Fünf Jahre und zahlreiche Diskussionen unter Fans hat es gebraucht, doch nun ist der Moment gekommen. Mortal Kombat II läuft in den Kinos und will endlich das liefern, was wir an dieser Reihe lieben: ein Turnier auf Leben und Tod, packende Kämpfe, brachiale Fatalities sowie einen Johnny Cage in Bestform. Ob der zweite Anlauf von Regisseur Simon McQuoid wirklich hält, was er verspricht, lest ihr in unserer Filmkritik.
Das Schicksal der Erde hängt am seidenen Faden
Mit Mortal Kombat versüßte uns Warner Brothers im Jahr 2021 die triste Pandemiezeit. Doch der Film um den neuen Protagonisten Cole Young sowie die jahrhundertespannende Fehde zwischen Scorpion und Sub-Zero kam nicht bei allen gut an. „Zu viel Charaktereinführung, zu wenig Turnierfeeling“ lautete die oft gehörte Kritik.
Für Mortal Kombat II haben sich Regisseur Simon McQuoid und seine Crew diese sowie einige andere Kritikpunkte aus der Community zu Herzen genommen. Zwar beginnt auch der zweite Teil mit der Einführung weiterer Figuren, verschwendet jedoch keine Zeit mit ellenlangen Erklärungen.
Stattdessen wirft Mortal Kombat II euch direkt nach Edenia, einem fremden Reich, das dem Schicksal ins Auge schaut: Shao Kahn, gespielt von Martyn Ford, beansprucht das Reich nach den Regeln des Mortal Kombat für sich.
Was folgt, ist ein knapper, aber atmosphärisch dichter Rückblick, der uns zeigt, wie die junge Prinzessin Kitana den Fall ihres Heimatlandes in die Fänge Shao Kahns miterleben muss. Diese Eröffnung setzt den Ton: episch, opernhaft, aber nie selbstverliebt.
Danach setzt Mortal Kombat II dort an, wo Teil 1 endete. Das Earthrealm steht vor dem zehnten Mortal Kombat und damit vor der entscheidenden Schlacht um das Schicksal der Menschheit. Die bekannte Riege um Liu Kang, Sonya Blade, Jax und Cole Young ist zurück, doch das Gewicht der Erzählung verlagert sich klug auf zwei neue Hauptfiguren.
Zum einen auf die bereits genannte Kitana, die für Outworld antreten muss, obwohl ihr Inneres rebelliert. Zum anderen auf Johnny Cage, unseren liebsten abgehalfterten Actionstar, den sich die Götter scheinbar aus einer seltsamen Laune heraus als Champion der Erde auserkoren haben.
It’s Showtime
Adeline Rudolph spielt Kitana mit einer Mischung aus Würde und unterdrückter Verzweiflung, die weit über das hinausgeht, was diese Art von Film normalerweise von seinen Figuren fordert.
Wer sie bislang nur aus ihren Young-Adult-Projekten wie Riverdale kannte, darf sich überraschen lassen. Als Ziehtochter Shao Kahns brodelt in ihr eine explosive Mischung aus geschworener Treue und unterdrücktem Hass.
Über die Besetzung von Karl Urban als Johnny Cage wurde im Vorfeld viel geredet, nicht zuletzt dank des „Uncaged Fury“-Trailers. Schon die ersten zehn Minuten mit ihm genügen, um zu verstehen, wer Johnny Cage ist, warum er funktioniert und warum sowohl Urban als auch Cage Mortal Kombat II so bereichern.
Urban spielt Cage nicht als Karikatur, sondern als einen Mann, dessen Ego, Coolheit und Sarkasmus einen Schutzpanzer für die darunterliegende Verletzlichkeit bilden. Ein alternder Star, der seinen Zenit überschritten hat und nicht mehr an die Stärken glaubt, die ihn einst groß gemacht haben. Kann er zu alter Kraft zurückfinden?
Der Humor, den Urban mitbringt, zündet nahezu ausnahmslos. Was zu viel hätte sein können, funktioniert, weil der Witz organisch aus den Figuren wächst und nicht wie klassisches Comic-Relief wirkt. Dass auch Sonya und Jax dank Cage zeigen dürfen, dass sie mehr können, als stoische Kampfmaschinen zu sein, tut der Chemie des Ensembles gut.
Das Turnier als Bühne: Fanservice, der funktioniert
Was Mortal Kombat II besser macht als seinen Vorgänger: Es versteht, dass Fanservice dann am verlässlichsten funktioniert, wenn er organisch in die Welt eingebettet ist. Die Flammen, die am Himmel über den Arenen die verbleibenden Runden anzeigen, sind nicht nur ein nettes Nicken in Richtung der Spieler, sie ergeben im Kontext der Welt schlicht Sinn.
Die Kamera, die in einem bestimmten Kampf tatsächlich in die klassische Seitenansicht schwenkt, wie man sie aus jedem Mortal Kombat kennt, erzeugt genau den richtigen Moment des Wiedererkennens, ohne aufgesetzt zu wirken. Mortal Kombat II hat wirklich verstanden, warum wir diese Reihe lieben.
Die Kämpfe selbst profitieren enorm davon, dass hinter den Kulissen fast die gesamte technische Crew ausgetauscht wurde: neuer Kameramann, neuer Editor, neue Kampfchoreografen.
Das Resultat ist deutlich. Schläge connecten, die Wucht der Angriffe ist spürbar, und die Kamera lässt die Kampfsequenzen für sich stehen, statt diese in einem Schnittgewitter untergehen zu lassen. Physisch, brutal, ikonisch, kurz gesagt: pures Mortal-Kombat-Feeling.
Das emotionale Herzstück bildet ein Kampf in der Mitte des Films, der sowohl bei der Choreografie als auch bei der Emotionalität alle anderen Sequenzen in den Schatten stellt. Eine brillant inszenierte Auseinandersetzung zwischen zwei Figuren, in der nicht nur Körper, sondern auch Gefühle aufeinanderprallen.
Orchester, Choreografie und Setting verschmelzen hier zu einem Moment, den ihr unbedingt im Kino gesehen haben solltet. Wer hier gegen wen kämpft, wird aus Spoilergründen nicht verraten!
Licht und Schatten
Mortal Kombat II bietet also deutlich mehr Action und Fanservice als der Vorgänger. Fehlerfrei ist er jedoch nicht. Der größte Kritikpunkt ist dabei die Schauplatzvielfalt. Der Marktplatz in Edenia, auf dem ein Großteil der Kämpfe ausgetragen wird, wird so häufig bespielt, dass die Abnutzung gegen Ende spürbar ist. Mortal Kombat kennt dutzende ikonische Stages, sodass ein wenig mehr Mut zur Vielfalt dem Film gutgetan hätte.
Auch die dramatische Spannung der einzelnen Kämpfe leidet gelegentlich darunter, dass das Turniersystem bestimmte Ausgänge vorhersehbar macht. Wer weiß, wie Mortal-Kombat-Turniere funktionieren, kann sich früh ausrechnen, welche Seite wann verlieren muss. Das nimmt dem ein oder anderen Match die Brisanz.
Cole Young, immer noch die generischste Figur im Ensemble, hat zwar weniger Raum als zuvor, bleibt allerdings auch im zweiten Teil blass. Das liegt jedoch primär an der Figur und seinem Einsatz, weniger an Schauspieler Lewis Tan, der das Beste aus seiner Rolle macht.
Fazit
Mortal Kombat II ist der Film, den sich Fans gewünscht haben. Packende Turnieratmosphäre, emotionale Kämpfe und ein Karl Urban in einer Rolle, die wie für ihn gemacht scheint: All das liefert jene Balance aus Selbstironie und epischer Wucht, die Mortal Kombat als Franchise seit drei Jahrzehnten auszeichnet. Hier kommt vom Spiele- bis zum Action-Fan jeder auf seine Kosten.
Mehr Varianz bei den Schauplätzen, weniger Vorhersehbarkeit bei den Turnierergebnissen, und es wäre ein rundum gelungener Filmauftritt für die Reihe geworden. Ein starkes Ensemble mit einem humorvollen Cage, einer fesselnden Kitana und einem epischen Highlight-Kampf ist das Kinoticket trotz der Kritikpunkte allemal wert.
Somit ist Mortal Kombat II eine klare Empfehlung für Fans der Reihe und für alle, die ein Herz für opernhaftes Actionkino mit Selbstironie haben. Mortal Kombat II läuft ab dem 7. Mai 2026 in den deutschen Kinos.
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Fand den ersten schon nocht schlecht, freue mich auf den zweiten Teil
Wird ein Film für zu Hause.
Da geht`s direkt ins Kino.
Warte ich auf einen Streaming Dienst, wird auf jeden Fall geschaut.
Der wird nach dem Kino sicherlich zeitnah bei HBO Max landen.
Darauf spekulier ich auch, bis dahin schau ich mir da auch den Vorgänger nochmal an 🙂
Je mehr ich sehe desto mehr bin ich begeistert.
Das könnte die beste Videospielverfilmung überhaupt sein. Sieht zumindest danach aus.
Was hat der denn für einen FSK? Denn ein MK Film sollte ja schon auch etwas heftiger sein, oder?
Der ist von der FSK ab 16 freigegeben, aber schon schön saftig. Ich nehme mal an, dass man dort etwas gnädiger war, weil es sich um ein Fantasy-Setting handelt und die Gewalt bewusst überspitzt ist.
Vielen Dank für die Antwort. Ich finde, bei einem MK Film spielt ein gewisser Horror Faktor schon eine Rolle.
Hört sich hier ziemlich gut an.
Hab aber auch schon sehr kritische Stimmen dazu gehört.
Bin daher noch unentswchlossen ob ich ins Kino soll oder auf den Release auf Netflix warte.
Karl Urban soll ja so ein Kritikpunkt sein laut einer Review…aber gut…ich schau es selber an und mach mir mein Urteil 😉
Das könnte eine ähnliche Diskussion werden wie bei Super Mario. Die Frage ist halt, was man von dem Film erwartet. Für mich will der primär Spaß machen und die Fans der Spiele bedienen. Der will kein Ong-Bak oder The Raid und auch kein tiefgreifendes Charakterdrama sein, wird aber von einigen Leuten auf der Ebene bewertet/diskutiert. Aber wie meistens gilt: Wenn er Dich interessiert und es bezüglich Zeit sowie Geld passt, mach Dir gerne ein eigenes Bild 😊
The Raid hatte aber auch krasse Szenen die überzeugten 😀
Da brauchst wirklich keine Story.
Da kam der erste Film von MK aber überhaupt nicht ran.
Absolut! Daher ist The Raid für mich auch ein Meisterwerk™ und der 2021er MK „okay, aber unterhaltsam“. Darf beides existieren, man muss nur wissen, worauf man sich einlässt 😄
Bei den Undisputed Filmen war das mMn auch so.
Die Story war eher so ne Nebensache, aber die Kämpfe waren Weltklasse inszeniert.
Die schlummern bei mir wegen Scott Adkins ab Teil 2 noch in meiner digitalen Videothek, aber wird langsam mal Zeit 😄
Unbedingt ! 😀
Wegen ihm hab ich die Reihe erst angefangen 😀
Ich fand Teil 1 sehr gut und deswegen werde ich mir Teil 2 anschauen. Wer Teil 1 schon nicht gut fand, der sollte auch hier besser warten mMn.
Würd jetzt nicht sagen, dass er schlecht ist, aber mit dem Namen Mortal Kombat ( also dem Turnier an sich ) hatte er ja nichts zu tun, das kommt ja eigentlich erst noch.
Er war ok, aber nicht so herausragend bzw. Actonreich wie ich gedacht hatte.
Die ersten 15 Minuten wurden ja zuvor Online gestellt und waren super, aber dann ists etwas abgeflacht.
Bin zwar nicht so der MK-Fan, aber wird sicher mal geschaut.
Geh heute mit 2 Freunden ins Kino…um 20:20 Uhr gehts los 😉
Seit Jahren mal wieder im Kino. Da ich (der größte?) Fan der beiden 90er Mortal Kombat Filme bin, muss ich hier ins Kino gehen 🙂
Und dann bald noch He-Man? 🙂
Uuuh, der kommt ja auch bald!
Hol ich mir dan auf Disc für zuhause und zieh es mir auf dem 83 Oled in 7.1.2 Dolby Atmos rein, dafür muss ich nicht ins Kino 😉
So sehe ich das auch mittlerweile. Bei uns sind die Kinos auch eher bescheiden.
Unser Kino hier im „Städtchen“ hat drei Säle. Der grosse Saal ist wirklich stark. Modernes 3D mit richtigen Shutterbrillen statt diesen billigen Wegwerf-Dingern und dazu eine richtig gute Atmos Anlage. Dort laufen die grossen Blockbuster und ab und zu spätabends auch mal Horrorfilme oder FSK 18 Actionstreifen.
Im zweiten Saal, wo eher die weniger mainstreamigen Filme gezeigt werden, merkt man schon, dass die Ausstattung nicht ganz mithalten kann. Und Saal drei, in dem dann Nischenfilme und Independent Produktionen laufen, erreicht leider kaum noch echtes Kinofeeling. Das kann man fast genauso gut zuhause schauen.
Und genau das tut mir irgendwie leid. Die Betreiber geben sich wirklich Mühe. Sie veranstalten auch mal Anime Nights, zeigen Klassiker des japanischen Kinos und organisieren immer wieder spezielle Events. Aber die Leute kommen einfach zu selten.
Über Corona wurde das Kino damals noch von der Stadt subventioniert, sonst hätte der aktuelle Betreiber wahrscheinlich schon früher das Handtuch geworfen. Aber inzwischen herrscht wieder Flaute.
Er sagt selbst, wenn nicht gerade ein neuer Bond läuft und die Boomer Generation die Säle stürmt oder ein gigantisches Spektakel wie Avatar gezeigt wird, bleiben die Reihen oft erschreckend leer. Ein John Wick oder Fast & Furious lockt immerhin noch ein paar Leute an, aber die richtig guten Filme landen mittlerweile oft nur noch in den kleineren Sälen. Gerade die Werke, die eigentlich vom Kinoerlebnis leben würden, gehen dadurch fast unter und er ist gezwungen die Bombastproduktionen über Wochen im grossen Saal zuzeigen.
Schade daran ist, dass die Betreiber wirklich Herzblut reinstecken. Man merkt, dass sie Kino lieben und nicht einfach nur Tickets verkaufen wollen. Aber gegen Streaming, Bequemlichkeit und den Wandel des Publikums anzukommen, wirkt manchmal wie ein Kampf, den kleine Kinos kaum noch gewinnen können.
Mit dem Set-up zu Hause kann ich das nachvollziehen 😄