Agony: Test zum qualvollen Höllentrip

Technik aus der Hölle

Der schauerliche Überlebensritt Agony hätte unterm Strich ein wahnsinnig aufregendes Spiel werden können, jedoch entpuppt sich der ambitionierte Horrorgenuss mit zunehmender Zeit leider zur diabolischen Geduldsprobe, denn zahlreiche technische Schnitzer und ein größtenteils unfaires Spielgeschehen stellen euch vor unvorhergesehene Herausforderungen, welche die Spielmotivation bereits im Keim ersticken.

So habt ihr vom Start an mit hartnäckigem Tearing zu kämpfen, welches den vermeintlich intensiven Gruseltrip zur echten Frustbombe oder sogar zum tatsächlich unspielbaren Horrorszenario ausarten lässt. Dazu gesellen sich zahlreiche spieltechnische Fauxpas, die euch förmlich am Spielfortschritt hindern wollen.

So scheitert ihr jedes Mal beim Versuch einen Dämon in den tödlichen Abgrund zu schubsen, obwohl euch das Spiel diese Option bietet. Stattdessen dreht sich dieser stets um und bohrt euch seine sensenscharfen Klingen in euren fleischigen Leib. Dasselbe fatale Ergebnis erzielt ihr übrigens, wenn ihr versucht, an diesem still und heimlich vorbei zu schleichen oder den Blick des Dämons mit einer weggeworfenen Fackel in eine andere Richtung zu lenken.

Letztendlich bleibt euch nur die Möglichkeit, die teuflische Kreatur anzulocken, euch an möglichst weit entfernter Stelle töten zu lassen, um dann schnellstens eine neue Hülle zu finden, mit der ihr dann das diabolische Vieh dementsprechend hinter euch lassen könnt. Aber auch hierbei sind wir bei unserer Testphase des Öfteren gescheitert, da wir ungelogen eine Sekunde nach dem „Aufwachen“ erneut die infernalen Klingen im Fleisch zu spüren bekamen.

Weiterhin kommt es während eures höllischen Trips andauernd zu merkwürdigen Akustikaussetzern, die in dieser schrägen Form wohl kaum gewollt sein können. Beispielsweise ertönt immer wieder ein spitzes Zischen, das bereits nach der ersten Wiederholung tierisch nervt und den Spielspaß dementsprechend zerstört. Darüber hinaus sind viele Soundsamples scheinbar in einer Endlosschleife gefangen, sodass ihr unter anderem ein- und dasselbe (Stör-)Geräusch sekundenlang ertragen müsst. Es kommt sogar vor, dass ein schriller Ton den vorherigen unterbricht, was zu einer gar lächerlichen Soundkulisse führt, die der Atmosphäre des Spiels deutlich zusetzen.

Da ihr nicht der Einzige im Fegefeuer seid, dürft ihr optionale Gespräche mit anderen Gefangenen führen. Diese geben euch dann auf Wunsch weitere Auskünfte, füttern euch mit Informationen oder brabbeln in sich gekehrt einfach nur vor sich her. Bemerkenswert ist, dass die gegebenen Antworten eurer Gesprächspartner oft unpassend, deplatziert und völlig zusammenhangslos wirken, sodass ihr meist völlig fragend zurückgelassen werdet. Vielleicht sind aber auch alle verrückt geworden und können daher keinen klaren Gedanken mehr fassen – allerdings sind dann auswählbare Textzeilen eurerseits überflüssig und sinnbefreit.

Außerdem werden gesprochene Textzeilen mitten im Satz abrupt abgebrochen, von vorne begonnen, um schließlich wieder mitten im Satz zu enden. Viele der Dialoge starten sogar mehrfach von vorne und enden erst nach etlichen skurrilen Wiederholungen. Ihr solltet also dringend die Untertitel aktivieren, falls ihr tatsächlich der Handlung folgen wollt.
Aber nicht nur akustisch hat sich der Teufel eingeschlichen, auch technisch kommt es häufig zu fragwürdigen Aussetzern. So wechselt aus unerklärlichen Gründen die invertierte Kameraperspektive in engen Passagen, sodass ihr kurzerhand umdenken und dementsprechend reagieren müsst.

Leider kommt es zudem häufig zu erschreckenden Lags, fatalen Bildeinbrüchen und brutalem Bildverzerrern, sodass es durchaus vorkommen kann, dass das Bild beispielsweise während eines Sprints plötzlich einfriert und euch Sekunden später völlig orientierungslos wieder ins Spielgeschehen hineinwirft. Das dient natürlich nicht dem Spielspaß und nagt weiter an der immerzu verschwindenden Spielmotivation. Letzten Endes muss man leider festhalten, dass Agony technisch betrachtet tatsächlich aus den finstersten Ausgeburten der verdammten Unterwelt stammt.

Dieses fehlerbehaftete Gesamtpaket führt letzten Endes dazu, dass ihr womöglich nach wenigen Minuten absolut keine Lust mehr auf das Spiel verspürt, es womöglich enttäuscht ausschaltet, wutentbrannt deinstalliert und zurück in die Hölle schickt.

7 Kommentare Added

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  1. snickstick 235840 XP Xboxdynasty Veteran Bronze | 14.06.2018 - 14:37 Uhr

    Das ist so schade. Damals bei der Präsentation sah es so aus als wenn es ein richtige Aushängeschild werden würde. Sowas wie Quake oder Doom, Namen die nicht nur für ein Game sondern für eine Art des Spielens stehen. Ich werds mir nicht kaufen, schade.
    Aber Danke an XxXInFlamesXxX das du für uns durch die Hölle gegangen bist 😉

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  2. Crusader onE 80345 XP Untouchable Star 1 | 14.06.2018 - 14:37 Uhr

    Sorry,

    Für den Test gibts einen Daumen runter! Statt so ein blödes Spiel zu testen, hättest du lieber schön ein Eis essen gehen können. Ich hätte dir das weitaus mehr gegönnt ??

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    • MarianasRest 13210 XP Sandkastenhüpfer Level 2 | 14.06.2018 - 14:47 Uhr

      Naja, man kann sich die Spiele nicht immer aussuchen. Aber die Idee mit dem Eis gefällt mir richtig gut. 😉

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  3. Commandant Che 77040 XP Tastenakrobat Level 3 | 14.06.2018 - 15:37 Uhr

    Haben die Entwickler ihr eigenes „Werk“ nicht vorher getestet?
    Ich meine, so viele und so gravierende Fehler, die im Test erwähnt werden, können doch niemals nicht bemerkt worden sein.

    Schade, aber wenn man sich die Mühe macht, ein ganzes Spiel zu entwickeln, am Ende aber sich die Zeit nicht nimmt, um die Fehler zumindest abzuschwächen, dann ist so eine Wertung wohl nur gerechtfertigt.

    Echt schade, ehrlich. Ich hatte mich wirklich verdammt drauf gefreut.
    Werde es aber trotzdem im Auge behalten, weil ich mir erhoffe, dass es nach einem entsprechenden Update besser wird.
    Hoffentlich wird es aber nicht so bleiben, wie bei Freitag der 13.

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  4. masterdk2006 93605 XP Posting Machine Level 2 | 14.06.2018 - 15:39 Uhr

    Also die Hölle soll ja Qualen bereiten, so wie sich der Test liest scheint das Spiel es perfekt einzufangen?
    Die Hölle soll kein Spaß machen sowie das Game

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