Activision Blizzard: Reaktion auf Vorwürfe entscheidend für Übernahme

Für Microsoft war die Reaktion von Activision Blizzard auf die Vorwürfe gegen das Unternehmen grundlegend entscheidend für die Übernahme.

Activision Blizzard hat seit Juli 2021 Berichten zufolge mehr als drei Dutzend Mitarbeiter entlassen und fast 40 weitere disziplinarisch belangt, um den Vorwürfen der sexuellen Belästigung und unethischen Arbeitsbedingungen entgegenzuwirken, wie das Wall Street Journal berichtet.

Die Entlassungen beruhen auf fast 700 Berichte von Mitarbeitern über Fehlverhalten innerhalb des Unternehmens sowie auf „behördliche Untersuchungen“ der Arbeitsplatzkultur von Activision Blizzard durch die Securities and Exchange Commission und das California Department of Fair Employment and Housing.

Activision-Sprecherin Helaine Klasky bestätigte die Entlassungen bereits am vergangenen Montag:

„37 Personen haben das Unternehmen verlassen und 44 wurden im Rahmen der Ermittlungen des Unternehmens disziplinarisch belangt.“

Klasky bestritt die Zahl von 700 Meldungen und behauptete:

„Die Berichte enthalten neben Kommentaren der Mitarbeiter auch Äußerungen in den sozialen Medien, und die angesprochenen Probleme reichten von harmlosen Bedenken am Arbeitsplatz bis hin zu einer kleinen Anzahl potenziell schwerwiegender Behauptungen, denen das Unternehmen nachgegangen ist.“

CEO Bobby Kotick wollte das schon im Dezember ansprechen, entschied sich aber dann gegen diese Informationen:

„Diese Informationen könnten die Arbeitsplatzprobleme des Unternehmens größer erscheinen lassen, als sie bereits bekannt sind.“

Dieser Bericht erscheint zur Ankündigung von Microsoft, Activsion Blizzard für 70 Milliarden Euro zu übernehmen.  Was hat die Redmonder dazu bewogen, den Entwickler trotz dieser enormen Probleme zu kaufen? Xbox CEO Phil Spencer gibt dazu die Antwort:

„Wir sehen die Fortschritte, die sie machen, und das war für unsere Entscheidung, hier weiterzumachen, ziemlich grundlegend.“

Zusätzlich zu den Entlassungen gab es bei Activision Blizzard auch einen Wechsel im Management und eine drastische Gehaltskürzung für CEO Kotick, der weiterhin der größte Streitpunkt bleibt. Obwohl Microsoft zuvor Koticks Umgang mit den Anschuldigungen von Activision Blizzard verurteilt hatte, wird Kotick während der gesamten Übernahme im Amt bleiben.

„Bobby Kotick wird weiterhin als CEO von Activision Blizzard fungieren, und er und sein Team werden sich weiterhin darauf konzentrieren, die Unternehmenskultur weiter zu stärken und das Geschäftswachstum zu beschleunigen.“

Natürlich kann Microsoft noch keine Entscheidungen über die Zukunft von Kotick treffen. Es wird jedoch erwartet, dass eine der schlimmsten Reizfiguren der Spielebranche nach dem Verkauf aus dem Unternehmen ausscheidet.

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24 Kommentare Added

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  1. Lord Hektor 73420 XP Tastenakrobat Level 2 | 23.01.2022 - 21:27 Uhr

    Da wird Microsoft mal richtig durchfegen und einiges von Grund auf neu machen.

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  2. biowolf 37300 XP Bobby Car Raser | 24.01.2022 - 07:01 Uhr

    ich kann mir auch nicht vorstellen das MS den Kotick in Amt und Ehren belässt. Warum auch?
    Für Kotick selbst… warum sollte er sich auf lange Sicht mit einem Platz hinter Phil Spencer begnügen? Macht auch Kotick Sicht auch nicht unbedingt Sinn, außer er will sich selbst etwas zurück nehmen.

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