Aerial Knight’s Never Yield: Kurztest zum rasanten 3D-Side-Scroller

Aufgeben ist (k)eine Möglichkeit

Aerial_Knight’s Never Yield beginnt in medias res und wirft euch völlig unvermittelt und ohne großes Brimborium in ein Science Fiction-Detroit der fernen Zukunft. Hierbei übernehmt ihr die Rolle des mysteriösen Wally, dessen einzige Aufgabe darin besteht, die Beine schleunigst in die Hand zu nehmen und vor seinen geheimnisvollen Widersachern im eiligen Dauersprint zu fliehen. Scheinbar hat euer agiler Marathonläufer nämlich ein erschütterndes Geheimnis offengelegt, welches möglichst nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollte.

Die überschaubare Spielmechanik des 3D-Flitzers ist dabei genauso simpel wie die rudimentäre Handlung selbst. Euer Charakter sprintet automatisch durch insgesamt vierzehn minder abwechslungsreiche Levels und muss dabei verschiedene Hindernisse gekonnt überwinden. Mit den vier Aktionstasten – wahlweise auch mit dem Analogstick oder Digikreuz – vollführt ihr dann waghalsige Sprünge, kraftvolle Hechtrollen, pfeilschnelle Sprints oder rutscht akrobatisch auf eurem fleischigen Hosenboden über die raue Oberfläche.

Kurz vor jedem Hindernis werdet ihr nicht nur farblich am Bildschirmrand vorgewarnt, sondern es wird auch ein hilfreicher Zeitlupenmodus aktiviert, mittels dem ihr genügend Zeit habt, die korrekte Taste zum richtigen Zeitpunkt auszuwählen, sodass ihr dann beispielsweise problemlos über sperrige Holzbretter hüpft oder mühelos unter massiven Leitungsrohren durchschlittert. Außerdem zeigt euch die jeweilige Farbe des Hindernisses selbst stets an, welche Taste ihr letztendlich drücken müsst, um dieses erfolgreich zu überwinden – voll easy!

Nach dem ersten Level schaltet ihr den schweren beziehungsweise wahnsinnigen Schwierigkeitsmodus frei, die euch dann vor größere Herausforderungen stellen werden. So verringert sich beispielsweise der Zeitlupeneffekt im schweren Modus spürbar, während dieser auf der höchsten Stufe gar komplett verschwindet. Zudem müsst ihr hierbei auf die farblichen Warnungen nahezu komplett verzichten und bekommt es mit deutlich mehr Hindernissen zu tun, die den virtuellen Dauerlauf zum anspruchsvollen Reaktionstest ausarten lassen.

Solltet ihr an einem fiesen Hindernis hängen bleiben oder ins fatale Stolpern geraten, dürft ihr kurzerhand an fair gesetzten Checkpoints erneut lossprinten, vorausgesetzt ihr habt die alles entscheidende Frage „Gebt ihr auf?“ mit „Nein!“ beantwortet habt, die euch nach jedem Ableben gestellt wird.

Am Ende eines jeden Levels wird euch dann eure erzielte Leistung anhand der benötigten Zeit sowie der Anzahl der Neustarts präsentiert. Dies könnte natürlich besonders für unnachgiebige Speedrun-Fetischisten interessant sein, um eventuell doch noch die eine oder andere Sekunde hartnäckig aus den Levels heraus zu kitzeln. Wer mit den schnellsten Sprintern konkurrieren möchte, muss zum einen zwingend auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad spielen, da hierbei keine unnötige Zeit beim verlangsamenden Zeitlupeneffekt flöten geht, zum anderen die Levels nach Möglichkeit auswendig lernen, da ein makelloser Run für die begehrten Spitzenränge unabdingbar ist.

Zwar zeigt euch das Spiel eine klare Übersicht aller erreichten Zeiten an, allerdings fehlt ein globales beziehungsweise Freundes-Leaderboard, das eure erbrachten Leistungen kompetitiv veranschaulicht. Auf dem Discord-Server der Entwickler rangieren aber bereits die ersten Screenshots der jeweiligen Topzeiten anderer Spieler, sodass begeisterte Enthusiasten dort sicherlich fündig werden.

Der abgefahrene Soundtrack von Musiker Danime-Sama kann durchaus punkten und versetzt euch mit groovigen Vibes, eingängigen Gitarrenläufen und fetzigen Melodien in die richtige Actionsprint-Stimmung. Grafisch ähnelt Aerial_Knight’s Never Yield stellenweise einem kunterbunten Anime, bietet aber selbst für einen ambitionierten Indie-Titel leider zu wenig optische Details, um dahingehend überzeugen zu können. Obendrein bietet das Spiel mit lediglich ein bis zwei Stunden Spielzeit letztendlich zu wenig Inhalt, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

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40 Kommentare Added

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  1. HaudenLuKaas 1420 XP Beginner Level 1 | 30.05.2021 - 22:37 Uhr

    Das Spiel ist bis jetzt völlig an mir vorbei gegangen. Sieht interressant aus. Ich mag Indiespiele mit gutem Soundtrack. Würde ich gerne mal testen.

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