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Silent Hill Homecoming

Autor
- xd264
Erstellt am
22.02.09
Streetdate
27.02.2009
Spielgenre
Horrorspiel
Entwickler/Publisher
Double Helix Games / Konami
Kommentare
14
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Silent Hill Homecoming

Mit Silent Hill Homecoming präsentiert sich nun zum fünften Mal ein Ableger der bekannten Spielereihe. Mit „Homecoming“ wird euch außerdem die erste Version auf einer Next Generation Konsole geboten. Das Spiel will dabei mir einer packenden Atmosphäre und einigen Gruseleffekten begeistern und sich bei den Action-Adventures mit Horrorelementen weit vorne platzieren. Ob es dabei gelingt, sich von  den restlichen Spielen abzuheben oder ob das Mittelmaß die Heimat für den Titel sein wird, darüber berichten wir in unserem Review.
Ausgestorbene Stadt
Der Hauptprotagonist des Spiels heißt Alex Sheperd. Er ist ein verwundeter Soldat, der in einem Krankenhaus in Silent Hill eingeliefert wird. Als er aus dem Krankenhaus entlassen wird, plagen ihn düstere Albträume, in denen auch seine Familienmitglieder im Mittelpunkt stehen. Um der Ursache für seine Träume auf den Grund zu gehen, kehrt er in seinen Heimatort zurück. Dieser mit dem Namen „Shepard’s Glen“ präsentiert sich allerdings nicht mehr so, wie es in der Vergangenheit war. Die Stadt wirkt leer und ausgestorben und eine Vielzahl an Bewohnern wird vermisst. Die wenigen Personen, die noch in Shepard’s Glen verweilen, geben Alex ein paar Hinweise. Unter den aufzufindenden Personen ist auch die Mutter, die ebenso berichtet, dass der Vater und der Bruder von Alex offenbar entführt wurden. Woher rührt die ganze Unruhe und wo sind die ganzen Personen hin? Diese Frage beschäftigt Alex und er beschließt, ihnen auf den Grund zu gehen. Nachdem ihr einen kurzen Prolog in einem Krankenhaus gespielt habt, startet das eigentliche Spiel genau an dieser Stelle. Die Geschichte spielt sich dabei zum großen Teil sehr linear ab. Große Entscheidungsmöglichkeiten wie bei anderen Spielen gibt es dabei leider nicht, obwohl die Entwickler verschiedene Dialoge eingebaut haben. Einzelne kleine Änderungen der Handlungsstränge gibt es zwar im Spielverlauf, jedoch fallen diese recht gering aus. Mehr wollen wir euch zu diesem Thema an dieser Stelle aber nicht verraten, um keine Hinweise auf die Story vorwegzunehmen. Jedoch bleibt zu sagen, dass das beschriebene Szenario wenig Raum für Überraschungen bietet und das Spiel im kompletten Verlauf darunter leidet.
Start im Operationssaal
Das Hauptmenü präsentiert sich sehr spärlich. Ihr könnt lediglich den Einzelspielermodus auswählen. Multiplayermodi oder gar Xbox-Live-Varianten werden in dem Spiel nicht angeboten. Also: Direkt rein in den Singleplayer. In einer Sequenz zu Beginn wacht ihr auf einer Trage auf und ein Krankenhausmitarbeiter schiebt auch in Richtung eines Operationssaals. Eure Blicke nach links und rechts zeigen einige Schatten, die ein übles Vorgehen hinter verschlossenen Türen erahnen lassen. Als ihr den Pfleger ansprecht, erhaltet ihr keine Reaktion. So langsam beunruhigt, werden eure Rufe lauter. Erhört werden sie allerdings nicht. Schlussendlich befindet ihr euch selber in einem Operationssaal und seht durch dessen Fenster, wie der Pfleger durch ein riesiges Messer aufgespießt wird. In Panik reißt ihr eure Fesseln los und versucht dem Krankenhaus zu entkommen. Es ist nur logisch, dass sich dabei einige Probleme ergeben, denn ihr habt in typischer Silent Hill-Manier einige Rätsel zu lösen und auch verschiedene Monster zu besiegen. Zu diesen gehören auch einige erschreckende Krankenschwestern, die allerdings erst dann auftauchen, nachdem sich das Krankenhaus in eine rostige Anstalt verwandelt hat und die Geschichte erst so richtig losgeht.
Das Equipment
Während ihr durch die insgesamt zwölf unterschiedlichen Level streift, ist es eine eurer Hauptaufgaben, verschiedene Rätsel zu lösen. Diese haben dabei einen sehr unterschiedlichen Charakter. Einige Rätsel können durch pures ausprobieren gelöst werden (zum Beispiel wenn es darum geht einen Stromkasten wieder herzustellen), andere benötigen einige Informationen die es zu beschaffen gilt (Das Knacken von Schlössern mit Zahlenkombinationen gehört hier dazu). Um dies zu schaffen, müssen wichtige Hinweise gesammelt werden, die dann in eurem Tagebuch vermerkt werden. Gefunden werden die benötigten Notizen an vielen unterschiedlichen Stellen in den einzelnen Levels. Dieses dient auch noch dazu, dass verschiedene gefundene Zeichnungen und Bilder gesammelt werden. Auch die gefundenen Hinweise, die euch einzelne Kampfoptionen erklären sind im Tagebuch dauerhaft gespeichert und somit jederzeit verfügbar. Allerdings muss das Tagebuch jedes Mal über Startmenü aufgerufen werden, was teilweise ein wenig lästig erscheint.

Besser wurde das Ganze bei anderen Menüs gelöst. Die Karte kann über die Y-Taste aufgerufen werden.  Die einzelnen Türen, welche dann auf dieser eingezeichnet sind, werden je nach ihrem Zustand als nicht durchquerbar oder geöffnet markiert. So habt ihr schnell einen Überblick, wohin ihr gehen könnt und wohin nicht. Allerdings rührt die bereits angesprochene Linearität auch daher, dass viele Türen dauerhaft verschlossen bleiben. Warum diese dann im Spiel trotzdem integriert sind, wissen wir nicht. Ein ebenso wichtiger Bestandteil in eurem Equipment ist die Taschenlampe. Sie hilft euch wenigstens ein wenig Durchblick in den einzelnen Räumen zu bekommen und nicht komplett im Dunkeln tappen zu müssen. Euer Sichtfeld wird dabei zwar nicht sonderlich vergrößert, aber die eingeschränkte Sichtweite macht eben auch einen Teil der Atmosphäre des Spiels aus. Ebenso an dieser Stelle sollte noch das Waffenmenü und das Inventarmenü erwähnt werden, welche über LB und RB geöffnet werden und euch dazu dienen, die Taschenlampe auszuschalten (um zum Beispiel Gegner abzuwimmeln, die auf Licht reagieren) oder um eingesammelte Gegenstände zu nutzen.
Schaurig gute Präsentation
Die Grafik des Titels hat uns sehr gut gefallen. Die düstere Atmosphäre wird in den unterschiedlichen Räumen wunderbar rübergebracht, auch wenn man erst einmal nicht sehr viel sieht. Die kurze Sichtweise sorgt dafür, dass ihr eure Umgebung erst nach und nach erfassen könnt und auf die vielen unterschiedlichen Elemente aufmerksam werdet. Diese sind dann zum großen Teil sehr detailliert dargestellt, allerdings finden sich hier auch zum Teil ein paar Schwächen. Hinweisschilder sehen zum Beispiel sehr verschwommen aus und sind kaum lesbar. Die richtige grafische Pracht entfaltet sich dann allerdings erst, wenn sich die Umgebung ein rostiges, industrieähnliches Gebilde verwandelt. Gerade hier sind die eingesetzten Farben der Atmosphäre sehr dienlich und man fragt sich, warum das Ganze nicht durch das komplette Spiel so durchgezogen wurde. Das Highlight des Spiels ist allerdings der Sound, denn dieser passt perfekt zum eigentlichen Spielgeschehen und wirkt keinesfalls aufdringlich. Die Hintergrundmusik begleitet den Spieler während seinem kompletten Gang durch die Levels mit einem angenehmen und klaren Klangmuster. Sobald jedoch Ereignisse auftreten, wird die Musik um einiges hektischer und lauter. Etwaige Schockmomente werden hierdurch natürlich verstärkt und der dauerhaft hohe Adrenalinspiegel gehalten. Das wunderbare Zusammenspiel zwischen dem Sound des Spiels sowie der grafischen Präsentation sollte für so einige Entwickler ein lobenswertes Beispiel sein. Der einzige zu bemängelnde Punkt ist dabei, dass die  von uns getestete Fassung zwar komplett in deutsch war, die Dialoge sich jedoch in englischer Sprache vorfanden.
Neues Kampfsystem
Das Spiel wird komplett aus der 3rd-Person-Perspektive dargestellt. Dies ist eine wesentliche Änderung im Vergleich zu den Vorgängerversionen. Lediglich mir einem Klick auf den rechten Analogstick wechselt ihr in die erste Person, ihr könnt euch dann allerdings nicht mehr bewegen. Diese Ansicht dient daher nur dazu, dass ihr euch bestimmte Gegenstände einmal genauer anschauen könnt. Spielerisch wird dadurch das komplette Gameplay sehr flüssig und gut spielbar, auch wenn sich euer Charakter ab und zu träge verhält. Ebenso integriert wurde ein neues Kampfsystem. Ihr habt die Möglichkeit, entweder einen langsamen oder einen schnellen Angriff auszuführen oder diese beiden Methoden zu kombinieren. Ein schneller Angriff verursacht dabei nicht sehr viel Schaden, ist für eure Gegner aber sehr schwer abzuwehren: Gerade umgekehrt ist es dann bei langsamen Attacken, die viel Schaden verursachen, aber auch leichter zu durchschauen sind. Sehr wichtig erweist sich die Möglichkeit, Angriffen auszuweichen. Und gerade hier macht die Trägheit ab und zu einige Probleme und es ist wichtig für euch, genau zu durchschauen, wie die Gegner vorgehen. Denn dies ist leider auch sehr linear und für euch leicht zu erkennbar und macht viele Kämpfe sehr einfach. Das Ausweichen geschieht entweder durch Ducken oder eine Rolle zur Seite oder nach hinten. Neben den einzelnen kleinen Kämpfen mit vielen unterschiedlichen Gegnern haben die Entwickler auch einige Bosskämpfe eingebaut, die sehr fesselnd sind und sehr zur gelungenen Atmosphäre beitragen. Auch zu dem Kampfsystem gehören ein paar coole Finisher-Moves, die allerdings leider teilweise in der deutschen Fassung geschnitten sind.
Geniale Atmosphäre
Ein Punkt, der Silent Hill auszeichnet, ist die gelungene Atmosphäre. Gerade dadurch, dass ihr oftmals lange Strecken durch dunkle Räume lauft oder sich ein riesiger Nebelschwaden um euch herum bildet, wisst ihr nie, was euch in den nächsten paar Sekunden erwartet. Wenn ihr einen neuen Raum betretet, wirkt dieser auf den ersten Blick komplett unübersichtlich und der Kegel eurer Taschenlampe ist dabei nicht die perfekte Hilfe. Also heißt es auf der Hut sein, denn es kann jederzeit vorkommen, dass hinter euch ein Gegner auftaucht und ihr schnell reagieren müsst. Ebenso beunruhigend kommt es herüber, wenn plötzlich die Decke aufbricht und eine verstümmelte Leiche herunterfällt. Ihr fragt euch in dem Moment natürlich, ob da noch etwas folgt und wählt dabei eure folgenden Schritte sehr vorsichtig. Denn man möchte natürlich nicht ganz unvorbereitet in einen Hinterhalt geraten. Ihr werdet also angespannt durch die einzelnen Level gehen, wenn ihr noch auf der Suche nach bestimmten Gegenständen seid. Aber neben den einzelnen Kämpfen, kommen immer noch ein paar kurze Szenen, in denen ihr schnell eine bestimmte Tastenkombination drücken müsst, um nicht zu sterben. Aber irgendwie wirkt das oftmals nicht ganz passend und macht eher ein Stück der Atmosphäre kaputt. Was weiterhin die Atmosphäre ein wenig zerstört, sind oftmals lange Abschnitte, in denen kein einziger Gegner auf euch zukommt. Wenn ihr beispielsweise ein Haus durchsucht oder durch die Straßen der Stadt streift fehlen eindeutig die Überraschungen. Diese Passagen wirken dann sehr langatmig und ein wenig Action würde an dieser Stelle ganz gut tun.

Zum Abschluss dieses Berichtes sollten noch die Dialoge erwähnt werden. An bestimmten Stellen kommuniziert ihr mit euren Mitmenschen und habt dabei unterschiedliche Möglichkeiten, den Dialog zu lenken. Obwohl, lenken ist in diesem Zusammenhang wohl das falsche Wort. Denn egal welche Dialogoption ihr wählt, am Ende des Dialogs steht ein vorher festgelegtes Ende, das zur linearen Story passt. Abgewichen wird von dieser Linearität nur am Ende des Spiels in drei Dialogen, die dann soweit gehen, dass sie den Spielausgang beeinflussen. Das Spiel hat also das Potenzial, mehrmals durchgespielt zu werden, wenn man die langen Strecken ohne Action noch einmal über sich ergehen lassen will.
Fazit:
Mit Silent Hill Homecoming präsentiert sich ein solides Xbox Spiel, das aber neben einer guten Atmosphäre auch einige Schwächen besitzt. Hier wäre zum Einen die zu lineare und zu einfach gestrickte Story zu nennen, die keine großen Möglichkeiten für überraschende Wendungen bietet oder das Spiel dauerhaft trägt.  Auch der fehlende Mutliplayermodus und der nicht vorhandene Xbox Live-Modus sind Minuspunkte, die besonders gewichtig sind, da der Storymodus mit circa 10 Stunden abgehandelt ist. Als positiv muss aber die Atmosphäre erwähnt werden, die voll überzeugt, sobald auch ein bisschen Action dahinter steht. Leider sind aber die Abschnitte, die ohne Gegner und Action auskommen deutlich zu lang geraten. Ohne Abstriche müssen wir aber die Geräuschkulisse loben, denn die ist wirklich klasse gelungen. Eine sehr passende Hintergrundmusik begleitet euch und passt sich in den wichtigen und entscheidenden Situationen dem Spielgeschehen an und unterstützt dabei die Handlung und die Atmosphäre. Wirklich sehr gut gelungen!

„Die zu flache Story, die zu kurze Spieldauer und lange Passagen ohne Action verhindern eine Topbewertung des Spiels.“
Pro
  • Gelungene Atmosphäre
  • Sehr gute Geräuschkulisse
  • Unterschiedliche Endmöglichkeiten
  • Viele Rätsel
  • Neues Kampfsystem
Kontra
  • Kein Multiplayermodus
  • Kein Xbox Live Modus
  • Keine deutsche Synchronisation
  • Story zu linear und zu kurz
  • Deutsche Fassung (leicht) geschnitten
  • Lange Passagen ohne Action
Einzelspieler
7.4
Mehrspieler offline
-
Xbox LIVE Mehrspieler
-
Steuerung und Gameplay
7.4
Grafik und Präsentation
8.2
Sound, Musik und Special FX
8.8
Sprachausgabe
Deutsch
Bildschirmtexte
Deutsch
Zensur
Nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden
+10
Geeignet für
Anfänger bis Profis
Altersfreigabe
Ab 18 Jahren

Gesamtbewertung


7.7



Xboxdynasty Award


Die Wertung ist keine Durchschnittswertung aus den einzelnen Wertungskriterien, sondern eine Gesamtbewertung des Titels.

Vinterkrig666 schrieb am 03.03.2009 10:11
Vinterkrig666 (Chemnitz) - UndergroundAlso muss sagen, es ist ein sehr gutes Spiel geworden. Es erinnert mich sehr an den ersten Teil und an die den Film, was aber positiv gedacht ist. Dass das Kampfsystem actionreicher geworden ist, finde ich gut, so werden die kämpfe nicht so langweilig...melden
MP Sl1m schrieb am 03.03.2009 10:08
MP Sl1m (Nürnberg) - UndergroundHab des Game schon angezockt und find es eigentlich recht gut. Klar kommt an Teil 1 & 2 nix ran. Find ich zumindestmelden
FlipM0d3 schrieb am 28.02.2009 15:04
FlipM0d3 (Köln) - FamilyAlso mich hat das Spiel nicht so überzeugt und hätte vielleicht eine etwas schlechtere Wertung gegeben.melden

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