Xbox Next: Hardware‑Einbruch wirft erneut Fragen zur Zukunft der Marke auf

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Microsofts Strategie zwischen Multiplattform, Preisexplosionen und KI‑Fokus wirkt zunehmend widersprüchlich.

Die neuesten Quartalszahlen von Microsoft liefern ein inzwischen vertrautes Bild: Xbox‑Hardware bricht erneut zweistellig ein, diesmal um massive 32 % im Jahresvergleich, begleitet von einem 9 % Rückgang im gesamten Xbox‑Umsatz.

Die Entwicklung ist längst kein Ausrutscher mehr, sondern ein Trend, der sich seit Jahren verfestigt.

Die Ursachen liegen offen zutage. Microsoft hat den Kauf einer Xbox‑Konsole systematisch entwertet. Erst wurde das Streaming‑Ökosystem auf Smart‑TVs, Tablets und andere Geräte ausgeweitet, dann folgte der nächste Schritt: First‑Party‑Spiele erscheinen zunehmend auf PlayStation und Switch, teilweise sogar am selben Tag wie auf Xbox.

Wer ohnehin auf Sonys Plattform spielt, verliert damit einen der letzten Gründe, überhaupt eine Xbox zu besitzen.

Gleichzeitig hat Microsoft die Preise angehoben – und zwar drastischer als die Konkurrenz. Während Sony zwar ebenfalls Anpassungen vorgenommen hat, wirkt ein 800‑Dollar‑Preis für die Xbox Series X im Vergleich zur günstigeren PS5 Pro wie ein Eigentor.

Dass die Hardwareverkäufe unter solchen Bedingungen einbrechen, überrascht niemanden.

Trotzdem betont Xbox‑Präsidentin Sarah Bond, dass Hardware „absolut zentral“ für die Marke bleibe. Das nächste Xbox‑Gerät soll ein „mächtiges Erlebnis“ bieten und gleichzeitig die eigene Spielebibliothek mobil machen – ein Statement, das viele als Hinweis auf ein Switch‑ähnliches Hybrid‑Konzept deuten.

Gleichzeitig verstärkt Microsoft die Multiplattform‑Strategie, was die Position der Hardware weiter verwässert.

Das Dilemma ist offensichtlich: Ein Großteil der Game‑Pass‑Abonnenten nutzt Xbox‑Konsolen. Würde Microsoft die Hardware aufgeben, verlören Millionen Nutzer den Grund, den Dienst zu behalten – denn Xbox‑Spiele wären dann ohnehin auf PlayStation verfügbar.

Die Marke steckt in einer Art Zwangslage: Sie muss Konsolen bauen, obwohl die Nachfrage seit der Xbox‑One‑Ära kontinuierlich sinkt.

Hinzu kommt Microsofts massiver Schwenk in Richtung KI. Während der Konzern Milliarden in Copilot und andere KI‑Initiativen pumpt, spielt Xbox in dieser Vision kaum eine Rolle. Das Gaming‑Segment wirkt wie ein Fremdkörper in einem Unternehmen, das sich zunehmend als KI‑Gigant positioniert.

Ein Versuch, KI aggressiv in Xbox‑Hardware zu integrieren, könnte die ohnehin fragile Fanbasis weiter verprellen.

Die Geschichte zeigt, dass große Konsolenmarken verschwinden können – SEGA und Atari sind prominente Beispiele. Auch Tech‑Konzerne wie Google, Meta und Amazon haben sich an Gaming versucht und sind gescheitert.

Vor diesem Hintergrund wirkt Xbox’ aktuelle Lage instabiler denn je.

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176 Kommentare Added

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  1. Vorthom 2200 XP Beginner Level 1 | 02.02.2026 - 19:52 Uhr

    Bin auch gerade am überlegen ob ich doch nicht wieder komplett zum PC wechseln soll. Habe jetzt die Tage über meinen etwas in die Jahre gekommenen PC relativ günstig aufrüsten können und bin noch am überlegen ob ich nicht in Zukunft direkt meine Spiele wieder über Steam und GOG kaufen soll wie noch vor ein paar Jahren.

    Die Series X ist eine absolut tolle Konsole aber diese ständigen Gerüchte und dem unklaren Kurs von Microsoft bereiten mir mehr Kopfzerbrechen, als dass ich da noch groß Geld in die Bibliothek investieren möchte.

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    • hellboy 25335 XP Nasenbohrer Level 3 | 02.02.2026 - 22:24 Uhr
      Antwort auf Vorthom

      Ich auch: Vor allem, weil die nächste Xbox ja faktisch ein PC wird. Ich versuche schon mal eine Play Anywhere Sammlung aufzubauen. Leider macht mir da mein Win11 Upgrade einen Strich durch die Rechnung…

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  2. stephank2711 27335 XP Nasenbohrer Level 3 | 02.02.2026 - 20:06 Uhr

    Sehr schōn geschriebener Beitrag, dem ich vollends zustimmen kann.
    Mir als Xbox Konsolenspiele, welcher wirklich gerndee Xbos spielt und seit der X360 auch eine ordentliche Softwarebibliothek ausgebaut hat, macht der Weg den Microsoft einschlägt immer mehr Sorgen. Es fehlt aktuell einfach ein Grund, warum man, außer der Abwärtskompatibilität und für manche der Gamepass, noch eine Xbox braucht. Man war mir der X360 doch richtig gut im Rennen.
    Im Endeffekt bleibt Microsoft eigentlich nur noch der Weg, eine PC basierte Konsole zu entwickeln oder halt eine Konsole mit Steam Anbindung. Allerdings wird auch da der Markt durch die Steam Box dieses Jahr enger. Die mag nicht so leistungsfähig sein, aber wer weiß schon wann die nächste Xbox kommt.

    Eine Menge Fragen. Und als Xbox Konsolenspieler fragt man sich schon manchmal welche Boni einem die eigene Konsole überhaupt bietet. Ich verstehe Microsofts Weg aus finanzieller Sicht vollkommen, aber wenn Phil Spencer von Mehrwerten einer Konsole sprcht, die sehe ich aktuell nicht.

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  3. hubertusVanzock 3525 XP Beginner Level 2 | 02.02.2026 - 20:12 Uhr

    Ich sehe es schon kommen. Spätestens zum Weihnachtsgeschäft 2026 bricht die Nachfrage nach der Xbox Series X/S dermassen ein, dass Microsoft endgültig den Stecker zieht und die Nachfolgekonsole nicht mehr auf den Markt bringt.

    Irgendein Manager wird dann behaupten die Gamer hätte die Xbox abgelehnt und es blieb ihnen gar nichts anderes übrig, denn sonst hätte man die Preise noch weiter erhöhen müssen um Kostendeckend zu sein.

    Genau dies wollte die Führung auch so erreichen! (ehrlich zugeben wird es aber wohl keiner). “ wir hatten noch revolutionäre Pläne mit der nächsten Xbox, aber… blabla“

    Im Grunde wurde die Konsole von Microsoft selbst torpediert mit Aktionen wie:

    Spielereleases auf den Konkurrenzkonsolen
    Preiserhöhung der Konsole
    Besserer Support auf Konkurrenzplattformen. (Ori läuft mit 60 Fps auf der Switch, Xbox Spiele erscheinen auf der Playstation auf CD, Xbox nur digital).
    Preiserhöhung des Gamepassabos

    Microsoft hat wirklich alles dafür getan, dass ich mit dem Kauf einer anderen Konsole liebäugle!

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  4. scott75 108780 XP Master User | 02.02.2026 - 20:26 Uhr

    Mit der Xbox ist es eh bald am Ende, wenn man mal ganz ehrlich ist und seine grauen gehirnzellen anstrengt die multiplattform Strategie ist bestimmt gut und bringt ordentlich Geld rein, aber wenn man etwas eigenes auch noch haben möchte wie die Xbox Sparte, denn sollte man vielleicht einige wenige Microsoft bzw Xbox Studio games etwas länger exklusiv halten als nur ein halbes Jahr oder ein Jahr, ganze schweigen davon ist gleich day one auf andere Konsolen herauszubringen, sollen die anderen halt warten!

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  5. scott75 108780 XP Master User | 02.02.2026 - 20:28 Uhr

    Und was natürlich erschwerend dazu kommt ist dass Microsoft nie Werbung macht in Deutschland im TV oder auf irgendwelchen streaming-plattformen, Microsoft beherrscht einfach keine Werbung und können sich nie vermarkten, die meisten dort draußen wissen doch noch nicht mal dass es überhaupt noch die Marke Xbox gibt.

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  6. Hey Iceman 865985 XP Xboxdynasty All Star Platin | 02.02.2026 - 21:36 Uhr

    Ja die Hardware wird von MS sabotiert.
    Uns eines ist sicher, wenn die Xbox denn Markt verlässt, wird wohl nie wieder ein neuer einsteigen.MS hatte damals unglaubliche Geldmittel investiert, um In Konsolenbereich Fuß zu fassen. Deswegen ist bis heute auch niemand anderes mehr hinzugekommen

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  7. hellboy 25335 XP Nasenbohrer Level 3 | 02.02.2026 - 22:26 Uhr

    Sch@#€ß Situation. Macht mich als Xbox Fan echt traurig. Hab aber GamePass bereits gekündigt und 2 MP Games für PC gekauft, um die Online Gebühr zu sparen.

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  8. kleineAmeise 135570 XP Elite-at-Arms Silber | 02.02.2026 - 23:04 Uhr

    Gaming wandelt sich. Die Welt ist auch nicht mehr das was es vor 20, 50, 100 Jahre war. Vor nicht mal 100 Jahren hatten wir gar keine Konsolen. In 100 Jahren werden wir wahrscheinlich auch keine Haben.
    Die Frage ist nicht ob sich Microsoft noch eine Xbox leisten kann sondern will! Und es sieht alles danach aus. Wenn es anders kommen sollte, dann können wir darüber diskutieren.
    Valve hat angefangen, Microsoft bringt es auf den nächsten Level und andere werden folgen, wie immer. Früher oder später.

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  9. n4rcotic 1920 XP Beginner Level 1 | 03.02.2026 - 09:07 Uhr

    Traurige Entwicklung was bei Xbox abgeht, die Quittung folgt zugleich und verwundert nicht wirklich. Die Xbox Series X findet man seit bestimmt 3 Jahren nicht reduziert was die Verkäufe nach oben treiben würde – aber den Konsolenkrieg hat Sony aber sowas von Haushoch gewonnen und warum – weil man mit günstigen Preisen Abnehmer findet. Siehe PS5 von November bis Dezember. Bekommt man dann noch die gleichen Spiele auf der PS5 gibt es keinen Grund mehr eine Xbox zu kaufen geschweige denn zu nutzen. Günstigere Hardware zur identischen Grafik und Kunden schauen eben aufs Geld. Ich für meinen Teil verzichte in Zukunft auf Xbox, auch wenn man als Fan der ersten Stunde dabei war. Eine neue Konsole (falls eine kommen sollte) werde ich nicht kaufen eher die PS6 – Xbox spielt seit Jahren mit dem Vertrauen der Kunden und bei mir gibt es kein Vertrauen mehr, denn wer seine Kundschaft mit Füßen tritt, muss mit Geld nicht belohnt werden.

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  10. Syler03 53195 XP Nachwuchsadmin 6+ | 03.02.2026 - 13:24 Uhr

    Durch das die nächste Xbox ein PC wird, werden Zukünftig die Zahlen der Xbox Geräte und Gamepass Nutzer auch ganz anders aussehen…

    Ich glaube nämlich dran, dass man die Zahlen von PC Markt mit den der Xbox zusammen rechnet. Und dann spielen nämlich die Konsolen Verkäufe keine Rolle mehr. Es Zählen dann nämlich nur die verkauften Spiele (egal auf welcher Plattform) oder Gamepass Nutzer… Und wenn doch mal jemand auf die Idee kommt die Nutzerzahlen mit anderen Konsolen vergleichen möchte, wird die Xbox durch die zugehörigt zum PC immer die Nase vorne haben aufgrund der großen PC Verbreitung…

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