PlayStation 5: Sony hat Sorge wegen Activision Blizzard-Übernahme

Sony meldet sich zur Übernahme von Activision Blizzard von Microsoft zu Wort und zeigt sich sichtlich besorgt.

Sony erklärt den Regulierungsbehörden, dass es nicht möglich ist, ein Triple-A-Franchise zu entwickeln, das mit Call of Duty konkurrieren kann, und dass es Jahre dauern würde, mit dem Xbox Game Pass zu konkurrieren, doch fangen wir von vorne an.

Microsoft kauft Activision Blizzard, das ist bis heute die größte Meldung in der Gaming-Geschichte der aktuellen Konsolengeneration. Die Übernahme soll bis Juli 2023 in trockenen Tüchern sein und diverse Prüfverfahren wurden bereits in den verschiedensten Ländern eingeleitet.

Die Aufsichtsbehörde in Brasilien zeigt sich dabei besonders offen und setzt auf Transparenz. Somit ist auch alles einsehbar, einschließlich der befragten Unternehmen und deren Antworten, wobei vertrauliche Details geschwärzt wurden.

Idas, Mitglied im Resetera-Forum, hat sich jetzt die Mühe gemacht und einige interessante Informationen zusammengetragen. Den vollständigen Artikel findet ihr hier.

Idas gibt dabei im Vorfeld bekannt: „Ich habe eine Zusammenfassung der Fragen, die den Dritten gestellt wurden, und ihrer Antworten erstellt. Die Originaldokumente sind auf Portugiesisch, aber ich bin spanischer Muttersprachler, sodass sie leicht zu verstehen sind (Google Übersetzer war auch sehr nützlich). Außerdem bin ich seit fast 14 Jahren als Anwalt im IT-Recht tätig, einschließlich Fusions- und Übernahmeprozessen (daher kenne ich mich mit diesen Dingen aus).“

Aus dem Bericht geht hervor, dass zahlreiche Unternehmen befragt wurden, was sie von der Übernahme halten und Sony hat als Konkurrent zu Microsoft selbstverständlich in umfangreicher Form seine Bedenken geäußert.

Idas hat dabei die Antwort von Sony übersetzt:

„SONY: Sie sagen, dass aus Sicht der Entwicklung/Veröffentlichung die Spieleentwicklung typischerweise eine frühe, plattformneutrale Phase umfasst, bevor das Spiel für eine oder mehrere spezifische Plattformen angepasst wird.“

„Ihrer Meinung nach konkurrieren alle Spiele um das Engagement des Spielers. Die Spieler wählen ihre Spieleplattform nach dem Preis, den technischen Merkmalen und den verfügbaren Spieltypen aus. Der verfügbare Inhalt ist der wichtigste Faktor für die Wahl einer Plattform.“

„Sie sagen, dass es bei der Entwicklung und Veröffentlichung von Spielen für den PC nur wenige Einstiegshürden gibt. Nur ein einziger Entwickler kann ein Indie-Spiel entwickeln und online vertreiben, aber die Entwicklung eines AAA-Spiels der Spitzenklasse (wie Activisions Call of Duty) erfordert ein Budget von Hunderten von Millionen Dollar und Tausende von Mitarbeitern.“

„Sie sagen, dass es neben Activision nur wenige Entwickler/Publisher gibt, die in der Lage sind, AAA-Spiele zu produzieren, wie EA (FIFA), Take-Two/Rockstar (Grand Theft Auto) und Epic Games (Fortnite). Bei diesen Spielen handelt es sich in der Regel um langlebige Franchises mit großen Budgets, mehrjährigen Entwicklungszyklen und einer großen Fangemeinde.“

„Trotz alledem ist Sony der Meinung, dass keiner dieser Entwickler ein Franchise schaffen kann, das mit Activisions Call of Duty konkurrieren kann, das sich als eigenständige Spielekategorie abhebt. Deshalb glauben sie, dass Call of Duty so beliebt ist, dass es die Wahl der Konsole beeinflusst. In der Tat ist ihr Netzwerk von treuen Nutzern so tief verwurzelt, dass ein Konkurrent, selbst wenn er das Budget hätte, ein ähnliches Produkt zu entwickeln, nicht in der Lage wäre, einen Rivalen zu schaffen.“

„Sie sprechen über die Zeit, das Geld, die Anzahl der Mitarbeiter, die Millionen von Anhängern, den Umsatz und andere Daten im Zusammenhang mit Call of Duty, um zu zeigen, dass es sich um eine einzigartige Franchise handelt, die nicht ersetzt werden kann.“

„Sie stimmen zu, dass Abonnementdienste mit Spielen konkurrieren, die gegen eine einmalige Gebühr erworben werden. Sie sind jedoch der Meinung, dass die niedrigen Anfangskosten von Abonnementdiensten wettbewerbswidrig sein könnten im Vergleich zu den Verlegern, die die beträchtlichen Investitionen in Spiele durch den Verkauf gegen eine Vorabgebühr wieder hereinholen. Sie glauben auch, dass dies den Verbrauchern schaden könnte, weil die Qualität der Spiele sinkt.“

„In den letzten fünf Jahren hat Game Pass etwa 60-70 % des weltweiten Marktes für Abonnementdienste erobert (in Brasilien ist dieser Marktanteil sogar noch größer, da Game Pass dort etwa 70-80 % des Marktes für PC-Abonnementdienste ausmacht).“

„Sie glauben, dass es mehrere Jahre dauern würde, bis ein Wettbewerber – selbst mit erheblichen Investitionen – eine wirksame Konkurrenz für Game Pass schaffen könnte.“

„Call of Duty stellt eine wichtige Einnahmequelle für die PlayStation dar (die Daten wurden zur Verfügung gestellt, sind aber geschwärzt) und ist eine der größten Einnahmequellen von SIE bei Drittanbietern.“

Wie weit die Aussage von Sony – die gerade selbst erst Bungie mit Destiny übernommen haben – Einfluss auf die Übernahme von Activision Blizzard von Microsoft haben wird, bleibt abzuwarten.

Von den weiteren Unternehmen hat beispielsweise Warner Bros. keinerlei Bedenken geäußert. Ubisoft zeigt sich ebenfalls neutral und ist der Meinung, dass es kein Videospiel gibt, das nicht in irgendeiner Form mit einer direkten Konkurrenz zu kämpfen hat. Ähnliches hat Bandai Namco geäußert und noch angebracht, dass die Konkurrenz zu Call of Duty immer stärker und größer wird, dabei wurden Spiele wie Valorant, Battlefield und Destiny genannt.

Riot Games fügte eine ganze List an Call of Duty-Konkurrenten hinzu: Apex Legends, Rainbow Six, Battlefield und viele weitere. Genauso haben selbst Spiele wie Candy Crush direkte Konkurrenz: Cookie Jam oder Bejeweled wurden hier aufgeführt.

Offensichtlich hat Sony mit der negativsten Antwort auf die Befragung reagiert, während Amazon, Apple, Google und andere kein großes Interesse gezeigt haben, während Warner Bros., Ubisoft und mehr keinerlei Bedenken haben.

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302 Kommentare Added

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  1. Yoshivan 6560 XP Beginner Level 3 | 08.08.2022 - 15:43 Uhr

    Klar sagt Sony nicht, “ ist uns egal“.
    Bei so ein kauf der Konkurrenz.

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