Gastbeitrag von Patrick C. alias khromb
Japan 1915: Ein Mann geht eine belebte Straße entlang und wird plötzlich von mehreren Männern angegriffen.
Er greift eine Flasche von einem Karren und zerschmettert sie auf dem Kopf eines Angreifers. Dann dreht er sich um und rammt den Rest der zerbrochenen Flasche brutal in den Brustkorb eines anderen Mannes, der mit einem Stuhl angreifen will.
Anschließend zieht er die Flaschenreste heraus, woraufhin Schwall von Blut auf die Straße fließt.
Dies ist keine Szene aus einem Quentin-Tarantino-Film, sondern aus dem neuesten Videospiel Project Century des japanischen Entwicklerstudios Ryu Ga Gotoku (RGG), bekannt für die Yakuza- und Like a Dragon-Reihen.
Das Spiel wurde erstmals während der Game Awards 2024 angekündigt und stellt ein eigenständiges Projekt dar, das sich von den bisherigen Titeln des Studios abhebt.
Trailer-Analyse
Als Vorstellungsmaterial wurde ein Trailer präsentiert, der Spielszenen aus einer frühen Entwicklungsphase zeigt. Das gezeigte Material wirkte überraschend ausgereift, viele Szenen schienen jedoch stark inszeniert zu sein.
Was ein Hinweis darauf sein könnte, dass es sich um einen sogenannten „Vertical Slice“ handeln könnte. Dieser dient dazu, die Vision des Spiels darzustellen, ist aber nicht unbedingt repräsentativ für das finale Gameplay.
Aktuell bleibt Project Century ein Mysterium. Laut Chefentwickler Masayoshi Yokoyama enthält der Trailer keine Informationen, die es den Fans ermöglichen würden, die Handlung oder das Konzept des Spiels korrekt vorherzusagen.
Eine genauere Analyse der gezeigten Szenen bestätigt Yokoyamas Aussage. Weder Hauptgeschichte noch Charakterentwicklungen, Gameplay-Details oder Erzählstrukturen lassen sich erkennen. Dennoch lassen sich einige Hinweise darauf finden, was Spieler erwarten könnte.
Setting: Japan im Jahr 1915 während der Taisho-Zeit
Project Century ist in der Taisho-Zeit (1912–1926) angesiedelt.
Einer Epoche tiefgreifender gesellschaftlicher und kultureller Umbrüche während der Industrialisierung Japans. Diese Ära bietet eine einzigartige Kulisse mit einer Mischung aus Tradition und Moderne.
Im Vorstellungsmaterial spiegelt die Welt diese Dynamik wider:
- Städtische Kulisse: Das Setting zeigt eine Mischung aus traditioneller japanischer Architektur und modernen Elementen wie Straßenbahnen, Plattenspielern und westlichem Einfluss. Die Straßen sind lebendig, mit Märkten, Gassen und öffentlichen Plätzen, die von Menschen, Straßenmusikern und kriminellen Aktivitäten belebt werden.
- Industrialisierung und soziale Spannungen: Die Industrialisierung hat das Leben der Menschen verändert, was zu sozialen Konflikten zwischen verschiedenen Klassen führt. Kriminalität und Bandenkriege scheinen in den Städten allgegenwärtig zu sein.
- Polizei und Gesetz: Ein Polizei-System existiert, wobei Polizisten traditionelle Waffen wie Schwerter tragen. Dies deutet auf eine Mischung aus alten und neuen Ordnungssystemen hin.
- Kleidung: Einige Frauen in den Straßen tragen alte traditionelle Kleidung, wie Kimonos. Auch sind die alten hölzernen Sandalen zu erkennen. Doch auch westliche Kleidung ist zu sehen, wie Abendgarderobe, Hüte, Hemden und Hosenträger.
Handlung: Eine düstere Reise durch Verrat, Macht und Überleben
Die genaue Handlung bleibt unklar, doch einige Hinweise können abgeleitet werden.
Der Protagonist trägt eine auffällige Jacke mit dem Logo der „Yashima Boueki Kaisha“ (Japan Trade Company), was auf eine zentrale Rolle dieses Unternehmens in der Geschichte hindeutet.
Jedenfalls scheint der Mann mit dem Unternehmen verbunden zu sein. Er ist vielleicht ein Händler oder jemand der in ihren Machenschaften verstrickt ist. Seine moderne Jacke mit Firmenlogo kombiniert mit traditionellen Geta-Sandalen symbolisiert seinen Platz zwischen Tradition und Moderne.
Durch einen persönlichen Konflikt scheint der Hauptcharakter in eine Welt voller Gewalt und sozialen Spannungen hineingezogen zu werden. Um zu überleben, verwendet er eine Brechstange, aber auch ein traditionelles Feld-Werkzeug, wie eine Sichel.
Weiterhin ist zu erkennen, dass es eine kriminelle Unterwelt gibt, in der Machtkämpfe zwischen rivalisierenden Banden oder Fraktionen stattfinden.
Entweder hält sich der Protagonist aus dieser Welt raus oder möchte darin aufsteigen. Zusätzlich deutet die Handlung auf moralische Entscheidungen hin.
Gameplay-Analyse
- Kampfsystem
Project Century wird als Third-Person-Action-Adventure beschrieben und kehrt zu den Echtzeit-Kampfsystemen zurück, wie man es aus den klassischen Yakuza-Spielen kennt. Das Kampfsystem kombiniert waffenlosen Nahkampf mit improvisierten Waffen und kreativen Umgebungsinteraktionen.
Es zeichnet sich durch eine hohe Brutalität aus, mit realistischen Gewaltdarstellungen wie Blut und detaillierten Verletzungen. Die Möglichkeit, Gegenstände aus der Umgebung als improvisierte Waffen zu nutzen und diese sogar zu modifizieren, um sie tödlicher zu machen, unterstreicht den kreativen und dynamischen Ansatz des Kampfsystems.
Weiterhin könnten Spieler gezielt Schwachstellen angreifen oder Gegner durch clevere Nutzung der Umgebung überwältigen.
- Polizei-System
In einer Szene ist zu sehen, wie ein Mann von zwei Polizisten verfolgt wird, was auf eine kriminelle Handlung oder autoritärer Kontrolle hinweist. Anschließend geht er mit den Polizisten zu Boden und wird gefangen.
Diese Szene könnte auf mögliche Gameplay-Mechaniken hinweisen, wie z. B. Verfolgungsjagden oder dynamische Ereignisse in der offenen Welt.
Die Polizisten tragen traditionelle Waffen wie Schwerter oder Knüppel. Dies deutet darauf hin, dass die Polizei bei einer Konfrontation auch zur Waffe greifen könnte. Spieler könnten vielleicht in ähnliche Situationen geraten, wie etwa beim Entkommen vor Verfolgern oder bei der Entscheidung, ob sie jemandem helfen oder ihn verraten.
Das Polizei-System könnte ähnlich wie das Fahndungssystem in GTA funktionieren, jedoch in einem historischen Kontext.
- Banden und soziale Konflikte
In der Stadt scheint es rivalisierende Banden oder Gruppen zu geben, mit denen der Spieler interagieren kann, sei es durch Kooperationen oder Konflikte. Was auch durch die traditionellen japanischen Tätowierungen bei einigen Personen ersichtlich ist.
Spieler könnten Missionen für verschiedene Fraktionen übernehmen oder sich in Machtkämpfe zwischen diesen Gruppen einmischen. Diese Interaktion mit den Banden könnten zu moralischen Entscheidungen führen, wie etwa die Wahl zwischen Loyalität und Verrat.
- Erkundung und offene Welt
Die Stadt ist lebendig und bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Erkundung, von engen Gassen bis hin zu belebten Märkten. So wird gezeigt, wie sich der Protagonist mit einer Frau in einer dunklen Gasse unterhält.
Was unter anderem neben der Hauptgeschichte auf Nebenquests oder alltägliche Aktivitäten hinweisen könnte. Öffentliche Verkehrsmittel wie Straßenbahnen sind in den gezeigten Szenen zu sehen. Spieler können die Straßenbahn nutzen, was vielleicht Teil eines Transportsystems ist oder zur Erkundung beiträgt.
- Narrative Integration
Das Gameplay scheint stark mit der Erzählung verknüpft zu sein, wobei Missionen und Kämpfe die Geschichte vorantreiben. Szenen wie der Spaziergang des Protagonisten mit einer Frau deuten darauf hin, dass Dialoge eine wichtige Rolle spielen könnten, vielleicht mit Entscheidungsfreiheit.
Die Kämpfe und Interaktionen spiegeln größere Themen wider, wie den Konflikt zwischen Tradition und Moderne oder soziale Ungleichheit.
Erster Eindruck:
Das gezeigte Material vermittelt einen ersten Eindruck von der Vision hinter Project Century, insbesondere der düsteren Atmosphäre und dem brutalen Gameplay. Masayoshi Yokoyama selbst, sagte in einem Interview, dass Spieler noch sehr lange auf neue Informationen zum Spiel warten müssen.
Aufgrund des Pre-Alpha-Stadiums und der parallelen Projekte (z. B. einem neuen Virtua Fighter) von RGG Studio wird es vermutlich noch Jahre dauern, bis das Spiel erscheint. Ein realistisches Erscheinungsfenster liegt womöglich zwischen 2026 und 2027.
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Interessant zu lesen, bin aufjedenfall gespannt auf das Spiel und erwarte mir ein völlig anderes Erlebnis. Wir werden sehen wie ähnlich es zu den Yakuza Games wird aber für mich sieht es jetzt schon nach einem Day One kauf aus…😀
Wenn das ein Sleeping Dogs im 19 Jahrhundert wird mit Virtua Fighter Kampfsystem ohne die komischen Effekte von Yakuza dann wird das schon ein Pflichtkauf.
Muss noch ergänzen, hoffe es wird nicht so wie Yakuza, lieber mehr Shenmue oder Sleeping Dogs. Der realistischere Look zeigt hoffentlich auch die etwas erwachsenere Richtung 😅
Ich bin gespannt, sieht sehr vielversprechend aus. Könnte das nächste große Ding werden , nach Yakuza.
Liest sich ganz gut, man merkt trotzdem
dass gewisse Einflüsse aus ihren Spielen vorhanden sind, nur leicht abgewandelt zusammengefügt.
Anfang nächsten Jahres sollte da mehr gezeigt werden.
Hoffentlich wird es geil 🥰, hab auf jeden Fall Lust drauf.
Klingt alles ziemlich gut 🤩
Ich liebe die Spiel Reihe seit Playstation 2
Und freue mich auf das neue Projekt 🍀🍀🍀🍀
Wenn das nur halb so gut wie LAD/ oder Infinite Wealth/;Pirate wird, dann immer her mit dem Ding.