Microsoft: Unternehmen legt die zehn Prinzipien des Microsoft Stores für Windows dar

Microsoft hat die zehn Prinzipien des Microsoft Stores für Windows dargelegt und erklärt, warum der Xbox Store eine Sonderstellung einnimmt.

Zuletzt gab es einige Unstimmigkeiten zwischen Apple und Epic Games, die dazu führten, dass Apple Fortnite aus dem Apple App Store entfernte.

Zusätzlich hatte Apple vor die Unreal Engine aus dem Software-Entwicklungskit für iOS zu verbannen, sodass Entwickler von iOS-Apps diese nicht mehr für ihre Kreationen nutzen könnten. Diese Maßnahme wurde allerdings durch eine richterliche Anordnung untersagt. In einer Erklärung stellte sich Microsoft damals auf die Seite von Epic Games.

Kürzlich hat nun Microsoft eine Liste seiner zehn App-Store-Prinizipien, die für ihren eigenen Microsoft Store gelten sollen, veröffentlicht. Diese sieht wie folgt aus:

  1. Entwickler können frei wählen, ob sie ihre Apps für Windows über unseren App Store vertreiben möchten. Wir werden konkurrierende App Stores unter Windows nicht blockieren.
  2. Wir verbannen keine App aus Windows, basierend auf dem Geschäftsmodell eines Entwicklers oder der Bereitstellung von Inhalten und Diensten, unabhängig davon, ob Inhalte auf einem Gerät installiert oder aus der Cloud gestreamt werden.
  3. Wir werden eine App nicht aus Windows verbannen, basierend auf der Wahl eines Entwicklers, welches Zahlungssystem für die Verarbeitung von in seiner App getätigten Käufen verwendet werden soll.
  4. Wir geben Entwicklern zeitnahen Zugriff auf Informationen zu den kompatiblen Interfaces, die wir unter Windows verwenden, wie in unseren Interoperabilitätsgrundsätzen dargelegt.
  5. Jeder Entwickler hat Zugriff auf unseren App Store, solange er objektive Standards und Anforderungen erfüllt, einschließlich der für Sicherheit, Datenschutz, Qualität, Inhalt und digitale Sicherheit.
  6. Unser App Store erhebt angemessene Gebühren, welche die Konkurrenz durch anderer App Stores für Windows widerspiegeln, und zwingt einen Entwickler nicht, innerhalb seiner App etwas zu verkaufen, was er nicht verkaufen möchte.
  7. Unser App Store hindert Entwickler nicht daran, über legitime Geschäftszwecke direkt mit ihren Benutzern über ihre Apps zu kommunizieren.
  8. Unser App Store behandelt unsere eigenen Apps nach denselben Standards wie konkurrierende Apps.
  9. Microsoft verwendet keine nicht öffentlichen Informationen oder Daten aus seinem App Store über die App eines Entwicklers, um mit dieser zu konkurrieren.
  10. Unser App Store wird transparent über seine Regeln und Richtlinien sowie über Werbe- und Marketingmöglichkeiten sein, diese konsequent und objektiv anwenden, Änderungen mitteilen und einen fairen Prozess zur Beilegung von Streitigkeiten zur Verfügung stellen.

Im weiteren Verlauf des Blog-Beitrags erklärt Microsoft, dass Windows 10 im Gegensatz zu anderen eine offene Plattform darstelle, in der alternative App-Stores wie Valves Steam und der Epic Games Store existieren und gedeihen können:

„Es gibt auch andere beliebte und wettbewerbsfähige Alternativen für Windows 10. App-Stores von Drittanbietern, z. B. von Steam und Epic, sind für Windows verfügbar und bieten Entwicklern verschiedene Preisoptionen (oder Umsatzbeteiligungsoptionen), Standards, Anforderungen und Funktionen. Entwickler können ihre Apps auch ohne Einschränkungen direkt zu ihren eigenen Bedingungen direkt über das Internet vertreiben. Die ersten vier Prinzipien sollen diese Wahlfreiheit sowie den robusten Wettbewerb und die Innovation, die sie unter Windows 10 ermöglichen, bewahren.“

In Bezug darauf, dass Microsoft mit der Xbox-Konsole selbst über eine Art abgeschirmten Bereich verfüge, erläuterte das Unternehmen die Sonderstellung des Konsolenmarktes und versicherte, dass aktuell an den Grundsätzen für den Xbox Store gearbeitet werde:

„Wir betreiben auch ein Geschäft auf der Xbox-Konsole. Es ist vernünftig zu fragen, warum wir diese Prinzipien heute nicht auch auf den Xbox Store anwenden. Spielekonsolen sind spezielle Geräte, die für eine bestimmte Verwendung optimiert sind. Obwohl sie bei ihren Fans sehr beliebt sind, sind sie dem Markt von PCs und Telefonen weit unterlegen. Und das Geschäftsmodell für Spielekonsolen unterscheidet sich stark vom Ökosystem um PCs oder Telefone. Konsolenhersteller wie Microsoft investieren erheblich in die Entwicklung dedizierter Konsolenhardware, verkaufen sie jedoch unter den Kosten oder zu sehr geringen Gewinnspannen, um einen Markt zu schaffen, von dem Spieleentwickler und Publisher profitieren können. Angesichts dieser grundlegenden Unterschiede in der Bedeutung der Plattform und des Geschäftsmodells müssen wir noch mehr tun, um die richtigen Prinzipien für Spielekonsolen festzulegen.“

Sarah Maxwell von der Coalition for App Fairness, auf deren Grundsätzen Microsofts zehn Prinzipien basieren, äußerte sich folgendermaßen zu den Geschehnissen:

„Die Entscheidung von Microsoft, die App Store-Prinzipien zu übernehmen, markiert einen entscheidenden Moment in der globalen Kampagne, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Entwickler zu schaffen.“

„Als erste große globale Plattform, die sich zu bedeutenden Änderungen für das App-Ökosystem verpflichtet hat, werden die zehn von ihnen festgelegten Prinzipien Klarheit schaffen, die Auswahl der Verbraucher fördern, Entwicklern die gleichen Chancen bieten, sich frei zu behaupten, und Innovationen in den kommenden Jahren ermöglichen.“

„Die Schaffung eines einheitlichen Verhaltensstandards auf allen Plattformen erfordert Zeit. Feedback ist wichtig und wir begrüßen die Fortschritte, die Microsoft gemacht hat. Die Coalition for App Fairness wird eng mit Microsoft zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass sie bei der Weiterentwicklung ihrer Prinzipien weiterhin positive Auswirkungen auf die gesamte Branche haben.“

Auch Epic Games CEO Tim Sweeney äußerte sich via Twitter positiv über die Neuigkeiten:

14 Kommentare Added

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  1. rjb81 18560 XP Sandkastenhüpfer Level 4 | 13.10.2020 - 10:00 Uhr

    Naja man gibt ja selber zu das die Konsole ein walled garden ist.

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    • Rapza624 98700 XP Posting Machine Level 4 | 13.10.2020 - 13:14 Uhr

      Solange der Großteil der Nutzer damit einverstanden sind, wird sich daran auch nichts ändern.
      Im Text steht ja auch schon der springende Pu kt: MS verkauft die Konsolen an der Ladentheke unter Wert, lässt sich das bei der Software dafür aber wieder auszahlen.

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        • Rapza624 98700 XP Posting Machine Level 4 | 13.10.2020 - 18:13 Uhr

          Ich beschwere mich ja nicht. Es hat alles seine Vor und Nachteile. Letzten Endes bevorzuge ich eben doch den Komfort einer Konsole.

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  2. K0fferFisch 8295 XP Beginner Level 4 | 13.10.2020 - 10:37 Uhr

    Das mit den Konsolen ist absolut nachvollziehbar.
    Die sollen mit dem Store auch verdienen damit ich mir starke Hardware zu einem sehr fairen Preis kaufen kann

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  3. OzeanSunny 186220 XP Battle Rifle Master | 13.10.2020 - 10:51 Uhr

    Ja ist ja nix wildes. Das der Konsolen Markt speziell angefahren werden muss sollte jeder Dummkopf eigentlich wissen. Die Absätze die der PC Markt hat sind für den Konsolen Markt nicht erreichbar.

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  4. dancingdragon75 118890 XP Scorpio King Rang 4 | 13.10.2020 - 12:30 Uhr

    Also ihr Ziel zur „Good Company“ zu werden hat aus meiner Sicht MS längst erreicht.. ?

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