Die anhaltende Kritik an Sonys Entscheidung, ab 2028 keine physischen Datenträger für neue PlayStation-Spiele mehr anzubieten, entwickelt sich zunehmend zu einem Problem für Spiele, die mit dieser Entscheidung eigentlich nichts zu tun haben.
Nachdem bereits der neue Marvel’s Wolverine-Trailer von tausenden Protestkommentaren überschattet wurde, geraten nun auch Neuveröffentlichungen ins Visier der Community. Besonders deutlich zeigt sich dies am Indie-Hit Denshattack!, der von Sony zum Verkaufsstart über die offiziellen Social-Media-Kanäle beworben wurde.
Boykottaufrufe statt Glückwünsche
Anstatt über das Spiel selbst zu sprechen, nutzten zahlreiche Nutzer die Beiträge erneut, um gegen Sonys Strategie zu protestieren. Teilweise gingen die Reaktionen sogar so weit, dass Spieler öffentlich dazu aufriefen: Denshattack! lieber auf PC, Xbox Series X|S oder Nintendo Switch 2 zu kaufen.
Ein besonders häufig geteilter Kommentar lautete sinngemäß:
„Kauft es nicht auf PS5 – unterstützt lieber eine andere Plattform.“
Andere Nutzer kritisierten, dass hochwertige Spiele durch Sonys Entscheidung regelrecht untergehen würden:
„Großartige Spiele werden wegen eurer schlechten Entscheidung begraben.“
Für das Entwicklerstudio Undercoders dürfte diese Situation besonders unglücklich sein. Das Spiel erhielt hervorragende Kritiken und sollte eigentlich von der Aufmerksamkeit rund um den Launch profitieren.
Experten erwarten keine Kehrtwende
Branchenanalysten halten eine Rücknahme von Sonys Entscheidung dennoch für äußerst unwahrscheinlich.
Der japanische Branchenexperte Dr. Serkan Toto geht davon aus, dass Sony den aktuellen Protest einkalkuliert hat und lediglich darauf wartet, dass sich die Situation beruhigt. Selbst wenn mehrere Hunderttausend Nutzer aus Protest ihr PlayStation Plus-Abonnement kündigen würden, wäre dies angesichts von über 120 Millionen aktiven PlayStation-Nutzern wirtschaftlich kaum relevant.
Warum Sony am digitalen Vertrieb festhält
Aus wirtschaftlicher Sicht sprechen zahlreiche Gründe für den Strategiewechsel.
Beim Verkauf eines physischen First-Party-Spiels muss Sony Händler, Vertrieb und Produktionskosten berücksichtigen. Im digitalen PlayStation Store verbleibt dagegen praktisch der gesamte Umsatz beim Unternehmen. Auch bei Drittanbieter-Spielen erhält Sony im digitalen Vertrieb einen deutlich höheren Anteil als beim klassischen Verkauf im Handel.
Hinzu kommt, dass sich das Kaufverhalten der Spieler in den vergangenen Jahren stark verändert hat. Laut Branchenanalysten wurden beim Start der PlayStation 4 im Jahr 2013 lediglich rund 13 Prozent aller Vollpreisspiele digital gekauft. Im Jahr 2025 lag dieser Anteil bereits bei nahezu 80 Prozent.
Diskussion dürfte weitergehen
Während viele Spieler den Verlust physischer Spiele vor allem aus Gründen der Sammlung, des Eigentums und der Spieleerhaltung kritisieren, sehen Analysten die wirtschaftliche Entwicklung längst als unumkehrbar an.
Da Sony bislang keinerlei Anzeichen für eine Kursänderung zeigt, dürfte die Diskussion auch in den kommenden Monaten weitergehen. Gleichzeitig müssen Entwickler neuer PlayStation-Spiele wohl damit rechnen, dass ihre Veröffentlichungen weiterhin von der Debatte um den Abschied von physischen Datenträgern überschattet werden.
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Wenn dadurch nun Studios auch überlegen ihr Spiel nicht mehr über Playstation Kanäle zu bewerben dann kann das ganze schon durchaus dass bringen. Kein Studio hat Lust auf schlechte publicity.
Regen sich einfach zu wenig aus.
Jetzt zeigt sich wieder wie die Playstation nicht nur den Spielern sondern auch der ganzen Industrie schadet.
Schon gut so, die Proteste. Wenn sich die Proteste auf die Publisher auswirken, bekommt das Sony schon zu spüren. Zitat @Karumoto: „Wenn dadurch nun Studios auch überlegen ihr Spiel nicht mehr über Playstation Kanäle zu bewerben dann kann das ganze schon durchaus dass bringen. Kein Studio hat Lust auf schlechte publicity.“
Ist ein Shitstorm klar, aber wie langanhaltend der wirkt, bleibt abzuwarten…