Anthem: Artikel wirft düsteres Bild auf die Entwicklung bei BioWare

In einem Artikel wird ausführlich über die Entwicklungszeit von Anthem berichtet, die ein düsteres Bild auf BioWare wirft.

Auf Kotaku erschien kürzlich ein Artikel über Anthem, der über die Arbeitsbedingungen und den Verlauf der Entwicklung des Spiels berichtet. Im Artikel berichten 19 BioWare-Mitarbeiter, die am Spiel mitgewirkt haben, was alles während der insgesamt siebenjährigen Entwicklungszeit schieflief.

So wird unter anderem berichtet, dass viele Mitarbeiter bis zur E3 Demo im Jahr 2017 gar nicht wussten, welche Art von Spiel Anthem überhaupt sei. Die Frostbite Engine machte zudem viele technische Probleme, denn diese war für Shooter entwickelt worden und so fehlten Funktionen für Action- oder Rollenspiele.

Viel erschreckender ist aber die Tatsache, dass über die Jahre hinweg viele langjährige Mitarbeiter BioWare verlassen haben. Es wird von Depressionen und Angstzuständen berichtet, die sich wie eine Epidemie ausgebreitet habe. Das führte dazu, dass Mitarbeiter eine Auszeit von bis zu mehreren Monaten nehmen mussten, um mental wieder zu gesunden. Weiterhin soll es einen extra Raum im Büro gegeben haben, in dem sich Mitarbeiter einschlossen, nur um zu weinen.

Viele der Mitarbeiter die für BioWare arbeiten oder gearbeitet haben sind für drastische Änderungen. Der Erfolg von Dragon Age: Inquisition im Jahr 2014 sei einigen zufolge dabei mit das Schlimmste, was dem Studio passieren konnte. Denn es war ein brutaler Entwicklungsprozess mit vielen Überstunden. Viele Mitarbeiter im Studio in Edmonton waren so ausgebrannt, dass sie sich für Dragon Age: Inquisition einen Misserfolg wünschten, damit manchen Leuten endlich klar wird, dass das nicht der richtige Weg ist um Spiele zu machen.

Das ist nur ein kleiner Auszug aus dem sehr umfangreichen Artikel von Jason Schreier. Den vollständigen Artikel könnt ihr auf Kotaku nachlesen.

Kurz nach der Veröffentlichung des Artikels hat sich BioWare mit einem Statement zu Wort gemeldet. Nachfolgend einige Auszüge daraus:

„Zunächst sei gesagt, dass wir von ganzem Herzen hinter jedem aktuellen und ehemaligen Mitglied unseres Teams stehen, das an dem Spiel gearbeitet hat, einschließlich der Führung. Es erfordert eine massive Anstrengung, Energie und Hingabe, um ein Spiel zu machen, und die Herstellung von Anthem wäre ohne jede einzelne ihrer Bemühungen nicht möglich gewesen.“

„Wir haben uns entschieden, diese Geschichte nicht zu kommentieren oder daran teilzunehmen, weil wir der Meinung waren, dass es einen unfairen Fokus auf bestimmte Teammitglieder und Führungskräfte gab, die ihr Bestes gaben, um diese völlig neue Idee den Fans näher zu bringen.“

„In unseren Studios legen wir großen Wert auf unser Arbeitsklima. Die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Teammitglieder nehmen wir sehr ernst.“

„Die Entwicklung von Spielen, insbesondere neuer IP, wird immer eine der schwierigsten Herausforderungen im Unterhaltungsbereich sein. Wir tun alles, was wir können, um es gesund und stressfrei zu machen, aber wir wissen auch, dass es immer Raum für Verbesserungen gibt.“

„Die Menschen in dieser Branche stecken so viel Leidenschaft und Energie in die Entwicklung von etwas das Spaß macht. Wir sehen keinen Wert darin, uns gegenseitig oder die Arbeit des anderen niederzureißen. Wir glauben nicht, dass Artikel, die das tun, unsere Industrie und unser Handwerk besser machen.“

Hier könnt ihr das ganze Statement von BioWare nachlesen.

15 Kommentare Added

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  1. LehmianFloor 0 XP Neuling | 03.04.2019 - 12:20 Uhr

    Wow, da wünschen sie sich schon Misserfolge. Bei einen Publisher wie Ea, dem die Jahreszahlen sehr wichtig sind, werden sicher hohe und schnelle Ziele gesteckt, welche ordentlich negative Auswirkungen auf die Kreativität der individuellen Mitarbeiter haben. Ich wünsche bioware das beste und dass sie bald wieder an alte Erfolge und Kreativität zurück gelangen!

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    • Ash2X 128440 XP Man-at-Arms Onyx | 03.04.2019 - 15:22 Uhr

      Jedem sind die Zahlen wichtig – den Entwicklern genauso wie den Publishern.Nur mal so am Rande.
      Kreativität in Spielen wird in den meisten Fällen auch bestraft – vom Kunden.Das liegt aber auch zum Teil daran das vieles Dinge die als „Kreativ“ gelten und für die bspw kleinere Indie-Titel gefeiert werden nur in einem kleinen Rahmen funktionieren.

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  2. MeK 187 74255 XP Tastenakrobat Level 2 | 03.04.2019 - 12:35 Uhr

    Ach so einen Heul raum brauchen wir hier auch… Naja und Klar ist ein hartes Business aber trotzdem sieht man ja was dabei raus kommt wenn man es so macht. Anthem ist an sich ja auch ein geiles game. Nur nicht so wie es jetzt ist. Aber als intro für das richtige game was hoffentlich irgendwann nachgepatched wird isses ok.

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  3. Zielfahnder 43920 XP Hooligan Schubser | 03.04.2019 - 12:57 Uhr

    🤣 ich finde die Idee von der Heul Bude auch nicht schlecht, bräuchten wir hier definitiv auch!

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  4. Robilein 147805 XP Master-at-Arms Onyx | 03.04.2019 - 13:03 Uhr

    Das beste wäre es wenn Bioware EA verlassen würde, wie jeder anderer Entwickler. Ich glaub schon das die viel Druck von EA bekommen. Ohne denen hätten sie vielleicht auch mehr künstlerische Freiheiten.

    Umsonst wurden nicht diverse Spiele und Studios eingestampft.
    Wahrscheinlich passte deren Konzept EA nicht. Da EA nur an Gewinnmaximierung interessiert ist.

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    • datalus 90510 XP Posting Machine Level 1 | 03.04.2019 - 14:27 Uhr

      Anscheinend ist EA relativ unbeteiligt an dieser Misere. Man muss aber EA vorwerfen, sich zu wenig intensiv mit den eigenen Studios auseinanderzusetzen.

      Die Studios genießen „zu“ viel Freiheit, und am Ende muss das Produkt stimmen. Das ist bei einem kreativen Entwicklungsprozess oft nicht möglich. Meist hilft da eine bessere Kontrolle, aber EA scheint sich da ganz auf die Führungsriege der Studios zu verlassen, was aber möglicherweise nicht optimal ist.

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  5. Dreckschippengesicht 59670 XP Nachwuchsadmin 8+ | 03.04.2019 - 13:19 Uhr

    Also ich hab bei uns im Laden auch häufig das Gefühl, dass die nicht wissen was sie entwickeln 🤦🏻‍♂️🤔🤪😅

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  6. Archimedes 169760 XP First Star Onyx | 03.04.2019 - 15:13 Uhr

    Ist immer schwer sowas aus einem Artikel einer Person als gültig anzusehen. Aber Schreier ist eigentlich jemand der seriös ist.
    EA kommt auch nicht aus den negativen Schlagzeilen raus. Bald werden sie wieder als schlimmste Firma der USA nominiert

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  7. DarrekN7 53220 XP Nachwuchsadmin 6+ | 03.04.2019 - 15:20 Uhr

    Dafür, dass Bioware eigentlich nichts dazu kommentieren wollte, hat es sich dann doch stark zu geäußert. Scheinen also wahre Vorwürfe zu sein.

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    • Ash2X 128440 XP Man-at-Arms Onyx | 03.04.2019 - 15:30 Uhr

      Es ist also wahr nur weil sich jemand gegen schwere Vofwürfe verteidigt?
      Wow…
      Nicht falsch verstehen: Jeder kennt die Zustände bei AAA-Entwicklungen in der Crunch-Time.Das ist nicht neu.Das Statement von dir ist nur etwas heikel wenn man es durchdenkt.

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      • DarrekN7 53220 XP Nachwuchsadmin 6+ | 03.04.2019 - 16:18 Uhr

        Zu behaupten, etwas nicht zu kommentieren und es im selben Atemzug aber doch zu tun, klingt schon obskur. Problematisch finde ich, wie argumentiert wurde. Bioware behauptet, solche Artikel würden nur versuchen die Arbeit derer Branche und Mitarbeiter niederzureißen, während es eigentlich um Transparenz geht – nämlich dann, wenn (vermeintliche) Insider auspacken.

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  8. NeoPhoenix 5280 XP Beginner Level 3 | 03.04.2019 - 16:42 Uhr

    Ich hab es damals gesagt und ich sag das immer und im Namen der BoS Div D51. Solche Firmen müssen sterben, damit EA mehr und mehr wie bei Boing das Genick gebrochen wird. Wir Spieler haben es in der Hand, Vorabtests mit Leaks.
    Sowas lese ich gar nicht gerne, man sollte für die Leute da sein und dies öffentlich zeigen.
    Bioware ist gerade wegen ME3 am Arsch und Tot, ist halt so. Da gabs kein Fanservice bis auf das abgeäbderte Ende.
    Take 2 oder andere bessere Firmen sollten EA aufkaufen und den ganzen Vorstand entlassen. Sowas gefährdet unsere Zukunft an Entwicklern. Sie sind unsere Mütter und Väter, die es schaffen das ihre Babys laufen lernen

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    • Gumka 5305 XP Beginner Level 3 | 03.04.2019 - 17:15 Uhr

      Ja genau ,die wissen wie man Spieler abzockt.GTA5 einfach zweimal verkaufen.Die Fachpresse hält schon die klappe und die spieler bezahlen gern zweimal für das selbe Produkt.Bei den vielen Hass Kommentaren würde ich auch Depressionen bekommen.🍻

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  9. de Maja 88365 XP Untouchable Star 4 | 03.04.2019 - 17:52 Uhr

    Da fragt man sich echt warum EA überhaupt erst Bioware gekauft hat wenn Sie spieletechnisch an Ihren Portfolio vorbei entwickeln. Naja, sie haben den Erfolg von Mass Effect gesehen und dann aber mitgekriegt wieviel Zeit und Geld so ein kreativer Prozess verschlingt. Bioware wird sich wohl wirklich nicht mehr erholen bei den ganzen Kreativen die abgesprungen sind.

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  10. Erik Seidel 49685 XP Hooligan Bezwinger | 04.04.2019 - 10:23 Uhr

    Naja, dass die Frostbite Engine für Shooter entwickelt wurde, stimmt zwar, aber dass damit keine ordentlichen Action-Adventures zu realisieren seien, kann man nicht ernstnehmen.

    Selbst Fifa läuft mit Frostbite.

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