Blackwood Crossing

Test zur emotionalen Zugfahrt in die Vergangenheit

Düstere Fahrt im Gedankenzug

Blackwood Crossing

Eine emotionale Narration mit düsteren Elementen: Das verspricht euch Blackwood Crossing von Entwickler PaperSeven. Der Titel ist gleichzeitig das erste richtige Spiel des englischen Studios – ein echtes Konsolendebüt also. In nur 20 Monaten haben die Entwickler ein atmosphärisch dichtes Indie-Spiel geschaffen, welches euch in eine Welt voller Schein und Sein entführen wird. Ob die Feuertaufe gelungen ist, erfahrt ihr in unserem Test.

In Blackwood Crossing übernehmt ihr die Rolle der Teenagerin Scarlett, die mit ihrem jüngeren Bruder Finn einen malerischen Ausflug in einem Zug unternimmt. Malerisch ist anfangs jedoch nur die Landschaft, denn Finns spielerische Ausbrüche, gepaart mit seiner Langeweile, führen schnell dazu, dass ihr ihn im Zug aus den Augen verliert. Und da ist auch schon diese mysteriöse Gestalt, eine Person mit einem Hasenkopf, die euch in bester Donnie Darko-Manier mit rätselhaften Dialogen einschüchtert.

Von nun an beginnt eine emotionale und abwechslungsreiche Achterbahnfahrt in Blackwood Crossing, welches man am besten in die Kategorie der Walking-Simulatoren einordnen kann. Ihr bewegt euch aus der Ego-Perspektive mit Scarlett durch unterschiedliche Szenerien. Mal seid ihr im Zug, mal erkundet ihr das Baumhaus aus eurer gemeinsamen Kindheit mit Finn. Auch eine mysteriöse Insel ist Teil eurer Entdeckungstour. Welche Bedeutung sie im Spiel hat, möchten wir euch an dieser Stelle nicht verraten. Denn die Geschichte zu erleben, sie langsam zu entwirren und die Puzzleteile zu eurer ganz eigenen Interpretation zusammenzusetzen, ist der große Reiz von Blackwood Crossing.

Kleinere Rätsel gibt es ebenfalls, allerdings bestehen die meist aus einfachen Finde- und Bringaufgaben, ab und an müsst ihr beispielsweise auch Dialogpaare verschiedenen Charakteren zuordnen. Schön für Entdecker: Abseits der normalen Hotspots könnt ihr mehr über Finns und Scarletts Beziehung erfahren, indem ihr die Szenerie weiter erkundet und mit Objekten interagiert. Die Grafik ist dabei in einer netten Comic-Optik gehalten, die je nach Situation mal fröhlicher, mal düsterer ausfällt.

Für Kopfschmerzen sorgt Scarletts komischer Gang und die damit verbundene hoppelnde Kameraeinstellung. Zudem fallen die Umgebungen und Charaktere nicht ganz so modern aus, wie man es von größeren Titeln kennt. Auch die Spielzeit ist mit knapp 3 Stunden recht kurz bemessen, was jedoch mangels Abwechslung im Gameplay zu verschmerzen ist. Ein besonderes Lob verdienen neben dem Komponisten des Soundtracks auch die englischen Synchronsprecher, die bei diesem emotionalen Abenteuer einen hervorragenden Job machen.

5 Kommentare Added

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  1. aZxsKeDx 33765 XP Bobby Car Geisterfahrer | 14.06.2017 - 04:54 Uhr

    Finde auch dass es interessant klingt..ein Titel ganz nach meinem Geschmack.
    15,99€ kostet es hab ich grade gesehen.
    Ein fairer Preis wie ich finde.
    Ein Spiel auf das ich von alleine wohl nie gestoßen wäre. Danke für die tolle Beschreibung.

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