Kingdom Come: Deliverance II: CEO: KI wird bleiben, gewöhnt euch dran

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Image: Deep Silver

Kingdom Come: Deliverance II-Entwickler: KI ist gekommen, um zu bleiben, und stellt sich damit hinter Larian Studios.

Larian Studios bestätigte die Nutzung von generativer KI für das kürzlich angekündigte neue Spiel der Divinity-Reihe. Mit dem Werkzeug wolle man frühe Spielideen erkunden, wie es heißt. Dafür kassierte man einen Shitstorm, was zu einem Statement führte, in dem CEO Swen Vincke eine klare Ansage machte. Im neuen Jahr werde man sogar ein AMA zwischen Fans und den Teams des Studios veranstalten, um Fragen zu dem Thema zu klären.

Daniel Vávra, Mitgründer von Warhorse Studios und Game Director der beiden Kingdom Come: Deliverance-Spiele, hat sich auf X hinter Larian gestellt und die aktuelle Debatte um den Einsatz von KI kommentiert.

Vávra betonte, dass inzwischen jedes Studio generative KI für ähnliche Aufgaben nutze und man sich mit der Technologie arrangieren müsse, auch wenn sie viele negative Seiten habe.

Die aktuelle „KI-Hysterie“ verglich er mit den Protesten gegen Dampfmaschinen im 19. Jahrhundert. Vávra kritisierte die heftige Reaktion auf Larians Aussagen und wies darauf hin, dass auch sein Studio bereits KI-Tools eingesetzt habe – etwa Topaz Labs, um Texturen aus dem ersten Kingdom Come: Deliverance hochzuskalieren.

Zwar sei er selbst kein Fan von KI-generierter Kunst, doch müsse man akzeptieren, dass die Technologie nicht mehr verschwinden werde.

Vávra machte deutlich, dass er den Einsatz von KI für kreative Zwecke zwar kritisch sieht, aber durchaus Vorteile darin erkennt, wenn es um die Erstellung von aufwendigen, jedoch weniger wichtigen Assets geht.

Er schilderte seine Frustration darüber, dass die Entwicklung eines Spiels heute oft sieben Jahre dauert, hunderte Mitarbeitende erfordert und immense Kosten verursacht – bis hin zu monotonen Aufgaben wie hunderte Stunden für generische Sprachaufnahmen.

Wenn KI dabei helfen könne, ein episches Spiel in kürzerer Zeit und mit kleineren Teams zu entwickeln, wie es früher üblich war, sei er dafür. Die Kernarbeit von Art Directors, Autoren, Programmierern und Designern bliebe bestehen, nur die mühsamen Routineaufgaben würden entfallen.

Angesichts seines Alters und der langen Entwicklungszyklen betonte Vávra, dass er viele Spielideen habe, die er mit KI-Unterstützung schneller verwirklichen möchte.

Vávra äußerte sich auch zur Debatte um den Einsatz von KI anstelle von Synchronsprechern und betonte, dass die Technologie vor allem für nebensächliche Dialoge sinnvoll sein könne, während zentrale Story-Dialoge und Zwischensequenzen weiterhin von echten Schauspielern mit Motion-Capturing umgesetzt werden sollten.

Er verwies auf bestehende Tools, mit denen sich NPCs samt Charakter, Wissen und Meinungen so skripten lassen, dass sie auf beliebige Fragen reagieren können – ein aus seiner Sicht revolutionärer Fortschritt für Rollenspiele, da solche unendlichen Variationen nicht von Schauspielern aufgenommen werden könnten. Für Alltagsdialoge wie Wegbeschreibungen oder Bestellungen im Wirtshaus brauche es schließlich keine Oscar-reife Performance.

Vávra hält den Einsatz von KI in der Spielebranche für unausweichlich und vergleicht den Widerstand dagegen mit dem Kampf gegen Dampfmaschinen oder Autos. Programmierer würden bald durch KI ersetzt, da dieselben Ergebnisse schneller und günstiger erzielt werden könnten.

Er sieht darin sowohl Risiken als auch Chancen: Spiele könnten künftig einfacher entstehen, Nischen-Genres zurückkehren und große Publisher wie Hollywood überflüssig werden.

Ob dies kreative Vielfalt oder den Untergang der Menschheit bedeutet, sei offen – sicher sei für ihn nur, dass KI nicht aufzuhalten sei.

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82 Kommentare Added

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  1. Khaabel 36825 XP Bobby Car Raser | 19.12.2025 - 22:19 Uhr

    KI in Games wird natürlich immer mehr an Bedeutung gewinnen. So wie halt im realen Leben auch.

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  2. Lord Hektor 346490 XP Xboxdynasty Veteran Gold | 21.12.2025 - 08:42 Uhr

    Das mit den Gesprächen in Tavernen und Co verstehe ich das man da auf KI setzt. Man darf es nur nicht übersehen.

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  3. Moe Skywalker 66440 XP Romper Domper Stomper | 22.12.2025 - 17:01 Uhr

    Das ist der nächste Schritt unserer Evolution. Ob wir wollen oder nicht. Und wenn es hilft, dass wir nicht 6 oder 7 Jahre auf ein aufwendiges Spiel warten müssen, dann kommt uns das Gamer zu Gute.

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