Eine Legende kehrt zurück
Könnt ihr das Salz auf euren Lippen spüren? Den fernen Knall der Kanonen vernehmen? Im Jahr 2013 schenkte euch Ubisoft mit Assassin’s Creed Black Flag das ultimative Gefühl von Piratenfreiheit. Nun sticht die legendäre Crew unter der Leitung von Ubisoft Singapore erneut in See und liefert euch mit Assassin’s Creed Black Flag Resynced eine von Grund auf runderneuerte Fassung des Kulthits.
Angetrieben von der modernen Anvil-Engine verspricht das Remake nicht nur optischen Luxus, sondern packt auch spielerische Neuerungen sowie frische Story-Inhalte mit in die Schatzkiste. Ob das runderneuerte Flaggschiff eure Erwartungen erfüllt und die Segel stolz im Wind hält, erfahrt ihr in unserem Test.
Die goldene Ära der Piraterie empfängt euch mit einer atmosphärischen Aufbruchstimmung, die euch sofort in ihren Bann zieht. Ihr schlüpft abermals in die Stiefel von Edward Kenway, einem rebellischen Freibeuter, der der walisischen Heimat den Rücken gekehrt hat, um in der strahlenden Sonne der Karibik sein Glück zu suchen.
Dabei kreuzen legendäre Gestalten wie Blackbeard, Anne Bonny sowie Calico Jack euren Weg. Edwards anfänglich rein egoistischer Rausch nach Ruhm und Reichtum verstrickt euch jedoch schnell in den jahrhundertealten Krieg zwischen Assassinen und Templern. Das mysteriöse „Observatorium“ rückt in euren Fokus, eine Hinterlassenschaft der Ersten Zivilisation, deren Macht das Schicksal der gesamten Menschheit besiegeln kann.
Vom Schurken zum Piraten-Assassinen
Die Geschichte berührt und belohnt euch gleichermaßen, da die emotionale Reise von Edward durch packend inszenierte Zwischensequenzen erzählt wird. Der schmerzhafte Reifeprozess vom gierigen Abenteurer hin zu einem verantwortungsvollen Mann, der den wahren Wert von Freiheit versteht, fesselt euch bis zum Abspann.
Zudem dürft ihr euch auf komplett neue narrative Pfade freuen: Die Entwickler haben das ursprüngliche Abenteuer um über sechs Stunden an brandneuen Inhalten erweitert. In der frischen Endgame-Kampagne „A World Without Gold“ legt ihr euch nach dem eigentlichen Finale mit dem finsteren Maynard an, um Edwards Erbe zu verteidigen.
Die in der realen Welt spielenden Passagen des Original-Black Flag wurden zudem durch sogenannte Rift-Abenteuer ersetzt, in denen ihr einige von Edwards Entscheidungen auf alternative Weise erleben könnt. Das ist genau die richtige Herangehensweise seitens Ubisoft, weil es das sologetriebene Story-Erlebnis ohne die damals bereits häufig kritisierte aufgezwungene Realwelt-Klammer in den Fokus rückt.
Perfekte Paraden mit modernisiertem Kampfsystem
Sobald ihr in Assassin’s Creed Black Flag Resynced euren Fuß auf das frisch geschrubbte Holz der Jackdaw setzt, entfaltet das Gameplay seine runderneuerte Stärke. Das Kampfsystem am Boden wurde komplett umgekrempelt und setzt nun voll auf euer Timing sowie euer Geschick.
Das ehemals recht simple Kontersystem weicht einem dynamischen, bei dem perfekte Paraden der Schlüssel zum Überleben sind. Blockt ihr im richtigen Moment, entfesselt ihr tödliche, brutal choreografierte Takedowns. Schwere Angriffe reißen Lücken in die feindliche Verteidigung, während ihr mit der versteckten Klinge Wachen in den immerwährenden Schlaf schickt.
Auch abseits der offenen Konfrontation bekommt ihr deutlich mehr spielerische Freiheit. Dank einer dedizierten Crouch-Taste schleicht ihr nun geschmeidig durchs Unterholz und nutzt das Wetter zu eurem Vorteil, da prasselnder Regen oder die hereinbrechende Nacht eure Sichtbarkeit drastisch senken. Natürlich dürft ihr euch auch wieder oldschool in Heuhaufen verstecken und von dort Feinde in den sicheren Tod locken.
Allerdings präsentierte sich die Gegner-KI gerade hier noch verbesserungswürdig. Wenn ihr aus der Deckung heraus einen Feind ausschaltet und einer seiner Kameraden dies mitbekommt, schaltet dieser nicht direkt auf Alarmbereitschaft, sondern schleicht verwundert wie ein Lemminge zu euch herüber … um danach ebenfalls von euch erledigt zu werden.
„Feuer!“ Dank neuer Waffen knallt’s noch deftiger
Solltet ihr dennoch einmal entdeckt werden, fordern neue Elite-Gegner wie der „Demolitionist“ mit Donnerbüchse und Granaten alle eure Kampf- oder Fluchtfähigkeiten.
Das Freerunning fühlt sich dank manueller Sprünge und flüssigerer Move-Anpassungen herrlich direkt an, während euch neu integrierte Ziplines rasante Abkürzungen über die Dächer von Havanna und den zahlreichen Inseln der Karibik bescheren.
Das eigentliche Highlight wartet wie vor 13 Jahren jedoch auf den Wellen: Die Seeschlachten fordern euer taktisches Geschick und fühlen sich so wuchtig an wie eh und je. Euer Schiff, die Jackdaw, lässt sich mit brandneuen sekundären Feuermodi ausstatten, die verheerenden Schaden anrichten.
Ob glühende Feuerkugeln als Schnellfeuer-Breitseite, zerstörerische Doppelpack-Kettenkugeln oder fiese Schrapnell-Fässer: Das Plündern gegnerischer Fregatten entfaltet schnell wieder die süchtigmachende Sogwirkung alter Tage.
Dieses Mal dürft ihr drei neue Marineoffiziere rekrutieren, wie etwa den Padre oder die toughe Schiffsbauerin Lucy Baldwin. Diese erweitern euer Schiff nicht nur um spielerische Perks wie den mächtigen Ramm-Dash, sondern bringen eigene, emotionale Questreihen mit sich.
Zusammen mit der erweiterten Tauchfunktion, die euch zu vollkommen neuen, geheimnisvollen Schiffswracks hinabführt, öffnet euch Assassin’s Creed Black Flag Resynced so eine umfangreiche Karibikwelt, die Neulinge wie Piratenveteranen gleichermaßen fesseln wird.
Digitaler Traumurlaub
Wenn der Geldbeutel für eine echte Karibikreise gerade klamm ist, liefert euch Assassin’s Creed Black Flag Resynced grafisch den perfekten Heimaturlaub. Aufgebaut auf der neuesten Version der Anvil-Engine, die bereits für Assassin’s Creed Shadows zum Einsatz kam, kreiert das Remake eine visuelle Pracht, die den alten Klassiker in die Moderne hievt.
Raytracing-Effekte sorgen für atemberaubende Lichtstimmungen, wenn die Abendsonne durch die Palmen bricht oder sich im turbulenten Wellengang realistisch spiegelt. Besonders imposant: Die Städte sind nun komplett nahtlos in die Welt integriert. Ihr segelt mit voller Kraft voraus auf Havanna zu, springt vom Mast eurer Jackdaw, schwimmt an Land und rennt direkt in die Gassen. Und das dieses Mal ohne nervigen Ladebildschirm.
Auf der Xbox Series X dürft ihr im Performance-Modus butterweiche 60 Bilder pro Sekunde bei hochskalierten 2160p genießen, während der Fidelity-Modus mit erweitertem Raytracing bei 30fps bereitsteht. Verfügt ihr über ein Gerät mit 120/240-Hz-Display, steht euch zudem ein Balanced Mode mit 40 Frames pro Sekunde zur Verfügung. Untermalt wird das maritime Spektakel von einer wuchtigen Soundkulisse, dem bekannten Score von Brian Tyler sowie den unvergesslichen, stimmungsvollen Sea Shantys eurer Crew, die sofort für echte Piratenatmosphäre sorgen. Für die neuen Questlinien wurden zudem zusätzliche Dialoge vertont.
Trotz aller Euphorie hat das Remake mit kleinen Ecken und Kanten zu kämpfen, die den Spielfluss gelegentlich minimal stören. In unserer Testversion schlichen sich während der intensiven Kaperfahrten in seltenen Fällen kleine KI-Aussetzer bei der feindlichen Besatzung ein. Auch das Meucheln mit der versteckten Klinge löste nicht immer korrekt aus.
Zudem kam es beim Looten von Kisten nicht selten vor, dass wir die Y-Taste zwar komplett gedrückt hielten, Edwards Animation zum Öffnen der Kiste jedoch nicht ausgelöst wurde, weil wir falsch positioniert waren. Das alles sind jedoch Kleinigkeiten, die am Gesamtbild wenig stören.
Fazit
Assassin’s Creed Black Flag Resynced ist ein meisterhaftes Remake und eine leidenschaftliche Liebeserklärung an einen der besten Teile der Assassin’s Creed-Reihe. Die spielerischen Modernisierungen am Kampfsystem, das nahtlose Segeln ohne lästige Ladezeiten sowie die fantastischen neuen Story-Inhalte machen den Karibik-Trip zu einem Pflichtabenteuer für Fans.
Dank in sich geschlossener Geschichte und des Verzichts auf den damals bereits kritisierten Realwelt-Part ist Assassin’s Creed Black Flag Resynced zudem perfekt für Neueinsteiger in die Assassinenwelt geeignet. Wer Lust hat, die pure Piraten-Powerfantasy zu erleben, malerische Inseln zu entdecken und als Freibeuter die Karibik zu bereisen, fühlt sich auch ohne vorherige Assassin’s Creed-Erfahrung heimisch.
Zudem sieht Assassin’s Creed Black Flag Resynced dank der Grafikpower der neuen Anvil Engine wunderschön aus, egal ob ihr entlang der Sandstrände schlendert, durch enge Gassen sprintet oder ins azurblaue Meer eintaucht, um versunkene Schätze in bunten Korallenriffen zu bergen. Wer die Faszination der Meere sucht, kommt an Edward Kenway nicht vorbei. Anker gelichtet, Segel gesetzt, euer Abenteuer auf hoher See wartet auf euch!
Assassin’s Creed Black Flag Resynced im Microsoft Store kaufen:
- Assassin’s Creed Black Flag Resynced – 59,99 €
- Assassin’s Creed Black Flag Resynced Deluxe Edition – 69,99 €
- Singleplayer: 8.8
- Multiplayer: -/-
- Graphic: 8.8
- XboxLive: -/-
- Sound: 9.0
- Control: 8.5
- Overall: 8.8
- Game Time:
- Speech: Deutsch
- TV TEXT: Deutsch
- Censor:
- Qualified:
- Letzte Worte:
„Gelungenes Remake eines grandiosen Piratenabenteuers.“
The Good
- Modernisiertes Kampfsystem mit perfekten Paraden und Timing-Fokus
- Schön choreografierte Takedowns nach perfekten Blocks
- Über sechs Stunden brandneue Story-Inhalte inklusive Endgame-Kampagne
- Emotional Geschichte um Edward Kenway
- Wuchtige Seeschlachten mit neuen sekundären Feuermodi
- Drei neue Marineoffiziere mit Perks und eigenen Questreihen
- Mehr Stealth-Freiheit dank Crouch-Taste, Wetter und Tauchen
- Nahtlose Städte ohne Ladebildschirme
- Prächtige Anvil-Engine-Optik mit Raytracing
- Stimmungsvoller Brian-Tyler-Score und kultige Sea Shantys
- Gewohnt stimmungsvolle Piraten- und Karibikatmosphäre
The Bad
- Verbesserungswürdige Gegner-KI an Land
- Vereinzelte KI-Aussetzer in den Seeschlachten
- Meucheln mit versteckter Klinge löst nicht immer aus
- Kleinere Fehler wie beim Looten von Kisten
- Kein DLC und Multiplayer-Modus enthalten
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Sehr schöner Test☺️
@Quentara eine kleine info noch: Das Game Unterstützt 3 Grafikmodi und da fehlt im Test noch der Balanced Modus mit 40fps. Dieser ist für Leute mit einem 120Hz Display und VRR Funktion im Menü auswählbar.
@SN34K3R Danke Dir 😊 Das werde ich gleich noch im Test ergänzen 👍
Toller Test, danke dafür.
Wow, der Test liest sich super. Danke dafür. Sogar besser als erwartet. Wird wohl doch der erwartete Kracher werden😱😱😱
Ich kann’s erst nächste Woche starten. Freue mich riesig drauf.
Danke für den Test, macht auf jeden Fall einen guten Eindruck und die paar Fehler lassen sich sicher schnell beheben.
Ich finde die Gesichtsanimation schrecklich 🤢
Perfekt..danke für den Test. Hab auch nix anderes erwartet 🤘
Da bin ich raus, dennoch danke für den Test
Toller Test, danke dafür.
Was mich am Game bis jetzt stört: Es gibt keinen FOV Slider. Mir ist die Kamera zu dicht am geschehen.
„Angetrieben von der modernen Anvil-Engine“
OK die Anvil Engine ist 13+ Jahre alt. Wieso habe ich eine andere Auffassung von „modern“?