Destiny 2

Test zum kinoreifen Sci-Fi-Shooter

Nicht nur das Licht verloren

Mit Destiny 2 steht euch auf der Xbox One seit kurzem einer der Blockbuster in diesem Jahr zur Auswahl. Der Hype um das Actionspiel hat in den letzten Wochen ihren Höhepunkt erreicht, nirgendwo war man sicher vor dem Spiel. Aber kann Destiny 2 seinem Hype gerecht werden? Lest auf dieser und den folgenden Seiten, was euch im Nachfolger zu Destiny erwartet und ob sich das Warten gelohnt hat.

Bloß keine Altlasten mitnehmen, muss sich Bungie wohl bei der Entwicklung eines Nachfolgers zu Destiny gedacht haben und setzte für Destiny 2 einen Schnitt. Um einen sauberen Anfang zu gewährleisten, stellt ihr euch in Destiny 2 einem neuen Feind. Einem Feind, der zu Beginn des Spiels direkt mit der Tür ins Haus fällt und der sein Gesicht zeigt. Damit ihr auch wisst, wem ihr ins Gesicht schießen müsst. Die Hüter haben der Rasse der Kabale in der Vergangenheit einmal zu oft in die Suppe gespuckt, nun schicken sie mit Ghaul einen Antagonisten, der es auf die Menschen abgesehen hat und der von der Community bereits liebevoll Garry genannt wird. Der Kabal ist der Anführer der Rotlegion seines Volkes und hat es tatsächlich geschafft, die Verteidigung der letzten Stadt der Menschheit zu durchbrechen. Mit einem Überraschungsangriff legt er die einzige Zufluchtsstätte der Menschen in Schutt und Asche. Weder die Vorhut unter der Führung von Ikora, Cayde-6 und Commander Zavala, noch ihr als Hüter könnt den Angriff abwehren. So verliert ihr euren über die Jahre hinweg gesammelten Waffen, Rüstungen und sonstigen Kram aus dem ersten Teil. Dadurch macht es sich Bungie leicht, die (Waffen-)Balance des Spiels neu auszurichten, in dem man den Loot einfach unter den Trümmern des Turms begräbt. Ihr hingegen, habt erst einmal keine Platzprobleme mehr.

Viel schlimmer ist aber, Ghaul beraubt euch eures Lichts. Die Macht des Reisenden, die euch dank des stets begleitenden Geistes immer wieder ins Leben zurückholt, wird von den Kabalen durch ein Energiefeld komplett abgeschirmt. Bungie setzt diese Ereignisse mit der ersten spielbaren Storymission von Destiny 2 gekonnt in Szene. Immer wieder werden kinoreife Zwischensequenzen eingeschoben, die zu dem Zeitpunkt schon mehr Handlung und Tiefe aufweisen, als die ganze Hauptkampagne des ersten Teils. Schade nur, dass Bungie die Dramatik um den Verlust des Lichts und eures geliebten Kumpels, dem Geist, nicht richtig auszuspielen vermag und ihn selbst nach nur kurzer Zeit entwertet. Verletzt und dem Tode nahe schleift ihr euch in der zweiten Storymission durch die Trümmer der Stadt und findet nur wenige Meter weiter euren Geist schon wieder. Der kann euch zwar aktuell nicht wiederbeleben, aber zumindest heilen, wenn ihr verletzt seid. Bis ihr euer Licht und damit eure Fähigkeiten wiedererlangt, dauert es aber nicht lange. Das ging für unseren Geschmack alles etwas zu schnell über die Bühne. Neueinsteiger, die keinen Hüter aus dem ersten Teil vorzuweisen haben, wird das allerdings egal sein, denn sie haben in der ersten Mission ohnehin nur kurz in die Fähigkeiten reinschnuppern können.

Veteranen dürfen sich auf einen leicht veränderten Spielbeginn freuen. Destiny 2 erkennt eure Leistungen aus dem ersten Teil an. Das Spiel weiß, wann und mit wem ihr denkwürdige Ereignisse wie Raids, DLCs oder die Prüfungen von Osiris zuerst abgeschlossen habt. Mit wunderschönen Handzeichnungen, die mit Namen der Mitspieler und dem Datum versehen sind, werden euch diese Ereignisse noch einmal in Erinnerung gerufen. Eine schöne Sache. Frischlinge bekommen das natürlich nicht zu sehen, ihnen fehlt es dafür aber an einer nostalgischen Einführung in die Welt. Vor allem die Charaktere hätten eine solche verdient. Der Einstieg wird für neue Spieler unnötig erschwert und hätte etwa durch ein Tutorial oder einführende, spielbare Missionen erleichtert werden können.

Nach dem ebenso emotionalen wie actionreichen Einstieg in Destiny 2 stehen die Aussichten für die Menschheit schlecht. Dank Hawthorne, einer in der Wildnis lebenden Scharfschützin und ihrem Falken Louis, schafft ihr es bis zur Farm, dem neuen Social Space. Als einziger Hüter mit Superkräften liegt es an euch, den Reisenden zu befreien und damit die Macht wieder zu entfesseln. Der weitere Verlauf der Story-Kampagne von Destiny 2 erweist sich als einfach gestrickte Gut-gegen-Böse Geschichte, in der Ghaul die Macht des Reisenden an sich reißen will und ihr als Hüter versucht, dies zu unterbinden. So richtig umgehauen hat uns die Story rückblickend nicht. Ebenso wenig wie der Endkampf fehlt es an Überraschungen. Denkwürdige Ereignisse in der Kampagne konnten wir ebenso wenig ausmachen. Bungie hat sich auch nicht getraut wichtige oder bekannte Charaktere (bis auf eine, unwichtige Ausnahme), zu denen ihr in den vergangenen Jahren eine emotionale Beziehung aufgebaut habt, über die Klinge springen zu lassen. Beim Angriff auf die Stadt haben wohl alle Charaktere einfach nur verdammt viel Glück gehabt und sind heil raus gekommen.

9 Kommentare Added

Mitdiskutieren
  1. Vindicare82 90 XP Neuling | 21.09.2017 - 18:16 Uhr

    Muss sagen bin recht enttäuscht von Destiny 2. Nachdem vom Bungie die Story und der viele neue Content so angepriesen wurde finde ich es einfach nur niederschmetternd, wenn im Endgame der ganze neue Content dem Spieler NICHTS bringt. Wiedereinmal kann man nur über die Dämmerung, die Prüfungen der Neun oder den Raid (bei dem der Loot und die Prämisse das man den Endboss besiegen muss um Loot zu bekommen, absolut unterirdisch ist)Ausrüstung über einem bestimmten Powerlevel bekommen. Selbiges hatte Teil 1 schon als „Problem“. Einige werden das nicht als Problem sehen, jedoch was ist mit den Gelegenheitsspielern, die nicht immer die Zeit haben den Raid zu laufen oder überhaupt Lust auf PvP haben. Den Dämmerungsstrike finde ich teilweise doch zu übertrieben auf Grund des Zeitlimits. Und die vielen neuen Story-bezogenen Quest… die bringen effektiv kein Equipment, das einen im Endkontent weiterbringt. Selbst die Schatzkarten von Cayde-6, laut etlichen Quellen sollten die Equipment über Powerlevel 270 bringen… aber naja… diese Woche waren 3 der 5 Truhen bei mir bis auf etwas Glimmer leer(!) und in beiden anderen Truhen waren „nur“ blaue Items mit Powerlevel 265. Alles in allem empfinde ich Destiny 2 bisher als mehr Blendwerk, denn als wirklich besser als Teil 1. Sicher die Grafik ist wirklich schön gelungen und an einigen Stellen sogar atemberaubend… ich hatte mir mehr vom Endgame erhofft. Geht bestimmt nicht allen Leuten so mit Destiny 2, aber das ist auch gut so das jeder seine eigen Meinung hat =)

    2
  2. HaLoFaN91 85885 XP Untouchable Star 3 | 21.09.2017 - 18:48 Uhr

    mal wieder ein länger, ausführlicher Test.gibt Ben guten Eindruck, zu Beginn aber vllt. sogar zu viel spoiler, für Leute, die noch nicht eingestiegen sind.
    trotz Hype scheint es aber auch viele Enttäuschungen zu geben.hatte leider auch noch keine Möglichkeit Teil 2 zu Spielen, aber ich bin gespannt.hoffe er fesselt mich länger als Teil 1, da ich da erst vor kurzem wieder eingestiegen bin.

  3. Milbefalke7 0 XP Neuling | 21.09.2017 - 18:55 Uhr

    Geiles game. Wer jetzt noch destiny 1 mag. Mochte, und schon länger nicht mehr destiny gespielt hat. Wird den 2ten teil mögen. Er ist wie der erste. Nur mit mehreren Verbesserung.
    Neue alien Rassen sollen mit dem addon Folgen:)

    • COHEN82 37545 XP Bobby Car Rennfahrer | 21.09.2017 - 22:06 Uhr

      Aber viel zu viel Contra. Kann es verstehn es kann nicht viel besser sein als der erste.

Hinterlasse eine Antwort