A Plague Tale: Innocence: Test zum Adventure mit Rattenplage

Ein Meer aus Ratten

A Plague Tale: Innocence

 
Spannend wird es in kleineren Boss-Fights, in denen ihr gezielt die Rüstung eurer Gegner unter Beschuss nehmen könnt. Das Potenzial von Amicias Gewissensbissen, als junges Mädchen andere Menschen zu töten, lässt A Plague Tale leider ungenutzt verstreichen. Ihr argumentiert einfach mit Rachegelüsten, schert alle Templer sowie Engländer über einen Kamm und tut sie als Bösewichte ab, die es verdient haben zu sterben. Schade, denn hier wäre deutlich mehr Konflikt drin gewesen.

Da ist der andere Gegner-Typus des Spiels doch eine andere Hausnummer: die Ratten! Beeindruckend animiert und furchteinflößend wuselig brechen sie im Laufe des Spielverlaufs durch Erdhügel, Wände und Böden. Sobald es dunkel wird, strömen tausende von Ratten in die Spielwelt und verputzen alles, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Dem könnt ihr nur mit Licht entgegnen und hangelt euch daher mit euren Figuren von Lichtquelle zu Lichtquelle.

Schnell lernt ihr, Fackeln zu nutzen, mit der Schleuder Schinken von der Decke zu holen und später sogar Alchemie zu wirken, um Explosionen zu verursachen. Auch die Menschen und Tiere um euch herum dürft ihr als Köder verwenden. So lassen sich mit Amicias Schleuder gezielt Lichtquellen wie zum Beispiel die Laternen von Wachen ausschießen. Die quiekenden Biester jagen euch auch nach Stunden noch einen kalten Schauer über den Rücken und sind eine wirklich gut umgesetzte Bedrohung, die ihr so in einem Adventure noch nicht zu Gesicht bekommen habt.

Mit der Zeit lernt ihr jedoch, welche Gameplay-Muster ihr wann abzuspulen habt. Speckschwarten, Stöcke und Fackeln sind schon von weitem zu erkennen. Betretet ihr ein Areal, merkt ihr bereits nach einem kurzen Scan der Umgebung, welche Herausforderungen gleich auf euch zukommen. Das reißt euch nicht nur aus der Geschichte, sondern stellt euch auch spielerisch vor keine großen Herausforderungen. Das tut der Spannung mit der gekonnt erzählten Handlung sowie den mitreißenden Charakteren jedoch keinen Abbruch.

Grafisch fährt die Engine der Asobo Studios einiges auf. Die Lichteffekte können sich ebenso sehen lassen wie die Landschaften, die dank der Texturen von Quixel Megascans auf der Xbox One X schon fast fotorealistisch aussehen. Gleiches gilt für die sehr detailliert gestalteten Charaktermodelle. Schade ist, dass die Gesichter im Vergleich hierzu schon fast ausdruckslos wirken und die Emotionen der tollen Synchronsprecher nicht ansatzweise transportieren. Das schafft dafür der stimmige Soundtrack, der euch mit Streichern und mittelalterlichen Klängen in das düstere französische Königreich versetzt.

14 Kommentare Added

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  1. SithLordNimaack 260 XP Neuling | 20.06.2019 - 22:21 Uhr

    Für mich ein Game was mich seit langem wieder gefesselt hat. Charaktere sind gut in Szene gesetzt und können mit der glaubwürdikeit wie bei Uncharted und last of us mithalten und braucht sich nicht hinter verstecken

    Grafik ist auch sehr hübsch und das Setting für mich ein Traum.Es ist schön Abwechslungsreich was natürlich nur im Bereich des möglichen ist. Da es ja mehr schleichen ist..

    Aber die Action kommt nicht zu kurz. Und wenn man die ersten 2 Levels gezockt hat, wird man es nicht loslassen bis man es durch hat. Ausser man mag keine guten Storys, denn wär es für die Interessant die gerne auf leichte GS jagdt gehen

    Ps Der Rattenfänger von Harmeln würde neidisch werden. bei sovielen Ratten ^^

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  2. dhbxxst3f4nxx 7340 XP Beginner Level 3 | 21.06.2019 - 12:48 Uhr

    steht noch ganz oben auf meiner liste, aber immo sehr wenig Zeit,

    danke für diesen grandiosen Test XD Team

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