Battlefield V

Test zur sagenhaften Kriegssimulation

Bedrückende Emotionalität

Nachdem euch im Vorgänger unter anderem die erbitterten Grabenkriege des Ersten Weltkrieges ohne Rücksicht auf Verluste präsentiert wurden, erwartet euch mit Battlefield V nun eine epochale Reise durch die tobenden Schlachtfelder des verheerenden Zweiten Weltkrieges.

Wie bereits im Vorgänger werden Solisten erneut auf die Kriegsgeschichten zugreifen können, die jeweils aus einer individuellen Perspektive die furchtbaren Gräuel des Zweiten Weltkrieges erzählen wollen. Nachdem ihr den überwältigen Einstieg in die aufreibenden Einzelspielergeschichten absolviert habt, erwarten euch drei kürzere Ausschnitte, die mit dem britischen Ganoven Billy Bridger 1942 in Nordafrika beginnen, euch danach 1943 mit der Einzelkämpferin Solveig Fia Bjørnstad ins verschneite Norwegen versetzen und schlussendlich mit Deme Cisse 1944 in der Provence vorerst enden.

Dabei ging es den Entwicklern hautsächlich darum, oberflächliche Pauschalitäten zu vermeiden und den Blick auf die vielzähligen Details zu richten, die den Menschen als solches ausmachen. So erfahrt ihr beispielsweise, dass der gewitzte Billy Bridger einer von vielen Freiwilligen ist, der sich als Sträfling für den erlauchten Kreis des SBS gemeldet hat, um somit seiner eigentlichen Strafe zu entgehen. Das wiederum bedeutet für ihn, dass er fortan risikoreiche Einsätze ausführen muss, die unter anderem die Sprengung von deutschen Artilleriegeschützen, Flugzeugen oder Funkstationen beinhaltet.

Gemeinsam mit seinem „Mentor“ und Vorgesetzten erlebt ihr ein humorvolles, aber auch actionreiches Abenteuer, bei dem ihr den sympathischen Bankräuber aufgrund seiner selbstlosen Art sogar ins Herz schließt.

In der zweiten Kriegsgeschichte „Nordlys“ übernehmt ihr die Rolle der erst 18-jährigen, norwegischen Widerstandskämpferin Fia, die mit tödlichen Wurfmessern und flotten Skiern ausgerüstet ist. Als taffe Einzelkämpferin muss es euch gelingen, sämtliche Nachschübe von schwerem Wasser zu sabotieren, welches die Deutschen für die Herstellung einer ultimativen Bombe benötigen. So deponiert ihr mehrere Sprengladungen, meuchelt lautlos einen Widersacher nach dem anderen ab und entgeht in einer cineastisch inszenierten Sequenz dem drohenden Kältetod.
Was sich nach bloßer heroischer Action anhört, wird jedoch immer wieder durch kleinere emotionale Einblicke in das tatsächliche Innenleben der jungen Protagonistin respektive eurer ebenfalls fühlenden Feinde unterbrochen, sodass insgesamt eine bedrückende Gefühlslage beider Seiten präsentiert wird.

Den vorläufigen Abschluss macht der französische Ausflug „Tirailleur“, der euch als Fremdenlegionär in die blutigen Schlachtfelder der Provence versetzt. Da die Franzosen an der Südküste Frankreichs unzählige Opfer zu beklagen hatten, wurden kurzerhand „billige“ Söldner aus den afrikanischen Kolonien als Kanonenfutter rekrutiert – die meisten davon hatten Frankreich zuvor noch nie betreten.

Der junge, teilweise naive Deme Cisse ist einer von ihnen, der mit seinem Bruder an die umkämpfte Front entsendet wird. Dabei ist es eure eigentliche Aufgabe, gegnerische Flakstellungen auszuschalten, um somit eurer Luftunterstützung den Weg frei zu machen. Als sich das todsichere Himmelfahrtskommando unerwartet zu euren Gunsten wendet, seid ihr vom überwältigenden Erfolg so entfacht, dass ihr tatsächlich zum finalen Schlag gegen die deutschen Truppen ansetzt.

Die wohl schwierigste Episode aller Kriegsgeschichten reflektiert dabei gekonnt das fragwürdige Vorgehen französischer Befehlshaber, beleuchtet den schmalen Grat zwischen bedingungsloser Hoffnung und absoluter Verzweiflung und hinterlässt letzten Endes einen bleibenden, schwer zu verdauenden Eindruck.

Da die Spielwelten wesentlich offener und sozusagen vielfältiger gestaltet wurden, ist es euch überlassen, wie ihr einen Einsatz letztendlich angehen wollt. Ihr könntet euch auf einen längeren, eventuell beschwerlichen Fußmarsch machen, bei dem ihr womöglich den einen oder anderen Sammelgegenstand einheimst, oder ihr schnappt euch eines der zahlreichen Fahrzeuge und braust schnurstracks in Richtung des nächsten Ziels. Das Level-Design wurde dahingehend angepasst und „zwingt“ euch förmlich dazu, verschiedene Herangehensweisen auszuprobieren.

Obwohl die emotional präsentierten Kriegsgeschichten durchaus für beeindruckende Gänsehautmomente sorgen können, trifft euch die extrem kurze Spielzeit von circa zwei bis drei Stunden wie ein ernüchternder Schlag ins verdutzte Gesicht. Selbst auf höherem Schwierigkeitsgrad dürftet ihr nicht länger als fünf Stunden für alle Episoden gefordert sein, in denen ihr höchstwahrscheinlich häufig ein- und denselben Abschnitt immer wieder aufs Neue zu meistern versucht.

Man darf gespannt sein, wie viele zusätzliche Inhalte noch folgen werden und inwieweit sich diese von den ursprünglichen Kriegsgeschichten unterscheiden werden. Den Anfang macht die Panzerschlacht „Der letzte Tiger“ am 04. Dezember, in der die Sichtwese deutscher Soldaten reflektiert wird.

15 Kommentare Added

Mitdiskutieren
  1. xboxheld 1200 XP Beginner Level 1 | 20.11.2018 - 05:08 Uhr

    Guten morgen….Nachdem ich den Test durch gelesen habe , kann ich ich in vielen Punkten zustimmen. Bei der Steuerung gibt es doch in meinen Augen Mängel…Die Flugzeugsteuerung ist einfach miserabel…egal was man einstellt , es funktioniert nicht…sehr sensibel in den Flugrichtungen…drückt man zuviel nach oben oder unten oder seitlich, hat man die Kontrolle verloren….
    Den Multiplayer Modus habe ich ca.10 Stunden gespielt.Nach 2 Stunden war ich schon genervt , weil gefühlte 30 bis 40 % mit Pistole rumlaufen….Man hat ein MG in der Hand auf gefühlte 10 Meter und keine Chance ….die schiessen 2/3 mal und bist tot…das ging mir schon bei Battlefield 1 auf den Sack…Außerdem die Balance der Waffen ist doch sehr unterschiedlich…bei einigen Waffen hochanlegen und manche gehen gar nicht was die Treffgenauigkeit betrifft… Für mich ist es ein Rätsel wie schnell manche Spieler rennen und auch schiessen können…Du rennst einem hinterher und schiesst auf den Rücken….der dreht sich um nimmt die Pistole und schiesst 2 mal…zack tot….habe und hatte Waffen immer mit mindestens 20 Kugeln im Magazin…Meine Gefühl sagt mir das viele Spieler illegal mit Maus und Tastatur spielen….so schnell man kann mit einem Controller nicht spielen…Dann die hohen Kill Zahlen….da sind welche dabei mit ab 30 Kills bis zu 45 Kills und mehr, aber meist nur 10 Tode….unsereins ist froh wenn man evtl 15/20 schafft….Das ist meine persönliche Meinung und Einschätzung….Euch viel Spaß mit dem Spiel…

    3
    • Senko 1460 XP Beginner Level 1 | 20.11.2018 - 07:31 Uhr

      Mit den Kills/ Tode ist es ganz normal. Klar musst du bisschen aimen können, aber wenn dein Squad gut zusammen spielt, wirst du ständig wiederbelebt und somit bekommst ja keine Tode.

      Battlefield ist halt sehr auf Teamplay ausgerichtet. Schade, dass viele Spieler das nicht so finden, was man in den Matches merkt.

      2
    • Tomaek 1920 XP Beginner Level 1 | 03.12.2018 - 20:13 Uhr

      Ich kann mich deiner Aussage nur anschließen. Ich habe es schon ca eine Woche vor Release gezockt, da konnte man es noch ganz gut spielen.
      Jetzt da alle anderen auch rein kommen merkt man wieder deutlich, das da manchmal einiges nicht stimmen kann.
      Und das mit dem „ich hab das ganze Magazin in den Gegner gepumpt, er lebt noch, schießt einmal zurück und ich bin tot“ geht mir genauso 😋
      Das nervt total.

  2. Premiumpils 46845 XP Hooligan Treter | 20.11.2018 - 05:14 Uhr

    Mir sind die neueren battlefields alle viel zu hektisch. Vermisse bf2. Da ist noch nicjt im Sekundentakt alles um einen herum explodiert und man hatte nicht pro runde dutzende Medaillen für jeden Mist.

    1
  3. de Maja 54350 XP Nachwuchsadmin 6+ | 20.11.2018 - 06:23 Uhr

    Hmm, ich finde die Flugsteuerung gelungen. Die Waffen reagieren und ein Bomber fühlt sich träger an als ein Jäger. Man muss auch bedenken das damalige Flugzeuge keine elektronischen Assistenzsysteme hatten und sich nicht anfühlten wie ein heißes Messer in Butter.

    2
  4. Dr Gnifzenroe 46945 XP Hooligan Treter | 20.11.2018 - 07:25 Uhr

    Schade, dass die Kriegsgeschichten so kurz sind. Ich glaube, beim nächsten BF gibt es wie bei COD nur noch ein MP Game.

  5. HaLoFaN91 89245 XP Untouchable Star 4 | 20.11.2018 - 07:55 Uhr

    ich muss es hier nochmal aufgreifen, wenngleich ich es auch an anderer Stelle schon einbrachte:
    im Test steht grandiose Grafik mit scharfen Texturen etc. das war, was ich auf der One x erwartet hätte, jedoch laden bei mir Texturen nach und sind verwaschen, Details ploppen in der gerne auf, die Grafik wirkt teils grieselig (z.b. in Norwegen die Explosionen in der Luft oder Flammen allgemein) und es ist starke treppchenbildung, z.b. beim schatten festzustellen…das kann doch auf der xox nicht normal sein?
    hat jemand ähnliche Erfahrungen bzw. ne Lösung dafür?

    • Z0RN 133040 XP Elite-at-Arms Silber | 20.11.2018 - 08:04 Uhr

      Ich würde das Game mal deinstallieren. Derartige grobe Grafikfehler kommen bei uns nicht vor.

      1
    • Laudan 680 XP Neuling | 20.11.2018 - 08:26 Uhr

      Das stimmt. Gerade im Anfang einer Multiplayersession sieht man in der Squadaufstellung wie sich die Texturen langsam aufbauen. Desweiteren sieht man das am Anfang einer Multiplayerschlacht. Die Texturen laden langsam nach.In hecktischen Schlachtverlauf wird scaliert. Es passiert auch nach einer Multiplayerschlacht das man seine Ergebnisse nicht sieht und beim Wiedereinstieg im nachsten Match seine Figur nicht bewegen kann und diese Bewegungslosigkeit erst durch eine Truppauswahl und wieder zurück beenden kann. Das Koppeln der Geschütze ist mir immer noch ein Rätsel und die Squadleaderfunktion zum Ordern von Panzern auch. Klappt nicht immer. Zum Schussverhalten der Waffen habe ich nichts auszusetzen. Benutze nur die Anfängerwaffen ohne jegliche Visieränderung und diese treffen bei einem Ping von 19ms sehr gut. Spiele nur den Sanitäter und den Assault.

  6. DrDrDevil 21960 XP Nasenbohrer Level 1 | 20.11.2018 - 09:05 Uhr

    Ich bin und war immer ein Fan von guten und spannenden Storys.. seitdem Battlefield mit den Kriegsgeschichten angefangen hat, haben noch die Storys nie wirklich interessiert, da die nicht wirklich lang sind .. da hätte ich lieber so eine BF 3 oder Bad Company Kampagne

  7. HaLoFaN91 89245 XP Untouchable Star 4 | 21.11.2018 - 07:16 Uhr

    hab gestern die kriegsgeschichten etwas weiter gespielt und auch in den Mp mal reingeschnuppert. macht grds schon Spaß, wobei es mir tatsächlich auch teilweise too much ist (in narvik stand gestern kein Haus mehr am Ende des Matches…). einfach zu hektisch. werd wohl die Kampagne Spielen und das Spiel dann nicht mehr anrühren☹
    und die grafische Bombe, wie es überall hieß, ist es echt nicht. mir ist das zwar bei weitem nicht so wichtig wie eine gute Story…aber wenn es so angepriesen wird und auch auf Trailern mega aussieht (mit angeblichem ingamematerial) dann drückt das schon sehr aufs Gemüt.
    allein wenn Man sich ansieht wie die Büsche/das gras gerendert ist. teilweise wie bei halo ce seinerzeit…. echt schade

    1

Hinterlasse eine Antwort