Clair Obscur: Expedition 33: Veteran‑Entwickler verblüfft – Weltbild völlig erschüttert

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Image: Kepler Interactive

Veteranen‑Entwickler verblüfft: Weltbild erschüttert, nachdem Clair Obscur größtenteils von Junior‑Devs geschaffen wurde.

In einem Gespräch mit GamesIndustry.biz schildert der langjährige Entwickler Adrian Chmielarz, bekannt durch Titel wie Painkiller, Gears of War, Bulletstorm und aktuell Witchfire, wie sehr ihn die Entstehungsgeschichte von Clair Obscur: Expedition 33 überrascht hat.

Seine Bewunderung für das Projekt ist groß, doch die Hintergründe haben seine Sicht auf Teamstrukturen und Talentförderung ins Wanken gebracht.

Zu Beginn des Interviews verweist Chmielarz auf ein bekanntes Video, in dem Steve Jobs über die Entwicklung des ersten Macintosh spricht.

Jobs betonte damals, dass er ausschließlich mit sogenannten A‑Leuten arbeiten wollte, also den besten Köpfen des Unternehmens. Diese Philosophie prägte Chmielarz’ eigenes Verständnis von Teamqualität und Effizienz. Für ihn galt lange die Überzeugung, dass kleine Teams nur dann Höchstleistungen erbringen können, wenn sie aus erfahrenen Spitzenkräften bestehen.

Umso größer war sein Erstaunen, als er erfuhr, dass Clair Obscur: Expedition 33 zu einem erheblichen Teil von Entwicklern geschaffen wurde, die noch nie zuvor an einem Spiel gearbeitet hatten.

Das Projekt, das sich aktuell zu einem der meistprämierten Spiele des Jahres entwickelt, entstand in einem Kernteam von rund 30 Personen – und etwa die Hälfte davon waren absolute Neulinge.

Chmielarz beschreibt, wie sehr ihn diese Erkenntnis aus der Bahn geworfen hat. Für ihn wirkt das Spiel in jeder Hinsicht wie ein vollwertiger AAA‑Titel.

„Da es nur ‚A‘-Leute gab, merkten sie, wie viel mehr Spaß ihnen ihre Arbeit machte und wie viel besser und schneller sie vorankamen“, sagte Chmielarz. „Es gibt ein altes Sprichwort, das besagt, dass zehn professionelle Soldaten genauso effektiv sind wie hundert oder sogar tausend Amateure, und das ist ganz einfach wahr. Wenn man also ein kleines Team hat, ist es wirklich wichtig, dass man die besten Leute hat.“

„Letzte Woche habe ich erfahren, dass die Leute hinter Expedition 33 viele Neulinge eingestellt haben, Leute, die noch nie zuvor ein Spiel entwickelt haben. Jetzt ist meine Weltanschauung zerstört und ich weiß nicht, was ich tun soll“, gab Chmielarz zu.

„Wir haben hier ein Spiel, das für mich wie ein AAA-Titel aussieht, es ist in jeder Hinsicht einfach phänomenal. Es hat eine tiefgründige Geschichte, eine tiefgründige Arbeitsweise, gutes Gameplay, großartige Grafik und Sound. Es ist ein sehr stimmiges Produkt. Und dann hört man, dass das Kernteam aus 30 Leuten bestand, von denen die Hälfte Neulinge waren. Und ich denke mir: ‚Ich weiß nicht mehr, was ich glauben soll‘.“

Seine Reaktion fällt entsprechend offen aus. Die Vorstellung, dass ein Studio mit vielen Neulingen ein derart hochwertiges Ergebnis liefern kann, widerspricht seinem bisherigen Weltbild.

Für Chmielarz ist es ein Moment, der zeigt, wie unvorhersehbar kreative Prozesse sein können und wie sehr Talent, Führung und Vision manchmal schwerer wiegen als reine Erfahrung.

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28 Kommentare Added

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  1. Duck-Dynasty 155375 XP God-at-Arms Gold | 24.01.2026 - 13:48 Uhr

    Wundert mich überhaupt nicht. Nicht einmal, dass es immer noch Menschen gibt, die keinen eigenen Geist haben oder ihm einfach nicht trauen und lieber Weltbildern folgen.
    Er nimmt es selbst in den Mund:
    „sein Weltbild“
    Er hat wohl nicht gerafft, dass sein Bild von der Welt nicht nur diese darstellt sondern auch aus ihr selbst kommt.
    Jetzt hat er einen Zirkelbezug entdeckt, ohne zu raffen, dass es einer ist und kommt nicht mehr klar.
    Schade Schokolade 🤷🏻‍♂️

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  2. Mech77 81795 XP Untouchable Star 1 | 24.01.2026 - 13:53 Uhr

    Tja, nur weil mal ein Steve Jobs mit Schubladendenken um die Ecke kam oder er das jetzt meinte.

    Denn es ist nichts anderes: Schubladendenken. Das tun leider viel zu viele Leute.

    0
  3. Aeternitatis 51625 XP Nachwuchsadmin 5+ | 24.01.2026 - 15:05 Uhr

    Man sollte halt auch Neulingen immer mal eine Chance geben. Das Spiel sieht recht interessant aus und ich habe mit aufgrund des Kampfsystems schon überlegt beim nächsten Deal zuzuschlagen. Nun habe ich aber gehört, dass es recht kompliziert ist und zum Schluss, je nach Spielweise sehr schwer werden kann, was auch zu Frust führen kann. Hat hier jemand schon Erfahrungen gesammelt?

    0
    • Kenty 244630 XP Xboxdynasty Veteran Bronze | 24.01.2026 - 17:39 Uhr
      Antwort auf Aeternitatis

      Es ist einfach toll und ich verstehe gerade nicht mehr, warum ich es vor 9 Monaten einfach habe liegen lassen. Glaube es war wegen der „Karte“, auf der man dann bald nach dem Start rumwandert und deren Anblick mich irgendwie rausgeworfen hat.

      Aber ich hatte dann vor einer Woche nochmal neu angefangen, weil ich schon alles vergessen hatte und es dann doch nochmal probieren wollte. Und jetzt hat es Klick gemacht.

      Wenn man gewillt ist ein bisschen Hirnschmalz zu investieren und nicht gleich nach dem ersten Verlieren aufgibt ist es ein fantastisches Spiel. Parieren braucht man nicht unbedingt – Ausweichen geht auch prima und es gibt sogar „Piktos“, die einem APs (Aktionspunkte) gewähren, wenn man getroffen wird.

      Wenn man ein bisschen darauf achtet, dass man nicht nur auf Angriff geht, sondern sich während den Kämpfen auch heilen kann, ist es nicht wirklich schwer. Ich spiele es auf normal und wollte auch nicht auf Story spielen, weil ich gerne etwas herausgefordert werde.

      Die Schwierigkeit kann man auch jederzeit ändern, aber mach das bloß nicht. Ich hatte so nämlich schon einen FANTASTISCHEN Kampf, der über 17 Minuten gedauert hat und wo ich ein- bis zweimal schon am sterben war. Dann habe ich letzten Endes doch noch gewonnen und jetzt kann ich nicht mehr aufhören!

      Abgesehen davon ist das Spiel ein künstlerisches Meisterwerk und die Grafik ist auch noch super. Das einzige was leider fehlt ist die deutsche Synchronisation, aber da kann ich mit leben.

      Also, nur Mut!

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        • Kenty 244630 XP Xboxdynasty Veteran Bronze | 24.01.2026 - 19:35 Uhr
          Antwort auf Aeternitatis

          Gerne doch. Wahrscheinlich bekomme ich beim Endgegner dann trotzdem gut auch die Umme, aber dann wird sich halt angepasst und überlegt, wo der seine Schwächen hat und wie man das angehen könnte.

          Gibt übrigens einige Gelegenheiten, wo man sich anpassen muss, aber wenn ich das jetzt groß erkläre würde das zuviel spoilern.

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  4. FaMe 163505 XP First Star Silber | 24.01.2026 - 16:17 Uhr

    Ich bin nun wirklich gespannt. Was ich heute von dem Titel halte, wenn ich es anspiele

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    • xXCickXx 122635 XP Man-at-Arms Silber | 25.01.2026 - 17:54 Uhr
      Antwort auf FaMe

      Ich beneide dich, eines der Spiele wo ich mir wünschte es nochmal neu erleben zu können. Viel Spaß bei diesem Meisterwerk

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  5. Kenty 244630 XP Xboxdynasty Veteran Bronze | 24.01.2026 - 17:55 Uhr

    Das ist doch schön, dass sein Weltbild erschüttert wurde. Danach fängt das Nachdenken an und es kommt vielleicht etwas Neues oder sogar Geniales heraus wie Clair Obscur. Immer die gleiche Standardkost von großen Spieleentwicklern wird halt auf Dauer auch etwas fade.

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