Story und Setting
Mit Lord of Hatred knüpft Diablo IV direkt an die düsteren Ereignisse des Hauptspiels an und rückt dabei eine der gefährlichsten Mächte Sanktuario erneut ins Zentrum.
Im Fokus steht der Dämonenfürst Mephisto, dessen Einfluss auch nach seiner Niederlage unaufhaltsam weiter wächst.
Nach ihrer Flucht mit dem Seelenstein trägt Neyrelle eine Bürde, die sie zunehmend zu zerreißen droht. Was als mutiger Versuch begann, das Böse einzudämmen, entwickelt sich schnell zu einem inneren Kampf gegen eine Macht, die sich nicht kontrollieren lässt.
Mephistos Präsenz dringt immer tiefer in ihren Geist ein und beginnt, ihre Entscheidungen subtil zu beeinflussen.
Eure Reise führt euch dabei in eine neue, von Geheimnissen durchzogene Region, die eng mit der Vergangenheit von Lilith und Inarius verknüpft ist.
Hier offenbart sich, wie tief der ewige Konflikt zwischen Himmel und Hölle die Welt geprägt hat und welche Spuren dieser bis heute hinterlässt.
Im Verlauf der Handlung wird deutlich, dass Mephisto längst nicht mehr nur im Verborgenen agiert. Stattdessen zieht er gezielt die Fäden, manipuliert Verbündete und entfacht neue Konflikte, um seine Rückkehr vorzubereiten.
Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen dabei zunehmend, während sich die Lage unaufhaltsam zuspitzt.
Lord of Hatred erzählt damit eine Geschichte, die weniger von klaren Fronten lebt, sondern vielmehr von inneren Konflikten, wachsenden Zweifeln und der allgegenwärtigen Bedrohung durch den Herrn des Hasses.
Neue Features und Verbesserungen
Mit der Erweiterung liefert Blizzard nicht nur neue Inhalte, sondern greift gezielt in zentrale Systeme von Diablo IV ein, um das Spielerlebnis langfristig zu verbessern.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung der Charaktere. Die überarbeiteten Skilltrees bieten mehr Möglichkeiten zur Individualisierung und sorgen dafür, dass sich Entscheidungen spürbarer auf den eigenen Spielstil auswirken.
Builds entwickeln sich dadurch dynamischer und langfristig abwechslungsreicher.
Ein besonders wichtiger Schritt ist zudem die Einführung eines Loot-Filters, der für deutlich mehr Übersicht sorgt und das Endgame effizienter gestaltet.
Gerade in längeren Spielsitzungen fällt auf, wie stark sich das Tempo dadurch verbessert.
Auch die Itemisierung und das Crafting wurden erweitert und bieten zusätzliche Optionen, um Ausrüstung gezielt zu optimieren. Diese Systeme greifen sinnvoll ineinander und erhöhen die spielerische Tiefe, ohne den Spielfluss auszubremsen.
Im Endgame setzt Lord of Hatred verstärkt auf Flexibilität. Neue Aktivitäten und anpassbare Herausforderungen ermöglichen es euch, euren Fortschritt stärker selbst zu steuern, während gleichzeitig der Anspruch für erfahrene Spieler spürbar steigt.
Abgerundet wird das Gesamtbild durch zahlreiche kleinere Verbesserungen, die sich im Spielfluss bemerkbar machen und dafür sorgen, dass sich Diablo IV insgesamt runder und ausgereifter anfühlt.
Neue Klassen: Paladin und Hexenmeister
Mit Lord of Hatred erweitert Blizzard Diablo IV um zwei neue spielbare Klassen, die für frischen Wind im Gameplay sorgen.
Der Paladin richtet sich vor allem an Spieler, die einen direkten, standhaften Spielstil bevorzugen. Als schwer gepanzerter Nahkämpfer kombiniert er defensive Stärke mit offensiven Lichtfähigkeiten.
Im Kampf überzeugt er durch Kontrolle, hohe Überlebensfähigkeit und Flächenangriffe, die Gegnergruppen effektiv binden.
Je nach Ausrichtung kann der Paladin sowohl als widerstandsfähiger Frontkämpfer als auch als offensiver Schadensausteiler gespielt werden.
Der Hexenmeister verfolgt hingegen einen deutlich strategischeren Ansatz. Diese Klasse setzt auf Flüche, Beschwörungen und Schaden über Zeit.
Aus der Distanz kontrolliert der Hexenmeister das Schlachtfeld, schwächt Gegner gezielt und nutzt herbeigerufene Kreaturen, um konstant Druck aufzubauen. Dadurch entsteht eine Spielweise, die stärker auf Planung und Positionierung setzt.
Beide Klassen profitieren dabei von den überarbeiteten Systemen der Erweiterung und bieten durch ihre unterschiedlichen Ansätze spürbar mehr Vielfalt im Spiel.
Überarbeitete Skilltrees und Charakterentwicklung
Ein zentraler Kritikpunkt des Hauptspiels wird mit der Erweiterung gezielt angegangen: die Skilltrees.
Die Bäume sind stärker verzweigt, wodurch ihr euch früher und bewusster für eine Spielrichtung entscheiden müsst. Viele dieser Entscheidungen schließen alternative Wege aus, was dazu führt, dass Builds klarer definiert sind und sich stärker voneinander unterscheiden.
Auch die Fähigkeiten selbst wurden erweitert. Viele Skills bieten nun alternative Modifikationen, die ihre Funktionsweise verändern können. Dadurch wird aus einer bekannten Fähigkeit schnell ein komplett anderer Spielstil, je nachdem, wie ihr euren Build ausrichtet.
Im passiven Bereich sorgen neue Knotenpunkte für stärkere Synergien. Spezialisierungen werden gezielter belohnt, wodurch sich konsequent aufgebaute Builds deutlich stärker anfühlen als zuvor.
Zusätzlich greifen Skilltrees und Itemisierung jetzt stärker ineinander. Fähigkeiten profitieren direkter von Ausrüstung und umgekehrt, wodurch Builds nicht mehr isoliert funktionieren, sondern als Gesamtpaket entstehen.
In der Praxis führt das dazu, dass sich Charaktere individueller spielen, Entscheidungen mehr Gewicht bekommen und das Experimentieren mit neuen Builds deutlich motivierender ausfällt.
Gameplay und Spielfluss
Spielerisch zeigt sich schnell, wie stark die Änderungen tatsächlich greifen.
Die Erweiterung setzt genau an den Stellen an, an denen das Hauptspiel häufig an Orientierung verloren hat, und sorgt für einen klareren roten Faden im gesamten Spielfluss.
Ein zentraler Bestandteil der Verbesserungen ist die insgesamt klarere Struktur des Spielflusses. Fortschritt wirkt nachvollziehbarer, Systeme greifen besser ineinander und das Spiel verliert deutlich seltener an Richtung.
Dadurch bleibt die Motivation auch über längere Sessions hinweg konstant erhalten.
Auch im Endgame zeigt sich diese Stärke. Fortschritt fühlt sich nachvollziehbarer an, Abläufe greifen besser ineinander und die Motivation, weiterzuspielen, bleibt konstant erhalten. Die einzelnen Systeme wirken dabei nicht mehr losgelöst, sondern unterstützen einander.
Im direkten Gameplay profitieren vorwiegend die neuen Klassen von diesen Änderungen.
Der Paladin überzeugt durch seine stabile, kontrollierte Spielweise im Nahkampf, während der Hexenmeister das Schlachtfeld aus der Distanz dominiert und stärker auf Planung setzt. Beide Klassen bringen spürbar neue Dynamik ins Spiel und erweitern die taktischen Möglichkeiten.
Besonders gelungen ist das Zusammenspiel der verschiedenen Systeme.
Skilltrees, Itemisierung und neue Mechaniken greifen deutlich besser ineinander, wodurch Builds organischer entstehen und sich Entscheidungen direkter auf das Spielgefühl auswirken.
Auch das Loot- und Crafting-System trägt seinen Teil dazu bei. Durch den Loot-Filter bleibt der Fokus stärker auf relevanten Gegenständen, während zusätzliche Crafting-Optionen mehr Kontrolle über die eigene Ausrüstung ermöglichen. Gleichzeitig sorgen risikobasierte Mechaniken dafür, dass Entscheidungen nicht nur belohnt, sondern auch abgewogen werden müssen.
Neben den großen Änderungen sorgen auch kleinere Ergänzungen für ein stimmigeres Gesamtbild. Zusätzliche Aktivitäten bringen mehr Abwechslung ins Spiel und geben der Welt mehr Leben, ohne den Spielfluss zu stören.
Insgesamt spielt sich Lord of Hatred deutlich runder, strukturierter und motivierender. Die Erweiterung schafft es, bestehende Schwächen gezielt zu verbessern und das Gameplay spürbar aufzuwerten.
Endgame und Langzeitmotivation
Wirklich entscheidend wird die Erweiterung jedoch im Endgame.
Während Diablo IV hier im Hauptspiel noch mit fehlender Orientierung zu kämpfen hatte, setzt die Erweiterung genau an diesem Punkt an und liefert eine deutlich klarere Struktur.
Im Mittelpunkt stehen dabei die sogenannten War Plans. Dieses System gibt euch konkrete Ziele vor und sorgt dafür, dass ihr jederzeit wisst, welche Aktivitäten aktuell sinnvoll sind. Anstatt planlos Inhalte abzuarbeiten, folgt ihr einer klaren Progressionslinie, die euch Schritt für Schritt durch das Endgame führt.
Zusätzlich wurde die Progression im späten Spielverlauf erweitert. Das Level-Cap wurde angehoben und neue Schwierigkeitsstufen sorgen dafür, dass auch erfahrene Spieler langfristig gefordert werden.
Die erweiterten Torment-Stufen bieten dabei eine klare Skalierung der Herausforderung und belohnen vernünftig abgestimmte Builds mit entsprechend besseren Drops.
Das sorgt nicht nur für mehr Übersicht, sondern auch für einen deutlich konstanteren Spielfluss. Fortschritt fühlt sich greifbarer an, da einzelne Aktivitäten besser miteinander verknüpft sind und gezielt aufeinander aufbauen.
Gleichzeitig bleibt genug Freiheit erhalten, um eigene Schwerpunkte zu setzen und den Spielstil individuell anzupassen.
Ein weiterer wichtiger Faktor für die Langzeitmotivation ist die überarbeitete Itemisierung. Durch neue Möglichkeiten im Crafting und zusätzliche Optionen zur Anpassung von Ausrüstung entsteht ein stärkerer Fokus auf gezielte Build-Optimierung. Items sind nicht mehr nur zufällige Drops, sondern lassen sich aktiv weiterentwickeln und anpassen.
Gerade hier spielt auch das Risiko eine größere Rolle. Bestimmte Mechaniken erlauben es, Ausrüstung deutlich zu verbessern, bringen aber gleichzeitig Unsicherheiten mit sich. Diese Entscheidungen sorgen für zusätzliche Spannung und machen den Fortschritt weniger vorhersehbar.
Für zusätzliche Herausforderungen sorgt zudem ein neues Event, das auf maximale Belastbarkeit ausgelegt ist. In sogenannten Endlos-Wellen stellt ihr euch immer stärker werdenden Gegnern, wobei mit steigender Schwierigkeit auch die Belohnungen wachsen.
Dieses System richtet sich klar an erfahrene Spieler und bietet eine weitere Möglichkeit, die eigenen Builds an ihre Grenzen zu bringen.
Auch die generelle Balance im Endgame wirkt durchdachter. Builds greifen besser ineinander, Synergien sind klarer erkennbar und das Gefühl, auf ein konkretes Ziel hinzuarbeiten, ist deutlich präsenter als zuvor.
Insgesamt gelingt es Lord of Hatred, das Endgame von Diablo IV spürbar zu stärken. Die Erweiterung bietet mehr Struktur, bessere Orientierung und gleichzeitig genug Tiefe, um langfristig zu motivieren.
Grafik, Sound und Technik
Optisch bleibt Diablo IV seiner Linie treu und liefert auch mit der Erweiterung ein starkes Gesamtbild ab.Die düstere Atmosphäre, die detaillierten Umgebungen und die Vielzahl an Effekten sorgen für ein stimmiges Gesamtbild, das sich nahtlos in den bekannten Stil einfügt und die Spielwelt glaubwürdig transportiert.
Auf der Xbox Series X präsentiert sich die Erweiterung technisch größtenteils stabil. Das Spiel läuft über weite Strecken flüssig und bleibt auch in intensiveren Situationen gut spielbar. Lediglich dann, wenn besonders viele Effekte gleichzeitig auf dem Bildschirm dargestellt werden, kommt es vereinzelt zu kleineren Rucklern. Die Ladezeiten fallen hingegen kaum ins Gewicht und unterbrechen den Spielfluss nicht spürbar.
Größere technische Probleme oder auffällige Bugs konnten im Test nicht festgestellt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die gespielte Version noch nicht final war und an einigen Stellen kleinere Unstimmigkeiten, wie fehlende Item-Beschriftungen, aufgefallen sind. Diese hatten jedoch keinen nennenswerten Einfluss auf das eigentliche Spielerlebnis.
Akustisch unterstreicht die Erweiterung das Geschehen spürbar. Angriffe fühlen sich durch ihre wuchtige Klangkulisse jederzeit präsent an und geben ein direktes, spürbares Feedback im Kampfgeschehen. Treffer wirken dadurch nicht nur visuell, sondern auch akustisch kraftvoll und tragen maßgeblich zum Spielgefühl bei.
Untermalt wird das Gameplay von einem epischen Soundtrack, der sich dynamisch an die jeweilige Situation anpasst. Ruhigere Passagen gehen fließend in intensive, druckvolle Kompositionen über, sobald sich die Lage verändert. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die die Spannung kontinuierlich trägt und euch stärker in das Geschehen hineinzieht.
Insgesamt hinterlässt Lord of Hatred im Hinblick auf Grafik, Sound und Technik einen ausgereiften Eindruck und liefert eine Präsentation, die das Gameplay wirkungsvoll unterstützt.
Fazit
Mit Lord of Hatred bekommt Diablo IV genau das Update, das sich viele Spieler seit Release gewünscht haben. Die Erweiterung liefert nicht nur neue Inhalte, sondern verbessert gezielt die grundlegenden Systeme des Spiels.
Besonders die überarbeiteten Skilltrees, die neuen Klassen sowie die klarere Struktur im Endgame sorgen dafür, dass sich das Spiel deutlich runder und fokussierter anfühlt. Entscheidungen haben mehr Gewicht, Builds entwickeln sich spürbarer und das gesamte Spielerlebnis wirkt insgesamt durchdachter.
Auch wenn die Kampagne mit rund 10 bis 15 Stunden vergleichsweise kompakt ausfällt, überzeugt sie durch ein konstant hohes Tempo und eine dichte Atmosphäre, ohne sich unnötig zu strecken.
Im Endgame zeigt sich schließlich die größte Stärke der Erweiterung. Mehr Orientierung, sinnvoll verknüpfte Systeme und neue Herausforderungen sorgen dafür, dass die Motivation langfristig erhalten bleibt.
Technisch liefert Lord of Hatred eine stabile Performance und ein gewohnt starkes Gesamtbild, das das intensive Gameplay zuverlässig unterstützt.
Unterm Strich ist Lord of Hatred mehr als nur ein klassisches DLC. Die Erweiterung bringt Diablo IV einen entscheidenden Schritt nach vorne und zeigt, in welche Richtung sich das Spiel zukünftig entwickeln kann.
- Singleplayer: 8.5
- Multiplayer: 8.5
- Graphic: 8.8
- XboxLive:
- Sound: 9.0
- Control: 8.5
- Overall:
- Game Time: 10 - 15
- Speech: deutsch
- TV TEXT: deutsch
- Censor:
- Qualified:
- Letzte Worte:
"Lord of Hatred bringt Diablo IV endlich in die richtige Richtung. Viele der alten Schwächen werden spürbar verbessert, neue Systeme greifen sinnvoll ineinander und das Spiel fühlt sich insgesamt deutlich runder an."
The Good
- Deutlich verbesserte Spielstruktur und klarere Progression
- Zwei neue Klassen mit sehr unterschiedlicher und frischer Spielweise
- Überarbeitete Skilltrees sorgen für mehr Tiefe und spürbare Build-Identität
- Stark verbessertes Endgame mit klarer Orientierung und hoher Motivation
- Viele sinnvolle Quality-of-Life-Verbesserungen wie Loot-Filter und Map Overlay
- Talisman-System erweitert Builds sinnvoll und fügt neue Synergien hinzu
- Sehr stimmige Atmosphäre mit starkem Sounddesign
- Technisch stabile Performance mit kurzen Ladezeiten
The Bad
- Kampagne mit 10 bis 15 Stunden vergleichsweise kompakt
- Vereinzelte kleine Ruckler bei sehr vielen Effekten gleichzeitig
- Einige Systeme entfalten ihre volle Stärke erst im späteren Spielverlauf
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9/10.
🙂 Top ich freue mich riesig drauf.
Naja, gerade beim Skillsystem muss sich erst mal zeigen ob es wirklich was bewirkt, was ich irgendwo bezweifle.
Im Endeffekt wird es doch wieder darauf hinauslaufen das alles nur bis zu einem gewissen Punkt funktioniert und danach man wieder auf spezielle Builds zurückgreifen muss um weiter kommen zu können.
Weniger Meist doch einfach viel mehr.
Vor allem ist bei vielen Veränderungen eh fraglich ob die auch in der nächsten Season noch drin sein werden oder es sich nur um eine Art Season-Anpassung handelt.
Bin gespannt wie es wird. Aber werde bestimmt eh wieder 60 Std..in die season versenken. Hoffe es kommen keine neuen achievements zu Paragon Erhöhung oder so. Müsste endlich 300 sein nach der Saison
Danke für den Test
Scheint ein gelungenes Dlc zu sein.
Bald geht es los, endlich.
Freu mich drauf und guter Test. Bin da echt Gespannt wie die neuen Skilltrees sich spielen .
Danke für den Test.
Ich muss gestehen, dass ich Diablo 4 noch nicht gespielt habe. Mittlerweile ist mir PoE einfach lieber. Aber das irgendwann werde ich mir wohl mal eine Complete Edition gönnen und es nachholen.
Danke für den Test, liest sich gut. Ich wollte das Spiel immer mal spielen, kriege aber irgendwie nicht den Dreh.