Hideki Kamiya, ehemaliger Leiter von PlatinumGames und aktueller Okami-Director bei Clovers Inc. glaubt, dass die Entwicklung des 2017 eingestellten Scalebound anders hätte ausgehen können, wäre der Publisher anstatt Microsoft ein japanisches Unternehmen gewesen.
In einem neuen Interview mit VGC erklärt Kamiya dazu, dass japanische Publisher seiner Meinung nach allgemein offener für neue Gameplay-Ideen von Studios seien, während westliche Publisher eher dazu neigen würden, auf bereits bewährte Ideen zu setzen:
„Aus kreativer Sicht habe ich mit Sega, Capcom und Nintendo zusammengearbeitet“, erklärte Kamiya gegenüber VGC. „Und während meiner Zeit bei PlatinumGames habe ich auch mit japanischen Publishern wie Konami und Koei Tecmo sowie mit ausländischen Publishern wie Microsoft, Tencent und Activision zusammengearbeitet. Bei der Zusammenarbeit mit japanischen Publishern habe ich das Gefühl, dass die Entwicklungskultur mir näher steht und sie tendenziell mehr Verständnis für die Entwickler haben.“
„Ich betrachte die Entwicklung von Spielen als eine Art Erfindung. In Bayonetta hatten wir beispielsweise Witch Time, in The Wonderful 101 hatten wir Unite Morphs und in Okami war es der Celestial Brush. Mein Ziel ist es immer, eine einzigartige Mechanik zu entwickeln, die nur dieses Spiel haben kann.“
„Auf japanischer Seite habe ich den Eindruck, dass man dort versteht, dass Sie versuchen, eine neue Erfindung zu machen. Man versteht die Schwierigkeiten, die mit der Entwicklung von etwas Neuem verbunden sind, und beobachtet den Prozess mit Geduld. Darin sehe ich einen Unterschied zwischen Publishern.“
„Wenn ausländische Unternehmen versuchen, etwas Neues zu erfinden, gibt es oft Druck, weil die Form noch nicht klar ist, etwa in Form von Forderungen wie ‚Zeigt uns etwas, das schon konkretere Formen angenommen hat ’. Und wenn man sich die Spiele selbst ansieht, wie zum Beispiel Ego-Shooter, die eine Zeit lang sehr beliebt waren, habe ich den Eindruck, dass sie sich mit einem etablierten Format sicher fühlen.“
„Ich glaube schon, dass es anders gelaufen wäre“, so Kamiya. „Ich meine damit nicht, dass das Spiel bei einem japanischen Publisher zwangsläufig fertiggestellt und veröffentlicht worden wäre, aber ich kann mir vorstellen, dass der Prozess selbst anders verlaufen wäre.“
„Japanische Unternehmen sind in der Regel offener für neue Herausforderungen, und ich glaube, die Gespräche wären positiver verlaufen, etwa nach dem Motto: ‚Okay, wie sollen wir das gemeinsam angehen?‘ Ich persönlich habe den Eindruck, dass ausländische Publisher viel mehr daran interessiert sind, so schnell wie möglich ein fertiges Produkt zu sehen. Bei einem japanischen Publisher hätte man uns meiner Meinung nach mehr Spielraum gelassen.“
„Wir sprechen hier zwar über diesen speziellen Titel als Beispiel, aber ich möchte kein Missverständnis aufkommen lassen: Die Verantwortung für das Scheitern von Scalebound lag letztendlich bei PlatinumGames, mich als Director eingeschlossen. Aber da ich nun Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit ausländischen Publishern gesammelt habe, bin ich überzeugt, dass wir bei einer erneuten Gelegenheit einen Weg finden werden, die Stärken beider Seiten zu nutzen.“
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Das immer noch darüber geredet wird, ist schon witzig.
Immerhin ist er ehrlich.
Microsofts Schuld war es nicht.
War allerdings bereits bekannt, frage mich warum er diese Aussage erneut tätigt.
Schade das nichts daraus geworden ist.
So ein scheinheiliges Geschwätz.Ich kann mich noch sehr gut an diese Zeit erinnern.Damals hat Platinum Games Microsoft verarscht und nur abkassiert.Statt das Projekt endlich zu Ende zu bringen haben Sie ihre Recourcen für das Spiel Nier Automata aufgewendet.So sieht es aus.Ich denke ein Japanischer Publisher hätte bei so einer Geschäftsethik noch heftiger reagiert.Trotz allem ist es natürlich sehr schade das dieses interessante Spiel nicht fertiggestellt werden konnte.
das thema is echt traurig
Mit nem japanischen Publisher wäre das Game jedenfalls (Zeit)exklusiv für die PlayStation erschienen und die XBox hätte dann irgendwann eine schlecht optimierte Version bekommen.