MindsEye: Gewerkschaft klagt wegen Überwachung und Datenverstöße

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Image: IO Interactive Partners A/S

Build A Rocket Boy: Gewerkschaft erhebt Klage wegen Überwachungssoftware und Datenschutzvorwürfen im Studio von MindsEye.

Bei MindsEye-Entwickler Build A Rocket Boy ist ein Arbeitskonflikt eskaliert, nachdem gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter rechtliche Schritte gegen das Studio eingeleitet haben. Im Zentrum stehen schwere Vorwürfe rund um den Einsatz von Überwachungssoftware sowie mögliche Verstöße gegen Datenschutzrichtlinien.

Mitglieder der IWGB Game Workers Union führen die Klage an und werfen dem Studio vor, auf Arbeitsgeräten ohne ausreichende Transparenz die Software Teramind installiert zu haben. Laut Gewerkschaft sei diese Entscheidung ohne Zustimmung der Beschäftigten erfolgt und habe tief in private Arbeitsumgebungen eingegriffen.

In einer Stellungnahme der Gewerkschaft wird kritisiert, dass die Software weit über eine übliche Arbeitskontrolle hinausgehe. So heißt es, sie überwache nicht nur Produktivität, sondern erfasse auch Aktivitäten in privaten Räumen der Mitarbeitenden, ohne deren ausdrückliche Zustimmung. Zudem wird betont, dass dadurch grundlegende Datenschutzrechte verletzt worden sein könnten.

Besonders brisant: Laut IWGB soll Teramind unter anderem Tastatureingaben protokolliert, Bildschirmaktivitäten aufgezeichnet und sogar Mikrofon-Audio erfasst haben. In einem internen Meeting, das später an die Öffentlichkeit gelangte, sollen Studioleiter bestätigt haben, dass die Software ohne vorheriges Wissen der Mitarbeitenden installiert wurde.

Die Gewerkschaft wirft dem Unternehmen außerdem vor, nach der Entfernung der Software im März keine vollständige Transparenz darüber geschaffen zu haben, welche Daten gesammelt wurden, wie diese gespeichert wurden und aus welchem konkreten Grund die Überwachung überhaupt eingeführt wurde.

Die Reaktionen aus dem Studio selbst fallen ebenfalls kritisch aus. Ein leitender Mitarbeiter äußerte sich laut Gewerkschaft deutlich zur Unternehmenskultur und beschrieb sie als eine der problematischsten Erfahrungen seiner 20-jährigen Karriere in der Spielebranche. Dabei sprach er von einer Kultur der Geheimhaltung und starken Mikromanagement-Strukturen, die ein belastendes Arbeitsumfeld geschaffen hätten.

Zusätzlich laufen bereits weitere rechtliche Verfahren gegen das Studio. Diese betreffen unter anderem den Umgang mit Entlassungen im vergangenen Sommer, bei denen rund 300 Mitarbeitende betroffen gewesen sein sollen. Die Gewerkschaft erhebt dabei Vorwürfe wie unrechtmäßige Blacklistings, Benachteiligung und fehlende kollektive Konsultationen, was potenziell hohe finanzielle Folgen für das Unternehmen haben könnte.

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23 Kommentare Added

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  1. Mech77 114275 XP Scorpio King Rang 2 | 23.04.2026 - 13:11 Uhr

    Also der Boss, der andere der Spionage beschuldigt, hat selbst spioniert.

    Da gehts ja schlimmer zu als bei Amazon, davon ab, dass der Chef einen größeren Dachschaden hat, als Jeff Bezos und Elon Musk zusammen…

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