Nach massiver Kritik an der geplanten Altersverifizierung hat sich Discord‑CTO Stanislav Vishnevskiy ausführlich an die Community gewandt. Er räumt ein, dass die Einführung schlecht kommuniziert wurde und bei vielen Nutzern den Eindruck erweckt hat, Discord wolle künftig flächendeckend Gesichtsscans oder Ausweisdaten verlangen.
Laut Vishnevskiy sei genau das nicht der Fall, und die entstandene Verwirrung sei ein Fehler des Unternehmens.
Discord betont, dass sich für über 90 Prozent der Nutzer überhaupt nichts ändern soll. Die Plattform verfügt bereits über interne Systeme, die für viele erwachsene Accounts eine Altersbestimmung vornehmen können, ohne dass Nutzer aktiv etwas tun müssen.
Diese Systeme basieren auf Account‑Signalen wie Alter des Accounts, Zahlungsinformationen oder generellen Aktivitätsmustern – nicht jedoch auf Nachrichteninhalten oder hochgeladenen Medien. Discord will die Methodik vor dem globalen Start in einem technischen Blogpost offenlegen.
Für weniger als zehn Prozent der Nutzer wird eine aktive Altersverifizierung notwendig sein, etwa wenn sie auf altersbeschränkte Inhalte zugreifen möchten. Dabei sollen Methoden zum Einsatz kommen, die ausschließlich das Alter, nicht aber die Identität preisgeben.
Wer sich nicht verifizieren möchte, behält seinen Account vollständig, verliert jedoch den Zugang zu Inhalten, die als nicht jugendfrei eingestuft sind, sowie die Möglichkeit, bestimmte Sicherheitseinstellungen zu ändern.
Discord verweist zudem auf gesetzlichen Druck: Vorgaben aus Großbritannien, Australien, Brasilien, der EU und mehreren US‑Bundesstaaten erzwingen neue Alterskontrollen. Durch eine eigene Lösung will Discord nachweisen, dass Altersverifizierung möglich ist, ohne sensible Identitätsdaten zu sammeln.
Das Unternehmen betont, dass die Altersgruppe eines Nutzers privat bleibt und für andere Nutzer nicht sichtbar ist. Ziel sei es, Jugendlichen einen sicheren Rahmen zu bieten, ohne Erwachsenen die volle Nutzung der Plattform einzuschränken.
Vishnevskiy geht auch auf die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern ein und versucht, die größten Sorgen der Community zu adressieren.
Für einen kleinen Teil der Nutzer, deren Alter intern nicht eindeutig bestimmt werden kann, setzt Discord auf externe Verifizierungsanbieter. Diese sollen ausschließlich das Alterssegment zurückmelden, nicht jedoch Identitätsdaten. Discord betont, dass weder das Unternehmen selbst noch die Partner die Identität eines Nutzers mit dessen Discord‑Account verknüpfen können.
Er geht auch auf die Skepsis gegenüber Drittanbietern ein, die durch einen Sicherheitsvorfall im vergangenen Jahr verstärkt wurde. Der betroffene Dienstleister wird nach Angaben des Unternehmens nicht mehr eingesetzt.
Alle aktuellen und zukünftigen Partner müssen strenge Sicherheits‑ und Datenschutzprüfungen durchlaufen, inklusive klarer Vorgaben zur Datennutzung und sofortiger Löschung der eingereichten Informationen. Daten für Altersverifizierungen sollen nur so lange gespeichert werden, wie es technisch notwendig ist.
Discord testete Anfang des Jahres in Großbritannien den Anbieter Persona, entschied sich jedoch gegen eine weitere Zusammenarbeit, da die Lösung nicht den neuen Anforderungen entsprach. Für Verfahren mit Gesichtsaltersbestimmung gilt künftig, dass diese ausschließlich lokal auf dem Gerät stattfinden müssen, ohne dass biometrische Daten das Gerät verlassen.
Für den globalen Start verpflichtet sich Discord zu umfassender Transparenz: Alle eingesetzten Verifizierungsanbieter sollen öffentlich dokumentiert werden, inklusive ihrer Methoden und Datenschutzpraktiken. Nutzer sollen im Produkt selbst klar erkennen können, welcher Anbieter welche Methode nutzt und wie mit Daten umgegangen wird.
Die Umsetzung unterscheidet sich je nach Region. In Ländern mit bereits bestehenden gesetzlichen Vorgaben – darunter Großbritannien, Australien und bald Brasilien – müssen Erwachsene, die auf altersbeschränkte Inhalte zugreifen wollen, zwingend eine externe Verifizierung durchlaufen.
In allen anderen Regionen bleibt für über 90 Prozent der Nutzer alles unverändert. Nur wenn die interne Altersbestimmung scheitert und ein Nutzer auf nicht jugendfreie Inhalte zugreifen möchte, wird eine Verifizierung notwendig – mit mehreren auswählbaren Methoden.
Aufgrund der Kritik verschiebt Discord den weltweiten Rollout der Altersverifizierung auf die zweite Jahreshälfte 2026. Bis dahin sollen zusätzliche Verifizierungsoptionen wie Kreditkartenprüfungen integriert, alle Partner öffentlich dokumentiert und strengere Anforderungen an biometrische Verfahren umgesetzt werden.
Außerdem arbeitet Discord an einer neuen Art von Spoiler‑Kanälen, damit Communities sensible Themen nicht mehr über Altersbeschränkungen lösen müssen. Vor dem globalen Start soll zudem ein technischer Blogpost erscheinen, der die Funktionsweise der automatischen Altersbestimmung detailliert erklärt.
Künftig sollen auch Transparenzberichte Informationen darüber enthalten, wie viele Nutzer zur Verifizierung aufgefordert wurden und welche Methoden zum Einsatz kamen.
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Da scheint man bei Discord doch etwas verunsichert zu sein nach dem Shitstorm.
Wird gleich wieder zurück gerudert. 😂
Da sehen welche ihre Felle davon schwimmen.
Bin mal gespannt was da am Ende wirklich passiert und was nicht