Epic Games: Mächtiger Maulkorb: Sweeney darf Google nicht mehr kritisieren

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Epic Games‘ Tim Sweeney darf Google bis 2032 nicht mehr kritisieren – ein bindender Vergleich verpflichtet ihn sogar zu lobenden Worten über Googles App‑Store‑Praktiken.

Tim Sweeney galt lange als einer der lautesten und kompromisslosesten Kritiker der Tech‑Giganten. Der Epic‑CEO beschimpfte Apple und Google regelmäßig als „betrügerisch“, „hinterhältig“ und „Gangster‑Unternehmen“, bezeichnete Android als „falsche offene Plattform“ und warf Google im Zusammenhang mit „Project Hug“ einen „korrupten Versuch in gigantischem Ausmaß“ vor.

Kaum jemand in der Branche sprach so offen über Machtmissbrauch und Gebührenmodelle.

Doch genau diese Stimme ist nun verstummt – und zwar vertraglich.

Ein Vergleich, der Sweeney zum Schweigen verpflichtet

Am 3. März 2026 unterzeichnete Sweeney ein bindendes Vergleichsdokument mit Google. Darin verzichtet Epic nicht nur auf weitere Klagen zu Themen wie App‑Vertrieb, Gebühren oder der Behandlung von Spielen und Apps.

Sweeney selbst verliert zusätzlich das Recht, Googles App‑Store‑Praktiken öffentlich zu kritisieren oder Reformen zu fordern.

Stattdessen muss er die im Vertrag festgelegten Änderungen positiv darstellen. Der Wortlaut verpflichtet Epic Games zu der Aussage, dass Google und die Android‑Plattform – mit den vereinbarten Anpassungen – „wettbewerbsfördernd“ seien und als „Modell für App‑Store‑Betrieb“ dienen. S

weeney muss sich „nach bestem Wissen und Gewissen“ dafür einsetzen, diese Sichtweise zu vertreten.

Verpflichtet zu Lob – sogar vor Gericht

Der Vertrag sieht vor, dass Sweeney bei Bedarf auch in anderen Ländern auftreten muss, um das Abkommen zu verteidigen. Google darf zudem sicherstellen, dass seine öffentlichen Aussagen den vereinbarten positiven Ton einhalten.

Die Einschränkungen gelten bis fünf Jahre nach Abschluss der letzten Gebührenänderung, die Google spätestens am 30. September 2027 umsetzen will. Damit könnte Sweeney erst ab September 2032 wieder frei über Google sprechen.

Angriff nur noch auf Apple erlaubt

Epic darf weiterhin Teil der „Koalition für App‑Fairness“ (Coalition for App Fairness) bleiben – jener Organisation, die Epic ursprünglich gründete, um gegen Apple und Google vorzugehen.
Doch laut Vertrag darf diese Organisation nun nur noch gegen Apple eingesetzt werden. Google ist tabu.

Epics Stellungnahme

Die Epic‑Newsroom‑Mitteilung bestätigt die Einschränkungen: Sweeney und Epic hätten zugestimmt, Google nicht mehr in Bezug auf App‑Store‑Vertrieb und Gebühren zu kritisieren.
Alle anderen Themen seien weiterhin offen für Kritik.

Ein stiller Sieg für Google – und ein lauter Verlust für die Branche

Für die Gaming‑ und Tech‑Industrie bedeutet dieser Vergleich einen tiefen Einschnitt. Eine der lautesten Stimmen gegen Plattform‑Monopole ist für Jahre verstummt – und das ausgerechnet durch einen Vertrag, der sie zum Schweigen verpflichtet.

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21 Kommentare Added

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  1. Terendir 167385 XP First Star Gold | 06.03.2026 - 17:18 Uhr

    Nur lobende Worte? Ich würde das ausnutzen und mit Sarkasmus total übertrieben loben und feiern 😀

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