik zu erreichen. Grandiose Fahrzeugschlachten bekommen wir ebenfalls nicht geboten, die Fahrzeuge dienen in erster Linie dazu größere Strecken zurückzulegen und das Gameplay etwas aufzulockern. Wirklich gelungen ist die Hubschraubermission, allerdings ist sie leider sehr kurz. Genau wie der Rest des Spiels, halbwegs erfahrene Spieler sehen nach gut 6 Stunden schon das Ende und werden kaum einen Grund finden die Kampagne noch einmal zu spielen. Die Inszenierung von BlackSite kann sich sehen lassen, bleibt aber dennoch meilenweit hinter dem zurück, was man erwartet und auch versprochen hat. Auf Zwischensequenzen wurde komplett verzichtet, die Präsentation innerhalb des Spiels ist aber recht gut und sorgt wenigstens dafür, dass man nicht komplett enttäuscht wird. |
Da man in BlackSite grundsätzlich auf hohe Gewaltdarstellung verzichtet hat, gab es keinen Grund das Spiel zu zensieren, daher erscheint der Titel in Deutschland uncut ab 16 Jahren. Man hat allerdings trotzdem das Gefühl ein zensiertes Spiel zu spielen, weil man bei allen Menschen und menschenähnlichen Wesen komplett auf Blut und Schadensmodelle verzichtet hat und auch die Aliens kaum eine Veränderung zeigen wenn sie sterben. Ich will hier keineswegs Gewalt verherrlichen, aber der fast komplette Verzicht auf Schadensmodelle drückt doch etwas auf die Atmosphäre, es wirkt einfach unecht. |
Multiplayer
Trotz aller Ankündigungen hat BlackSite keinen kooperativen Modus, weder online noch offline. Ihr könnt auch nicht mit mehreren Spielern an einer Konsole gegeneinander antreten. Der Onlinemodus ist äußerst dürftig, mit Modi wie Deathmatch, Team- Deathmatch und Capture The Flag wird nur das Nötigste getan, ohne irgendwelche Besonderheiten aufweisen zu können. Bei der starken Konkurrenz wird wirklich niemand auf die Idee kommen BlackSite lange online zu spielen |
Schwankende Technik
Auch bei der Technik hat BlackSite Höhen und Tiefen zu bieten. Fangen wir an bei der Grafik, die von phänomenal bis mäßig reicht. Überragend sind hierbei die Charakteranimationen und vor allen Dingen die Gesichtsanimationen. Die Gesichter wirken durch ihre grandiose Mimik fast lebensecht, saubere Arbeit Midway! Auch der Rest des Spiels sieht mindestens solide aus durch die sehr beliebte Unreal 3 Engine, jedoch haben diverse Spiele gezeigt, dass es deutlich besser geht. Während die Umgebungen in Innenräumen noch ganz gut aussehen, bauen sie in den Außenarealen deutlich ab, dort musste man den Detailgrad scheinbar runterschrauben, um Slow Downs zu vermeiden. Dadurch wirkt die Landschaft stellenweise etwas lieblos und vereinzeltes Kantenflimmern macht sich breit. Trotz all der grafischen Zugeständnisse hat man die Framerate nicht vollständig in den Griff bekommen, besonders bei Kämpfen gegen größere Gegner kommt es zu heftigen Slow Downs. Diese behindern euch glücklicherweise kaum beim Spielen, aber nervig sind sie allemal. Ähnlich sieht es auch beim Sound aus. Der Soundtrack befindet sich auf hohem Niveau, kann mitreißen und hat einige sehr gute Stücke zu bieten. Die Soundeffekte hingegen sind dürftig und stellen maximal unteren Durchschnitt dar. Explosionen, Schüsse oder Motorgeräusche wirken alle etwas lieblos und sehr dumpf. Bei der deutschen Synchronisation hat man ordentliche Arbeit abgeliefert, die meisten Sprecher wirken sehr engagiert. |
Fazit:
BlackSite ist ein solider Shooter, der leider jede Menge Potenzial verschenkt. In fast jedem Bereich gibt es gute Ansätze, die dann durch meist unnötige Fehler wieder relativiert werden. Die extrem kurze Spielzeit von ca. 6 Stunden setzt der Sache noch die Krone auf. Technisch zeigt man an manchen Stellen was man kann, um es sich dann an anderen Stellen wieder mit dem Spieler zu verscherzen. BlackSite ist in jeder Hinsicht ein zwiespältiges Vergnügen, das aber dennoch Spaß macht solange es dauert. Shooterfans dürfen einen Blick riskieren, denn ein schlechtes Spiel ist es keineswegs, alle anderen greifen zu den deutlich besseren Konkurrenten.
BlackSite geht an seinen eigenen Maßstäben zugrunde.
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Pro
- Wunderschöne Gesichtsanimationen
- Moralsystem
- Intuitive Teamsteuerung
- Schlaue Teammitglieder
- Guter Soundtrack
- Action
- Einfallsreiche Gegner
- Ordentliche Story und Inszenierung...
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Kontra
- ... die jedoch weit hinter den Erwartungen bleiben
- Kein kooperativer Modus
- Framerate instabil
- Kantenflimmern
- Schwankende Grafikqualität
- Dumpfer Sound
- Viel zu kurz
- Dürftiger Multiplayer
- Dumme Gegner
- Kaum taktische Elemente
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