Ubisoft: Ändert Risikobericht – warum der Publisher jetzt vor zu späten Releases warnt

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Image: Ubisoft

Ubisoft warnt vor einer Release-Falle: Auch zu spät veröffentlichte Spiele können scheitern.

Ubisoft sieht nicht nur unfertige Spiele als Risiko, sondern warnt inzwischen auch vor zu späten Veröffentlichungen. Der aktuelle Geschäftsbericht des Publishers nennt erstmals ausdrücklich den Verlust von Aufmerksamkeit und veränderte Marktanforderungen als mögliche Gründe für einen schwächeren Erfolg.

In seinem neuen Jahresbericht für Investoren beschreibt Ubisoft auf insgesamt 356 Seiten verschiedene Risiken rund um die Entwicklung und Veröffentlichung von Spielen. Ein großer Teil der Aussagen wurde bereits aus dem Vorjahr übernommen, darunter die Warnung vor Releases, die zu früh erfolgen und dadurch möglicherweise nicht den Qualitätsansprüchen der Spieler entsprechen.

Neu hinzugekommen ist jedoch ein weiterer Punkt: Auch ein Spiel, das zu spät erscheint, kann laut Ubisoft seine Erfolgschancen verlieren.

Ubisoft warnt vor verlorener Marktaufmerksamkeit

Der Publisher beschreibt das Risiko im Geschäftsbericht mit den Worten:

„Die Veröffentlichung eines Spiels zu spät – wenn die Markterwartung nachgelassen hat und es in einem stark umkämpften Umfeld nicht mehr den Marktstandards entspricht – kann ebenfalls seinen Erfolg beeinträchtigen.“

Die Aussage wirkt zunächst selbstverständlich, zeigt aber, dass Ubisoft diesem Thema inzwischen eine größere Bedeutung beimisst. Änderungen in den Risikohinweisen eines Unternehmens können darauf hindeuten, dass bestimmte Herausforderungen für die Verantwortlichen stärker in den Fokus gerückt sind.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Ubisoft seinen Geschäftsbericht um einen ausführlichen Hinweis zu Online-Angriffen und negativer Stimmung rund um Spiele ergänzt. Die Änderung erfolgte kurz nach intensiven Diskussionen im Internet rund um Assassin’s Creed Shadows.

Mehrere Ubisoft-Projekte mit langen Entwicklungszeiten

Ubisoft nennt in seinem Bericht keine konkreten Spiele, die zu dieser neuen Einschätzung geführt haben könnten. Allerdings hatte der Publisher zuletzt mehrere Projekte, deren Entwicklung deutlich länger dauerte oder deren Marktchancen sich während der Produktion verändert haben.

Assassin’s Creed Shadows brachte die bekannte Reihe nach jahrelangen Forderungen der Fans erstmals in das feudale Japan. Trotz großer Aufmerksamkeit verlor das Spiel laut den Berichten jedoch schnell an Verkaufsschwung und erhielt bereits keine weitere Post-Launch-Unterstützung.

Auch im Mobile-Bereich verliefen einige Projekte nicht wie ursprünglich erwartet. Ubisoft hatte große Hoffnungen in Smartphone-Versionen bekannter Marken gesetzt, doch sowohl Rainbow Six Mobile als auch The Division Resurgence starteten laut Aussagen gegenüber Investoren langsamer als geplant.

Große Marken benötigen immer längere Entwicklungszeiten

Viele der kommenden Ubisoft-Spiele befinden sich bereits seit längerer Zeit in Arbeit. Neue Ableger von Assassin’s Creed, Ghost Recon und Far Cry wurden für die kommenden zwei Jahre angekündigt, benötigen aber offenbar mehr Entwicklungszeit als frühere Teile der jeweiligen Serien.

Besonders auffällig ist Beyond Good & Evil 2. Das Projekt wurde erstmals 2008 angekündigt und 2017 erneut öffentlich vorgestellt. Die extrem lange Entwicklungsphase macht den Titel zu einem der bekanntesten Beispiele für ein Spiel, das über viele Jahre hinweg in Arbeit bleibt.

Ubisoft entfernt umstrittene Aussage zu Monetarisierung

Neben der neuen Warnung vor verspäteten Veröffentlichungen gibt es weitere Änderungen im Geschäftsbericht.

Eine Formulierung aus dem vergangenen Jahr wurde vollständig entfernt. Ubisoft hatte damals seine Monetarisierung in Premium-Spielen mit folgenden Worten beschrieben:

„Unser Monetarisierungsangebot innerhalb von Premium-Spielen macht die Spielerfahrung unterhaltsamer, indem Spieler ihre Avatare personalisieren oder schneller vorankommen können. Dies ist jedoch immer optional.“

Die Aussage hatte für Diskussionen gesorgt, da Ubisoft damit zusätzliche Inhalte und Fortschrittsoptionen innerhalb kostenpflichtiger Spiele verteidigte. Im aktuellen Bericht taucht diese Formulierung nicht mehr auf.

Ubisoft passt Kommunikation an die Herausforderungen der Branche an

Die Änderungen im Jahresbericht zeigen, dass Ubisoft verschiedene Herausforderungen der modernen Spieleentwicklung stärker berücksichtigt. Neben Produktionskosten, Marktbedingungen und Qualitätsansprüchen spielt auch der richtige Veröffentlichungszeitpunkt eine immer größere Rolle.

Für große Spielemarken wird es zunehmend schwieriger, den perfekten Zeitpunkt zwischen zu früher Veröffentlichung und verspätetem Start zu finden.

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30 Kommentare Added

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  1. cengiz 4175 XP Beginner Level 2 | 13.07.2026 - 10:46 Uhr

    Wilde Idee…. aber einfach wieder kleinere Spiele entwickeln, die 30-50 Stunden Spaß machen und nicht 100-200 Stunden Arbeit bedeuten? 😀

    Dann braucht man auch keine 10 Tausende Entwickler in drölf Studios auf der ganzen Welt die 13 Jahre an einem Game kochen und Kosten verursachen… nur damit der Großteil der Spieler, nach 45 Stunden unmotiviert das Spiel abbrechen, statt einfach begeistert über 40-50 Stunden ein mitreißendes Spiel zu spielen. Welches man dann immernoch mit Post Launch Kontent ausbauen kann.

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    • Eisbaer2405 66435 XP Romper Domper Stomper | 13.07.2026 - 15:44 Uhr
      Antwort auf cengiz

      Das hatten sie ja versucht z.b. Creed Mirage, Prince of Persia, Rayman usw., kam nicht an. Die Masse der Spieler wollen Riesen große Welten und Content gefüllt mit Schatzsuchen und anderen Banalen Aufgaben, bestes Beispiel hierfür ist Crimson Desert, was im Grunde eine extrem überzogene Kopie der Creed Spiele ist, nur noch mit noch größerer Welt, noch mehr Sammelaufgaben und noch mehr Banalen Missionen, wie Schornsteinfegen, Katze retten usw. Hauptgrund dafür dürften auch die Preise sein, 80€ für ein 20-40 Std. Spiel ist viel zu hoch, wenn nicht noch MP oder ein starker Wiederspiel Wert vorliegt, was Ubisoft nicht hat.

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  2. ObitheWan 48730 XP Hooligan Bezwinger | 13.07.2026 - 11:06 Uhr

    Macht überschaubare 10-15 Stunden lineare AA Games, 30-50 Millionen Dollar Budget. So können 500k – 1M Verkäufe schon den Break Even machen. Und an die Gamer: macht euch nicht bei jeder AI Nutzung in die Hose. Ein schlauer Einsatz kann die Kosten deutlich senken und den Devs erlauben, die kreative Energie auf wirklich relevante Dinge zu fokussieren. Die großen AAA Games mit Open World sollen nicht aussterben, aber sie müssen stabil finanziert werden können.

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  3. Uglycoyote 43935 XP Hooligan Schubser | 13.07.2026 - 14:33 Uhr

    Bla bla bla eine Ausrede nach der anderen um das eigene Scheitern zu rechtfertigen. Wenn das alles doch so offensichtlich ist warum dann trotzdem so gehandelt? Und warum trifft es nur den „Westen“ und asiatische Spiele interessiert das überhaupt nicht und sie landen einen Hit nach dem anderen? Diese Schuldzuweisungen sind einfach unglaublich alles andere ist Schuld und die Kunden die Zahlen trifft eh die meisten Schuld, die kaufen unseren Mist einfach nicht mehr.

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  4. Lord Hektor 417300 XP Xboxdynasty Veteran Onyx | 13.07.2026 - 19:46 Uhr

    Die reden von späten Release vermeiden und haben selbst ein Beyond Good & Evil 2 in Entwicklung das schon fast 20 Jahre auf dem Buckel haben, irgendwie passt das nicht so zusammen 😂😂.

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