Xbox One: Lootboxen bereiten Kinder laut ehemaligen Opfer auf Glücksspiele vor

Laut einem ehemaligen Opfer werden junge Spieler durch Lootboxen und andere Mechaniken bereits früh auf Glücksspiele vorbereitet.

Noch 2014 lebte der Brite Adam Bradford ein ganz gewöhnliches Leben in einem Vorort von Sheffield. Das änderte sich allerdings, nachdem sein Vater David für zwei Jahre ins Gefängnis musste.

Der Grund dafür: David hatte 53.000 Pfund von seinem früheren Arbeitgeber gestohlen, um damit seine zwanghafte Online-Spielsucht zu finanzieren. Ein tragisches Ereignis. Seine Familie war am Boden zerstört und wussten nicht, was eine Spielsucht überhaupt ist. Es dauerte eine Weile, bis sie verstanden haben, dass es sich dabei um eine ernsthafte, psychologische Krankheit handelt. Allerdings verstanden das längst nicht alle in der Familie.

„Die Nachrichten haben unsere Familie als unwissend und meinen Vater als Lügner und Betrüger dargestellt.Die Geschichte über die Spielsucht wurde nicht erzählt.Es ging um Kriminalität, Dummheit und Nachlässigkeit. Also haben wir beschlossen, es zu ändern.“

Innerhalb weniger Monate setzte man sich aktiv für eine strengere Regulierung der Glücksspielbranche ein und wollte Maßnahmen gegen die Sucht einfordern. Heute arbeiten Vater und Sohn gemeinsam, in der von ihnen gegründeten Organisation „Safer Online Gambling Group (SOGG)“.

In der vergangenen Woche starteten sie eine Kampagne, die sich mit den Auswirkungen von Lootboxen auf Kinder beschäftigt und dabei den Zusammenhang von Lootboxen und Glücksspiel zeigen soll. In den Lootboxen befinden sich meist zufällige Gegenstände und die Spieler können diese oftmals gegen Geld erwerben. Die Spieler wissen allerdings nie, ob der gewünschte Gegenstand auch in der Lootbox enthalten ist. Das Geld ist trotzdem weg.

„Es ist ein Glücksspiel, ob Sie eine bessere Waffe, einen besseren Spieler oder Extrapunkte bekommen oder nicht.“

Laut der SOGG normalisieren diese Methoden das Glücksspiel und führt sie näher an Online-Casinos oder Sportwetten heran. Eine Umfrage unter 500 hauptsächlich spielenden Jugendlichen im Alter von 11 bis 18 Jahren und ihren Eltern ergab, dass Anzeigen für Online-Wetten auftauchen, während Kinder Spiele auf dem Tablet oder Smartphone spielen. Die Algorithmen sind also auch ein großer Teil des Problems.

Schon jetzt gibt es zahlreiche Kinder und Jugendliche, die wegen solcher Mechaniken in Spielen immer öfters zur Kreditkarte ihrer Eltern greifen und viel Geld in Spiele investieren. Die Hälfte der befragten Jugendlichen gaben an, dass sie im Jahr durchschnittlich 599,02 Pfund für Lootboxen und In-Game-Käufe ausgegeben haben.

Tablets und Smartphones sind oftmals mit den Kreditkarten-Daten der Eltern verbunden und somit ist es für die Kinder sehr leicht, in die Glücksspiel-Falle zu tappen und Unmengen an Geld auszugeben.

Das DCMS-Komitee untersucht ebenfalls die Zusammenhänge zwischen Computerspielen und Glücksspielen und setzt sich für eine stärkere Regulierung und Überwachung dieser Mechaniken ein.

Außerdem möchte SOGG, dass In-Game-Käufe in Zukunft standardmäßig deaktiviert werden und es nur volljährigen Personen möglich sein soll, diese zu aktivieren. Die Familie Bradford wird sich auch in Zukunft dafür einsetzen und arbeitet mit Ladbrokes und Coral an der Entwicklung eines digitalen Therapie-Tools.

32 Kommentare Added

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  1. Lord Maternus 60200 XP Stomper | 09.09.2019 - 12:09 Uhr

    Also zunächst einmal bieten 500 Befragte keine repräsentative Masse an Daten.
    ABER: Es ist trotzdem wichtig, für die Risiken – und die sind definitv da – zu sensibilisieren. Auch eine Freischaltung von Ingame- bzw. In-App-Käufen nur für Volljährige halte ich durchaus für sinnvoll.
    Sucht ist leider immer noch ein Thema, das oft zu lange zu locker gesehen wird, bis es dann irgendwann heißt „Wir hatten ja keine Ahnung, wie schlimm es wirklich war“.

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  2. Ash2X 130320 XP Elite-at-Arms Bronze | 09.09.2019 - 12:10 Uhr

    Die wirklich wichtige Frage ist eigentlich ob er vorher Panini-Bilder gesammelt hat…aber hey,das ist nicht Digital,das ist völlig ok so.
    Das ein Panini-Heft vollkommen wertlos ist ohne das es komplett ist und dies mehr als deutlich das Jahrestaschengeld der Zielgruppe benötigt um ansatzweise eine Chance hat komplettiert zu werden juckt ja niemanden.
    Ähnlich ist es mit Ü-Ei Figuren die auch nur als Set interessant sind.Das einzelne Fehlprints etwas Geld bringen können ist da auch keine Ausrede.Die Chance bei FIFA einen Ronaldo zu ziehen dürfte da schon deutlich höher sein.

    Die Frage ist also wo das eigentliche Problem liegt: Bei den Spiele die die Optionen bieten oder bei den Eltern die anscheinend unfähig sind ihren Kindern den verantwortungsvollen Umgang mit Geld beizubringen.

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    • Lord Maternus 60200 XP Stomper | 09.09.2019 - 12:20 Uhr

      Beides müsste dann aber das Kind ausbaden. Da die Erziehung sich schlecht regulieren lässt, besonders wenn auch viele Eltern keine genossen haben, muss man an der anderen Seite ansetzen.

      Tatsächlich war mir klar, dass recht schnell der Vergleich mit Ü-Eiern und so kommen würde. Ich bin mir sicher, dass es da andere rechtliche Grundlagen gibt, zählt ja immerhin als Süßigkeit und so, da wäre es wohl noch schwerer, etwas zu ändern. Zumal es auch so festgefahren in den Köpfen ist, genau wie die Sammelalben.
      Aber auch die Präsentation ist eine andere und nicht zu verachten. Auf der einen Seite hast du „Hier, tolle Figur, in jedem 7. Ei“ und auf der anderen Seite ein ständiges aufpoppen von Werbung, Angeboten für Lootboxen und und und … Das macht mit dem Gehirn ganz andere Sachen. Deshalb sollte man da handeln, bevor es ebenso festgefahren ist.

      Dass die Eltern eine Verantwortung haben, ist natürlich klar, aber da lässt sich, wie gesagt, eben schwerer regulieren. Und Präventionsangebote kannst du vergessen.

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    • Micha Twohair 6840 XP Beginner Level 3 | 09.09.2019 - 12:22 Uhr

      oh Ja Lootboxen und Glückspiel, großes Thema aber schon seit Monaten, vorallem da die Niederlande? ja schon durchgreifen und sowas grundlegen verbieten.. wie du aber super dargestellt hast, gibt es weitaus mehr als die digitalen Glückspiele grad für Kinder sind Sticker alben oder Yugioh Karten oder was es auch immer gibt immer interessant und die begehrtesten Sachen eben auch am seltensten vertreten.

      Finde da muss wirklich auch von Elternseite aus viel gemacht werden
      Dumm nur wenn Papa ja selbst betroffen ist.

      Ich persönliche mag es auch nicht wenn optische Sachen oder spieleinhalte nur in Lootboxen zu haben sind und nicht die Möglichkeit besteht diese anderes zu erfarmen und freizuschalten

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  3. Pantherbuch1980 0 XP Neuling | 09.09.2019 - 12:13 Uhr

    Ich denke das weitere Faktoren auch eine Rolle spielen. Die Kids werden ja auch älter, und sehen das Thema später wahrscheinlich etwas differenzierter, und Kritischer. Ps. Wie sollen die Armen Kinder den jetzt noch, das böse Gras finanzieren, was sie jedes Wochenende zum Alkohol greifen lässt.😂

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  4. Robilein 154945 XP God-at-Arms Silber | 09.09.2019 - 12:15 Uhr

    Ich denke ja das sind verschiedene Faktoren die einwirken. Sei es Umfeld, Freundeskreis, Familie, Erziehung etc. Man darf das nicht pauschalisieren. Ob ich jetzt durch Lootboxen eher Casino zocken gehe, wage ich zu bezweifeln. Zumal 500 befragte Menschen nicht alle repräsentativ sind.

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    • Don Garnillo 19360 XP Sandkastenhüpfer Level 4 | 09.09.2019 - 12:42 Uhr

      Isoliert betrachtet ist es vermutlich schwer, einen Zusammenhang zwischen Loot-Box-Käufen und der späteren Nutzung von Online-Casinos herzustellen.
      Im Artikel steht aber ja auch, dass in Spielen, die an eine jugendliche Zielgruppe gerichtet sind, mit Online-Casinos geworben wird.
      Da ist es mit der Nutzung dann wirklich nicht mehr weit her und sollte verboten werden.

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  5. Darksteele 3735 XP Beginner Level 2 | 09.09.2019 - 12:19 Uhr

    Okay, alles schön und gut. Aber es ist doch auch immer eine Sache der Auseinandersetzung mit der Thematik und der Erziehung.
    Meine Tochter (13 Jahre) spielt Overwatch (manchmal mit mir gemeinsam). Dabei freuen wir uns über erspielte Lootboxen und natürlich sind diese der Ansporn, weitere Levels aufzusteigen oder Sonderevents zu spielen.
    Dabei spreche ich aber ganz konkret mit ihr darüber, warum ich (wir) keine Lootboxen kaufen will, unabhängig davon, ob wir uns das leisten könnten. Auch ihr Taschengeld kommt für solch eine „Freizeit“ nicht in Frage. Das habe allerdings ich mal bei der Thematik angesprochen, die Frage kam nicht von ihr.
    Wir spielen, haben Spaß, freuen und ärgern uns gemeinsam über Teams, Siege, Niederlage und tollen oder doofen „Content“ in den Boxen. Dabei thematisieren wir aber eben auch, was die Probleme dieser kurzfristigen Erfüllung von Verlangen nach Glück sind und wo die Gefahren / Stolperfallen liegen.

    „Außerdem möchte SOGG, dass In-Game-Käufe in Zukunft standardmäßig deaktiviert werden und es nur volljährigen Personen möglich sein soll, diese zu aktivieren.“
    – Das finde ich sehr gut und sinnvoll. Aber auch hier gilt: ich als Erziehungsberechtigter und damit letzlich Verantwortlicher muss mich doch frühzeitig damit auseinandersetzen, (a) wie das alles funktioniert und (b) dass mein Kind das niemals hinter meinem Rücken macht und ich (c) Grenzen einbaue, damit im Fall das b nicht hält, die Konsequenzen ertragbar bleiben. Zu allererst gilt: mit dem Kind reden und sich darüber austauschen – an die Materie heranführen. Zudem meine Zahlungsinformationen (Bspw. auch bei Xbox Live) so handhaben, dass die Daten zwar da sind, aber ohne weiteres Passwort (oder Fingerprint) eben kein Kauf vom Kind geschehen kann – ja, das funktioniert!

    Edit: Ash2X (12:10) hat es auch schön gesagt da oben, den Panini Vergleich hatte ich auch auf den Lippen. Klar bieten Digitale hinhalte weniger Hürden zu „mehr Verlusten“, aber das Grundproblem ist das Gleiche: ICH muss mich doch mit MEINEM KIND darüber austauschen und auseinandersetzen. Das ist die Basis.

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    • Morgoth91 72690 XP Tastenakrobat Level 2 | 09.09.2019 - 12:43 Uhr

      Das ist wirklich sehr löblich. So einen bedachten Umgang mit seinen Kindern und deren Hobbies sollte jeder haben und nebenbei dadurch auf kritische Themen eingehen können. Natürlich besonders Toll das ihr das Hobby teilt. So wie ihr mit Lootboxen umgeht sind die auch wirklich kein Problem sondern einfach nur eine weitere motivierende Spielmechanik. OW ist auch ein gutes Beispiel wie Lootboxen funktionieren ohne Geld ausgeben zu müssen bzw. das gefühlt zu haben dazu gedrängt zu werden. Ich habe kein Geld investiert und für alle Chars Skins die ich mag (wobei man ja sogar in der Regel nur einen Teil spielt), alle weißen und blauen Sachen (abseits von den Events da fehlen noch ein paar) und noch über 12k Credits mit denen ich gar nicht weis was ich anfangen soll.
      Aber auf jeden Fall nochmal Lob für dich, du bis ein Paradebeispiel. Dafür alle Daumen hoch.

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  6. Ziggy Stardust 1625 XP Beginner Level 1 | 09.09.2019 - 12:27 Uhr

    Kinder die die Kreditkarte ihrer Eltern nutzen, ohne Erlaubnis, daran sind Lootboxen definitiv unschuldig.

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    • Robilein 154945 XP God-at-Arms Silber | 09.09.2019 - 12:56 Uhr

      Ist wie mit den “Killerspielen“. Da werden auch die komischten Gründe als Ursache genannt.

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  7. Morgoth91 72690 XP Tastenakrobat Level 2 | 09.09.2019 - 12:27 Uhr

    Das Lootboxen für Meschen die anfällig für bestimmte Personen problematisch sind und eine Suchwirkung haben steht außer Frage. Es gibt zig verschiedene Sachen/Umstände die süchtig machen können, sogar an sich positive Sachen wie Sport.
    Rein statistisch ist die Gruppe natürlich zu klein um repräsentative Aussagen zu tätigen, aber 600 Pfund im Jahr für Lootboxen ausgehen ist schon mal eine Hausnummer. Als ich Jugendlicher war, hätte ich das nicht locker zahlen können, bzw. dafür auf anderes verzichten müssen. Ich hätte mir natürlich die Kreditkarte meiner Eltern nehmen können aber ein solcher Gedanke ist mir nie gekommen. Wurde so erzogen, dass klar war das man sowas nicht einfach macht. Wenn ich die Karte für einen Kauf gebraucht hätte, hätte ich einfach gefragt und das abgesprochen. In weit meine Eltern was gegen die Investition von Lootboxen gesagt hätte ist fragwürde, ich durfte mit meinem Geld immer das machen was ich wollte, so auch zum Beispiel Pokemon Karten und ähnliches kaufen. Das sind im Prinzip ja auch einfach nur Lootboxen und die Chance was gutes zu bekommen auch eher gering. Wobei man damit schon mehr anfangen konnte, durch das Tauschen und spielen. Ich habe aber auch niemals solche Summen in sowas investiert. Daher denke ich war das kein Problem. Frage mich schon warum das heute bei Jugendlichen potentiell anders ist.
    Ingame Käufe erst ab einem bestimmten Alter freizugeben kann nicht schaden, es ist ja wirklich so das auch Erwachsene gibt die mehr Probleme haben eine Übersicht über ihre Ausgaben zu haben wenn sie primär mit Karte zahlen.
    Denke das Sinnvollste ist aber immer noch Prävention durch die Erziehung aber auch vielleicht durch Veranstaltungen an Schulen und ähnliches für das generelle Thema Sucht und nicht nur den Aspekt Lootboxen.

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    • Lord Maternus 60200 XP Stomper | 09.09.2019 - 13:21 Uhr

      Dir und auch den anderen, die das erwähnt haben, muss ich recht geben: Die Erziehung im Elternhaus ist – ebenso wie das soziale Umfeld – ein sehr wichtiger Faktor bei dieser Thematik. Die lässt sich aber nicht regulieren, also muss man da ansetzen, wo man etwas regulieren kann, wenn man überhaupt etwas tun möchte.
      Und selbst das ist oft für die Tonne, wenn man sich Kinder und Jugendliche bei Präventionsveranstaltungen ansieht.

      Bei der Erziehung gibt es aber auch vielfältige Probleme. Nicht jeder geht mit dem Thema so um wie zum Beispiel @darksteele es geschildert hat. Viele Eltern sind gar nicht so informiert bzw. mit der Materie vertraut, um zu begreifen, was das Kind da kauft oder kaufen möchte. Wie sollen die dann vermitteln, was das wirklich bedeutet?
      Ja, die Verantwortung liegt da zum Teil bei den Eltern, sich mit den Hobbies der eigenen Kinder zu befassen und zumindest zu verstehen, worum es geht und wo mögliche Risiken liegen, ohne das Kind zu sehr einzuschränken. Aber das kann man leider nicht von allen Eltern erwarten, zum Teil weil sie selbst schon mit ihrem Leben überfordert sind.
      Für diese Eltern und vor allem ihre Kinder sollen solche Regulierungen da sein. Eine Unterstützung zum Schutz davor, dass irgendwann andere „Unterstützungen“ nötig sind, die die Familie im schlimmsten Fall auseinanderreißen.

      An und für sich sehe ich solche Initiativen und ihre Bemühungen als etwas sehr wertvolles an. Generell finde ich eine Unterstützung untereinander auch wirkungsvoller als die erwähnten Präventionsprogramme. Habt ihr einen halbwegs vernünftigen Umgang mit der Thematik (der auch moralisch vertretbar ist xD)? Super, wunderbar, toll für euch und eure Kinder. Werden sie dennoch abhängig, ganz egal wovon? Blöd gelaufen, aber es war nicht eure Schuld. Hört trotzdem nicht mit der Unterstützung auf. Und kommt ganz besonders nicht mit Sprüchen wie „Wer keine Selbstbeherrschung hat, ist selbst Schuld“.

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      • Darksteele 3735 XP Beginner Level 2 | 09.09.2019 - 13:48 Uhr

        Ich gebe dir in so ziemlich allen Punkten Recht, @LordMaternus. Nur gerade in der IT und „Cyber“ Welt, sowie wenn durch Accounts und Daten (größere) Geldbeträge sowie rechtliche Verpflichtungen entstehen (können), müssen sich Eltern meiner Meinung nach mit der Materie auseinandersetzen. Egal wie sehr sie das im Einzelfall interessiert.
        Gut und sinnvoll sind, wie du schon sagt, allerdings solche Initiativen und diverse Anlaufstellen. Niemand sollte allein gelassen werden und: „Selbst Schuld, komm mit deinem Leben klar!“ kann niemals ein Argument sein.

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        • Lord Maternus 60200 XP Stomper | 09.09.2019 - 13:58 Uhr

          Natürlich sind da die Eltern in der Verantwortung, gar keine Frage. Mir ging es nur darum, dass man an dem Punkt eben nichts regulieren kann und deshalb bei der Gesetzgebung und den Anbietern angesetzt werden muss. Besser dort als nirgendwo.

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          • Morgoth91 72690 XP Tastenakrobat Level 2 | 09.09.2019 - 18:14 Uhr

            Zum einen, doch genau das kann ich von Eltern erwarten, dass diese sich mit ihren Kindern auseinander setzten und verstehen womit die ihre Zeit verbringen und Geld ausgeben. Für Überforderung gibt es auch Hilfestellen, Menschen nutzen diese aber leider nicht unbedingt.
            Zum anderen ist der Umgang mit Kindern und deren Erziehung auch kein rechtsfreier bzw. unregulierter Raum wie du tust:
            „[…] Die elterliche Sorge umfasst die Sorge für die Person des Kindes (Personensorge) und das Vermögen des Kindes (Vermögenssorge).
            (2) Bei der Pflege und Erziehung berücksichtigen die Eltern die wachsende Fähigkeit und das wachsende Bedürfnis des Kindes zu selbständigem verantwortungsbewusstem Handeln. […]“ BGB § 1626

            Der Punkt der Erziehung ist reguliert und das Vermögen des Kindes wird sogar noch gesondert genannt. In wie fern diese Regulierung etwas bringt ist eine andere Frage, aber die hier im Artikel angesprochene Methode einer Altersbeschränkung ist auch keine starre Regulierung sonder erschwert es Kindern höchstens. Besonders bei Eltern die du angesprochen hast die keine Ahnung von der Thematik haben und/oder überfordert sind und sich keine Hilfe suchen wird so etwas nichts bringen, weil die Kinder eben sich besser auskennen und sowas immer auszuhebeln ist.
            Welche Art der Regulierung denkst du denn würde das Problem lösen? Ich weiß spontan keine, bei der mir nicht direkt auch ein Weg einfällt diese zu umgehen, besonders für jemanden der kein Problem damit hat die Kreditkarte der Eltern zu mopsen.
            Das Geschriebene klingt jetzt vielleicht harscher als gemeint. Wir sind uns ja grundlegend einig das Eltern Verantwortung tragen, nur das Ausmaß dieser Pflicht anders.

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          • Lord Maternus 60200 XP Stomper | 10.09.2019 - 06:35 Uhr

            @morgoth91
            Die Rechten und Pflichten der elterlichen Sorge sind mir schon geläufig, immerhin bin ich Sozialarbeiter. Ich weiß aber auch, dass sowas frühestens nachgehalten wird, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Und selbst dafür ist oft zu wenig Personal da, das vollkommen überlastet ist.
            Selbst der Staat tut nicht alles für Kinder, wozu er sich selbst gesetzlich verpflichtet, weil man oft genug keine Ahnung hat, wie man das machen soll (was natürlich meistens bedeutet, dass man keine Ahnung hat, wie man das machen soll, ohne Geld auszugeben).

            Setzt man bei den Anbietern an, ist es zumindest leichter zu kontrollieren, deshalb ist es sinnvoll, dort etwas zu tun. Dass das nur eine weitere Hürde ist, ist klar. Das sind aber Altersbeschränkungen auf Medien, Alkohol und Tabak auch und dort sind genauso die Eltern in der Verantwortung.

            Eine funktionierende Lösung? Habe ich nicht, kann es aber wohl auch nicht geben, weil das Problem so vielfältig ist und man auf jeden individuell eingehen müsste. Deshalb sind die Präventionskampagnen, so mies ich sie meistens finde, immer noch besser als nichts.

            Aber lassen wir das jetzt, im Grunde sind wir uns ja einig, wie du schon sagst xD

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          • Morgoth91 72690 XP Tastenakrobat Level 2 | 10.09.2019 - 14:29 Uhr

            Ja das ist leider die Krugs beim Gesetz, das es erst wirkt wenn was passiert und keine ausreichende abschreckende Wirkung hat. Unser Sozialsystem ist ja schon deutlich besser als in vielen anderen Teilen der Welt, aber natürlich nicht annähernd fehlerhaft. Das Problem der zu wenigen Arbeitskräfte ist leider wirklich täglich im öffentlich Sektor zu spüren, spreche da auch aus Erfahrung.

            Wie ich ja auch direkt gesagt habe finde ich entsprechende Altersfreigaben auch gut, nur sind die ja sogar noch leichter zu umgehen als beim Alkohol kauf. Ich ganz persönlich hätte auch nichts dagegen wenn man sich für den Kauf von sowas bei MC mit Perso und einem Videocall erst registrieren lassen müsste und jedesmal danach ein Passwort ein tippen. Nicht das ich Lootboxen kaufe aber so denke ich wäre die Hürde wirklich deutlich schwerer zu überwinden, auch wenn man das immer überwindbar sein wird. ich halte generell nur wenig von Verboten, auch weil ich da keine rechtliche Grundlage sehe in einem Staat in dem Glücksspiel erlaubt ist.

            Das ist defintiv das Problem bei Präventionsmaßnahmen, auch da gibt es nicht genügend Personal um wirklich auf den einzelnen ausreichend einzugehen. Auch daher sehe ich die primäre Pflicht bei den Eltern.

            Aber auf jeden Fall ein gutes und sachliches Gespräch und wir beide hoffen sicher das sich, vielleicht klügere Menschen als wir 😀 eine Lösung ausdenken die besser für alle ist.

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  8. MeK 187 76835 XP Tastenakrobat Level 3 | 09.09.2019 - 12:33 Uhr

    Ja ja es sind immer die anderen schuld… Jämmerliches Opfer Getue. Wer keinerlei Selbstbeherrschung hat sich selbst grenzen zu setzen hat halt selbst schuld. Genau wie mit Drogen süchtigen. Manche menschen wissen halt nicht wann schluss ist und kriegen den hals nicht voll.

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  9. Fenistair 16665 XP Sandkastenhüpfer Level 3 | 09.09.2019 - 12:41 Uhr

    Grundsätzlich stimme ich dem ganzen im Artikel schon zu: die Hürden für Lootboxen gegen Echtgeld sollten höher gesetzt werden. Aber es muss, wie schon bei vielen Kommentaren hier geschrieben wurde, auch eine Erziehung der Kinder und Jugendlichen stattfinden, die ihnen den Wert des Geldes vermittelt und die (Un)Sinnhaftigkeit von Lootboxen. Denn der Verbot allein fördert doch eher das Haben Wollen, als das es das eindämmt.

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  10. snickstick 159165 XP God-at-Arms Onyx | 09.09.2019 - 12:56 Uhr

    Jemand der Spielsüchtig ist sagt das diese Lootboxen Spielsucht fördern. Dem Man glaube ich uneingeschränkt. Den am besten kennen sich Junkies mit Drogen aus und nicht irgendwelche Politikgesanten die nie drauf waren.

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