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Da wir ja gerade ab und an das Thema PC haben bezüglich der Theorien der XBOX next habe ich einfach mal so beschlossen eine kleine Einführung ins Thema PC-Kauf zu machen für die interessierten.
Hierbei werden keine gezielten Vorschläge gemacht sondern nur Beispiele zum Verdeutlichen genannt mit Verlinkung zum Hersteller um das Ganze visuell besser darstellen zu können.
1. Gehäuse :
Im Grunde ist es eigentlich vollkommen egal welches Gehäuse man nimmt, man muss sich eigentlich nur im Klaren darüber sein welche vor und Nachteile es dabei gibt.
Billige Gehäuse sind in der Regel dünner und dadurch entsprechend lauter weil die verbaute Hardware Vibrationen verursachen kann und zusätzlich die Lüfter auch nicht gerade die Leisesten sind. Hinzu kommt noch die Farbe die schneller abblättern kann, scharfe Kanten und und und.
Teure hingegen sind hier nur bedingt besser weil, wie bei allem, irgendwo immer eine Grenze erreicht wo etwas noch Sinn ergibt und wo es einfach nur teuer wird.
Und dann kommt die Optik noch hinzu und ob man nun Wasserkühlung oder Luftkühlung verwendet was das Ganze auch noch etwas verkompliziert. Bildschirme die die Temperatur von CPU und GPU anzeigen oder sogar die Auslastung sind zwar ein nettes Gimmic, aber wirklich brauchen tut man es nicht und es verteuert nur alles.
Nehmen wir aber mal 2 Arten vom Gehäuse und deren Besonderheiten.
Aber wäre das nicht schon genug kommt eben auch noch der Airflow hinzu und hier muss man auch wieder zwischen Wasserkühlung und Luftkühlung unterscheiden weil man dann einfach anders zusammensetzten muss.
Und als letztes Problem die Größe des Gehäuses. Kann man maximal 2 Lüfter hintereinander verbauen ist das Gehäuse zwar kleiner, aber es ist eben auch wärmer in ihm. Es empfiehlt sich also immer ein Case zu nehmen welches 3 Lüfter an einer Seite bietet. Und immer bedenken : Warme Luft strömt nach oben.
Ein weiter Punkt sind die Anschlussmöglichkeiten. Braucht man unbedingt USB-C an der Front (oder oben drauf) oder kann man drauf verzichten und welche Geschwindigkeit sollten die Ports bieten?
Ebenfalls ein Punkt der aber nur bedingt wichtig ist die Sache mit den Luftfiltern. Sind sie Vorhanden, braucht man sie überhaupt und kann man sie einfach herausnehmen?
Preislich ist man beim Desktop mit ca. 100.- schon gut bedient, beim Fishtank schlägt man meist 50.- drauf. Aber auch hier gilt nicht einfach kaufen, sondern vorher Tests (Mehrzahl) lesen.
a) Fishtank (z.B. https://www.bequiet.com/de/case/5290)
Der Vorteil ist hier einfach die Optik. Hat man entsprechende Hardware drin verbaut sieht das ganze einfach deutlich netter aus als „normale“ Desktopgehäuse. Aber mehr eigentlich auch nicht. Der Nachteil der hier existiert, wenn auch nur in minimalem Maße ist eher der Airflow. In der Regel sollte es so sein das hinten über einen Lüfter die Luft hinausgepustet wird und über die 3 Lüfter der Seitenwand angesaugt werden. Das Problem hierbei ist dann aber simple Physik. Sauge ich die Luft jetzt eben über die Seite ein strömt die erst mal vor die Glaswand und verteilt sich dann nach links und rechts und wird zwangsweise auch direkt wieder zurück geworfen. Rechts ist aber direkt die nächste Glaswand und somit ist die Effektivität zwar vorhanden, aber nur bedingt.
Dafür sind dann aber die unteren Lüfter zuständig und hier ist direkt das nächste Problem. Die GPU bläst nach unten. Baut man die Lüfter also unten im Gehäuse so ein das sie hineinpusten hat man nicht nur den ganzen Bodenstaub direkt im Gehäuse (wenn es denn direkt auf dem Boden steht) sondern pustet die Luft auch direkt gegen die warme Luft die die GPU nach unten von sich gibt.
Also auch nicht das Gelbe vom Ei eigentlich und nach unten rausblasen wäre besser. Nur das dann wiederum eben dort der Boden ist und die Luft auch wieder nicht gescheit abfließen kann. Aber immerhin hat man dann 7 Lüfter verbaut 🙂 Das Ganze macht zwar wie gesagt nur sehr wenig aus, aber gerade im Sommer wo dann wirklich heiße Tage mittlerweile an der Tagesordnung sind und dann noch in einer sehr warmen Wohnung nicht gerade das Idealste. Zwar sind das in der Regel im schlimmsten Fall vielleicht 5 Grad aber darüber sollte man sich trotz allem im Klaren sein.
b) „normales“ Desktopgehäuse (z.B. https://endorfy.com/en/product/arx-700-argb/)
Hier gilt es eigentlich nur darauf zu achten das vorne und oben eine Meshfront vorhanden ist. Vorne wird gerne mal eine Glasplatte oder eine Plastikblende verwendet was aber eben dazu führt das deutlich weniger Luft ins Gehäuse fließen kann und somit es innen wieder wärmer wird. Wer will kann hier oben noch Lüfter einbauen, allerdings gibt es dafür eigentlich keine Notwendigkeit. Und eine Wasserkühlung ist hier auch kein Hindernis weil die kommt dann einfach in den Deckel.
2. CPU
Das erste Kernstück.
Hier muss man sich einfach darüber im klaren sein wozu der Rechner gut sein soll und dann entsprechend schauen was wirklich vom Programm genutzt wird. Ein AMD x3d Prozessor ist zwar in Speilen gut, aber eben in Anwendungsfragen wiederum schlechter.
Ein weiterer Punkt ist eben die Summe die man ausgeben möchte und dann wieder der erste Punkt wozu man den Rechner nutzen will.
Um das mal so grob in Spielen zu verdeutlichen. Ein 7500f kostete grob 150.-, ein 7800x3d 350.- In CoD hat man mit dem besseren Prozessor 50% mehr Leistung in Cyberpunk allerdings nur noch knapp über 20. Und ein 9800x3d der noch einmal 100.- mehr kostet bietet keinen wirklichen Vorteil eigentlich.
Schlimmer wird dann noch der Vergleich wenn man die Grafikkarte einbaut.
Beispiel 4070ti. Mit einem 7500f erreicht man in Cyberpunk 1080p 165 fps und mit dem 7800x3d ca. 200. Bei 1440p verringert es sich allerdings schon mit 125 zu 135.
Und bei CoD wiederum landet man in beiden Auflösungen grob bei 140 zu 200.
Die richtige Wahl des Prozessors hängt also vom Spiel selbst ab und von der Auflösung die man spielen möchte.
Auch hier lautet die Divise leider wieder : vorher Benchmarks anschauen und sich schlau machen leider weil es einfach keine Allroundlösung gibt. Der Größere Prozessor bietet zwar auf lange Sicht immer mehr Reserven, kostet aber entsprechend auch immer mehr und ungenutzt hat man auch nichts davon.
3. GPU
Lieder genau das selbe Spiel.
Die verwendetet Auflösung ist wichtig und welche Spiele man spielen will. Mal ist Nvidia im Vorteil, mal AMD, mal die CPU.
Allerdings sollte man immer die neues Gen kaufen einfach weil diese eben mehr Features bietet als die Letzte und dabei in de Regel nur unwesentlich teurer ist zu dem Zeitpunkt.
Ebenfalls Wichtig die Auflösung. Je höher diese ist umso stärker muss die GPU eben sein. Auch hier gibt es keine Allroundlösung allerdings 2 Punkte die man bedenken sollte.
a) 16GB VRAM sind zwar nicht unbedingt nötig, aber da man ja länger etwas davon haben will sollte man vorsichtshalber drauf achten wenn möglich.
b) nicht nur das nötigste nehmen aus genau dem selben Grund. Zwar mag eine xx60 jetzt vollkommen für whqd ausreichen, aber was ist in 2, 3 oder 5 Jahren? Gehe ich dann freiwillig auf 1080p zurück oder setzt ich lieber jetzt auf 4k und hab dann noch in ein paar Jahren das was ich eigentlich jetzt haben will?
4. Prozessorkühler
Ja, alle reden von Wasserkühlung. Aber die braucht niemand wirklich.
Zum einen ist eine Wasserkühlung auch nicht unbedingt völlig wartungsfrei worüber man sich im Klaren sein sollte und zum Anderen ist sie teurer als ein Luftkühler wenn man etwas gescheites haben will.
Wichtig ist hier darauf zu achten was für eine TDP die CPU hat und dann gibt man einfach 50+% nochmal oben drauf und hat eigentlich seine Ruhe. Aber auch hier gilt wieder Tests lesen weil Fakeangaben sind leider mittlerweile in Mode wo dann mit 300 watt TDP für einen Luftkühler geworben wird was selbst de Beste nicht schaffen kann und wenn man sich das Design mal anschaut der dann schon gar nicht weil die Bauweise das gar nicht zulassen würde.
5. RAM
Hier ist es eigentlich am Einfachsten. Man schaut sich irgend einen Systembilder Build an welche den selben Chipsatz des Maiboards nutzt und den selben Prozessor den man verbauen will und schon weis man welchen Speicher man einbauen soll. Allerdings sollte man auf die Timings achten (cl Angabe) weil schneller ist besser sofern es nicht zu teuer wird.
6. Mainboard
Wieder etwas schwieriger.
Generell macht es wieder keinen groß0en Unterschied ob man nun das Billigste oder Teuerste nimmt wenn es um die Leistung an sich geht. Auch hier sind wieder nur niedrige einstellige %zahlen die den Unterscheid machen.
Was aber einen Unterscheid macht ist alles was das Mainbaord sonst kann.
2 Beispiele :
https://www.asus.com/de/motherboards-components/motherboards/tuf-gaming/tuf-gaming-b850-plus-wifi/
https://www.gigabyte.com/de/Motherboard/B650M-S2H-rev-10
Das eine ist ein B850 in brauchbarer Ausführung, das andere ein ganz simples B650
Generell kann man sagen beide erfüllen ihren Zweck und man könnte hier sparen wenn da nicht so Kleinigkeiten wären die wichtig wären und auf die man achten sollte.
a) Spannungswandler : je mehr umso besser, die CPU freut sich. Und ungekühlt wie bei dem Gigabyte Beispiel sollte man sich eigentlich nicht unbedingt antun.
b) GPU Anbindung PCIE4 vs PCIE5. Macht wiederum nur 2-3% Leistungsverlust aus
c) WIFI/BT : braucht man es oder nicht? Haben ist besser als nachrüsten müssen und neuer Version schadet auch nie, ist aber kein muss.
d) Anzahl und Anbindung der m2-Slots. Hier sollte man genau überlegen. Bietet das Board eben nur einen an ist eine Nachrüstung einer 2. oder 3. unmöglich oder zumindest schwieriger. Dazu kommt wie schnell die Anbindung ist. Selbst wenn 2 oder 3 Slots vorhanden sind müssen nicht alle die volle Geschwindigkeit anbieten, was man aber will. Und zu guter Letzt noch den Ort wo diese Verbaut sind. Hierfür nehmen wir mal https://www.gigabyte.com/de/Motherboard/B650M-S2H-rev-10 als weiteres Beispiel. Beim dem Board sind zwar 3 M2 Slots vorhanden, aber 2 davon werden von der Grafikkarte verdeckt. Man muss also die GPU ausbauen um eine weitere M2 einbauen zu können die dazu noch ungekühlt ist und je nach GPU passt auch gar kein Kühlkörper drauf.
e) Anzahl und Art der USB-Slots. Das Gigabyte Eagle hat zwar einen USB-C Patz, aber dieser ist aber nur mit 5gbps angebunden, während das Asus satte 20gbps bietet und dazu noch 3 10gbps USB-A
7. Netzteil
Nicht das Billigste nehmen, auf Gold oder Platin Zertifizierung achten, bekannte Namen nehmen und auf ATX 3.0 oder höhere Zertifizierung achten.
Ob es einen festen Kabelbaum hat oder einen Modularen ist zwar eigentlich egal, allerdings erleichtert Modular deutlich das Kabelmanagment.
8. Selbstbau oder Systembilder
Selber bauen ist keine große Kunst, dauert aber und erfordert deutlich mehr Arbeit weil man dann auch drauf achten muss ob überhaupt alles rein passt. Dann kann es auch passieren das der Kühler zu groß oder die PGU zu lang ist, man die Lüfter falsch rum einbaut und dann geht’s wieder von vorne los beim ersten Mal.
Bei Systembuildern hat man das Problem eben nicht weil das ist dann deren Problem 🙂 Dafür ist der Preis aber höher und mal sollte grob 10% auf den Einzelkauf draufrechnen. Mal mehr mal weniger. Oder aber einfach mal so 150-250 Euro als Schätzwert rechnen.
Was man aber Vermeiden sollte sind Fertig-PCs zu kaufen. Sieht man mal davon ab das die meist sogar völlig überteuert sind ist noch das andere Problem das meist das Billigste vom Billigem verbaut wurde.
Bei PCs von Systembnuildern hat man den Vorteil das man sich während er Garantiezeit nicht mit theoretisch auftretenden Problemen rumschlagen muss sondern das brav abwälzen kann, auch wenn man dann in der Zeit eben keinen PC hat und dazu eben jede Pre-Konfig in der Regel nach eigenen Vorlieben ändern kann. Allerdings hat nicht jeder alles im Programm und daher sollte man durchaus mal bei mehreren vorbeischauen und sich Alternativen überlegen.








