Xbox Game Pass: Service könnte Branche zerstören glaubt früherer Xbox Vice President

Der ehemalige Xbox Vice President Ed Fries hat Angst, dass der Xbox Game Pass die Branche zerstören könnte.

Der Xbox Game Pass ist für Microsoft ein riesiger Erfolg und wird von den Spielern gefeiert.

Der gerne als „Netflix der Spiele“ bezeichnete Dienst wurde am 1. Juni 2017 auf der Xbox One eingeführt und bietet seitdem ein Angebot von über 100 Spielen, die zu einem monatlichen Betrag von 12,99 Euro in vollem Umfang gespielt werden können.

Andere sehen in dem Service, der auf Xbox-Konsolen, PC und über Mobilgeräte dank der Cloud spielbar ist, eine Gefahr für die Qualität der Spiele und halten ihn auch nicht für rentabel.

Der Xbox Game Pass könnte sogar die Spielebranche zerstören. Der Ansicht ist zumindest Ed Fries, ehemaliger Xbox Vice President of Game Publishing bei Microsoft.

In Folge 132 des Xbox Expansion Podcasts sprach Fries über den Service, der ihn Angst und nervös mache. So vergleicht er den Xbox Game Pass mit dem Musikdienst Spotify. Der habe seinen Worten nach die Musikbranche zerstört und die Einnahmen gehörig einbrechen lassen.

„Die eine Sache, die sie machen, die mich nervös macht, ist Game Pass. Game Pass macht mir Angst, weil es eine ähnliche Sache namens Spotify gibt, die für die Musikbranche entwickelt wurde. Als Spotify startete, zerstörte es das Musikgeschäft, es halbierte buchstäblich die jährlichen Einnahmen des Musikgeschäfts. Es hat dazu geführt, dass die Leute einfach keine Songs mehr kaufen.“

Fries rät zur Vorsicht, schließlich seien Märkte für Gaming und Musik anfällig. So etwas habe er schon in den 1980er Jahren gesehen, als sich die Branche selbst zerstörte.

„Wir müssen also aufpassen, dass wir nicht das gleiche System in der Spielebranche schaffen. Diese Märkte sind anfälliger, als die Leute glauben. Ich habe gesehen, wie sich die Spieleindustrie in den frühen 80er Jahren selbst zerstört hat.“

Aus der Sicht eines Kunden findet er aber sowohl den Xbox Game Pass als auch Spotify eine super Sache. Doch was für Kunden gut ist, sei nicht unbedingt gut für die Branche.

„Game Pass macht mich also nervös. Als Kunde liebe ich es. Ich liebe Spotify als Kunde: Ich habe alle Songs, die ich jemals haben wollte… es ist ein großartiges Angebot für einen Kunden. Aber es ist nicht unbedingt gut für die Branche.“

Was denkt ihr? Hat Ed Fries recht und der Xbox Game Pass könnte den Untergang der Spielebranche bedeuten?

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46 Kommentare Added

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  1. Creasy 14260 XP Leetspeak | 24.05.2022 - 21:29 Uhr

    Das wird die ewige Diskussion bleiben, es wird immer Leute geben die das so sehen. Aber die Branche zerlegt sich nicht so leicht, nicht mal durch dauerhaften Einheitsbrei, formelhafte Spieldesigns oder völlig verbuggte Launches. Die Branche wird immer kreative Wege finden, um ihre Spiele an den Mann zu bringen und sich der veränderten Marktsituation anzupassen. Warum sollte der Gamepass die Branche zerstören wenn ich auf der anderen Seite von Sales überhäuft werde

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    • Lucky Mike 4 43720 XP Hooligan Schubser | 24.05.2022 - 22:22 Uhr

      Da geb ich dir recht. Die Spielebranche geht eher durch f2p Spiele mit immer neuen Seasons inkl. Battlepass, verbuggte Releases und so kaputt. Aber wenn was passiert, geben die natürlich dem Gamepass die Schuld 😁

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  2. Krawallier 27860 XP Nasenbohrer Level 4 | 24.05.2022 - 22:07 Uhr

    Die Musikbranche war aber schon vorher in einer Krise und hatte nicht die Veräufe die sie damals hatten. Als Vergleich könnte man auch die Streamingdienst Anbietet wir Netflix und co nehmen. DIese bieten eigenen Content den es so nie gegeben hätte. Zbs gab es nur neue Folgen von Paskewka weil Amazon dafür investiert hat.

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  3. RealFraDiavolo666 15120 XP Sandkastenhüpfer Level 3 | 24.05.2022 - 22:46 Uhr

    Nein. Der gp ist der richtige Schritt für Kundenbindung.
    Nur weil ich mal n Spiel im gp anteste, würde ich mir es doch nicht kaufen.
    Bei Musik ist es ähnlich. Von meinen Lieblingsbands kauf ich mir die Scheiben, wenn sie rauskommen. Aber nur, um mal ne andere Band des gleichen Genres zu hören, nehm ich doch Youtube und kauf mir nicht sofort deren Alben.
    Ohne gp, hätten gerade die „kleinen“ Entwickler keine Chanche.
    Die Aussage von Ed Fries ist einfach nur ängstlicher kapitalistischer Bullshit! 🤑

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  4. Thor21 49445 XP Hooligan Bezwinger | 24.05.2022 - 23:11 Uhr

    Tja da fehlt dem Typen eindeutig der Blick über den Tellerrand, denn gerade der Gamepass sorgt dafür, dass der Druck auf einen einzelnen Softwarehersteller geringer wird.

    Die Konsequenz daraus ist mehr Zeit für Feinschliff!

    Wer weiss, vielleicht bekommen wir durch den Gamepass auch Fortsetzungen zu Marken, von denen wir längst die Hoffnung aufgegeben haben eine zu bekommen?

    Wie wäre es z.b mit Limbo 2, Rally Sport Challenge 3, Day of the Tentacle 2, Brutal Legends 2?
    Microsoft will die Abonenten ständig mit neuen Inhalten versorgen und das kann durchaus zu so etwas führen 😃

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  5. Karamuto 175310 XP P3P3 L3 P3W P3W Shot 3 | 24.05.2022 - 23:27 Uhr

    Naja Spotify bietet einem ja auch nicht für Möglichkeit die Songs komplett zu kaufen sonst würden manche das vielleicht auch machen. Ist bei Netflix das gleiche Problem im Prinzip.

    Nebenher ist für Gaming Industrie heute wesentlich größer als noch damals und das haben halt viele Leute im Prinzip das gleiche verkauft ( gefühlt 100 pong Konsolen ) und es gab einfach 0 Qualitätskontrolle bei den Spielen. Nintendo konnte sich dann nur im Anschluss durchsetzen indem sie den Kunden ein Siegel auf die Spiele gesetzt haben was ihnen wenigstens garantiert hat dass das Spiel funktioniert.

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  6. bad_taste 560 XP Neuling | 25.05.2022 - 06:15 Uhr

    Netflix ist ja das beste Beispiel das man Abo Dienste immer mit Vorsicht sehen muss. Am Anfang waren es noch teure Produktionen der Filme und Serien und es hat sich jeder gefreut über neues Filmmaterial von Netflix. Und was ist jetzt, wo sie Millionen von Abonnenten haben? Sie bringen Unmengen an neuen Material raus aber das meiste davon könnte direkt in den Müll geworfen werden! Sicher die Gamingbranche ist etwas anderes aber aufpassen denke ich muss man trotzdem das die Qualität der Spielehersteller erhalten bleibt. Ich finde das bei der Playstation besser obwohl ich selber keine besitze das sie keine Spiele am ersten Tag oder in der ersten Zeit in das Abo aufnehmen, somit können die Spielehersteller zweimal aus dem vollen Schöpfen da sie am Anfang die Spiele verkaufen können und nach 1 bis 2 Jahre wenn die Verkaufszahlen nach unten gehen noch einmal etwas mit dem Gamepass verdienen können und die Qualität ist somit zu 100% gesichert.

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  7. Colton 122320 XP Man-at-Arms Bronze | 25.05.2022 - 08:32 Uhr

    Der Gamepass wird sicher ein zweischneidiges Schwert sein, aber die Entwickler werden ja nicht gezwungen es dort anzubieten. Bezüglich Spotify handhabe ich zb. so, dass ich mir Tracks oft auf Spotify anhöre und wenn sie mir gefallen kaufe ich sie auf Beatport. Aber ja, die Meisten kaufen vermutlich nichts mehr.

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  8. TCW Sam Vimes 33450 XP Bobby Car Geisterfahrer | 25.05.2022 - 08:53 Uhr

    Die Spielebranche setzt mehr Geld um als jede andere. Wenn die mal bissl weniger verdienen ist das nicht so schlimm und zerstört sicher nicht die Branche. Da bibbert eher jemand um seine Renditen. Gerade kleineren Publishern kann der GP einen enormen push geben.

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  9. Moe Skywalker 53480 XP Nachwuchsadmin 6+ | 28.05.2022 - 22:34 Uhr

    Ich kann seine Gedanken schon verstehen. Aber ich finde Spiele sind immer nochmal was anderes als Musik oder Filme/Serien. Letztere hat man recht schnell konsumiert. Mit so einem Spiel kann man sich schon durchaus sehr lange beschäftigen. Von daher wird es immer eine große Gruppe an Leuten geben, für die sich sowas wie GP nicht lohnt und die sich ihre paar Spiele einfach so kaufen.

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