Assassin’s Creed Rogue Remastered: Test zum überarbeitenden Meuchelmord

Überholte Technik

Spieltechnisch kann sich das überarbeitete Assassin’s Creed Rogue Remastered dagegen nicht zwingend von seinem älteren 360-Bruder absetzen und ärgert sich dementsprechend immer noch mit alten Kamellen herum. Zwar können viele abwechslungsreiche Quests, eine ansehnliche Anzahl an unterschiedlichen Sammelgegenständen sowie weit ausufernde Spielgebiete mit zahlreichen Verstecken, erkundbaren Höhlen und aufregenden Geheimnissen durchaus begeistern und für stundenlangen Spielspaß sorgen, die nur etwa zehnstündige Einzelspielerkampagne kann aber nach wie vor nicht vollends überzeugen, da sie letztlich viel zu flach, uninspiriert und fadenscheinig daherkommt.

So werdet ihr unter anderem förmlich zum Eintritt in den Templerorden genötigt, da ihr – nach heftiger Auseinandersetzung mit eurem Assassinen-Mentor – bei hilfsbereiten Bürgern wieder aufgepäppelt werdet und diese euch lediglich die alte Templermontur ihres Sohnes zum Anziehen anbieten können.

Die abwechslungsreichen Missionen selbst bieten aber immer noch beste Unterhaltung pur und halten aufgrund der erfreulichen Vielzahl an unterschiedlichen Zielen die Motivation stets am Limit. Seien es die spannenden Schleichaufträge, die hartumkämpften Duelle mit versierten Assassinen oder die unglaublich intensiven Gefechte auf hoher See, alles wirkt wie aus einem spielerischen Guss, der für freudige Unterhaltung sorgt.

Leider bleibt Cormac dagegen während der gesamten Spielzeit ein enttäuschend blasser Charakter, dessen leidenschaftliche Antriebe nicht immer zwingend nachvollziehbar sind und ihr deswegen nur schwerlich eine emotionale Bindung zu diesem aufbauen könnt.

Dazu gesellen sich auch in der überarbeiteten Fassung die altbekannten technischen Mängel, die besonders bei den staksigen Kletterpassagen unangenehm zum Vorschein kommen. So wird euer ambitionierter Aufstieg beispielsweise immer wieder durch unglücklich dargestellte Animationen und Kollisionsfehler unterbrochen, welche den Spielfluss und Atmosphäre vehement stören und somit unter Umständen in beeinträchtigender Frustration enden.

Wie damals entpuppen sich eure hartnäckigen Widersacher abermals als agile Verteidigungsmonster, die euch kaum Hoffnung auf einen erfolgreichen Ausgang des lebensbedrohenden Intermezzos bieten. Zudem stellt sich heraus, dass euch jeder noch so unbedeutende Söldner spielerisch leicht verfolgen, einholen und überwältigen kann, sodass hitzige Verfolgungsjagden meist in herausfordernden Konflikten enden und ein Verstecken eurerseits nahezu unmöglich machen.

Nichtsdestotrotz dürfte Assassin’s Creed Rogue Remastered besonders diejenigen ansprechen, die seinerzeit das Templer-Abenteuer um den kontroversen Cormac während des Siebenjährigen Krieges auf der Xbox 360 verpasst hatten. Da hauptsächlich die Optik aufgehübscht wurde, die konventionelle Spielweise aber größtenteils beibehalten wurden, müssen Assassinen beziehungsweise Templer, die damals bereits auf tödliche Jagd gegangen sind, nicht unbedingt einen erneuten Nordatlantikurlaub buchen.

Inhaltsverzeichnis

3 Kommentare Added

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  1. Birdie Gamer 121300 XP Man-at-Arms Bronze | 20.03.2018 - 13:58 Uhr

    Optisch hat sich schon was getan – Mir hat es gefallen mal die andere Seite zu spielen und das Dunkle was die Assassinen umgibt zu sehen – Leider ist der Storyline hier sehr kurz gehalten. Daher reichte es auf der One mittels Abwärtskompatibilität auch aus.

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  2. devshack 14170 XP Leetspeak | 03.04.2018 - 20:12 Uhr

    Also mir hat der Teil neben BF am besten gefallen auf der PS3 und im Sale irgendwann könnte ich schon schwach werden.

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